PREVIEW
Dragon Age 2
Feuerdrache oder Streichholz?
Einst gab es im Lande Ferelden einen Helden mit Namen Hawke. Vom Überlebenden einer Invasion der dunklen Brut in Lothering stieg er auf zum Champion von Kirkwall – und veränderte so die Geschichte des Landes. Doch das ist so lange her, dass niemand mehr so genau weiß, wie Hawke wirklich an so viel Macht gelangte, was er getan hat, um zum Champion aufzusteigen und wie viele Leichen dabei seinen Weg pflasterten. Unzählige Legenden und Mythen ranken sich um Hawke – und jeder will die Geschichte um ihn anders gehört haben. Einige behaupten, er könne allein mit bloßer Hand einen Oger niederstrecken. Andere munkeln, Hawke habe nie gelebt, sei bei der Zerstörung von Lothering ums Leben gekommen. Aber was stimmt? Was ist schiere Übertreibung und was reine Lüge?

Statt zu Stift und Papier greifen die Spieler in Biowares Rollenspiel »Dragon Age 2« zum Gamepad, um die Legende von Hawke zu entwirren. Ziemlich losgelöst von den Geschehnissen um die Grauen Wächter aus dem ersten Teil, erlebt man nunmehr eine völlig neue Art der Geschichtenerzählung. Nicht einen zentralen Handlungsstrang gibt es, sondern gleich_ mehrere. Genau genommen so viele, wie es Überlieferungen von Hawkes Aufstieg gibt. Das Ergebnis: »Dragon Age 2« erzählt eine Geschichte in einer Geschichte, wechselt stetig zwischen Dialogen und Streitgesprächen der Erzähler, dann wieder hin zum actiongeladenen Abenteuer des mysteriösen Schwertkämpfers, das der Spieler selbst erlebt. Nicht selten spielt man so die gleiche Szene mehrmals in verschiedenen Abläufen, mit unterschiedlichen Teamkameraden und an anderen Orten. Wirkt frisch und andersartig!

Doch von vorn. Freilich erfindet Bioware mit »Dragon Age 2« das Rollenspielrad nicht neu: Verfolgerperspektive, freie Charaktergestaltung im Stil der »Sims« und eine gut ausbalancierte Kombination aus Kämpfen und Quatschen bilden auch diesmal den Fokus – mit kleinen aber feinen Verbesserungen. So hat Protagonist Hawke etwa endlich eine eigene Stimme verpasst bekommen, die ihn gleich realistischer und charakterstärker erscheinen lässt; eben weniger austauschbar als der Held des ersten Teils. Und keine Panik: Trotz des männlich anmutenden Namens darf Hawke selbstverständlich auch von einer Frau verkörpert werden. Was hingegen wegfällt, ist die Wahl der eigenen Rasse: Hawke ist ein Mensch und kann lediglich die Rolle eines Magiers, Kriegers oder Schurken annehmen. Ansonsten ist »Dragon Age 2« aber erneut sehr freigiebig in der Wahl der persönlichen Vorgehensweise. Wer mordend, brandschatzend und mit übergroßer Klappe durch die Welt zieht, endet in der Legende womöglich als Tyrann von Kirkwall, der zu guter Letzt vom aufgebrachten Pöbel gelyncht wird. Wer hingegen Gutes tut und Hilfsbereitschaft zeigt, erlebt Hawkes Legende aus einer gänzlich anderen Perspektive. Das verspricht schon jetzt einen extrem hohen Wiederspielwert und nahezu grenzenlose Möglichkeiten – toll!

Auch beim Kampfsystem haben die Entwickler ihre Eisen weiter geschmiedet – oder besser gesagt veredelt. Magier dürfen die dunkle Brut ab sofort auch mit spektakulären Finalschlägen erledigen. Da greifen gigantische Feuerhände aus dem Himmel, packen den Gegner und reißen ihn entzwei; oder ein Käfig aus blauen Blitzen schockt den Gegner zu Tode – sieht umwerfend aus! Überdies versprechen die Entwickler deutlich mehr Kombos für Nahkämpfer, um dem Spieler ständig eine frische Optik zu bieten. Richtig klasse, auch wenn Umgebungen und Figuren bislang noch etwas steif wirken. Hier darf bei der Mimik gern noch die eine oder andere sofort erkennbare Emotion Einzug halten. Ansonsten funktioniert das Kampfsystem auf bekannte Art und Weise: In Echtzeit mit Analogstick und den Aktionstasten Gegner um Gegner metzeln, bis die schillernde Kriegerrüstung vor Blut nur so starrt und bei Bedarf eine Denkpause aktivieren – eben den Taktikmodus, in dem die Situation nochmals überblickt wird und den Teamkameraden Befehle erteilt werden können.
Inwieweit »Dragon Age 2« noch ein paar echte Überraschungen bereithält oder ob das Ganze dann doch nur aufgewärmte Drachenkacke ist, muss sich erst noch zeigen. Eins ist aber sicher: Bis zur Veröffentlichung im März wird Bioware die Spieler noch ganz schön lange auf die Folter spannen.
Vorschau Killzone 2 - PS3
PS3 Preview Spec Ops - The Line
PS3 Preview The Darkness 2 PS3M sagt:
Es fehlen noch echte Neuerungen. Ansonsten schon jetzt Kandidat fürs Rollenspiel des Jahres 2011.
Wertungstipp___8.5/10
Leserwertung__9.0/10
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AUF EINEN BLICK___
Publisher Electronic Arts
Entwickler Bioware
Preis
Genre Rollenspiel
Spieler 1
PSN ja
USK-Freigabe
KURZ UND KNAPP___
Bioware erzählt die Geschichte von Hawke, und wie er zum »Champion« von Kirkwall wurde…
DAS STECKT DRIN___


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