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Guter Beitrag? 

 

 TEST 

 

James Cameron's Avatar

Eine Welt, dem Untergang geweiht...

Pandora, Trabant des Gasplaneten Polyphem ist der Erde in vielerlei Hinsicht ähnlich: Üppige Vegetation, Ozeane mit azurfarbenem Wasser, weitläufige Kontinente – auf den ersten Blick ein friedlicher Ort. Doch der Anschein trügt, denn seit einiger Zeit tobt hier ein blutiger Konflikt, von dem die Weltöffentlichkeit noch nicht einmal Kenntnis genommen hat. Versessen darauf »Unobtanium«, einen nur auf Pandora existierenden Rohstoff zu gewinnen, scheut das Firmkonglomerat RDA vor keiner Schadtat zurück. Leidtragende: Die Ureinwohner von Pandora, die Na’vi. Mit schwerem Gerät und Waffengewalt werden sie von RDA-Truppen aus ihren Siedlungen vertrieben, oft getötet.
Als Held Ryder – je nach Wunsch ein Mann oder eine Frau – auf Pandora eintrifft, ahnt er davon so gut wie nichts. Die ersten Minuten beginnen fad: Aus der Third-Person-Ansicht hetzt man auf einem Stützpunkt von A nach B, muss etwas lustlos inszenierte, kaum von Gestik und Mimik geprägte Dialoge mit Vorgesetzten über sich ergehen lassen, um schließlich spannende Details über das sogenannte Avatar-Programms zu erfahren. Ein wissenschaftliches Projekt, das den Geist des menschlichen Probanden in den künstlich gezüchteten Körper eines Na’vi transferiert. Der Teilnehmende wird dadurch selbst zum Na’vi und kann sich als solcher frei umher bewegen. In der Hoffnung, dem ursprünglichen Sinn des Projekts gerecht zu werden, nämlich die Kommunikation zwischen Mensch und Na’vi zu verbessern, schlüpft auch Ryder – nach anfänglichen Aufklärungseinsätzen und Scharmützeln mit der feindlich gesinnten Tierwelt – in die sterbliche Haut eines Ureinwohners. Schnell dämmert ihm, wie Kommandant Falcos Auftrag eigentlich lautet: Ryder soll einen spionierenden Na’vi zur Strecke bringen. Hinweise suchend erkundet man also das weitläufige Areal der ersten Spielebene und erfreut sich an der plötzlich eingetretenen Friedfertigkeit der Umgebung. Denn kaum stolziert man als Na’vi durchs Dickicht, greifen einen Pflanzen und Tiere nicht mehr an. Kein Wunder, dass keine fünf Minuten vergehen, bis einen erste Gewissensbisse plagen, man sich beim Anblick von haushohen Radladern, die idyllische Dschungelareale von der Größe eins Fußballfeldes niederwalzen, fragt, ob das alles seine Richtigkeit hat. Sehr ausführliche, über die sogenannte Pandorapädie abrufbare Informationen zu Flora und Fauna sowie gefühlsbetonte Audio-Tagebücher von Ryder unterstützen den gedanklichen Zwiespalt.
Dann, nach 40 Minuten die erste Story-Wendung: Ryder und der Spion, Dr. Harper, stehen sich gegenüber als unerwartet Ryders Vorgesetzte auftauchen die Harpers Erschießung befehlen. Das ist der erste Herzklopf-Moment: Soll ich dem gutmütigen Harper eine Loch durch den übergroßen Na’vi-Schädel brennen? Oder doch lieber dem Treiben der RDA ein Ende bereiten?

Der Spieler hat die Qual der Wahl. Je nachdem für welche Fraktion die Entscheidung ausfällt, nimmt die Story ab hier einen anderen Lauf. Heißt man die Aktivitäten der RDA weiterhin gut, gilt es in den darauf folgenden Levels sogenannte Splitter zu sammeln, um einem Geheimprojekt von Kommandant Falco auf die Sprünge zu helfen. Schlägt Ryder sich hingegen auf die Seite der Na’vi, muss er ihnen zunächst durch Absolvieren verschiedenster Prüfungen seine Loyalität beweisen und im Anschluss einen erbitterten Widerstandkrieg gegen den Militärapparat der RDA führen. In beiden Fällen gibt es jedoch kaum nennenswerte Änderungen bei der recht vorhersehbaren Spielstruktur: Auftrag bei einem Nichtspieler-Charakter abholen, sich im wie eine offene Welt angelegten Szenario zum Zielort durchkämpfen, ein gesuchtes Objekt finden beziehungsweise einen mächtigen Feind oder Gruppen von Feinden zur Strecke bringen und gegebenenfalls die Flucht ergreifen. Erinnert streckenweise an »Borderlands«, denn auch in »Avatar« sackt der Spieler für jeden zersiebten Gegner Erfahrungspunkte ein. Wurde eine bestimmte Menge akkumuliert, schalten sich neue Waffen, Rüstungen, Upgrades und Fähigkeiten frei, die jederzeit zugewiesen werden können. Während Waffen wie Pistole, Shotgun und Granatwerfer, sowie Sturm-, Nadelgewehr und Bogen kaum über das Repertoire eines Standard-Shooters hinausgehen, garantieren sieben Spezialfähigkeiten, darunter kurzzeitige Unsichtbarkeit, taktischer Luftschlag oder ein Schutzschild, schon mehr Abwechslung und auch etwas taktisches Geplänkel. Reicht’s um in Kauf-Tipp-Regionen vorzudringen? Trotz spaßiger Fahrzeugsequenzen an Bord von Booten, Kettenfahrzeugen, Truppentransportern, Helis, Flug- und Reittieren, einem soliden Mehrspieler-Modus und sehenswerten Gegnern wie dem Hammerkopf-Dinosaurier und Co. leider nein. Dafür ist die KI zu fad und wenig herausfordernd, die erzählte Story zu unspektakulär und die Missionen in ihrer Grundstruktur auf Dauer zu ähnlich. Als Appetitmacher auf den gleichnamigen, am 17. Dezember erscheinenden Film funktioniert das Game trotzdem hervorragend.
Sönke Siemens
Ausgabe:01/2010
weiter PS3 Test Call of Duty Modern Warfare 2
weiter PS3 Test Rayman Origins
weiter PS3 Test Assassin's Creed: Revelations
PS3M sagt:
Grafik _____________

Schöne Kulissen, bunt, aber leblose Gesichter

7
Sound _____________

Tolles Dschungelambiente, dynamische Musik, mäßige Synchro

7
Steuerung __________

Keine interaktive Einführung, trotzdem flott erlernt und präzise

7

URTEIL 7.5/10

 

Leserwertung:
Grafik _____________ 8
Sound _____________ 8
Steuerung __________ 8

URTEIL 8.1 /10

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AUF EINEN BLICK __

EAN:

Publisher Ubisoft

Entwickler Ubisoft

Preis ab 60 Euro

Genre Action-Abenteuer

Spieler 1 - 16

PSN Ja

USK-Freigabe ab 16 Jahren

 

KURZ UND KNAPP __

Umfangreicher Action-Ausflug mit zwei zentralen Storypfaden und einer bizarren Spielwelt.

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