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Guter Beitrag? 

 

 TEST 

 

3D Dot Game Heroes

Dieser Test ist für Personen unter 25 Jahren nicht geeignet!

Was verbindet die Rollenspiel-Reihen »Zelda« und »Final Fantasy«? Richtig, sie gelten für langjährige Spieler im Allgemein als »Retro«. Sind also Produktionen, die erstmals zu einer Zeit auf den Markt kamen, als man Pixel noch selber bequem am Bildschirm abzählen konnte; als jede Figur, jede Animation und jeder Hintergrund noch von Hand erstellt wurde. Wie eine pfiffige Hommage an diese und andere Klassiker der 80er- und frühern 90er-Jahre aussieht, zeigt nun »3D Dot Game Heroes«. Ohne Rücksicht auf Verluste bedient sich der japanische Entwickler From Software bei seinen alterwürdigen Vorbildern, fusioniert deren Kernelemente und transformiert das Ergebnis in die dritte Dimension. Gameplay-Innovationen muss man hier zwar mit der Lupe suchen, trotzdem fasziniert das Endprodukt. Speziell die Zielgruppe der Über-25-Jährigen wird sich binnen Sekunden in eine längst vergangene Zeit zurückversetzt fühlen.
Das fängt schon bei der fast durchsichtig dünnen Story an: Oberbösewicht Onyx droht damit, das einst friedliche Königreich Dotnia ins Unheil zu stürzen. Keine Frage, ein Held muss her, um die sechs Weisen zu retten, die die Macht der heiligen Kristalle entfesseln und den Schurken in seine Schranken weisen. Insgesamt 62 Weltenretter stehen zur Auswahl: Männer, Frauen, Drachen, ja sogar der Weihnachtsmann höchstpersönlich. Sie unterscheiden sich nicht nur optisch, sondern auch in Sachen Stärke, Widerstandsfähigkeit sowie Lebens- und Magieenergie. Alternativ bastelt man sich per Editor seinen ganz eigenen Wunschrecken und zieht mit diesem aus der Iso-Perspektive durch das Königreich. Um der Kristalle habhaft zu werden, wollen sodann Wälder, Wüsten und Dörfer erforscht, Kerker gesäubert und Bossgegner erlegt werden.



 Wer Lego-Klötzchen mag, wird sich sofort in das Design der Landschaften und Feinde verlieben. Letztere streckt der Held vorzugsweise mit der Kreuz-Taste nieder. Teil des aggressiven Aufgebots: umherhüpfende Spinnen, Pfeile verschießende Kampfschweinchen und Steine ausspuckende Oktopusse. Eben all jenes garstiges Getier, das man schon aus Nintendos »The Legend of Zelda: A Link to the Past« auf dem Super Nintendo kennt. Und auch Bumerang, Enterhaken, Bomben sowie andere Sekundärwaffen – natürlich versteckt in Kisten – werden Retrofreunden sofort ein wohliges »kenn ich doch« durchs Hirn schießen lassen. Die eben genannten Helferlein benötigt der Pixelheld übrigens zur Bewältigung der zahlreichen Schiebe- und Schalterrätseln, aber auch im Kampf gegen die teils unfair starke Gegnerschar. Vor allem im Duell mit der Bienenkönigin, dem Steingolem und weiteren Bossen erweist sich der Bogen als äußerst nützliches Utensil. Ferner warten insgesamt sechs Defensiv- und Offensivzauber auf ihren Einsatz. Besonders effektiv: die Magie-Reflektierung. Nicht selten bewahrt sie einen vor dem »Game Over«. Das tritt immer dann ein, wenn alle Herzsymbole – nein, Moment, falsches Spiel – Äpfel aufgebraucht sind.

 Zwar setzt das Spiel Kontrollpunkte, jedoch nur dann, wenn man eine der spärlich vorhandenen Unterkünfte betritt oder bestimmte Punkte eines Dungeons erreicht. Um lange Gehwege zu überbrücken, sollten daher immer ein paar Teleportierungsflügel Teil des Marschgepäcks sein. Gleiches gilt für stärkende Energietränke und Licht spendende Kerzen, die meist von Händlern in den Dörfern feilgeboten werden. Hier sollte man auch gleich dem Schmied einen Besuch abstatten, der die Durchschlagskraft des Schwerts erhöht, sowie dessen Angriffsradius verbessert. Doch Vorsicht: Nur wenn die Lebensleiste ganz voll ist, mutiert das Schwert zur fast bildschirmfüllenden Killermaschine und aktiviert alle Verbesserungen. Folgerichtig klettert der Schwierigkeitsgrad deutlich nach oben, sobald man in der Schlacht verwundet wurde. Eine seltsame Designentscheidung, die »3D Dot Game Heroes« stellenweise frustrierend schwer werden lässt.



 Davon abgesehen ist das hier zweifellos eines der charmantesten Videospiele der letzten Jahre, eben richtig geiler Neo-Retro-Stoff. Die bunte Klötzchengrafik, die bewusst und sehr liebevoll auf »hakelig« getrimmten Animationen der Figuren und die kultigen, Chiptunes-lastigen Lieder und Soundeffekte lassen das Herz eines jeden 8- und 16-Bit-Fans höher schlagen. Auch die Dialogkästchen, die Pixelschrift und die versteckten Minispiele fügen sich perfekt ins Gesamtbild. Dass Innovationen ausbleiben stört zwar anfangs, aber sein wir mal ehrlich: Als Hommage, die selbst kleine Fehler seiner Vorbilder kopiert, funktioniert all das prima. Viel störender dagegen, dass sich Hersteller Southpeak nicht die Mühe gemacht hat, die Bildschirmtexte ins Deutsche zu übersetzen. Gute Englischkenntnisse sind gefragt! Zudem bremsen die häufigen Ladepausen von bis zu zehn Sekunden den Spielfluss. Durch die optionale Festplatten-Installation lassen sie sich jedoch auf wenige Augenblicke verkürzen. Wer also mit dem Englischen nicht auf Kriegsfuß steht und mal wieder ausgiebig in Erinnerungen schwelgen möchte, der darf beherzt zugreifen.

Tsvetelina Pateva
Ausgabe:
weiter PS3 Test Call of Duty Modern Warfare 2
weiter PS3 Test Uncharted 3: Drake's Deception
weiter PS3 Test King of Fighters
PS3M sagt:
Grafik _____________

Einzigartig, stilsicher, aber grün- und braunlastig

7
Sound _____________

Kultige Chiptunes-Sounds mit Ohrwurm-Charakter

8
Steuerung __________

Voll belegter Controller, trotzdem schnell erlernt

7

URTEIL 8.2/10

 

Leserwertung:
Grafik _____________ 0
Sound _____________ 0
Steuerung __________ 0

URTEIL 0.0 /10

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AUF EINEN BLICK __

EAN:

Publisher Southpeak / Zuxxez

Entwickler From Software

Preis ab 55 Euro

Genre Abenteuer

Spieler 1

PSN nein

USK-Freigabe ab 6 Jahren

 

KURZ UND KNAPP __

Fusion der alten »Zelda«- und »Final Fantasy«-Games, verpackt in ein neues Gewand.

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