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22.12.2011 13:38 Uhr

US-Armee entwickelt sündhaft teueres Videospiel

Die US-Armee entwickelt derzeit ein Videospiel, um Soldaten für Kampfeinsätze zu trainieren, ohne sie zu gefährden. Das Unternehmen Real Time Immersive nimmt sich der 57-Millionen-Dollar-Produktion an, und zwar auf Basis der „Cryengine 3“, die schon bei „Crysis 2“ zum Einsatz kommt.

Natürlich gehen nicht die gesamten Produktionskosten ins Spiel über, vermutlich sogar nur ein kleiner Bruchteil. Das meiste Geld fließt in den Simulator selbst. Denn das „Dismounted Soldier Training System“, kurz „DSTS“, steuert sich ungewohnt: Die Steuerung verzichtet auf Maus und Tastatur, der Sound wummert über das gewohnte 7.1-System hinaus und das Bild flimmert über komplex verknüpfte Monitore.
Das komplexe System kann in unter vier Stunden an einem beliebigen Ort aufgebaut werden. Zumindest, wenn man einer Pressemitteilung der Entwickler glauben schenken mag. Da die Beschreibung des Simulators in der Mitteilung eher schwammig vorliegt, lässt sich diesbezüglich nur mutmaßen. Wahrscheinlich sieht das Ganze etwa so aus: Beim „Zocken“ trägt der Lehrling militärübliche Kampfausrüstung, dazu eine Art Virtual-Reality-Helm. Auf einer laufbandähnlichen Fläche, die sich in alle Himmelsrichtungen bewegen kann, kann der Soldat jeden Weg einschlagen, ohne sich tatsächlich von der Stelle zu rühren. Während eines Szenarios berechnet das „Dismounted Soldier Training System“ zum Beispiel Verletzungen des Soldaten oder die Art und Weise, wie er mit dem technischem Gerät interagiert und schickt die resultierenden Daten an den Hauptrechner. Dieser verarbeitet alles in einem „After Action Review“, anhand dessen die Vorgehensweise des Probanden nach dem Training detailgenau analysiert werden kann.

Ob das „Dismounted Soldier Training System“ auch für Xbox 360 und Playstation 3 in abgespeckter Form erscheint, ist unklar. Inwieweit man das System überhaupt noch als „Spiel“ bezeichnen kann, wenn damit Soldaten für tatsächliche Kampfeinsätze vorbereitet werden, ist ebenfalls fraglich. Mit dem Online-Shooter „Americas Army“, das im Jahre 2002 für den PC entwickelt wurde, betreibt die US-Army bis heute Propaganda – ausschließlich um neue Rekruten anzuwerben. Mit der Zeit hat das Projekt über 32 Millionen US-Dollar verschluckt, gesponsert vom Pentagon.

Hier gibt’s ein Vorschauvideo vom „Dismounted Soldier Training System“:

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