PREVIEW
Kane & Lynch 2: Dog Days
Zwei Psycho-Gangster räumen auf!
Eine Ewigkeit ist vergangen, seit sich die beiden Unruhestifter Kane und Lynch das letzte Mal gesehen haben. Mit Shanghai als Stadt seiner Träume hat der einst medikamentenabhängige Lynch nun endlich einen Ort zum Abschalten gefunden. Der streitsüchtige Ex-Söldner Kane lebt mit seiner Tochter in einem Landhaus irgendwo in England. Wenn nur das liebe Geld nicht wäre. Denn Lynch – er spielt diesmal die Hauptrolle – will seiner Freundin Xiu ein besseres Leben bieten. Also heuert er bei Mafiaboss Mr. Glazer an.
Er soll einen lukrativen Waffendeal einfädeln und holt sich dafür Kane als Unterstützung an seine Seite. Aber als die beiden zusammentreffen, liegt Ärger in der Luft: Kane zieht seinen Trolleykoffer hinter sich her und will eigentlich nur ins Hotel, als Lynch was von einem Auftrag faselt, den er schnell noch erledigen muss. Ein Typ namens Brady wohnt gleich um die Ecke. Der redet zu viel, meint Lynch, nur ein kurzer Besuch.
Als Lynch der Zielperson die Wohnungstür eintritt, zeigt sich für einen Sekundenbruchteil ein erstaunlich freizügiges Bild. Der völlig entblößte, aber immerhin athletisch aussehende Brady vergnügt sich mit einer Prostituierten, schubst das Mädel vom Bett und stürmt mit ihr wild um sich schießend davon.
Er soll einen lukrativen Waffendeal einfädeln und holt sich dafür Kane als Unterstützung an seine Seite. Aber als die beiden zusammentreffen, liegt Ärger in der Luft: Kane zieht seinen Trolleykoffer hinter sich her und will eigentlich nur ins Hotel, als Lynch was von einem Auftrag faselt, den er schnell noch erledigen muss. Ein Typ namens Brady wohnt gleich um die Ecke. Der redet zu viel, meint Lynch, nur ein kurzer Besuch.
Als Lynch der Zielperson die Wohnungstür eintritt, zeigt sich für einen Sekundenbruchteil ein erstaunlich freizügiges Bild. Der völlig entblößte, aber immerhin athletisch aussehende Brady vergnügt sich mit einer Prostituierten, schubst das Mädel vom Bett und stürmt mit ihr wild um sich schießend davon.

Willkommen in Shanghai
Eine wilde Hetzjagd durch aneinander gereihte Apartments und Korridore beginnt. Zerklüftete Dächer, dampferfüllte Suppenküchen, verdreckte Häuserschluchten – ein weiter Weg, der aber dank der Sprintfunktion per L1-Schultertaste in kurzer Zeit zurückgelegt ist. Zur ersten großen Schießerei kommt’s in einem siffigen Kellergewölbe. Hunderte Computermonitore stapeln sich hinter verglasten Verkaufstischen, offenbar eine Art Gebrauchtladen für Elektrozeugs.
Bradys Handlanger eröffnen das Feuer; und siehe da: Lynch lässt sich mittlerweile erstaunlich leicht via Kreuz-Taste hinter Deckung gebende Objekte kommandieren. Und dort bleibt der Psychopath, lässt sich zwar noch je nach Objektgröße etwas dirigieren und passt seine Körperhaltung der Höhe des Gegenstands an, aber weiter geht’s erst, wenn man erneut die Kreuz-Taste zusammen mit einer Richtungsangabe drückt. Da spürt man, wie sehr sich die Entwickler die Kritik an Teil Eins zu Herzen genommen haben. Das überarbeitete, sehr an »Uncharted 2« erinnernde Deckungssystem lässt für Beanstandungen keinen Raum.
Die R2-Schultertaste zieht den Abzug zum reinen Blindfeuer aus der Deckung. Ein Manöver, das sich als erstaunlich effektiv herausstellt und prompt drei von Bradys Schergen schreiend von den Füßen fegt. Als die verbleibenden Gegner simultan aus ihrer Deckung schielen und einen gemeinsamen Feuerstoß auf die beiden eiskalten Profis entfachen, ist es allerdings Lynchs Hintern, der auf dem Boden aufschlägt. Drei ölige Bluttropfer auf der Linse zeigen eine mittelschwere Verletzung an. In diesem Zustand kann der ausblutende Antiheld noch mit einer Hand über den Boden robben und mit der anderen weiter auf Gegner feuern.

Allerdings stellt er ein leichtes Ziel dar. Also schnell per Kreuz-Taste aufrappeln und weiterkämpfen. Dieses »Down not Dead« genannte System soll die Intensität der Feuergefechte erlebbarer machen – funktioniert! Doch Vorsicht, denn das Ganze basiert auf einem penibel berechneten Physiksystem. Jeder menschliche Körper hat mehrere Trefferzonen: Ein heftiger Treffer in die Brust schleudert deinen Charakter eventuell zu Boden, ein Kopfschuss dagegen bedeutet den sicheren Heldentod samt anschließender Wiederbelebung an einem der fair gesetzten Checkpunkte.
Im Koop-Modus können sich zwei Mitspieler gegenseitig auf die Beine helfen. Sobald einer der Jungs zu Boden geht, muss der andere ihn per Einhämmern auf die Viereck-Taste wieder aufpäppeln, sprich wiederbeleben. Noch so ein Element, dass die Intensität der Szene unterstreicht. Außerdem braucht´s gute Absprache mit dem Spielpartner, damit der trotz teils sehr verwinkelter Kulissen zur Stelle sein kann.
Als das ungleiche Duo dem Flüchtigen bis zu einem kleinen Marktplatz unter freiem Himmel folgt, offenbart sich eine weitere Neuerung: Granaten scheint es nicht mehr zu geben. Stattdessen wuchten die beiden nun Benzinkanister, Feuerlöscher und Butangas-Flaschen ins nächste Gegnerrudel und jagen den ganzen Kram anschließend in die Luft.

Klappt dank automatischer Zielfunktion ganz hervorragend und hat ordentlichen Bums, zumal auch oft hinter Deckungen befindliche Gegner in Mitleidenschaft gezogen werden. Im angrenzenden Kühlhaus ist Brady zusammen mit seiner vermeintlichen Hure dann endlich in die Falle getappt, hält sie als menschliches Schutzschild vor sich und bedroht sie mit seiner Waffe. Kane drückt als erster ab. Das Mädchen, immer noch unten ohne und nur mit einem durchsichtigen BH bekleidet, bricht zusammen. Lynch brüllt dem Gehetzten ins Gesicht, was eigentlich los sei. Doch Brady sieht die beiden nur wortlos an und schneidet sich selbst die Kehle durch. Heftiger Stoff. Und nur für Erwachsene!
Wir gehen vor die Hunde
Der kurze Rendervorspann des nächsten Abschnitts zeigt die beiden bereits auf der Rückbank eines PKWs, während sie gerade mit Mr. Glazer weitere Details zum Waffendeal durchgehen. Was dann passiert, wurde im letzten Preview zu »Dog Days« bereits im Detail geschildert: Auf das Auto wird ein Anschlag verübt und Glazer wird zusammen mit seinen neuen Schützlingen in ein wildes Feuergefecht mit einer Triadenbande und der Polizei verwickelt. In letzter Sekunde können sich alle in ein Parkhaus retten, von wo aus Glazer einen Fluchtwagen bestellt. Doch der Weg durchs Parkdeck und über die angrenzende Bauruine ist voller Spezialeinheiten, die mit pfeilschnellen Dobermännern Jagd auf die Verbrecher machen. In weitläufigeren Gebieten – etwa auf einer Baustellen – werden sie zudem von Scharfschützen ins Visier genommen. Gegen Missionsende versperrt schließlich ein ganzes Meer von Polizeiautos den Weg zum Fluchtwagen. Ein gnadenloser Deckungskampf, der mit seinem Spieltempo ebenfalls sehr an »Uncharted 2« erinnert, bringt die Truppe schlussendlich ans Ziel.

Wie der Trip durch Shanghais Unterwelt weitergeht? Das soll vorerst geheim bleiben. Eine Szene mit kurz aneinander gereihten Schnitten im eigentlichen Vorspann des Spiels gibt allerdings schon einen kleinen Vorgeschmack: Inmitten eines Badezimmers mit einer Million Blutspritzern auf den gekachelten Wänden sitzen Kane und Lynch nackig, gefesselt und blutüberströmt auf zwei Stühlen, während sie von einem chinesischen Glatzkopf mit einem Teppichmesser zugerichtet werden. »Wenn ich hier rauskomme«, brüllt Kane seinem Peiniger ins Gesicht »bringe ich dich um, verdammt nochmal!« Und eines kann nach einmaligem Durchspielen der Preview-Fassung außerdem verraten werden: Auch die Story geht dank mehreren schicksalsträchtigen Wendepunkten unter die Haut wie ein nagelneues Rasiermesser.
Wegweisende Designideen?
Vorantreibende Wirkung steckt aber nicht nur in der Geschichte und den starken Charakteren, sondern in erster Linie auch in der aussichtslosen, ja schon fast depressive Stimmung verbreitenden Atmosphäre. Selten hat man derart mitgefiebert wenn zwei gescheiterte Existenzen wie Kane und Lynch vor die Hunde gehen, sich doch immer wieder in letzter Sekunde retten, dabei aber letztendlich mit der ganzen Welt ihren eigenen Krieg anzetteln. Etliche Stilmittel tragen noch zu dieser fiesen und dreckigen Stimmung bei: Die neuartige Darstellung durch eine wackelige Handkamera im Youtube-Stil zum Beispiel. Man kann den Wackeleffekt im Optionsmenü ausschalten – bei der teils hektischen Action zuweilen kein schlechter Plan. Denn oft weiß man kaum, was gerade passiert, wo der Gegner gerade ist; alles fühlt sich brutal »wirklich« an. Bildfehler, Rauschen, digitale Fragmente und ähnliches treten bei Explosionen sowie bei starkem Lichteinfall auf. Das mag auf den ersten Blick gewöhnungsbedürftig sein, fügt sich aber nahtlos ins Design ein.

Ein echter Blickfang ist auch die coole Art und Weise wie Io Interactive seinen neuen Psycho-Shooter quasi selbst zensiert. Erleidet jemand während des Gefechts einen Kopftreffer, wird der malträtierte Schädel von breiten Pixeln überdeckt, wie bei einer Doku- oder Nachrichtensendung; bei Nacktszenen passiert dasselbe mit Geschlechtsteile. Schon klasse, wie die Entwickler das durchziehen. Und wie stark das aussieht. Die Figuren, das sind wirklich keine Plastikpolygone, sondern Menschen aus Fleisch und Blut, die pinkeln, futtern, feuern, quasseln und sich beschimpfen. Letzteres übrigens mit Vorliebe am Telefon – selten wurden Ladepausen unterhaltsamer überbrückt. Klasse Spielfluss.
Anders gesagt: Mit seinen umfassenden Verbesserungen an Technik und Spielmechanik, seinem optimierten Spielfluss, der rotzfrechen Machart und einer begeisternden Mehrspieler-Komponente wird »Dog Days« der Knaller des Sommers. Keine weiteren Fragen mehr.
Vorschau Killzone 2 - PS3
PS3 Preview Spec Ops - The Line
PS3 Preview The Darkness 2 PS3M sagt:
Starke Charaktere, gnadenlose Story, neuartiger Grafikstil, handliche Spielmechanik: Die Inszenierung trifft genau zwischen die Augen.
Wertungstipp___8.5/10
Leserwertung__8.0/10
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AUF EINEN BLICK___
Publisher Eidos Interactive
Entwickler Io Interactive
Preis ab 70 Euro
Genre Action
Spieler 1 - 12
PSN ja
USK-Freigabe ab 18 Jahren
KURZ UND KNAPP___
Nervenaufreibender Koop-Shooter mit zwei eiskalten Profis in den Hauptrollen.
DAS STECKT DRIN___

