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Homefront

Vom Osten lernen heißt siegen lernen…

Schreien und Kreischen überall. Dazu ohrenbetäubendes Kanonenfeuer, das ununterbrochene Rattern von Maschinengewehren und wuchtige Explosionen, die das Trommelfell förmlich zu zerreißen drohen. Hier tobt der Krieg, das hört man sofort. Obwohl die Szenerie auf den ersten Blick friedlich erscheint: Majestätisch thront eine kleine Kirche auf einer Anhöhe. Ok, das Dach ist löchrig und auch die Buntglasscheiben haben schon bessere Zeiten gesehen, aber zusammen mit dem Flüsschen im Hintergrund versprüht der Ort dann doch eine gewisse Idylle. Dann plötzlich: Ein Heli schraubt sich hinter dem Gotteshaus empor. Das Ungetüm erinnert frappierend an den WZ-10 des Chinesischen Militärs, trägt aber einen weißen Stern auf rotem Grund an der Seite. Zehn Sekunden wabert es friedlich in der Luft, nur um dann einen verheerenden Schwall Raketen gen Kirchendach abzufeuern. Ein Donnerschlag gefolgt von einem Feuerball und umherfliegenden Körpern bestätigen den Treffer. Szenen wie diese sind im Mehrspieler-Modus des Ego-Shooters »Homefront« keine Seltenheit, sondern eher die Regel, wie eine ausführliche Anspiel-Session Ende September in London eindrucksvoll beweist.


Vorab kurz zur Story: Die zeichnet ein düsteres Szenario. Nach dem Tod von Nordkoreas Herrscher Kim Jong-il kommt dessen Sohn an die Macht, der den verfallenen Staat neu aufbaut – und einen Eroberungsfeldzug startet, dem erst Japan, Malaysia und andere Länder zum Opfer fallen. 2027 sind auch die USA der Macht der Koreanischen Volksarmee erlegen und besetztes Gebiet – das ist der Zeitpunkt, zu dem die Einzelspieler-Kampagne startet. Der Mehrspieler-Teil hingegen setzt zeitlich früher ein. Nämlich im Jahr 2025 als sich die geschwächten US-Streitkräfte gegen die Invasoren stemmen. PS3M stürmt aufseiten der US-Boys in die Schlacht, und zwar auf der Karte »Farm«. Eine recht große Kulisse mit der erwähnten Kirche, einem halb zerstörten Farmhaus, einer Scheune und einigen Wiesen und auf der einen, sowie einer improvisierten Befestigungsanlage der Koreanischen Armee samt Fahrzeuglager auf der anderen Seite. Gespielt wird der Modus »Ground Control«. Missionsziel: Im Kampf 16 gegen 16 Spieler zufällig wechselnde Punkte auf der Karte einnehmen und halten; dadurch Punkte für USA respektive Korea sammeln, bis eine Seite gewinnt. Schon in den ersten Minuten wird klar, woran sich der Mehrspieler-Modus orientiert. »Enemy Territory: Quake Wars« und die »Battlefield«-Reihe sind die Vorbilder. Sechs Soldatenklassen mit unterschiedlicher Feuerkraft stehen zur Wahl: Assault, SMG, Heavy, Tri-Burst Assault, Sniper und Stealth.



Tatsächlich finden sich speziell »Battlefield«-Kenner umgehend zurecht. Zu erobernde Ziele werden als Punkt »A«, »B« und »C« angezeigt. Also hingerannt, Gegner niedergemäht, warten, bis sich eine Leiste füllt und schon gilt der Checkpoint als erobert. Klingt einfach, ist simpel, motiviert aber weil die Ziele stets wechseln und die Action praktisch nicht abreißt. Sicher ist: Wer aktiv kämpft und Kameraden gezielt unterstützt, hat definitiv mehr Spaß als randalierende Rambos. Dafür sorgen die sogenannten »Battle Points«, also Punkte für Abschüsse, Eroberungen, erfolgreich geleistete Schützenhilfe und mehr. Genug zusammen, schaltet man damit Klassen-Spezialfähigkeiten frei. Für 300 Punkte darf etwa der Scharfschütze eine Beobachtungsdrohne entsenden: Per Druck aufs Digi-Pad zoomt der Blick hinter die Drohne, die sodann präzise jedem Befehl folgt. Vorteil? Aus der Luft werden Feinde markiert, die Teammitglieder dann dank weißer Umrandung auch durch Wände hindurch sehen. Landen Kollegen nun einen Treffer, gibt’s ebenfalls Battle Points. Wer nicht so auf Beobachten steht, der darf als Assault-Soldat die gleiche Drohne steuern – nur eben die mächtige Raketenwerfer-Version. Rasend schnell zischt der Spieler damit über Baumkuppen und Hügel hinweg, nimmt Bodentruppen ins Fadenkreuz oder knipst im Kirchturm versteckte Heckenschützen aus. Eine willkommene Abwechslung zum sonst steten Am-Boden-Agieren – vor allem weil die Perspektivenwechsel nahtlos ineinander übergehen. Das motiviert auf Punktejagd zu gehen. Doch nicht nur das. Viele weitere Vehikel warten auf einsatzfreudige Kämpfer. Allerdings stehen sie nicht von Anfang an auf dem Schlachtfeld, sondern müssen ebenfalls gegen Bares angefordert werden.



Genügend Geldmittel vorausgesetzt, geht’s bei Matchbeginn oder nach dem Ableben dann direkt fahrend in den Kampf. Mit dem M1A1-Kampfpanzer knirscht man ohne Probleme über feindliche Truppen und zerledert mit der Kanone einen feindlichen Truppentransporter, während ein Mitstreiter am Bord-MG hängt und für bleihaltige Luft sorgt. Das fixt an, macht Laune, auch wenn noch nicht alles harmoniert. Der Panzer etwa bleibt im wieder an Zäunen hängen, oder kriecht senkrecht Bäume hoch. Die Steuerung des Helikopter AH-64 Apache hingegen: tadellos. Etwas schwerfälliger aber ohne Probleme gleitet er durch die Luft und sorgt dank Hellfire-Bewaffnung für ein regelrechtes Inferno am Boden. Unser Ersteindruck? Nicht in der Liga von »Call of Duty« aber eine durchweg spaßige und schnelle Alternative für jene, die was Neues wollen. Und vor allem für jene, die auch an der »Battlefield«-Reihe oder »Quake Wars« Gefallen finden.
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KOMMENTARE:

Hulkamaniac1
Bei diesem Spiel bleibe ich noch skeptisch.
(24.12.10 13:01 Uhr)
PS3M sagt:

Nach den vielversprechenden Einzelspieler-Eindrücken überrascht auch der Mehrspieler-Modus mit tollen Ideen.

Wertungstipp___8.5/10
Leserwertung__8.75/10

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AUF EINEN BLICK___

EAN:

Publisher THQ
Entwickler Kaos Studios
Preis
Genre Ego-Shooter
Spieler 1-32
PSN ja
USK-Freigabe

KURZ UND KNAPP___

Hitzige Mehrspieler-Schlachten in typischer »Battlefield«-Manier.

DAS STECKT DRIN___

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