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Grand Theft Auto 5

Trio Infernale rockt offene Welt...

Zwielichtige Kriminelle, vielversprechende Deals und jede Menge schwere Waffen waren schon immer essenzielle Zutaten für fesselnde Gangsterballaden. Das Problem: Was in der Literatur wie auch bei Film und Fernsehen funktioniert, muss nicht zwangsläufig für eine moderne Videospiel-Produktion gelten. Zu groß sind meist die Ansprüche an die technische Umsetzung, zu hoch die Erwartungen an eine glaubhafte Szenerie. Entwickler-Urgestein Rockstar North stört das wenig. Die Jungs beweisen mittlerweile seit über 15 Jahren und zehn veröffentlichten »GTA«-Spielen außergewöhnliches Talent für virtuelle Räuber-und-Gendarm-Erfahrungen. Im Frühjahr 2013 soll der weltweit heiß erwartete fünfte Teil fertiggestellt werden und noch einmal der kompletten Branche zeigen, welche technischen wie spielerischen Glanzleistungen man der aktuellen Konsolengeneration entlocken kann.

Wie schon »GTA: San Andreas« wird »GTA 5« im fiktiven Bundestaat San Andreas, mit Hauptstadt Los Santos – eine Parodie auf das heutige Los Angeles – angesiedelt sein. Laut Entwicklern ist die neue Umgebung allerdings um ein Vielfaches größer als die Spielwelten seiner bisherigen Offene-Welt-Hits »Red Dead Redemption«, »GTA: San Andreas« und »GTA 4« zusammen – bei wohlgemerkt noch besserer Fernsicht. Zur freien Erkundung laden aber auch der Meeresboden entlang der Küste, die verwilderten Gebiete rund um das Bergmassiv Mount Chiliad, ein gewaltiger Salzwasser-See im Süden sowie Dutzende weitere Orte und Landstriche ein.


Neubesetzung
Studio-Leiter Dan Houser und sein Team bei Rockstar North haben viel herumexperimentiert, wie man die mittlerweile vielfach kopierte Spielmechanik rund um eine offene Spielwelt, die man aus Third-Person-Perspektive erkundet, um neue Facetten erweitern kann. Ergebnis: Statt einem rücken diesmal gleich drei spielbare Protagonisten ins Rampenlicht, die allesamt relativ gleichberechtigte im Story-Gefüge platziert werden. Dennoch scheint – zumindest zu Spielbeginn – ein Held mehr im Fokus zu stehen als die anderen: Michael ist Anfang vierzig und kann auf eine überaus erfolgreiche Zeit als Bankräuber zurückblicken. Mittlerweile sind Jahre seit einem Deal mit dem FIB – das FBI im »GTA«-Universum – vergangen. Michael befindet sich noch im Zeugenschutzprogramm, lebt aber mit seiner Familie in absoluten Spitzenverdiener-Verhältnissen im glamourösen Rockford Hills. Mit seiner wesentlich jüngeren Frau läuft’s jedoch nicht so recht: Sie ist permanent shoppen, wirft Michaels hart ergaunerte Kohle buchstäblich zum Fenster raus und wenn die beiden sich über den Weg laufen, sind harsche Beleidigungstiraden an der Tagesordnung. Seine aufmüpfige Brut, ein Sohn und eine Tochter im Teenager-Alter, erscheinen ebenfalls schwierig, aber deutlich handzahmer als ihre Mutter. Das Problem: Nicht nur aufgrund des Hubschrauber-Landeplatzes inklusive dazu passendem Gefährt – mit dem der Spieler diesmal von Anfang an die komplette Spielwelt erkunden kann – verbrennt das Geld förmlich vor Michaels Augen. Auch die Kaufsucht seiner Angetrauten trägt wesentlich dazu bei, dass seine Bilanzen im Eiltempo in den Keller sacken. Für Michael wird’s folglich höchste Eisenbahn, wieder ein lukratives Ding zu drehen. Weshalb er auch seinen alten Kumpel Trevor aufstöbert, der mittlerweile in der Wüstenregion Blaine County untergekommen ist – einem schäbigen Ödland mit von Bikern und Meth-Heads behausten Wohnwagensiedlungen.



Sein bulliges Auftreten und umfassendes Knowhow über die Durchführung lukrativer Straftaten macht Trevor zum Ebenbild desjenigen Vorzeige-Gangsters, der schon immer auf gesellschaftliche Anpassung gepfiffen hat. Klar, früher war er mal bei der Air Force, doch bewusstseinsverändernde Substanzen haben den jetzigen Junkie schon bald vom rechten Weg abgebracht. Das Fliegen hat er allerdings nicht verlernt und solange der Spieler mit Trevor durch San Andreas streift, kann er bereits ab Spielbeginn Kampfjets, Doppeldecker und weitere Tragflieger kontrollieren. Doch Vorsicht: Trevor ist psychisch schwer labil, neigt zu Wutausbrüchen und kann guten Gewissens als tickende Zeitbombe betrachtet werden, dem nicht nur brennende Gegenstände ein breites Grinsen aufs Gesicht zaubern.

Mit dem Hitzkopf Franklin, einem afroamerikanischen Kleinkriminellen Mitte 20, findet Michael dagegen schon bald einen weiteren Gleichgesinnten, dem er immerhin noch etwas beibringen kann – was ihm offensichtlich nicht nur ein wenig Genugtuung, sondern auch eine gewisse Erdung verschafft. Franklin nämlich schuftet tagsüber bei einem armenischen Autohändler, wo er Luxusautos an Leute verkauft, die sie sich eigentlich nicht leisten können. Nach Feierabend geht er dann bei den vielen Schuldnern seines Chefs Geld eintreiben oder beschafft neue Ware, sprich entwendet Fahrbares mit zwei oder vier Rädern. Klingt nach einem Teufelskreis? Wohl wahr. Weswegen der im vielerorts von Armut geprägten Stadtteil Vespucci Beach lebende Großstadt-Desperado alles daran setzt, endlich auf der Karriereleiter aufzusteigen.



Konspiratives Triumvirat
Das Designteam hat sich laut Dan Houser aber nicht nur aus rein Gameplay-relevanten Gründen für ein Helden-Dreigestirn als Hauptbesetzung entschieden. Großen Einfluss hatten auch einige renommierte Filmvorlagen, die in einer ähnlichen Konstellation wurzeln. So diente etwa die US-amerikanische TV-Serie »Breaking Bad« mit dem alternden, an Lungenkrebs erkrankten Chemielehrer Walter White und seinem scheinbar nichtsnutzigen Schüler Jesse Pinkman, die in Windeseile zu gefragten Drogenköchen aufsteigen, als Quelle der Inspiration. Nicht zuletzt das erste veröffentlichte Artwork zum Spiel deutet unweigerlich darauf hin. Dort zu sehen: zwei Räuber, die mit Atemschutzmaske und Overalls hastig einen Van verlassen. Eine Ausrüstung, die sonst Kammerjäger und Chemiearbeiter tragen – oder eben die Jungs aus »Breaking Bad«. Rockstar selbst hebt diesen Sachverhalt zwar nicht prominenter hervor, doch auch in der US-Hit-Produktion ist das Verhältnis der Protagonisten von holpriger Zusammenarbeit und ständigen Wortgefechten geprägt – wie eben auch die Beziehung von Trevor und Franklin. Man könnte sogar noch einen Schritt weiter gehen und Michaels aktuellen Altersruhesitz und die seiner aufsässigen Familie geschuldeten Psychotherapie-Sitzungen als Anspielung auf »Die Sopranos« ansehen. Eine Mafia-TV-Serie, in der sich der New-Jersey-Boss Toni mit ganz ähnlichen Problemen herumschlagen muss. Bestätigt seitens Rockstar ist hingegen, dass keine gewaltigen Drogendeals oder gar das Meth-Kochen im Fokus stehen. Vielmehr wollen Michael und Trevor zusammen mit Franklin ihre Talente vereinen, um mit professioneller Gangart an Bares zu gelangen – ein bisschen so wie man das zum Beispiel von der Truppe aus »Ocean's Eleven« gewohnt ist.



Personenraub inklusive
Wie man sich das Zusammenspiel der drei Protagonisten vorstellen muss, zeigen erste Infos zu bereits präsentierten Spielabschnitten. Das FIB hat von den Plänen des Trios Wind bekommen, verspricht aber freies Geleit, wenn die Jungs im Gegenzug einen anfangs harmlos klingenden Job deichseln: eine Zielperson aus einem Hochhaus schaffen. Erwartungsgemäß ist das dem überzeugten Antihelden Trevor gar nicht Recht. Umgehend stellt er seinerseits die Forderung, zuerst seinen Kompagnon Brad aus dem Knast zu befreien, bevor er sich auf den FIB-Deal einlässt. Das aber stößt Franklin übel auf, der sofort durch die Decke geht und einen Streit mit Trevor vom Zaun bricht – den Michael schließlich zu schlichten versteht. Also geht’s doch erst einmal in Richtung des besagten Wolkenkratzers, über dem sich Michael von einem Helikopter aus abseilt. Dumm nur, dass sich das gewaltige, mit Spiegelglas verkleidete Gebäude als Sitz des IAA, des CIA-Pendants, entpuppt. Vom Fenster aus, am Seil hängend, beobachtet der Spieler aus Michaels Sicht eine Szene, in der die gesuchte Zielperson gewaltsam verhört und ihr schließlich eine Waffe an die Schläfe gedrückt wird. Michael fackelt nicht lange, schwingt sich per Seil durch die Fensterwand, bedroht sofort die Anwesenden mit seinem Sturmgewehr und kann die Zielperson schließlich selbst als Geisel nehmen, um sich die IAA-Schergen vom Hals zu halten. Jetzt hast du die freie Wahl: Entweder aufs Dach flüchten und die Verfolger in einem typischen Third-Person-Deckungskampf nacheinander ausknipsen. Oder aber du wechselst zu Trevor, der unweit entfernt auf einem anderen Hochhausdach mit einem Scharfschützengewehr Stellung bezogen hat und verteilst aus sicherer Distanz gezielt Kopfschüsse. Ist Michael einmal auf dem Dach angekommen, wird er dort von Franklins Heli mitsamt der Zielperson eingesammelt, gefolgt von einem kurzen Abstecher bei Trevor, der kurz darauf ebenfalls an Bord kommt. Dann überschlagen sich die Ereignisse! Das IAA fordert Verstärkung und heftet sich mit drei Behörden-Helikoptern an deine Fersen. Wieder musst du entscheiden: entweder mit Michaels Sturmgewehr die Triebwerke der Häscher ins Visier nehmen, mit Trevors Scharfschützenkünsten Pilotenschädel anvisieren oder als Franklin die direkte Kontrolle des Fluchtfahrzeugs übernehmen. Die Verbündeten-KI scheint auf jeden Fall auf Zack und selbst wenn du dich für den Steuerknüppel entscheidest, kümmern sich deine Gefährten effektiv um die alsbald in glühenden Feuerbällen aufgehenden IAA-Helis. Dazu das magische Abendrot des einsetzenden Sonnenuntergangs – irre!



Erlebniswelten

Entgegen der flinken Kamerafahrten, die innerhalb der gezeigten Mission den Perspektivwechsel einleiten, wirst du beim Erkunden der offenen Spielwelt mit einer Google-Earth-ähnlichen Zoomeinstellung jederzeit zwischen den Charakteren hin und her zappen können. Dort gehen sie allesamt völlig unterschiedlichen Zielen nach, was sich auch auf unterschiedliche Minispiele und die neue Gesten-Spielmechanik auswirkt. Dank dieser wirst du mit sämtlichen Nichtspieler-Charakteren interagieren können, die wiederum je nach eigenem Charakterprofil sehr unterschiedlich darauf reagieren sollen. So werden etwa Beleidigungen bei Dealern an der Ecke zweifelsohne zu anderen Reaktionen führen, als wenn man sie der alten Damen vorm Einkaufszentrum an den Kopf wirft. Doch damit nicht genug: Der Nahkampfmechanik spendierte man – obwohl der Fokus weiterhin auf Schießereien gerichtet ist – eine Frischzellenkur, die an »Max Payne 3« angelehnt scheint. Des Weiteren soll sich das Zähmen aller Arten von PS-starken Fahrzeugen bedingt durch neu austarierte Physik- und Gewichtsparameter deutlich realistischer anfühlen, als noch in »GTA 4«. Der Fuhrpark selbst? Soll der größte und abwechslungsreichste aller bisherigen »GTA«-Teile werden. Egal ob Audi-R8-Verschnitt, Drahtesel, Jetski oder Düsenjet – hier ist für jeden was dabei.
Übrigens stehen die Chancen nicht schlecht, dass auch Niko Bellic oder andere Charaktere aus »GTA 4« einen Gastauftritt feiern oder zumindest erwähnt werden, da sie sich laut Rockstar im selben Erzähluniversum befinden. Brandneue Screenshots weisen indes auf ein Sammelsurium verausgabender Nebenbeschäftigungen hin: Basejumping, Muskel-Training, Yoga, Tennis, Motocross-Rennen – die Liste ist lang! Ach ja: Liebesbeziehungen und das Handy als zentraler Verbindungspunkt im Spielgeschehen wurden abgeschafft – auch wenn du dir sicher sein kannst, dass sich auf den Straßen von Los Santos genug scharfe Bräute tummeln werden, die ziemlich sicher nicht nur einfach so herumstolzieren...
weiter Vorschau Killzone 2 - PS3
weiter PS3 Preview Splinter Cell: Blacklist
weiter PS3 Preview Persona 4 Arena
PS3M sagt:

Schürt die Erwartungen wie kaum ein Spiel zuvor und wird Niko Bellic höchstwahrscheinlich mit Karacho ins nächste Altersheim abschieben.

Wertungstipp___9.0/10

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AUF EINEN BLICK___

EAN:

Publisher Rockstar Games
Entwickler Rockstar North
Preis
Genre Action
Spieler 1 - unklar
PSN ja
USK-Freigabe

KURZ UND KNAPP___

Gangster-Epos mit offener Spielwelt, rücksichtsloser Gangart und hohem künstlerischen Anspruch.

DAS STECKT DRIN___

© Airmotion Games Verlags GmbH 2009 - alle Rechte vorbehalten.

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