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Army of Two: The 40th Day

Zwei wie Pech und Schwefel.

Das indizierte Vorgängerspiel war nicht nur bei uns in der Redaktion eher Eintagsfliege als Dauerbrenner. In der Gesamtdauer zu kurz und an mangelnder Atmosphäre leidend fehlen dem Erstlingswerk vor allem Abwechslung und echte Wow-Momente im Spielverlauf. Da wollen wir mehr sehen als Räuberleiter, Abschlepphilfe & Co! Die gute Nachricht ist, dass sich EA Montreal dieser Fehler durchaus bewusst ist und im neuen Teil der hauseigenen Third-Person-Shooter-Marke vieles besser machen will.

Der übergreifenden Verbesserung soll vor allem ein Konzeptwechsel der Story zugutekommen. Demnach wird die neue Geschichte intensiver erzählt und konzentriert sich auf wenige Schauplätze, anstatt das explosive Helden-Duo wieder auf – eine fast komplette – Weltreise zu schicken. Die Handlung beginnt, als die chinesische Millionen-Metropole Shanghai verheerenden Angriffen zum Opfer fällt. Wolkenkratzer krachen dabei wie Kartenhäuser in sich zusammen, und eine riesige Panzer-Armada vor den Toren Shanghais kündigt bereits die nächste Zerstörungswelle an. Mitten in diesem Untergangsszenario startet das Söldnerteam Army of Two seinen ersten Auftrag und läuft schnurstracks dem ersten Terroristen-Feindpack ins Visier. Doch wer ist dieser Feind, wer gibt den vermummten Schergen ihre Befehle? Das und alles weitere zur Story hält EA derweil noch unter Verschluss. Dafür gibt man allerdings tiefe Einblicke in die Spielmechanik. Demnach soll vor allem die Partner-KI im Einzelspieler-Modus erheblich aufgepeppt werden. Die wird von einem neuen Befehlssystem unterstützt, mit dem man unterschiedliche Angriffstaktiken im Vorfeld genau festlegt und dann auf Knopfdruck abruft. Dazu gehört auch die Vortäuschung der Kapitulation: Einer der beiden Masken-Söldner verlässt mit erhobenen Armen die Deckung, woraufhin die Gegner irritiert den Finger vom Abzug nehmen und sich dem scheinbar Hilflosen nähern, um ihn gefangen zu nehmen. Im Idealfall hat der Team-Kollege sich dann bereits im Rücken der Feinde positioniert und knipst ihnen – mit dem Vorteil des Überraschungsmoments auf seiner Seite – einem nach dem anderen die Lebenslichter aus.
Auch das so genannte Koop-Sniping, also der gleichzeitige Einsatz zweier Scharfschützengewehre, wird überarbeitet. Im Vorgängerspiel kommt bei dieser Aktion schnell Frust auf, weil nur extrem wenig Munition zur Verfügung steht und die eigentliche Durchführung zu kompliziert ist. Dadurch, dass im neuen Teil per Bild-im-Bild-Kamera die Zielführung des Team-Gefährten direkt einsehbar ist, soll jetzt der präzise Schuss leichter von der Hand gehen. Sind die beiden Söldner-Typen Rios und Salem aus dem ersten Teil noch als gesichtslose Killermaschinen bekannt, will man ihnen jetzt doch wenigstens ein bisschen Menschlichkeit zurückgeben. Wie? Ganz einfach, indem man sie auf Tastenbefehl ihre Maske entfernen lässt, was wiederum ihre Gesichter zum Vorschein bringt. Ob die Action dadurch menschlicher wird, kann man an dieser Stelle ernsthaft bezweifeln – auch wenn das neue Feature der Personalisierung der beiden Heldenfiguren tatsächlich gut tut. Für eine längere Spieldauer soll nicht zuletzt ein komplexes und nach und nach freispielbares Waffenarsenal sorgen. Wer will, kann dann seine Waffen nach dem Baukastenprinzip selbst zusammenstellen: Visiere, Kolben, Schalldämpfer, Läufe und viele andere Komponenten sollen nach einem modularen System beliebig zu neuartigen und an die persönliche Vorlieben angepassten Schießprügeln zusammengesteckt werden können – sind dadurch nicht nur waffenspezifisch verwendbar wie noch im ersten Teil.
Bis jetzt klingen die Verbesserungspläne plausibel und vor allem die verbesserte Grafik macht richtig Lust auf mehr. Aber warum bitte müssen gerade in einem Action-Spiel Explosionen und Partikel-Effekte wie beispielsweise Rauch so billig aussehen. Daran muss sicher noch gefeilt werden. Etliche geskriptete Ereignisse bringen das fiktive Desaster von Shanghai dagegen recht glaubwürdig rüber: Busse und Autos werden von Explosionen durch die Luft geschleudert und brechen durch Wände; Hochhäuser fallen in sich zusammen, nachdem sie von Flugzeugen und Hubschraubern gerammt wurden. Klingt aufgesetzt? Nach der Bush-Ära und acht Jahre nach dem 11. September 2001 durchaus. Und auch da kommt wieder die Frage auf: Brauchen Videospiele wirklich dieses amerikanisierte Heldenbild, das unaufhörlich Terroristen ausräuchert und sich voller Kampfeslust in den Krieg stürzt? Wir sagen nach dem Probespiel vorerst: nein. Denn für eine endgültige Bewertung des Sachverhalts ist vor allem eines wichtig: Wie fügt sich die Action ein, funktioniert die Rahmenhandlung? Fragen über Fragen, auf die Electronic Arts hoffentlich schon bald eine Antwort präsentiert.
Jan Heinrich
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PS3M sagt:

Das Konzept wirkt durchdacht. Jetzt fehlen noch griffige Fahrzeug-Passagen und abwechslungsreiches Level-Design, dann wird’s was.

Wertungstipp___7.0/10
Leserwertung__9.0/10

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AUF EINEN BLICK___

EAN:

Publisher Electronic Arts
Entwickler EA Montreal
Preis
Genre Kooperativer Shooter
Spieler 1 - unklar
PSN Ja
USK-Freigabe

KURZ UND KNAPP___

Rios‘ und Salems Einsatz spielt in Shanghai, das von einer unbekannten Macht bedroht wird.

DAS STECKT DRIN___

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