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MotoGP 10/11

Gran Turismo auf zwei Rädern.

Lorenzo ist Weltmeister! Der spanische Motorradfahrer steht ganz oben auf dem Siegertreppchen der diesjährigen MotoGP-Saison. Rossi, Pedrosa, Stoner und die anderen Reiter der 200 PS starken Maschinen bereiten sich jetzt auf die Saison im kommenden Jahr vor. Beim britischen Entwickler Monumental entsteht derweil die gleichnamige Videospiel-Umsetzung mit voller MotoGP-Lizenz. So viel vorweg: Die Fortsetzung des überraschend gut geglückten Neustarts der Serie Anfang 2010 ist weit mehr als ein einfacher Zahlentausch im Titel: lokaler Koop-Modus, verbesserte Physik, frei konfigurierbare Steuerung, fünf Spielmodi inklusive überarbeiteter Bau-dir-dein-eigenes-Team-Karriere-Modus gehören zu den Neuerungen. Aber wie spielt sich das alles in der Praxis? PS3M ist auf Einladung von Hersteller Capcom als einziges deutsches Games-Medium nach Spanien gereist und konnte sich anhand einer ersten Vorabversion selbst überzeugen. Wo? Auf einem 50-Zoll-Bildschirm in Valencia auf der Rennbahn Ricardo Tormo, beim Gran Premio der MotoGP. WM-Atmosphäre zu einem grandiosen Spiel, das passt.


Hammer. Dieses Wort schießt dir wie ein Kickstart durch den Kopf, wenn du zum ersten Mal deinen Finger an der R2-Schultertaste hast. Innerhalb von zwei Sekunden beschleunigst du damit deine 800 Kubik starke Ducati, Yamaha oder Honda auf 100 Sachen. Daumen und Zeigefinger halten sich für Manöver auf der Viereck- und L2-Schultertaste für Vorder- und Hinterbremse bereit. Zu schnell in die Kurve und du bist draußen. Per Kreuz-Taste schmiegt sich dein virtuelles Alter Ego eng an seine Maschine. Der Luftwiderstand verringert sich, die Tachonadel schlägt aus. Das HUD verschwimmt mit dir im Temporausch. Wie beim Tunnelblick neigt der Bildrand zur Unschärfe, Bike und Fahrer zittern mit der Geschwindigkeit. Wahnsinn. So mitreißend haben sich 250 Kilometer pro Stunde noch in keinem Motorrad-Rennspiel angefühlt. Schnell wird klar: Hier sitzen genau die richtigen Leute in der Entwickler-Box; Aleix Espargaro und Mika Kallio vom Pramac Racing Team zum Beispiel. Die beiden MotoGP-Profifahrer arbeiten eng mit Monumental zusammen, um eine realistische und authentische Rennsimulation an den Start zu bringen. Von komplett neu aufgenommenen Motorrad-Sounds, über detailgetreuere Bikes, bis zum Sachsenring, Mugello und den anderen 16 Fahrbahn-Nachbauten – »MotoGP 10/11« drückt deutlich auf die Realismus-Pedale. Bestes Beispiel für die hohe Authentizität: Der Rekord der Entwickler auf der Strecke von Ricardo Tormo liegt bei knapp einer Minute und 30 Sekunden – so schnell wie die Bestleistung von Jorge Lorenzo im Finale. Genial.


Bis Wohnzimmer-Raser allerdings solche Rekordzeiten erreichen, braucht es Einiges an Übung. Mit Betonung auf Simulation kann jede Unaufmerksamkeit den Verlust der Spur bedeuten. Das wird freilich sofort mit Strafzeiten und Überholmanövern seitens der Gegner geahndet; ein Platz auf dem Siegertreppchen wird so schnell unerreichbar. Doch vor allem solche Fahrfehler sind nötig, um die eigene Ideallinie zu finden. Das Gaskabel einen Tick kürzer anziehen, die Bremse dafür weniger einsetzen, die Kurve enger nehmen. Dadurch wenige Millisekunden mehr herauskitzeln und eine neue Bestzeit aufstellen, das ist herrlich motivierend. Doch bis zur perfekten Runde vergehen einige Stunden. Gerade Einsteiger dürften daher für die langsamere 125-Kubik- und Moto2-Klasse sowie die sieben zuschaltbaren Fahrhilfen dankbar sein: Traktionskontrolle, Auto-Bremsen, Vorder- und Rück-ABS, Fahrwerk-Übertragung, Ideallinie und abschaltbarer Wheelie bei zu starkem Bremsen erleichtern den Erstkontakt. Nur die Rückspulfunktion spaltet weiterhin die Lager ob ihrer Daseinsberechtigung.



In einem Punkt sind sich allerdings alle einig: »MotoGP 10/11« setzt die Messlatte in Sachen Optik deutlich nach oben und ist aus größerer Distanz von einer echten TV-Übertragung schwer zu unterscheiden. Hochdetaillierte Fahrer und Zweiräder, bis ins kleinste Eck ausgearbeitete Strecken und das alles bei konstanten 60 Bildern pro Sekunden – Fans werden begeistert sein. Klasse ebenso, wie kurz die Ladepausen gehalten sind und dass Neustarts sogar komplett ohne spielflussstörende Unterbrechungen auskommen. Der neue Koop-Modus für zwei Spieler an einer Konsole – um bei geteiltem Bildschirm im Karriere-Modus für das gleiche Team zu punkten – findet ebenfalls Gefallen. Schade dagegen: Trotz des soliden Mehrspieler-Modus für bis zu 20 Teilnehmer wird ausschließlich offline kooperativ gerast. Der leichte Zeilenversatz stört kaum. Dass die aggressive Gegner-KI einen immer wieder gerne am Heck rammt und so Stürze verursacht dagegen schon. Beides will Monumental bis zum Startschuss im März 2011 in den Griff bekommen. Und wenn Capcom dann kurz nach Beginn der MotoGP 11 noch kostenlos die neuen Saison-Daten als Download nachschiebt, dann gibt’s keine Ausreden mehr für Zweirad-Fans. Unbedingt vormerken und bis zur Veröffentlichung schonmal das Interview mit den Machern lesen!
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KOMMENTARE:

Hulkamaniac1
Ich freue mich schon darauf.
(24.12.10 12:41 Uhr)
PS3M sagt:

Das »Gran Turismo« für Zweirad-Fans: So gut hat sich noch keine Motorrad-Simulation angefühlt. Wird ein Hit!

Wertungstipp___9.0/10
Leserwertung__9.0/10

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AUF EINEN BLICK___

EAN:

Publisher Capcom
Entwickler Monumental
Preis
Genre Rennsimulation
Spieler 1 - 20
PSN ja
USK-Freigabe

KURZ UND KNAPP___

Umfangreiche Rennsimulation mit voller MotoGP-Lizenz der 10er- und 11er-Saison zum kostenlosen Download.

DAS STECKT DRIN___

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