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Binary Domain

Vertrauen ist gut, abknallen ist besser!

Vertrauen ist gut, abknallen ist besser!
Wie intelligent darf eine CPU sein? Und wie menschlich eine Maschine? Moralische Fragen, mit denen wir im Zeitalter schnell voranschreitender Technologie immer wieder konfrontiert werden. Und Fragen, die die Roboter produzierenden Unternehmen Amada und Bergen in Segas kommendem Third-Person-Shooter offensichtlich ignoriert haben. Andernfalls würden im Jahre 2080 nicht Blechbüchsen die Millionenmetropole Tokyo tyrannisieren und sich gegen ihre Schöpfer auflehnen. Anfangs als Maschinen zur Optimierung der Fließbandproduktion gebaut, ersetzen Roboter in jener Zeit nach und nach Haushaltshilfen, Versicherungsvertreter, Firmenvorstände und sogar Infanteristen. Grund: Künstliche Intelligenz entwickelte sich in den letzten Jahrzehnten rasend schnell, während immer neue Hautnachbildungen die Metallskelette immer menschlicher aussehen ließen. Den Unterschied zwischen Mensch und Blechbruder erkennen nun nur noch wenige Experten. Weshalb irgendwann das Szenario eintritt, das man bereits aus dem Hollywood-Streifen "I, Robot" kennt: Die Chip-Hirne rebellieren für Gleichberechtigung – es kommt zum Krieg.


Im Spielverlauf liegt es nun an Haudegen Dan Marshall und seinem sechsköpfigen Team, die Silizium-Brut in ihre Schranken zu verweisen. Jeder von Dans Kollegen setzt hierzu auf andere Talente. Muskelprotz Roy Boden zum Beispiel sieht sich ganz klar als Frontschwein und bevorzugt folglich schwere Kaliber. Die hübsche Faye dagegen bläst den Robos am liebsten per Scharfschützengewehr die Birne weg. Charlie wiederum ist der Sprengstoff-Experte der Truppe. Und Rachel entpuppt sich als eine Meisterin des Nahkampfs. Details zu den übrigen beiden Kämpfern sind derweil noch unter Verschluss. Nett: Vor jeder Mission musst du dich für zwei Mitglieder entscheiden, was der Taktikkomponente merklich zu Gute kommt.


Team ausgewählt? Also los: Aus der Verfolgerperspektive rennen Dan und sein Stoßtrupp durch die heruntergekommenen Straßenschluchten Tokyos. Mauerteile und Autowracks zieren den Asphalt, verlassene Gebäude mit aufgerissenen Wänden zeugen vom Zerfall der Megacity in diesem Sektor. Dann plötzlich: Ein gleißendes Licht bahnt sich seinen Weg durch das triste Grau der Umgebung. Es sind Leuchtkegel vom "neuen" Tokyo, das die Stadtväter einfach über die alte Metropole erbaut haben. Unten arm, oben reich – geschickt, wie Sega hier das Bild einer Zweiklassengesellschaft zeichnet. Doch viel Zeit zum Bewundern der Umgebungsdetails bleibt nicht: Feindliche Roboter-Soldaten gleiten befestigt an Fluggeräten in Form eines übergroßen Zylinders heran und verpassen dem Team schon aus der Luft eine gehörige Bleidusche. Sofort wuchten sich Dan und die anderen hinter eine kleine Betonwand und feuern aus der Deckung zurück. Glasscheiben, Wände und weitere Objekte zerbersten unter dem Kugelhagel effektvoll in ihre Einzelteile. All das fühlt sich stark nach "Gears 3" an, nur eben mit Robotern, statt mit Locust-Bestien.

Gezielte Kopftreffer lassen den ersten Blechkameraden zu Boden gehen. Nur was ist das? Statt wie ein nasser Sack zusammenzufallen, läuft die Maschine geradeaus und ballert munter weiter – manchmal sogar auf die eigenen Kollegen. Anders formuliert: Abgeschossene Körperteile machen einen Gegner nicht sofort kampfunfähig. Verlieren die Jungs etwa ein Bein, krabbeln sie einfach am Boden weiter. Trennt man ihnen einen Arm ab, schlagen sie im Nahkampf schnurstracks mit dem anderen zu. Daher am besten gleich den Torso ins Visier nehmen oder jeden Terminator-Verschnitt mit einer Handgranate fachgerecht entsorgen.


Derweil sich solche einfachen Kampfroboter noch im Alleingang bewältigen lassen, ist spätestens im Schlagabtausch mit den fünf Meter großen, mit tödlicher Mini-Gun bestückten Kampfkolossen taktischeres Vorgehen gefragt. Um das umzusetzen, kann der Spieler via Befehlsmenü Kommandos wie "Vorstürmen" und "Stellung halten" erteilen. Das Besondere bei "Binary Domain": Abhängig davon, wie oft man eine bestimmte Figur in die Mission einbezieht, ob man auf Dialoge mit ihr eingeht und wie oft man Kollegen hilft, verändert sich die Vertrauensbasis zu den Charakteren. Mehr Vertrauen resultiert wiederum in besserer Zusammenarbeit und einer schnelleren Umsetzung erteilter Befehle – was nachfolgende Missionen selbstredend vereinfacht. Beachtet man eine Figur dagegen nicht oder stellt sich gar gegen sie, kann es gut sein, dass sie dem Spieler die Unterstützung komplett verweigert. Im schlimmsten Fall lässt sie ihn sogar links liegen, wenn er verzweifelt mit dem Leben ringt. Kein erstrebenswerter Zustand im Duell mit einer Robo-Spinne und vielen weiteren Bossgegnern.

Auf die Kommandozeile gebracht: Weder Story-seitig noch Gameplay-technisch überrascht "Binary Domain" bislang. Vielmehr nimmt Sega Altbewährtes und implementiert zahlreiche Finessen wie das Vertrauenssystem. Heraus kommt ein vielversprechender Team-Shooter mit "Gears"-Anleihen, der vor allem dann einschlägt wie die Faust eines T-800, wenn Sega sich in Sachen Missions- und Gegner-Vielfalt, sowie KI-Raffinesse und Mehrspieler-Modi keine Durchhänger leistet.

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KOMMENTARE:

MrPoop_A_lot
Kennt ihr Game One? Muesst ihr mal angucken:) Ist voll lustig und die beste sendung ueberhaupt! Ohhh...das Spiel... wird sicher gut, aber einige macken haben...8.0 von mir
(13.12.11 20:28 Uhr)
PS3M sagt:

Keine Experimente: Sowohl Plot-Idee als auch Gameplay-Ansätze kennt man schon. Sinnvoll adaptiert, könnte trotzdem ein Hit draus werden.

Wertungstipp___8.0/10
Leserwertung__8.0/10

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AUF EINEN BLICK___

EAN:

Publisher Sega
Entwickler Sega Japan
Preis
Genre Action
Spieler 1 - unklar
PSN ja
USK-Freigabe

KURZ UND KNAPP___

Wenn "Gears" auf von "Yakuza"-Macher Nagoshi programmierte Roboter trifft...

DAS STECKT DRIN___

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