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Tekken 6

Mit eiserner Faust kämpft Namco um den Sieg im Beat-’em-Up-Genre.

Der Hauptunterschied zwischen japanischen und westlichen Games-Entwicklern ist nach wie vor der Grad an Detailverliebtheit beziehungsweise Feinschliff, der an einen Titel angelegt wird – in dem Punkt sind Nippons alteingesessene Softwarehäuser unschlagbar. Ein Paradebeispiel dafür ist das Hochglanz-Beat-’em-Up »Tekken 6«. Namco-Bandai hat zu einem ausgiebigen Probespiel eingeladen. Eine gute Gelegenheit, alle offenen Fragen zum ersten Kick der turboschnellen Beat-’em-Up-Reihe für Playstation 3 zu beantworten, zum Beispiel, wie sich »Tekken 6« in der Konsolen-Adaption von dem zugrundeliegenden Spielautomaten unterscheidet. Dazu kommt, dass das »King of Iron Fist Tournament«, das sozusagen seit jeher die Grundlage für die »Tekken«-Reihe bildet, nunmehr in der achten Auflage vorliegt.

Zumindest wenn man die Ableger »Dark Resurrection« und »Tag Tournament« mitrechnet; und außerdem das im Dezember letzten Jahres erschienene Automaten-Update »Tekken 6 Bloodline Rebellion« mit den zwei neuen Kämpfern Alisa Boskonovitch und Lars Alexandersson – übrigens die Basis für die Portierung. Anders formuliert: Zwei Jahre hat »Tekken 6« nun grundsätzlich bereits auf dem Buckel, und vor diesem Hintergrund wäre eine simple Umsetzung auf Playstation 3 eher enttäuschend. Die bloße Anpassung des Software-Codes hätte sicherlich weniger Zeit in Anspruch genommen.

Was also ist neu? Nun, der Arcade-Modus bleibt wie gehabt. Zwei Prügelknaben entern den Ring, einer davon verlässt ihn stehend. Namco ergänzt die Heimversion aber um eine umfangreiche Kampagne, die sich bereits ausführlich anspielbar zeigte. Ziel ist es, entweder allein oder zu zweit im Team in bester »Final-Fight«-Tradition ganze Stadtteile von Schergen und Bossgegnern zu befreien. Man bewegt sich dazu via Analogstick durch geradlinig strukturierte Kulissen, etwa einen Hafen. Sobald es zum Kampf kommt, greift die bekannte und beliebte »Tekken«-Steuerung mit je zwei Schlag- und Tritt-Attacken, die in Kombination mit dem Steuerkreuz akrobatische und atemberaubend animierte Martial-Arts-Manöver und Kombos ermöglicht. Ganz reizvoll könnte es sein, online im Koop-Modus auf den Straßen aufzuräumen und dabei fleißig Objekte zur Individualisierung des persönlichen Kämpfers zu sammeln. Das spielt sich jedoch noch etwas hakelig und erscheint auch grafisch eher durchwachsen. Da Namco schon früher mit solchen Experimenten – beispielsweise im ähnlichen »Tekken Force«-Modus – keine durchschlagenden Ergebnisse erzielt hat, darf man in diesem Punkt skeptisch sein und diesen Modus eher als nette Beigabe betrachten.

Der Kern des Ganzen ist freilich ohnehin das altbekannte Duell im Ring beziehungsweise in der Arena. Und was das betrifft, stellt »Tekken 6« das erhoffte und erwartete Fest für Freunde des Genres dar – und zwar in jeder Hinsicht. In der gezeigten, bereits weit fortgeschrittenen Software-Version sind alle 40 Charaktere spielbar. Da stürzt man sich natürlich sofort auf die Neuzugänge Bob, Leo, Zafina, Miguel, Alisa und Lars und verteilt Backpfeifen und Kicks bis die Daumen glühen. Anders als bei »Street Fighter IV« fühlen sich alle neuen Kämpfer vom Fleck weg gut an, der Spieler wird schnell mit den Aktionen warm. Ob Roundhouse-Kick vom übergewichtigen, aber trotzdem pfeilschnellen Bob, High-Low-In-Fight-Combos der grazilen sexy Spider-Lady Zafina oder die brachialen Streetfighting-Techniken des Latino-Matadors Miguel: Schnell stellen sich erste Erfolge auch bei Einsteigern in das Genre ein. Die fein choreographierten, rasanten Kämpfe und Moves laufen serientypisch ohnehin wie gehabt mit flüssigen 60 Bildern pro Sekunde – aufgehübscht mit so genanntem Full-Time-Animation-Blur, einer Art Weichzeichner-Effekt.

In der Praxis haben sich 3D-Duelle in »Tekken« noch nie so flüssig, so galant und so umwerfend gut präsentiert. Mit der Frage konfrontiert, wie das Balancing der zahlreichen Charaktere geschieht und wie Neuzugänge in das »Tekken«-Universum integriert werden, meint Chefproduzent Katsuhiro Harada: »Wir haben ein ganzes Team bei Namco, das sich nur mit der Lösung dieses Problems beschäftigt. Unser Ansatz ist, dass neue Charaktere mit einem nicht ganz so umfangreichen Arsenal an Tritten und Hieben ausgestattet sind wie alteingesessene Haudegen. Denn an deren Können wird ja teilweise schon seit dem allerersten Tekken gearbeitet; diese Perfektion lässt sich wirklich nur über Jahre erreichen.«

In Sachen Gameplay darf man jedoch keine Quantensprünge erwarten: Das Ganze spielt sich wie gehabt, also extrem flüssig und handlich. Eine der wenigen Neuerungen ist die bei drohender Niederlage rot blinkende Lebensleiste und die damit verbundene Verzweiflungsenergie »Rage«, die größeren Schaden zufügt. Bei den atemberaubend stilsicher inszenierten In-Fight-Moves und Würfen – seit jeher »Tekken«-typisch ausgelöst mit Schlag- plus Tritt-Button in Abhängigkeit von der Position zum Gegner – sind in der Vorabversion noch minimale Polygonfehler zu erkennen. Stört nicht weiter, sollte aber trotzdem behoben werden.
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KOMMENTARE:

FamilieBe
Street Fighter IV ist klar ein tolles Game und hat auch gerade Genre-Thron, aber ich bin mir SICHER das Tekken 6 sich den Thron zurück holen wird!
(30.07.09 10:57 Uhr)
PS3M sagt:

Das erste »Tekken« auf der aktuellen Konsolen-Generation ist in jeder Hinsicht ein Kandidat für den Genre-Thron.

Wertungstipp___8.5/10
Leserwertung__8.5/10

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AUF EINEN BLICK___

EAN:

Publisher Namco-Bandai
Entwickler Namco-Bandai
Preis
Genre Beat ’em Up
Spieler 1 - 2
PSN ja
USK-Freigabe

KURZ UND KNAPP___

Sehr stimmungsvolle und hochakrobatische Martial-Arts-Duelle in opulent ausgestatteten Arenen.

DAS STECKT DRIN___

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