Suche
Login

Artikel bewerten

Artikel kommentieren

Guter Beitrag? 

 

 PREVIEW 

 

Rage

Willkommen am Ende der Welt.

Es muss schon etwas wirklich Atemberaubendes gezeigt werden, wenn Münder reihenweise offen stehen, wenn etliche Betrachter nicht glauben können, was ihnen da auf einem gigantischen Plasma-TV gezeigt wird. Aber was PS3M Ende April vom texanischen Entwickler id Software im Rahmen einer E3-Vorabpremiere gezeigt bekommt, ist mehr als beeindruckend: »Rage«, der neue Ego-Shooter der Macher von »Doom« und »Quake«, überwältigt die Sinne. Das hier stellt sogar technische Schwergewichte vom Typ eins »Killzone 2« in den Schatten. Es scheut vor Blut und Gedärm nicht zurück, punktet aber auch da, wo es wirklich drauf ankommt: bei Gameplay und Spielfluss.


Wunderschöne Gewalt

Eine schier endlose Schlucht zieht sich durch die Landschaft. Links und rechts ragen zerfurchte Felswände in den blauen Himmel, an dem langsam dünne Federwolken entlang ziehen. Hier und da ein dünner Grasbüschel – man fühlt sich sofort an Landschaftsaufnahmen des Grand Canyon erinnert, so plastisch und greifbar kommt diese Szene rüber. Weit in der Ferne schimmert etwas: Es sind kleine Wellblechhütten, deren Dächer das gleißende Sonnenlicht reflektieren. Noch ein Stück weiter am Horizont drehen sich gemächlich die Flügel eines Windrades. Wunderschön und friedlich. Dann plötzlich ist Schluss mit Ruhe und Frieden.



Denn »Rage« entpuppt sich schnell als packender, brillant inszenierter Ego-Shooter. Und zwar von den Typen, die wohl mehr Games auf dem Index der Jugendschützer haben, als alle anderen Entwickler zusammen. Warum, das macht Tim Willits, Leitender Designer und Produzent des Spiels umgehend klar: »Das Ödland von Rage ist erbarmungslos. Überall lauert der Tod. Dein erstes Ziel: überleben«. Just in diesem Moment stürmen Mutanten heran; hässliche Kerle mit scharfen Reißzähnen, langen Armen und verwachsenen Geschwülsten im Gesicht. Willits macht kurzen Prozess: vier, fünf Mal feuert der glatzköpfige Entwickler mit einer rostigen Pistole auf die ersten beiden Kreaturen. Meterhohe Blutfontänen, dann sinken die Kerls in den Dreck. Nichts für Weicheier und schwache Gemüter!

Aber ist das alles, was das Game außer famoser Grafik drauf hat? Wüste Ballereien und Blut? Nein, wie der Designer betont: »Wir bleiben unserer bleihaltigen Philosophie treu, wollen diesmal mehr bieten« Will heißen: kein tumbes Durchlaufen von endlosen, schlauchartigen Gängen wie bei »Doom 3«. Um das zu verdeutlichen, rennt Willits auf einen schlanken Wüstenbuggy zu. Richtig gelesen, id Software würzt die Grundzutaten Offene-Welt-Struktur und Ego-Shooter mit einer deftigen Prise Rennspiel-Action. Wird’s somit ein Mix wie »Grand Theft Auto«? Nein, garantiert nicht. Vielmehr darf man sich das Resultat wie ein »Far Cry 2« vorstellen, in dem der Wagen dazu dient, zwischen verschiedenen Zielen hin- und herzupendeln und die Welt zu erforschen.



Eine zerstörte Welt
Nicht mal zwei Minuten dauert es, dann wird Willits Offroad-Flitzer bereits von zwei abgewrackten Karossen verfolgt. Mit fauchenden MGs jagen sie hinterher. Aber Tims selbst zusammengebastelter Buggy ist gerüstet: Ein Druck auf die R2-Taste und schon feuert er mit zwei auf dem Dach montierten Geschützen erbarmungslos zurück. Verfolger eins verglüht in einer gleißenden Explosion. Schrottteile fliegen umher, ein Feuerball saust gen Himmel, Sekunden später schlägt ein brennender Reifen direkt neben Willits Vehikel ein. Die Szene könnte glatt aus einem »Mad Max«-Film stammen. Der zweite Raser geht durch einen Rempler und den daraus resultierenden Frontalzusammenstoß mit einem Felsbrocken zu Bruch. Wahnsinn! Nur wenig später schiebt sich am flirrenden Horizont eine Siedlung ins Bild, zusammengefrickelt aus Stahlrohren und anderem Schrott. Ein Schild verkündet: Willkommen in Wellsprings. »Das ist eine improvisierte Stadt, die über einem alten Wasserwerkt erbaut wurde«, erklärt Willits.



Die Stadt selbst: voller Leben. Überall surren Generatoren. In einer Bar meckern einige Typen in zerfetzten Klamotten über Wasserrationierungen und eine mysteriöse Militärgruppe, »Authority« genannt, die sich als Weltregierung aufspielt. Anschließend steuert Tim zielstrebig auf einen Betonbau zu, in den etliche Stahlrohre münden. Dort angekommen fleht ihn Carlson, ein aufgebrachter Arbeiter, an, man möge ihm doch helfen. Die Mimik? Überragend. Carlson gestikuliert wild, die Augen hat er weit aufgerissen. Schweiß rinnt von der Stirn. Eine kriminelle Bande, der Ghost-Clan, will das Wasserreservoir der Stadt vergiften, sagt er.

Na dann los, ab in die Kanalisation! Die Wände wirken nass, tropfendes Wasser sorgt für Atmosphäre. Ein Wachmann liegt am Boden, überreicht eine Armbrust mit Starkstromgeschossen und warnt vor den Clan-Kriegern, die sich schon bald zeigen. Willits pirscht vorsichtig nach vorn, neigt sich um eine Ecke. Zwei Banditen in leichter Rüstung stehen in einem Wasserbecken. Die Gelegenheit den Elektropfeil einzusetzen. Ein Lichtblitz, zwei Schreie, dann sind beide Fischfutter. Erinnert etwas an »Bioshock«, ebenso wie die Möglichkeit, Leichen nach Munition zu durchsuchen. Vom Lärm aufgeschreckt stürmen weitere Bandenmitglieder heran. In Parkour-Manier hechten sie über rostige Brüstungen und glitschige Rohre, springen elegant von Wänden ab. »Es wird verschiedenste Gegnertypen geben, manche sind flink wie die hier, andere stark gepanzert; einige verbarrikadieren sich, wieder andere machen einen auf Rambo.«



Taktiker an die Front
Der letzte Abschnitt der Demo zeigt das Lager des Ghost-Clans. »Stellt euch vor, wir haben die Typen bis hierher verfolgt und ihre Basis ausfindig gemacht«, verdeutlicht der Texaner, während das Spiel einen von Motoren und Metall geprägten Ort auf den Bildschirm zaubert. Noch bevor er seinen Satz beendet hat, plötzlich Dauerfeuer, wohin man blickt; Schrotladungen zersieben die Wände der Blechhütten, einer der Ghost-Clan-Hünen rast direkt auf Willits zu, crasht in ein Bezinfass. Boom! Der Bandit steht in Flammen, rennt panisch umher, prallt gegen einen Schrank. Dann: noch mehr Kerls aus allen Richtung.
Was tun? Genau, Verstärkung muss her. Also lässt der id-Mann per Tasten-Tipper einen vierbeinigen, schwer bewaffneten Roboter anrücken. Eine wahre Killermaschine, die solange autonom drauflosfeuert bis andächtige Stille einkehrt. »Wenn er nicht zu sehr beschädigt wird, lässt er sich sogar wieder aufsammeln«, grinst Willits. »Der Kleine ist ein echtes Prachtstück« – und nur eines der vielen Gimmicks, die den fulminanten Actionritt mit Taktikelementen anreichen. Doch keine Sorge liebe Ballerfreunde, trotz Fahrzeugen und offener Welt bleibt das hier im Kern ein reinrassiger Ego-Shooter. Und zwar einer, der nicht nur Fans des texanischen Spielestudios sprichwörtlich vom Hocker hauen wird. Garantiert!
weiter Vorschau Killzone 2 - PS3
weiter PS3 Preview Spec Ops - The Line
weiter PS3 Preview The Darkness 2

KOMMENTARE:

Hulkamaniac1
Das hier wird sehr,sehr gut.
(21.01.11 18:38 Uhr)
PS3M sagt:

Ein optisches Spektakel. Außerdem ein hochspannender, in jeder Hinsicht fantastischer Shooter. Wird grandios!

Wertungstipp___9.0/10
Leserwertung__10.0/10

Um eine Wertung abzugeben musst Du angemeldet sein.

AUF EINEN BLICK___

EAN:

Publisher Bethesda
Entwickler id Software
Preis unklar
Genre Ego-Shooter
Spieler 1 - unklar
PSN Ja
USK-Freigabe unklar

KURZ UND KNAPP___

Offene Wüstenwelt, rohe Gewalt, abgewrackte Autos. Was will Mann mehr? Wird grandios!

DAS STECKT DRIN___

© Airmotion Games Verlags GmbH 2009 - alle Rechte vorbehalten.

www.ps3m.de   www.360-live.de