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Bioshock 2

PS3M erlebt im ersten Probespiel einen wahren Alptraum

Anfang Oktober 2009 in San Francisco, 150 Reporter aus aller Welt jubeln, denn das Warten hat ein Ende: Mitten in der amerikanischen Westküsten-Metropole bläst 2K Games zum ersten Probespiel von »Bioshock 2« – der Fortsetzung zu einem der wohl wichtigsten Titel des Jahrzehnts. Das neue Abenteuer beginnt zehn Jahre nachdem sich Held Jack aus den Klauen der Unterwasserstadt Rapture befreien konnte. Rapture, einst als Utopia für die Freigeister dieser Erde geplant, verwandelt sich nach einem Bürgerkrieg zur wahren Hölle auf Erden. Und wieder dreht sich alles um das Wundermittel Adam, das mithilfe einer bestimmten Seeschneckenart aus dem Gewebe Verstorbener extrahiert wird und unter den Bewohnern von Rapture als Allheilmittel gilt – allerdings auch mit starken Nebenwirkungen einhergeht: schwere Abhängigkeit, Mutationen und völliger Verlust des Verstands zum Beispiel. Die Wächter der Unterwasserstadt sind die Big Daddys, Männer in monströsen Taucheranzügen. Der Spieler schlüpft in die Rolle des ersten Prototyps dieser Wächter, der nach einem künstlichen Tiefschlaf orientierungslos aufwacht. Anders als die Serienmodelle besitzt er noch einen völlig freien Willen, hat aber eigentlich nur eines im Sinn: Er ist auf der Suche nach seiner Little Sister, einem der kleinen Mädchen, die als einzige Einwohner von Rapture dazu befähigt sind, neues Adam heranzuschaffen. Er hat zwar weder einen Namen noch eine Erinnerung an sein früheres Leben, doch die Entwickler versichern, dass sein Schicksal im Lauf des Spiels zunehmend offenbart wird. Ansonsten ist er für die Herausforderungen am Meeresgrund bestens gerüstet: Sein Taucheranzug erlaubt ihm, sich auch außerhalb der Stadtgrenzen im offenen Meer oder in gefluteten Bereichen aufzuhalten. Außerdem kann er dank der bionischen Mechanismen in seinem Anzug ein ganzes Arsenal mächtiger Waffen mit sich führen.

Die wichtigsten Figuren aus Teil Eins, etwa Andrew Ryan, Atlas oder Fontaine erleben kein Comeback. Angetrieben wird die Handlung vielmehr von vielen neuen nichtspielbaren Charakteren, etwa Sofia Lambs. Sie ist die Begründerin einer neuen Hierarchie innerhalb Raptures – einem System, das die einstigen Grundsätze des Stadtvaters Andrew Ryan verabscheut. Unterstützt wird Lamb von Father Wales, einem religiösen Fanatiker. Er machte aus dem Umschwung eine eigene Religion und errichtete eine Kirche, in der er ständig neue Splicer für die Bewegung rekrutiert. Außerdem herrscht Sofia Lamb über die Big Sisters, die neuen Wächter von Rapture. Sie waren die Little Sisters, denen Jack im ersten Teil begegnete. Mittlerweile sind sie erwachsen und entsprechend gefährlich. Doch egal wie komplex die Hintergrundgeschichte von »Bioshock 2« bereits jetzt schon wirken mag – wer Teil Eins gespielt hat, wird sich denken können, dass das noch längst nicht die Spitze des Eisberges darstellt.
In der Klemme
Das erste Demolevel führt nach Siren Alley, dem Rotlichtviertel von Rapture und genau der Stadtteil, in dem Father Wales‘ Kirche steht. Auf den ersten Blick erinnert vieles verblüffend an das Originalspiel: Gleiche Bildschirmanzeigen, auch technisch sind auf den ersten Blick keine großartigen Unterschiede erkennbar. Doch sobald das Licht schwindet, wird deutlich, wo bei der derzeitigen Entwicklung das Hauptaugenmerk liegt: Rapture ist mittlerweile noch ein ganzes Stück heruntergekommener als im ersten Teil, viele altbekannte Stadteile sind überflutet und die neuen Zonen nur spärlich beleuchtet. Vielerorts dienen sogar nur Kerzen als Wegweiser. Das klaustrophobische Gefühl wird durch allerlei weitere Details verstärkt: Die Metropole ächzt und stöhnt unter dem hohen Wasserdruck, in den Gängen herrscht Chaos und Zerfall, das Ganze sieht durch die technische Umsetzung und die genial eingesetzten Lichteffekte und Schattenspiele atemberaubend aus. Wenn einem dann noch die neuen Gegner aggressiv schnaubend und fluchend entgegen springen, kocht das Adrenalin über: Die Splicer haben sich in den vergangenen zehn Jahren stark verändert, besitzen teils lange, mit Tumoren überzogene Gliedmaßen und hässlich entstellte Gesichter. Und wie sie sich bewegen, ist schockierend: Rasend schnell überwinden sie große Distanzen, attackieren den Spieler gleichzeitig aus mehreren Richtungen, rufen Verstärkung. Die kommt dann auch meist in Form einer noch viel größeren Bedrohung: Der Brute Splicer ist ein Gorilla-ähnlicher Typus, der extremem Beschuss standhalten kann und sich mit puren Fausthieben auf knallharte Nahkämpfe spezialisiert hat. Ebenfalls neu: Der Rumbler, ein stark modifizierter Big Daddy. Spezialisiert auf Defensiv-Taktiken, trägt er einen gewaltigen Raketenwerfer auf der rechten Schulter und kann außerdem kleine Geschützstände platzieren. Wie die anderen Big Daddys ist auch diese Gattung fast ausschließlich in Begleitung einer Little Sister anzutreffen.
Schockierend gut!
»Bioshock 2« überrascht in vielerlei Hinsicht, obwohl die Spielmechanik der des Originals sehr ähnlich ist – beispielsweise wird auch im neuen Spiel ein Großteil der Geschichte mittels Audio-Tagebücher und per Funk erzählt. Besonders zu begeistern wissen die vielen hinzugekommenen Steampunk-Elemente. Ob nun die heftigen Gegner oder das mächtige Arsenal, das man mit sich führt – alles fühlt sich extrem wuchtig an und niemals träge wie einst befürchtet. Und auch in Sachen Atmosphäre und Sound scheint das Ganze im direkten Vergleich zu Teil Eins noch zulegen zu können. Bleibt abzuwarten, ob aufgrund des neuen Mehrspieler-Komplexes der Umfang der Kampagne leiden muss.
Jan Heinrich
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PS3M sagt:

Die bewährte Spielmechanik trifft auf ein noch beklemmenderes Szenario und mächtigere Waffen. Mal ehrlich, was kann da schief gehen?

Wertungstipp___10.0/10
Leserwertung__10.0/10

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AUF EINEN BLICK___

EAN:

Publisher 2k Games
Entwickler 2k Marine
Preis
Genre Ego-Shooter
Spieler 1 - 10
PSN Ja
USK-Freigabe

KURZ UND KNAPP___

Das düstere Shooter-Experiment geht in die zweite Runde. Noch actionreicher, noch beklemmender, noch schockierender.

DAS STECKT DRIN___

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