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Killzone 3

Der Mehrspieler-Modus im ersten Vorab-Check...

Manche Kriege enden nie. So auch der interstellare Konflikt zwischen der ISA und dem Imperium der Helghast. Seit 2004 bildet er die Grundlage für die Ego-Shooter-Reihe »Killzone« des niederländischen Entwicklers Guerrilla Games. Wer Teil Zwei durchgespielt hat – Achtung Spoiler – weiß: Für die ISA sieht’s am Ende recht gut aus. Der Imperator Visari ist tot, sein höchster General Radec bezwungen. Trotzdem: Die Helghast geben nicht auf und leisten weiterhin erbitterten Widerstand. Besagter Scifi-Konflikt bietet also nicht nur die Grundlage für eine weitere Einzelspieler-Kampagne, sondern ist natürlich ideal für Mehrspieler-Schlachten. Ende Oktober durften einige Tausend Auserwählte die kommenden Online-Gefechte im Rahmen eines sogenannten Beta-Tests vorab ausgiebig anspielen – PS3M war natürlich dabei. Und eines ist schon jetzt klar: Hier kracht’s und scheppert’s, dass es einem ganz warm ums Shooter-Herz wird.
Bevor’s losgeht, trotzdem eine kurze Phase der Ernüchterung. Denn statt eines Server-Browsers verfügt die Lobby nur noch über simples Matchmaking. Das Eröffnen privater Räume fällt – zumindest in der Beta-Version – flach, was sich speziell für Clanspieler als Ärgernis herausstellen könnte. Auch die zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten des zweiten Teils sucht man vergebens. Immerhin darf man bis zu sieben Kameraden in ein Squad einladen, um auch wirklich ins gleiche Spiel zu kommen. Zudem lässt sich für jeden der drei Modi eine bevorzugte Karte angeben, was einem wenigstens ein bisschen Kontrolle gibt. Aber genug der Schimpferei und rein ins Getümmel!
Wer simple Action bevorzugt, stürzt sich wie schon im Vorgänger-Spiel in den Modus »Guerrilla Warfare«, also typische Team-Deathmatch-Schlachten. Alle anderen wählen den ebenfalls bekannten Modus »Warzone« oder versuchen sich am brandneuen dritten Modus: »Operations«.


Operation geglückt!
Das Team-Deathmatch bedarf keiner Erklärung. »Warzone« dagegen schon: Ständig wechselnde Aufgaben halten einen hier auf Trab. Mal soll das eigene Team eine Anlage vor der Sprengung bewahren, ein anderes Mal einen bestimmten Soldaten der Gegnerfraktion ausschalten, nur um anschließend selbst eine Bombe bei den Gegnern zu platzieren. Wie schon bei »Killzone 2« wird »Warzone« höchstwahrscheinlich der Modus der Wahl für die meisten Zocker sein. Die Dynamik funktioniert noch immer und durch die wechselnden Missionsziele sind Camper – also Heckenschützen, die irgendwo versteckt auf ihre Opfer warten – eine Seltenheit.
Aber auch »Operations« hat Potenzial. Prinzipiell sieht sich das eigene Team auch hier mit variierenden Aufgaben konfrontiert, nur mit einer kleinen aber feinen Änderung. Statt wild durcheinander gewürfelt, sind die Ziele festgelegt und müssen hintereinander absolviert werden. Dass jeder Einsatz mit einer kleinen Einführungssequenz beginnt und jedes erfüllte Ziel ebenfalls mit einem Mini-Filmchen gefeiert wird, gibt den Teilnehmern ein bisschen das Gefühl, einen Koop-Auftrag in der Kampagne zu spielen. Nette Idee, die zudem echt Spaß macht. Fraglich ist nur, ob »Operations« in Sachen Langzeitmotivation an »Warzone« rankommen wird. Interessant: Für all diejenigen, die sich nicht gleich der unbarmherzigen Welt der Onlinekriege ausliefern wollen, bietet die »Botzone« eine gemütliche Möglichkeit, das Spielprinzip und den Aufbau der Karten kennenzulernen, ohne andauernd über den Haufen geschossen zu werden.
Wem die Steuerung des Vorgängerspiels zu träge ist, hat nun Grund zur Freude. Denn die Entwickler haben sich die Kritik der Fans zu Herzen genommen. Resultat: Die Spielfigur lässt sich endlich spürbar direkter kontrollieren. Und wer jetzt befürchtet, plötzlich ein »Call of Duty« statt ein »Killzone« zu spielen, darf aber beruhigt sein. Die Gratwanderung zwischen Zugänglichkeit und dem Gefühl einen waffenbepackten Soldaten zu steuern gelingt.



Wie schon in »Killzone 2«, ist der Mehrspieler-Teil auch hier Klassen-basiert – mit einer gravierenden Änderung. Statt sieben, gibt es nur noch fünf Klassen: den Ingenieur, den Taktiker, den Scharfschützen, den Sanitäter und den Infiltrator. Vorbei sind auch die Zeiten, in denen man mithilfe diverser Abzeichen die Fähigkeiten der Klassen mischen konnte. Stattdessen muss man sich mit den vorgegebenen Fähigkeiten des jeweiligen Soldatentyps abfinden. So kann der Taktiker zusätzliche Wiedereinstiegspunkte, kurz Spawnpunkte, auf der Karte erobern oder eine Drohne zur Unterstützung rufen. Wichtig: Jede Klasse verfügt über bestimmte Hauptfähigkeiten und mehrere Sekundärfähigkeiten. Wer fleißig Missionsziele erfüllt und Feinde erlegt, kassiert am Ende einer Runde Erfahrungspunkte, die ihn nicht nur im Rang aufsteigen lassen, sondern auch die begehrten Freischalt-Punkte bescheren. Diese werden wiederum in weitere Fähigkeiten und neue Waffen investiert. Ärgerlich: Wer hofft, er kann wie bei »Killzone 2« in jeder Klasse mit dem STA52-Sturmgewehr wüten, wird enttäuscht. Lediglich dem Sanitäter und dem Infiltrator steht der beliebte Argumentationsverstärker noch zur Verfügung. Und auch erst als letzte der drei freischaltbaren Waffen. Bevor man die harten Geschütze auffährt, muss man folglich mit Maschinenpistole und Schrotflinte vorlieb nehmen. Freischalt-Punkte winken übrigens in jedem Modus zu genüge, weshalb es jedem gelingen sollte, nach und nach die Ausrüstung und Fähigkeiten aller Charakterklassen zu erspielen. Keine Panik also vor vermeintlichen Punkte-Fehlinvestitionen.



Und sonst so?
Wie schon im letzten Preview angerissen, sind Jetpacks erstmals Teil der Mehrspieler-Erfahrung. Nur soviel: Den einen treiben die Dinger in den Wahnsinn – zumindest wenn er selbst keins umgeschnallt hat. Dem anderen ermöglichen sie völlig neue taktische Vorgehensweisen. Eine perfekte Scharfschützen-Position hoch oben in einem Areal erspäht? Ein kurzer Flug, schon ist man da! Verwundet und gehetzt von drei Widersachern? Jetpack zünden und über einen klaffenden Abgrund flüchten. Prima: Schon nach kurzer Eingewöhnung geht die Flugsteuerung in Fleisch und Blut über.
Auf der einen oder anderen Karte stehen zudem – die Kampagne von Teil Zwei lässt grüßen – wuchtige Exo-Skelette bereit. Die Vorteile der Mech-ähnlichen Vehikel liegen auf der Hand: Mit dem Hochleistungs-MG mähst du Gegnermassen wie Grashalme um, während die Raketen feindlichem Gerät mächtig einheizen. Insgesamt gesehen ist das »Fahrzeug«-Konzept gelungen, dennoch bleibt eine gewisse Restskepsis: Tummeln sich nämlich Jetpacks, Exo-Skelette, KI-Bots und die Maximalzahl menschlicher Spieler auf einer kleineren Karte, bricht schnell Chaos aus. Und zwar mehr noch, als es Veteranen bereits aus »Killzone 2« kennen. Das mag zur Kriegsatmosphäre passen, erstickt taktisches Vorgehen jedoch im Keim.
In der Beta sind insgesamt drei Karten enthalten, allesamt bereits angenehm abwechslungsreich designt. »Frozen Dam« bietet – wie der Name vermuten lässt – einen Ausflug in eisige Gefilde. Schneesturm inklusive! Corinth Highway ist die bisher größte Map und ermöglicht speziell Scharfschützen viele Möglichkeiten, den Feind in den Wahnsinn zu treiben. »Turbine Concourse SE 6« wiederum beamt dich in eine industrielle Anlage, in der gerade ein Experiment stattfindet, das in regelmäßigen Abständen das Radar außer Kraft setzt. Nervenkitzel pur!



Quintessenz
Grafisch rangiert die holländische Produktion erneut in der Top-Liga. Schneegestöber, Gischtspritzer, Funkenflug – speziell die zahlreichen Partikeleffekte betören. Dazu serviert Guerilla extrem detaillierte
Figurenmodelle: Jede noch so kleine Naht der Kleidung ist erkennbar und auch die Animationen blasen dich weg. Lediglich die Bewegungsabläufe der Exo-Skelette könnten etwas Schmieröl vertragen. Schade überdies, dass die aktuelle Version noch mit einer stark schwankenden Bildwiederholrate zu kämpfen hat. Konstante 30 Bilder pro Sekunde werden selten gehalten. Das muss der Top-Entwickler unbedingt noch ausmerzen. Über jeden Zweifel erhaben bleibt dagegen die Soundkulisse. Egal ob Sturmgewehr-Salve oder Granatenexplosion – die heimische Surround-Anlage wird ebenso gefordert, wie die Geduld der Nachbarn. Herrlich!
Auch wenn die eine oder andere Änderung bei hartgesottenen Fans von »Killzone 2« für eine gerümpfte Nase sorgen könnte, hinterlässt das Gesamtpaket einen tollen Eindruck. Der Bombast-Faktor bleibt bestehen und die kleineren Optimierungen machen das Geschehen zugänglicher denn je. Tag der endgültigen Abrechnung? Laut Sony im Februar 2011.
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KOMMENTARE:

Sewix83
Ich freu mich schon darauf erst recht in 3D wird der hammer :-)
(13.02.11 01:30 Uhr)
Hulkamaniac1
Die Move-Steuerung soll angeblich sehr gut funktionieren!
(21.01.11 18:56 Uhr)
PS3M sagt:

Mehrspieler-Spaß für Wochen und Monate. Sieht nach einem klaren Hit aus.

Wertungstipp___9.0/10
Leserwertung__9.75/10

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AUF EINEN BLICK___

EAN:

Publisher Sony
Entwickler Guerilla Games
Preis
Genre Ego-Shooter
Spieler 1-32
PSN ja
USK-Freigabe

KURZ UND KNAPP___

Shooter-Bombast in Reinkultur! Vor allem die neuen Jetpacks begeistern.

DAS STECKT DRIN___

© Airmotion Games Verlags GmbH 2009 - alle Rechte vorbehalten.

www.ps3m.de   www.360-live.de