TEST
Saints Row: The Third
New World Order oder Streichelzoo?
Eine Offene-Welt-Stadt, sie ins Chaos zu stürzen
Es gibt Orte auf dieser Welt, die solltest du ohne das richtige Equipment besser gar nicht erst betreten. Auch die fiktive Stadt Steelport – Schauplatz des dritten Teils der beliebten „Saints Row“-Reihe gleicht einem Vorhof zur Hölle. Aber wer glaubt heute noch ans Fegefeuer? Entwickler Volition Inc. jedenfalls pfeift auf solch angestaubte Weltanschauungen und präsentiert eine offene Spielwelt, so freizügig und frivol, wie bisher in noch keinem anderen Videospiel. Gegner mit Gummipuppen vermöbeln, Autos mit einem Drop-Kick durch die Windschutzscheibe entern und derb-dreckige Einzeiler sind nur einige Beispiele für die vielen, oftmals äußerst unterhaltsamen Zustände in Steelport.
Ein mächtiges Syndikat unter der Führung des Franzosen Phillipe Loren hat hier die Zügel fest in ihrer Hand. Drogenhandel und Prostitution grassieren an jeder Straßenecke, überall lauern Geldeintreiber und andere Schlägertypen auf neue Opfer. Zeit, mal durchzuputzen! Oder besser gesagt: eine neue Hierarchie einzuführen. Schließlich müssen du und deine durch widrige Umstände hier gestrandeten Gang-Kumpanen – die berüchtigte Saints-Clique – sich in Steelport irgendwie über Wasser halten. Warum also nicht die Geldströme in die eigene Tasche umleiten und den hiesigen Machthabern ihr funktionierendes, auf Korruption basierendes System streitig machen?

Was rockt...
Gameplay-technisch bleibt vieles beim Alten: Erneut prügelst, schießt und plünderst du dich aus der Third-Person-Ansicht durch die offene Spielwelt. Erfüllst fernab der Storymissionen beliebige Nebenaufgaben, verbesserst dabei regelmäßig deine Talente und verdrängst häppchenweise das Syndikat aus Steelport. Das Geldverdienen hat dabei stets höchste Priorität, dient der virtuelle Zaster doch zum Kauf von Munition, Waffen, Fähigkeiten und Immobilien. In deiner Garage kannst du mehrere Fahrzeuge speichern, Werkstätten dagegen erlauben Tuning-Maßnahmen aller Art. Am eigenen Auftreten wird dank Schönheitschirurg und unzähliger Accessoires ebenfalls kräftig gefeilt. Egal ob vernarbter Muskelprotz mit Hippie-Bandana und Stoffkatze am Rucksack oder halbnacktes 90-60-90 Vorbauwunder mit knallroten Highheels – der extreme Editor erlaubt die Erstellung der wohl ulkigsten Helden im Action-Genre.
Überhaupt springt dir die gesamte Präsentation mit ihrer knallbunten Optik praktisch direkt ins Gesicht. Insbesondere die Figurenmodelle kommen sehr detailliert und plastisch daher. Die Licht- und Reflektionseffekte in der Spielumgebung hinterlassen demgegenüber einen soliden jedoch weit weniger imposanten Eindruck. Die Macher kaschieren die etwas nüchterne Umgebungsgrafik dennoch geschickt, indem sie die Action und die vielen eingestreuten Zwischensequenzen in Spielgrafik mit allerlei Effektfeuerwerk und Stilmitteln aus Werbung und TV aufpeppen. Gleichzeitig wird in diesem Zusammenhang keine Chance ausgelassen, um bekannte Games, Filme und vieles mehr metertief durch den Kakao zu ziehen. „Star Wars“ und „NBA Jam“ beispielsweise kriegen direkt im Intro ihr Fett weg. Super, denn so gewinnt die chaotische und wahlweise sogar komplett kooperativ spielbare Kampagne nochmals an Fahrt. Dabei nicht zu vergessen: Du und deine Crew sind üble Haudegen – eine echte Gangsterbande mit extremen Machtansprüchen was die Unterwelt betrifft. Schon in den ersten Aufträgen musst du deshalb nicht nur den verfeindeten Banden mit schierer Feuerkraft ihr Revier streitig machen, sondern eskortierst außerdem deine Dealer beim Drogen-Verhökern oder prügelst Geheimnisse aus Kontaktmännern heraus – derb! Später seilst du dich dann unter anderem von Hochhäusern ab, sorgst in Steelports Häuserschluchten als Schärfschütze für kollektive Panik, saugst mit einem Clownmobil Passanten ein, um sie ohne Reue ins Nachbarviertel zu schießen, springst nackt mit dem Fallschirm über der Stadt ab und tauchst sogar mal in den Cyberspace ab, um den Deckers – ein dem Syndikat unterstehender Hacker-Clan – einen ordentlichen System-Absturz zu verpassen. Abwechslung beim Missions-Design wird hier mindestens so groß geschrieben wie die Menge eng anliegender Lederkleidung bei den immer wieder aufkreuzenden Killer-Bräuten.

Totale Kontrolle
Die Steuerung wurde gegenüber den Vorgängerspielen deutlich überarbeitet und überzeugt mit akkurater Kollisionsabfrage. Die Dreieck-Taste dient wie gehabt dem Angriff. Für filmreif ausgeführte Stunts – etwa Body-Surfen auf wehrlosen Zivilisten – hältst du zusätzlich die L1-Schultertaste gedrückt. Wirft man nun noch die abgedrehten Waffen und die Vielzahl an Fahrzeugen in die Waagschale, bleibt unterm Strich ein gigantisches schrill-schräges Aktionsspektrum, um Chaos zu stiften und Missionen anzugehen. Apropos Fahrzeuge: Viele davon verfügen über ganz eigene Spezialfähigkeiten und steuern sich zudem angenehm unterschiedlich. Gleiches gilt für die Waffen. Ob nun Pistolen, Raketenwerfer, Haubitzen, Haftminen oder Predator-Drohnen – für jeden Verbrechertyp steht das passende Werkzeug parat.
Dass die Gegner-KI meist nur unterbelichtet zurückschlägt, stört dagegen. Denn: Nur weil es kein Deckungssystem gibt, heißt das noch lange nicht, dass kugelsichere Objekte nicht dennoch Schutz bieten. Nur wenige Infanterieschergen scheinen sich dessen allerdings bewusst und verweilen daher immer wieder todesmutig im freien Schussfeld. Und wenn Passanten auf den meist üppig bevölkerten Gehsteigen oder Teilnehmer des zivilen Straßenverkehrs in der Hitze des Gefechts mal ne Ladung Blei abgekommen? Dann hast du schon bald die Gesetzeshüter am Hals respektive der Stoßstange.

Krimineller Anreiz
So viel steht fest: „The Third“ ist bedingt durch seine kompromisslose Gangart der blanke Horror für jeden Jugendschützer. Und dank des oftmals an Niveaulosigkeit grenzenden Humors auch sonst sicher nicht jedermanns Sache. Wer jedoch auf ultimativen Offene-Welt-Irrsinn, viel nackte Haut und schamlose Witze weit unter die Gürtellinie steht, wird dieser Tage kaum ein passenderes Spiel finden. Das gilt insbesondere für Koop-Liebhaber. Sie nämlich erfreuen sich nicht nur der unproblematischen Spielverwaltung sondern auch an einer Masse speziell auf diese Spielweise zugeschnittener Missionen. Ob wir die hier abgedruckte Note auch der leicht geschnittenen, deutschen Version aufdrucken würden? Noch wollen wir uns da nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, lag uns zu Redaktionsschluss doch nur die PEGI-Fassung vor.
Ein mächtiges Syndikat unter der Führung des Franzosen Phillipe Loren hat hier die Zügel fest in ihrer Hand. Drogenhandel und Prostitution grassieren an jeder Straßenecke, überall lauern Geldeintreiber und andere Schlägertypen auf neue Opfer. Zeit, mal durchzuputzen! Oder besser gesagt: eine neue Hierarchie einzuführen. Schließlich müssen du und deine durch widrige Umstände hier gestrandeten Gang-Kumpanen – die berüchtigte Saints-Clique – sich in Steelport irgendwie über Wasser halten. Warum also nicht die Geldströme in die eigene Tasche umleiten und den hiesigen Machthabern ihr funktionierendes, auf Korruption basierendes System streitig machen?

Was rockt...
Gameplay-technisch bleibt vieles beim Alten: Erneut prügelst, schießt und plünderst du dich aus der Third-Person-Ansicht durch die offene Spielwelt. Erfüllst fernab der Storymissionen beliebige Nebenaufgaben, verbesserst dabei regelmäßig deine Talente und verdrängst häppchenweise das Syndikat aus Steelport. Das Geldverdienen hat dabei stets höchste Priorität, dient der virtuelle Zaster doch zum Kauf von Munition, Waffen, Fähigkeiten und Immobilien. In deiner Garage kannst du mehrere Fahrzeuge speichern, Werkstätten dagegen erlauben Tuning-Maßnahmen aller Art. Am eigenen Auftreten wird dank Schönheitschirurg und unzähliger Accessoires ebenfalls kräftig gefeilt. Egal ob vernarbter Muskelprotz mit Hippie-Bandana und Stoffkatze am Rucksack oder halbnacktes 90-60-90 Vorbauwunder mit knallroten Highheels – der extreme Editor erlaubt die Erstellung der wohl ulkigsten Helden im Action-Genre.
Überhaupt springt dir die gesamte Präsentation mit ihrer knallbunten Optik praktisch direkt ins Gesicht. Insbesondere die Figurenmodelle kommen sehr detailliert und plastisch daher. Die Licht- und Reflektionseffekte in der Spielumgebung hinterlassen demgegenüber einen soliden jedoch weit weniger imposanten Eindruck. Die Macher kaschieren die etwas nüchterne Umgebungsgrafik dennoch geschickt, indem sie die Action und die vielen eingestreuten Zwischensequenzen in Spielgrafik mit allerlei Effektfeuerwerk und Stilmitteln aus Werbung und TV aufpeppen. Gleichzeitig wird in diesem Zusammenhang keine Chance ausgelassen, um bekannte Games, Filme und vieles mehr metertief durch den Kakao zu ziehen. „Star Wars“ und „NBA Jam“ beispielsweise kriegen direkt im Intro ihr Fett weg. Super, denn so gewinnt die chaotische und wahlweise sogar komplett kooperativ spielbare Kampagne nochmals an Fahrt. Dabei nicht zu vergessen: Du und deine Crew sind üble Haudegen – eine echte Gangsterbande mit extremen Machtansprüchen was die Unterwelt betrifft. Schon in den ersten Aufträgen musst du deshalb nicht nur den verfeindeten Banden mit schierer Feuerkraft ihr Revier streitig machen, sondern eskortierst außerdem deine Dealer beim Drogen-Verhökern oder prügelst Geheimnisse aus Kontaktmännern heraus – derb! Später seilst du dich dann unter anderem von Hochhäusern ab, sorgst in Steelports Häuserschluchten als Schärfschütze für kollektive Panik, saugst mit einem Clownmobil Passanten ein, um sie ohne Reue ins Nachbarviertel zu schießen, springst nackt mit dem Fallschirm über der Stadt ab und tauchst sogar mal in den Cyberspace ab, um den Deckers – ein dem Syndikat unterstehender Hacker-Clan – einen ordentlichen System-Absturz zu verpassen. Abwechslung beim Missions-Design wird hier mindestens so groß geschrieben wie die Menge eng anliegender Lederkleidung bei den immer wieder aufkreuzenden Killer-Bräuten.

Totale Kontrolle
Die Steuerung wurde gegenüber den Vorgängerspielen deutlich überarbeitet und überzeugt mit akkurater Kollisionsabfrage. Die Dreieck-Taste dient wie gehabt dem Angriff. Für filmreif ausgeführte Stunts – etwa Body-Surfen auf wehrlosen Zivilisten – hältst du zusätzlich die L1-Schultertaste gedrückt. Wirft man nun noch die abgedrehten Waffen und die Vielzahl an Fahrzeugen in die Waagschale, bleibt unterm Strich ein gigantisches schrill-schräges Aktionsspektrum, um Chaos zu stiften und Missionen anzugehen. Apropos Fahrzeuge: Viele davon verfügen über ganz eigene Spezialfähigkeiten und steuern sich zudem angenehm unterschiedlich. Gleiches gilt für die Waffen. Ob nun Pistolen, Raketenwerfer, Haubitzen, Haftminen oder Predator-Drohnen – für jeden Verbrechertyp steht das passende Werkzeug parat.
Dass die Gegner-KI meist nur unterbelichtet zurückschlägt, stört dagegen. Denn: Nur weil es kein Deckungssystem gibt, heißt das noch lange nicht, dass kugelsichere Objekte nicht dennoch Schutz bieten. Nur wenige Infanterieschergen scheinen sich dessen allerdings bewusst und verweilen daher immer wieder todesmutig im freien Schussfeld. Und wenn Passanten auf den meist üppig bevölkerten Gehsteigen oder Teilnehmer des zivilen Straßenverkehrs in der Hitze des Gefechts mal ne Ladung Blei abgekommen? Dann hast du schon bald die Gesetzeshüter am Hals respektive der Stoßstange.

Krimineller Anreiz
So viel steht fest: „The Third“ ist bedingt durch seine kompromisslose Gangart der blanke Horror für jeden Jugendschützer. Und dank des oftmals an Niveaulosigkeit grenzenden Humors auch sonst sicher nicht jedermanns Sache. Wer jedoch auf ultimativen Offene-Welt-Irrsinn, viel nackte Haut und schamlose Witze weit unter die Gürtellinie steht, wird dieser Tage kaum ein passenderes Spiel finden. Das gilt insbesondere für Koop-Liebhaber. Sie nämlich erfreuen sich nicht nur der unproblematischen Spielverwaltung sondern auch an einer Masse speziell auf diese Spielweise zugeschnittener Missionen. Ob wir die hier abgedruckte Note auch der leicht geschnittenen, deutschen Version aufdrucken würden? Noch wollen wir uns da nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, lag uns zu Redaktionsschluss doch nur die PEGI-Fassung vor.
Ausgabe:Dezember 2011
PS3 Test Call of Duty Modern Warfare 2
PS3 Test Dead Island: Riptide
PS3 Test Injustice: Götter unter uns PS3M sagt:
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Grafik _____________
Eigener, fast Comic-artiger Look, rasante Zwischensequenzen |
7 |
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Sound _____________
Geniale und sehr umfangreiche Musikwahl, tolle englische Sprachausgabe |
9 |
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Steuerung __________
Komplett konfigurierbar, aber gewöhnungsbedürftige Fahrzeugsteuerung |
7 |
URTEIL 8.4/10
Leserwertung:
| Grafik _____________ | 8 |
| Sound _____________ | 8 |
| Steuerung __________ | 9 |
URTEIL 9.0 /10
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AUF EINEN BLICK __
Publisher THQ
Entwickler Volition Inc.
Preis ab 60 Euro
Genre Action
Spieler 1 - 2
PSN ja
USK-Freigabe ab 18 Jahren
KURZ UND KNAPP __
Dritter Teil der humorvollen Krawallaction-Reihe mit offener Spielwelt und Koop-Modus.


KOMMENTARE:
Saints Row: The Third bietet viele Humorvolle Szenarien.
Erstes Highlight: Ihr erstellt euren eigenen Saints, den Ihr aber im ganzen Spiel durch umstylen, operationen und anderen Angeboten ändern könnt.
Story: Eine durchgeknallte Story mit Witz, Drama und BOOM, baby.
Domizile: Geil. Geiler, Saints Row. Viele Domizile von Wohnungen bis Atomanlagen stehen euch zur Verfügung.
Gegner: Die Gegner KI ist okay, die Schwierigkeit ist sehr ausgeglichen, oft werdet ihr gefordert, Massenschlachten sind ein durchaus freudiges Ereignis, da ihr Freunde zur Hilfe rufen könnt.
Spielaufbau: DURCHGEKNALLT.
Als Toilette die Gegend unsicher machen? Ist drinne.
Mit einem Pixelpanzer die Gegner vernichten? Ist drinne.
Als Sexpuppe die Fußgänger ansprechen? Ist drinne.
Nackt durch die Gegen laufen und Ereignispunkte sammeln? Ist drinne.
UND MEHR...
Dieses Spiel ist wesentlich cooler gestaltet als GTA.
Der Saints Row schlägt seinen Bruder GTA dieses mal um längen, unserer Meinung nach.
So ein Spiel ist perfekt für einen lustigen Abend geeignet!