PREVIEW
Spec Ops: The Line
Willkommen in der Hölle...
Der menschliche Geist ist ein zerbrechliches Ding. Nur eine Art mentaler Filter in unserem Kopf bewahrt uns davor, wahnsinnig zu werden; durchzudrehen und uns in einer Konfusion von Gedanken, Bildern, Geräuschen und dem eigenen Wahnsinn zu verlieren. Doch was passiert, wenn unser Filter ob des Irrsinns und Grauens in der Welt verstopft? Wenn all das Böse und Schreckliche dieses Planeten plötzlich an einem Ort versammelt scheint, wo es erbarmungslos auf dich einprügelt? Nur wenige können darauf eine Antwort geben. Zu diesen wenigen gehören Soldaten. Jene, die im Kongo gegen Kindersoldaten kämpften. Erlebten, wie in Tschetschenien Menschen ausgeweidet an Hausmauern genagelt oder in Darfur bei lebendigem Leib in brennende Ölfässer geworfen wurden.
Die meisten Militär-Shooter legen über solch Grausamkeiten ein seidiges Tuch des Schweigens: coole Ballerei, markige Sprüche und Hurra-Patriotismus! Aber nagende Angst, tote Zivilisten und moralische Zwiespalte? Nein. »Spec Ops: The Line« versucht hier anders zu sein, den Dreck, den Angstschweiß und die Hässlichkeit hervorzukehren – eine Geschichte zu erzählen, die aufrüttelt. Und das könnte gelingen, orientiert man sich doch an großen Vorbildern...
Die meisten Militär-Shooter legen über solch Grausamkeiten ein seidiges Tuch des Schweigens: coole Ballerei, markige Sprüche und Hurra-Patriotismus! Aber nagende Angst, tote Zivilisten und moralische Zwiespalte? Nein. »Spec Ops: The Line« versucht hier anders zu sein, den Dreck, den Angstschweiß und die Hässlichkeit hervorzukehren – eine Geschichte zu erzählen, die aufrüttelt. Und das könnte gelingen, orientiert man sich doch an großen Vorbildern...

Zerstörtes Utopia
Was für ein Anblick: Gigantische Glaspaläste erstrecken sich aus dem gelben Sand gen blauen Himmel. Eine riesige, hundert Meter hohe Dünenfront hält die einst lebendige Stadt umklammert; hat Highways, Parks und kleinere Gebäude unter sich begraben: ein Pompei der Wüste. Nicht lange ist es her, da haben brutale Sandstürme die Wüstenmetropole Dubai heimgesucht und die Bewohner zur Flucht gezwungen. Allerdings sind nicht alle davongekommen. Darunter auch das 33te Bataillon unter der Führung von US-Army-Colonel John Konrad, der sich weigerte, die Evakuierungsmaßnahmen für die Zivilbevölkerung einfach aufzugeben. Und das trotz anhaltender rot-gelber Winde, die die Lungen binnen Sekunden verstopfen und dir schleifpapiergleich die Haut vom Körper schmirgeln. Umso mehr überrascht ein schwaches Notsignal aus der Todeszone. Ein dreiköpfiger Erkundungstrupp rund um Captain Martin Walker nimmt sofort die Verfolgung auf – ein Himmelfahrtskommando wie sich schon bald herausstellt. Denn was die US-Elitekrieger dann erleben, können sie zunächst selbst nicht in Worte fassen: Die US-Soldaten, die Walker ausfindig machen sollten, scheinen komplett wahnsinnig geworden; greifen plötzlich ihre eigenen Leute an. Bis in die Stadtmitte hat sich Walkers Trupp bereits vorgekämpft, als in einem Luxuskaufhaus plötzlich ein weiteres Scharmützel entbrennt…
Instinktiv wird Walker aus Third-Person-Sicht mit der Kreuz-Taste in Deckung gebracht. Die beiden Mitstreiter Alphonso Adams und John Lugo verschanzen sich ein Stück weiter automatisch hinter einer Barriere aus Versorgungskästen und feuern auf die Angreifer in US-Uniformen. Kugeln aus dem mächtigen Standgeschütz fauchen umher; der edle Marmor platzt unter dem Beschuss der Großkaliberwaffe wie Mais in der Mikrowelle, dazu die markerschütternden Schreie der 33ten – Chaos pur. Kein Wunder, dass Walkers Team nur ein Ziel hat: die untere Etage erreichen und raus hier! Blöd nur, dass genau dieser Gang durch einen Hexenkessel führt. Entsprechend langsam geht's voran. Wie bei »Uncharted 3« lautet die wichtigste Überlebensstrategie in Gefechtssituationen: Kopf unten halten.
Mit gezielten Schüssen aus deiner M4A1 erledigst du nach und nach die Angreifer. Gar nicht so leicht, denn die Gegner agieren intelligent, flankieren und umkreisen den kleinen Trupp. Ein Alleingang mit Walker? Möglich, hier jedoch blanker Selbstmord! Besser: Lugo und Adams über die R2-Taste neue Angriffsziele zuweisen. Der Wahnsinnige am MG-Geschütz wäre eine gute Wahl. Gesagt, getan. Während die KI-Kollegen also Sperrfeuer legen, nutzt Walker die Gelegenheit, hechtet von Deckung zu Deckung. Zwei weitere Soldaten müssen dran glauben. Dann ab durch einen inmitten der prächtigen Passage auftauchenden Bretterverschlag. Schließlich mittels Tipper auf die Kreis-Taste über eine Hürde aus Sandsäcken, anlegen und: Gute Nacht! Wie ein nasser Sack fällt der GI von dem ratternden Monstrum ab. Dein Herzrasen lässt kurzzeitig nach. Von Erleichterung jedoch keine Spur – aus der Lobby des Gebäudes stürmt schon die Nachhut heran.
Instinktiv schleuderst du ihnen eine Granate entgegen, die unaufhaltsam auf die weite Glasfront des Gebäudes zukullert; ein dumpfer Schlag, gefolgt von knackendem Glas. Sodann ergießt sich eine Sandlawine über den blank polierten Boden, walzt alles nieder und begräbt die AK-47-Kämpfer. Lugo und Adams husten, keuchen. Staub sammelt sich glitzernd in der Luft. Zeit darüber nachzudenken, was soeben geschehen ist? Bleibt vorerst nicht.

Schön hässlich
Erst in den spielerischen Atempausen ergibt sich die Möglichkeit, das Erlebte sacken zu lassen. Plötzlich erkennst du, dass der Sandschwall nicht nur Soldaten, sondern auch Zivilisten unter sich begraben hat. Und auch im Anschluss zwingt dich »Spec Ops« immer wieder, harten Tobak zu verarbeiten. So schreitet der Trupp durch einen Graben, der mit hunderten Leichen und surrenden Fliegen angefüllt ist. Sieht Menschen, die aufgeknüpft an Laternen baumeln. Kurz darauf regnet 1.300 Grad heißes weißes Phosphor auf eine der ehemaligen Prachtstraßen Dubais herab, setzt dutzende Menschen in Brand und ätzt ihnen das Fleisch von den Knochen. Heftig! Vor allem, da man diese schreckliche Waffe wenig später auch selbst einsetzen muss. Im krassen Gegensatz dazu steht die pure Schönheit der Kulissen: verlassene Edelhotels, deren Wände aus Aquarien bestehen; elegante Villen und weitläufige Grünanlagen. Oder eine Parkgarage, die von hunderten, brennenden Kerzen in einen sinisteren Schein getaucht wird. Und natürlich der 830 Meter hohe, alles überragende Wolkenkratzer Burj Khalifa, auf den die Odyssee ganz unmerklich hinsteuert. Wieder und wieder kreist dir dabei vor allem eins durchs Hirn: Was soll das alles nur? Doch statt Mysteriöses aufzuklären, ergeben sich immer mehr Fragen: Was zum Geier treibt die zurückgebliebenen US-Soldaten an, sich gegen Walker, Lugo und Adams zu stellen? Warum wollen sie dieses gefallene Utopia offensichtlich gar nicht verlassen? Was ist mit Konrad passiert, dessen wirr klingende Stimme zweitweise über das Lautsprechersystem der gesamten Stadt ertönt? Sind er und seine Mannen schlichtweg verrückt geworden oder sind hier vielleicht sogar übernatürliche Kräfte am Werk? Und was hat die CIA mit alldem zu tun, deren Agenten ebenso durch die Ruinen des einstigen Paradieses streunen? All das erinnert an Francis Ford Coppolas Filmmeisterwerk »Apocalypse Now« und das Buch »Das Herz der Finsternis« von Joseph Conrad. Auf denen »Spec Ops: The Line« übrigens tatsächlich lose aufbaut, wie der Entwickler später verrät. Weshalb es auch gar nicht so Unwahrscheinlich ist, dass sich Walker und seine Gefährten früher oder später komplett in einem Kaleidoskop des Unvorstellbaren, der Wirrnisse und des Wahnwitzes verlieren....
Spielerisch gesehen erfindet »Spec Ops: The Line« das Rad nicht neu. Aber das möchte die Mischung aus klassischer Third-Person-Action und taktischen Elementen auch gar nicht. Vielmehr wollen die Macher mit einer verstörenden Geschichte und der harten Inszenierung überzeugen – mit Erfolg wie’s aussieht. Schon jetzt auf dem Geheimtipp-Radar behalten!
Vorschau Killzone 2 - PS3
PS3 Preview Splinter Cell: Blacklist
PS3 Preview Persona 4 Arena PS3M sagt:
Bewegender Third-Person-Shooter mit starken Filmanleihen, faszinierender Story und jeder Menge Geheimtipp-Potenzial!
Wertungstipp___8.0/10
Leserwertung__6.5/10
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AUF EINEN BLICK___
Publisher 2k Games
Entwickler Yager Development
Preis
Genre Third-Person-Shooter
Spieler 1 - unklar
PSN ja
USK-Freigabe
KURZ UND KNAPP___
Third-Person-Shooter aus deutschen Landen mit Hollywood-Anleihen.
DAS STECKT DRIN___

