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 TEST 

 

Fairytale Fights

Es war einmal ein Blutbad

Märchen sind Moralpredigten, wie man sie als Kind von den Eltern vorm Zubettgehen gehört hat. Nicht selten ziehen sie aber ganz schön harte Saiten auf, etwa wenn dem Daumenlutscher am Ende die Finger abgeschnitten oder Max und Moritz in der Mühle zu Blutmehl verschrotet werden. Noch abgedrehter zeigt sich das Hack’n’Slay »Fairytale Fights«. Hier steht die bunte Märchenwelt Kopf und die einst so braven Bewohner, Rotkäppchen, Schneewittchen, Bohnenstangen-Hans und der nackte Kaiser, sind von der Idylle so richtig angekotzt. Zu allem Überfluss stiehlt ihnen ein neuer Märchenheld die Show. Das schreit nach Rache – Blutrache! So bahnen sich die Spieler in der Rolle eines der vier wählbaren Charaktere ihren Weg durch 20 verschiedene Level, vom Märchenwald bis hin zum Zuckerschloss. Ihre Missionen sind stets von bekannten Geschichten inspiriert, zeigen der typischen Schwarz-Weiß-Malerei jedoch den Stinkefinger: Rotkäppchen, das arme, wehrlose Mädchen? Von wegen! Die Göre mit dem roten Kopftuch weiß mit scharfem Küchenwerkzeug genauso gut umzugehen, wie mit Kettensägen und Spitzhacken und schaltet ihre Gegner – Holzfäller, Lebkuchenmänner, Mega-Pinochio oder riesige Biber – aufs Brutalste aus. In isometrischer Draufsicht häckseln sich das wahnwitzige Rotkäppchen & Co. mit rund 140 verschiedenen Waffen durch die bunten Landschaften und lassen Blut, Organe und Körperteile fliegen. Um der ganzen Brutalität das Krönchen aufzusetzen, wird jeder besonders gelungene Kill durch einen Zoom auf das gespaltene oder aufgeschlitzte Opfer unterstrichen. Solche Glanzmomente sind dank der denkbar einfachen Steuerung wirklich oft zu erzielen: Geprügelt wird nicht mit den Aktionstasten, sondern mit dem rechten Analogstick, während die Standardtasten zum Springen, Blocken oder Aufnehmen von Waffen dienen.
Leider ist die Schnetzelei allein auf Dauer recht eintönig. Abhilfe schafft da der Koop-Modus für bis zu vier Märchenwelt-Terroristen. Online als auch offline an einer Konsole kann man dann gleich nochmal so viel Schaden anrichten. Doch auch im Team fehlt es der Schlachterei irgendwie an Herausforderung. Stirbt ein Charakter, wird er sogleich wiederbelebt und hat außer ein paar Goldmünzen und seiner Waffe nichts verloren. Beides kann sofort von getöteten Widersachern zurück gewonnen werden. Das ist gut für den Spielfluss, Hardcore-Spieler fühlen sich so jedoch auch auf dem höchsten der drei Schwierigkeitsgrade schnell unterfordert. Auch die Story gibt sich eher dünn, obwohl die witzigen Videosequenzen zwischen den Levels trotz fehlender Sprachausgabe sehenswert sind. Wer auf viel Hirn oder Herausforderung abfährt, ist mit »Fairytale Fights« falsch bedient. Hier geht es um Schnelligkeit, um Morbidität, um bitterbösen schwarzen Humor und überzogene Metzel-Action. Die perfekte, seichte Märchenstunde für Erwachsene eben.
Ausgabe:
weiter PS3 Test Call of Duty Modern Warfare 2
weiter PS3 Test Uncharted 3: Drake's Deception
weiter PS3 Test King of Fighters
PS3M sagt:
Grafik _____________

Bunt, bunt, bunt. Aber leider auch verwaschen.

7
Sound _____________

Feine Märchenklänge, leider keine Stimmausgabe.

7
Steuerung __________

Ungewöhnlich, aber sie funktioniert!

8

URTEIL 7.9/10

 

Leserwertung:
Grafik _____________ 7
Sound _____________ 7
Steuerung __________ 8

URTEIL 7.4 /10

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AUF EINEN BLICK __

EAN:

Publisher Playlogic

Preis ab 60 Euro

Genre Action

Spieler 1 - 4

PSN Ja

USK-Freigabe ab 18 Jahren

 

KURZ UND KNAPP __

Mord und Totschlag im Märchenreich: In diesem Abenteuer-Hack’n’Slay gehen Rotkäppchen, Schneewittchen und Co. über Leichen.

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