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Guter Beitrag? 

 

 TEST 

 

Batman Arkham City

Superheld oder Vollpfosten?

Willkommen in Gothams Mülltonne. Willkommen in Arkham City. Ein Sperrgebiet, das einst zum prunkvollen Rest von Gotham City gehörte. Doch nun dient das Areal als übergroßer Käfig für kriminellen Abschaum. Mörder, Vergewaltiger und Geisteskranke tummeln sich hier in den Straßen, organisieren sich in rivalisierenden Banden. Mitten in dieser Hölle, auf dem Vorsprung eines Hochhauses sitzt er. Der Dunkle Ritter, Batman. Sein Blick schweift über grelle Neonlichter, zerfallene Wohnhäuser und alte Industriebauten. Der selbst ernannte Rächer im Fledermauskostüm kam freiwillig hierher. Anlass geben Unruhen, die sich in letzter Zeit verdreifacht haben. Ob der Joker dahinter steckt? Der Clown mit seinen giftgrünen Haaren und der todesbleichen Haut ist bekannt für seinen steten Drang nach Chaos. Das hat er erst kürzlich in Arkhams Irrenanstalt „Arkham Asylum“ bewiesen. Aber noch etwas gibt Batman Grund zur Sorge: In genau zehn Stunden leitet Psychiater und Arkham-City-Direktor Hugo Strange „Protokoll 10“ ein. Was damit gemeint ist? Die Antwort auf diese Frage zu finden, gehört zur Kernaufgabe im neuesten Werk aus dem Hause Rocksteady Studios. Das englische Entwicklerteam überraschte schon 2009 mit „Arkham Asylum“. Die Umsetzung auf Basis der „Batman“-Comics von DC gilt nicht nur als eine der besten Adaptionen, sondern für viele als das Actionspiel 2009. Ob die Briten die extrem hoch gesteckte Messlatte halten können? Schon die ersten Minuten geben die Antwort: Ja, sie können – und setzen sogar noch einen oben drauf. Der Third-Person-Actionkracher offenbart sich schon jetzt als heißer Kandidat zum Spiel des Jahres!

Ein Lachen zum Töten
Atemberaubend. Dieses Wort schießt dir wie ein Projektil in den Kopf, wenn du das erste Mal auf Arkham City herabschaust. Durchtrainierte Gangster durchstreifen die Straßen, funkelnde Lichter und feuerspuckende Schornsteine zieren den Horizont. Unfassbar, diese Weitsicht bis ans andere Ende der Stadt. Ein unglaublicher Drang, die frei begehbare Welt zu erkunden und zu erforschen packt dich von der ersten Sekunde an. Die Stadt ruft und ihr Puls ist förmlich spürbar. Der praktische Kompass am oberen Bildschirmrand weist dir zuverlässig den Weg, ein grüner Punkt signalisiert das Ziel. Hier muss der Joker versteckt sein! Der Moment des Fallenlassens ist gekommen. Die Finger kribbeln, der Atem stockt. Bei gehaltener Kreuz-Taste springt Batman automatisch vom Geländer, hinab in die Tiefe. Sofort verwandelt sich sein Umhang in einen Gleitschirm. Bruce Waynes Alter-Ego segelt wie ein beutesuchender Falke über die Gebäude hinweg. Ein kurzer Tipper auf die R1-Schultertaste, schon schießt ein Enterhaken hervor und zieht den Rächer automatisch am nächsten Geländer hoch. Wahnsinn, wie intuitiv das alles von der Hand geht. Die nützlichen Tasteneinblendungen scheinen fast überflüssig. Innerhalb kürzester Zeit erreicht Batman Jokers Funpark. Eine alte Schmelzanlage, die dem verrückten Clown nun als schwer bewachte Festung dient. Wie Batman da am besten reinkommt? Butler und Freund Alfred gibt einen seiner stets scharfsinnigen Hinweise per Funk: „Versuchen Sie’s doch mal mit dem Vordereingang, Mr Wayne.“ Gelacht, getan. Jokers Türsteher blockieren den Eingang. Via L2-Schulteraste aktiviert Batman seinen Detektivmodus, der bereits in „Arkham Asylum“ gute Dienste leistete: Der Bildschirm färbt sich blau, Gegner, Türen und Schalter werden selbst durch Wände farblich hervorgehoben und umgehend analysiert. Die fünf Handlanger tragen den Status „nervös“, zwei von ihnen haben einen Baseball-Schläger als Waffe – kein Problem für den maskierten Rächer. Ein Tipper auf die Viereck-Taste und Batman setzt an zum Gleit-Tritt, segelt also auf einen Feind zu und kickt ihm mit voller Wucht ins Gesicht. Da waren’s nur noch vier! Rhythmisches Drücken der Quadrat-Taste lässt nun seine Fäuste tanzen. Der nächste Gepeinigte hat keine Chance: erst einen Dampfhammer mitten in die Fresse, dann den Fuß direkt in die Magengrube. Autsch! Aber auch taktisch anspruchsvoll? Kaum. Vielmehr geht’s ums richtige Timing. Sobald kleine Blitze über dem Kopf des Gegners erscheinen, signalisiert dies seinen nahenden Angriff. Dreieck-Taste drücken, schon kontert Batman die Attacke, schlägt den Schurken zu Boden. Herrlich, wie Rocksteadys sogenanntes „Free Flow“-System die Kämpfe so flüssig aussehen lässt. Im Vergleich zum Vorgängerspiel hat das ohnehin schon schnelle Kampftempo sogar noch einen Tick zugelegt. Batman bewegt sich agiler, springt von einem Opfer zum nächsten. Die dynamische Kamera fängt das Geschehen stets übersichtlich ein. Einfache Kombinationen aus Schulter- und Aktionstaste erlauben zudem den schnellen Einsatz seiner Spezialfähigkeiten: der fledermausförmige „Batarang“ zum kurzzeitigen Ausknocken und der Batclaw-Greifhaken zur Entwaffnung des Feindes, um nur zwei der vielen Möglichkeiten zu nennen.
Jeder erfolgreiche Angriff erhöht den Kombo-Zähler um einen Punkt. Ein verpatzter Schlag oder ein eingesteckter Treffer lässt den Multiplikator dagegen wieder bei Null anfangen. Allerdings sollte man dies tunlichst vermeiden. Denn so hilfreiche Spezialangriffe wie „Verwirrender Fledermaus-Schwarm“ und „Multi-Ausschalten am Boden liegender Gegner“ funktionieren erst ab einer bestimmten Kombo-Zähler-Ziffer.
Außerdem gilt: Höherer Multiplikator und unterschiedliche Kampfvariationen sind gleichbedeutend mit mehr Erfahrungspunkten. Das wiederum motiviert, das Explosivgel oder andere Utensilien mit in den Kampf einzubinden. Und je mehr Erfahrungspunkte du einstreichst, desto schneller gibt’s einen Fähigkeitspunkt – die essenzielle Voraussetzung, um an weitere Wayne-Technologie zu kommen.
Dazu einfach mittels Select-Taste das durchdacht aufgebaute Inventarmenü öffnen, wo sich nun neben einer praktischen Karte und 32 interessanten Charakterbiografien eine Übersicht der Verbesserungen findet. Für Einsteiger empfiehlt sich die Investition der Punkte in den Batsuit, um mehr Schläge und Schüsse einstecken zu können. Fortgeschrittene freuen sich auf die „Deaktivierung feindlicher Waffen“ sowie komplett neue Kampffähigkeiten. Wissenswert: Gut die Hälfte der 70 Fähigkeiten sind zu Spielbeginn bereits in Batmans Repertoire. Da man sich Erfahrungspunkte aber erst hart erkämpfen muss, sollten Extras an den eigenen Spielstil angepasst aktiviert werden.



Dystopie

Ja, die Kämpfe fühlen sich verdammt rund an. Weshalb Jokers Türsteher auch nach nicht mal einer Minute am Boden liegen. Nun durch die Tür beim Haupteingang? Leider nein, ein blinkender Monitor samt Tastatur darunter verlangt ein Passwort. Zeit für den maskierten MacGyver aus seinem gelben Multifunktionsgurt den Kryptographen zum Knacken des Schlosses zu zücken! Statt allerdings wie in „Arkham Asylum“ die richtige Frequenz zu finden, muss Batman ein bis zu 10-stelliges Passwort in einem Geschicklichkeits-Minispiel entschlüsseln: Die beiden Analog-Sticks in die richtige Position bewegen, schon gibt das Terminal das Schlüsselwort preis. Generell stellt das Schlösserknacken keine große Herausforderung dar, ist aber dennoch ein gerngesehenes, weil Abwechslung schaffendes Spielelement.
Im Inneren der Fabrik angekommen, zeichnet sich das Alter von Arkham City ab: Kaputte Wände, rostiges Metall und flackernde Lichter zeugen vom Zerfall der Gegend. Erinnerungen an die dystopische Unterwasserstadt Rapture aus „Bioshock“ werden wach. Fantastisch, mit welcher Liebe zum Detail die Entwickler hier ans Werk gingen. Flüssig animierte und hochauflösende Charaktermodelle treffen auf gestochen scharfe Umgebungstexturen und filigran ausgearbeitete Lokalitäten. Das Technikgerüst, die „Unreal Engine 3.5“, wird mit all seinen Möglichkeiten ausgeschöpft. Nur ganz selten stören aufploppende und matschige Texturen. Auch sind Ladepausen auf ein Minimum reduziert und bremsen das hohe Spieltempo nur beim Betreten und Verlassen von Gebäuden leicht aus. Hut ab!
Doch viel Zeit zum Staunen bleibt nicht. In einer großen Halle patrouillieren Jokers Handlanger. Kenner von „Arkham Asylum“ wissen: Batman verträgt nur wenige Kugeln. Ein Frontalangriff wäre reiner Selbstmord. Daher schwingt sich die Fledermaus mit seiner Batclaw auf einen Vorsprung, weit nach oben und komplett außer Sichtweite. Gleich einem Adler beobachtet er seine Beute, wartet auf den richtigen Moment. Dann endlich, die Gelegenheit: Ein Wachmann steht alleine und unbeobachtet von den anderen. Die Hände schwitzen, der Puls steigt – jetzt bloß nichts vergeigen. Langsam gleitest du hinter den Schergen und schaltest ihn per Dreieck-Taste lautlos aus – einer weniger. Ein Chip am Hals der Wache registriert jedoch die rapide abfallende Herzfrequenz, löst den Alarm aus und ruft weitere Störenfriede auf den Plan. Wie praktisch, dass der Flattermann für solch brenzlige Situation ein ganz neues Utensil parat hat: die Rauchbombe. Wieder ein kurzer Tipper auf die Dreieck-Taste, schon verdunkelt ein schwarzer Nebel kurzzeitig die Sicht und der Eindringling kann flüchten. Den Vorgang drei Mal wiederholen, schon ist der Raum voller schlafender Patrouillen und der Weg frei. Zugegeben, für Kenner des ersten Teils mögen solche Schleichpassagen allein wegen der Rauchbombe recht einfach ausfallen. Allerdings variieren die Macher die Aufgaben so geschickt, dass zu keiner Zeit Langeweile aufkommt. Nur die Gegner-KI könnte streckenweise intelligenter agieren; übersieht zum Beispiel gleich mehrmals, dass Kollegen niedergestreckt wurden, ohne jedoch Maßnahmen einzuleiten.



Totes Lachen
Zwei Räume und einen Luftschacht weiter dann das Wiedersehen: Joker und seine lasziv gekleidete Freundin Harley Quinn stellen sich vor. Doch schnell weicht das schelmische Grinsen im Gesicht des Pennywise-Verschnitts blutigen Pusteln. Die Nebenwirkungen des kraftverstärkenden Serums „Titan“ - ein zentrales Spielelement aus Teil Eins – manifestieren sich, das Lachen des Grünschopfs ist dem Tode geweiht.
Plötzlich ein Schlag auf den Hinterkopf, Batman sackt zusammen. Blackout. Seine Augen öffnen sich; erblicken die Fesseln, die ihn an einem Stuhl festschnüren. Und die Blutinfusion, die in seinen linken Arm führt. Der Joker hat Batman mit seinem verseuchten Blut infiziert. Die Stunden des Dunklen Ritters sind gezählt. Wie’s aussieht, kann nur noch der verrückte Wissenschaftler Viktor „Mr Freeze“ Fries ihm helfen, denn er allein kennt die Formel für ein Heilmittel. Batman bleiben nur noch wenige Stunden – um herauszufinden, was hinter „Protokoll 10“ steckt. Und natürlich sein Leben zu retten.
Ab hier beginnt das Skript von DC-Comic-Autor Paul Dini sich zu entfalten – und lässt dich nicht mehr los! Ebene für Ebene entblättert sich der zentrale Handlungsstrang und offenbart ein äußerst komplexes wie mitreißendes Abenteuer. Der Pinguin, Mr Freeze, Catwoman, Two-Face und viele andere Rivalen und Freunde kreuzen Batmans Weg, allesamt von professionellen deutschen Sprechern vertont. Immer wieder ergeben sich durch das Auftauchen weiterer Figuren neue, tief verstrickte Komplotte. Überraschungen und Wow-Momente werden hier praktisch wie am Fließtext aufgetischt. Insbesondere die zahlreichen, taktisch fordernden Bosskämpfe gegen bekannte Gesichter aus der „Batman“-Reihe werden dich umhauen – im wahrsten Sinne des Wortes. Allein der Hauptplot unterhält so für mindestens zehn Stunden. Mit einer der spannendsten Geschichten des Jahres, die selbst der von „Bioshock“ ernsthaft Konkurrenz macht. Hinzu kommen unzählige Nebenmissionen, die weitere Hintergründe und neue pikante Details enthüllen. Und nicht zuletzt die 400 teils extrem gut versteckten Trophäen des Riddlers motivieren, jedes noch so kleine Eck der Spielwelt zu erkunden. Weltklasse!



Nicht perfekt, aber fast
Die flüssigen Kämpfe, die mitreißende Story, die abwechslungsreichen Aufgaben und die hervorragende Präsentation lassen kaum Angriffsfläche für Kritik. Ehrlich gesagt muss man schon verdammt tief graben, um überhaupt Schwächen zu finden. Etwa, dass die Farbpalette manchmal ein wenig zu stark von Brauntönen dominiert wird. Auch könnten manchen Spielern die Kampf- und Bewegungsabläufe zu automatisiert erscheinen. Des Weiteren fällt der Schwierigkeitsgrad – zumindest für Profis – in den ersten beiden Dritteln der Kampagne vergleichsweise einfach aus. Wer vorrangig Action-Spiele zockt oder „Arkham Asylum“ bereits gemeistert hat, sollte am besten gleich auf der höchsten der drei Abstufungen durchstarten. Abseits dieser wenigen Ungereimtheiten ist „Arkam City“ aber nahezu perfekt. Die volle Portion Spielspaß mitten ins Gesicht sozusagen! Ein grandioser Mix aus intelligenter Action, charmanten Figuren und einer durch und durch wendungsreichen Geschichte. Kurz: das beste Superhelden-Spiel, das je entwickelt wurde!


Ausgabe:November 2011
weiter PS3 Test Call of Duty Modern Warfare 2
weiter PS3 Test Resident Evil: Operation Raccoon City
weiter PS3 Test Street Fighter X Tekken

KOMMENTARE:

Scrappy CoCo
Reine Geschmackssache.
Wenn man kein Fan von Batman ist, sollte man tierisch aufpassen.
Zuerst einmal sind wir von der offenen Spielewelt sehr enttäuscht. Sie bietet zwar eine Menge Rätsel, Gegner und Spontanaufgaben,.. jedoch ist diese sehr klein Geraten. In nicht einmal 2 Minuten kommt von dem einem Ende zum anderem Ende von Arkham City.
Die Story bringt viele Überraschungen mit sich, ebenso wie Witz, Spannung und Spaß. Das Ende der Story ist jedoch ruckartig zu Ende, dass Enttäuscht sehr, da die Story ansonsten sehr gelungen wirkt.
Die Riddler Missionen, die in ganz Arkham City zu finden sind, erscheinen für die meisten Spieler sehr schwer und manchmal auch unlösbar. Außerdem lassen einen auch die Nebenmissionen verzweifeln.
Die Grafik wirkt schön und flüssig, ist aber nicht aktuell gehalten und ist fast 1:1 mit dem Vorgänger vergleichbar.
Fans werden es lieben, für die anderen eine absoloute Geschmackssache.
(12.12.11 18:56 Uhr)
MrPoop_A_lot
Ich hab das spiel gleich am 2.Tag gekauft und ich muss sagen, ich war begeistert! Einfach hammer! Die Grafik, Gamplay, Sound und besonders das ende war cool. Nur das spiel war mir etwas zu einfach, da ich Arkham Asylum bereits durchgespielt hatte. Trotzdem sehr gutes spiel :) 9.5!
(07.12.11 19:18 Uhr)
PS3M sagt:
Grafik _____________

Extrem detaillierte Kulissen und Figuren, sehr flüssige Animationen.

9
Sound _____________

Stimmiger Soundtrack, klasse Sprecher, bombastische Effekte.

9
Steuerung __________

Controller zuweilen doppelt belegt, trotzdem eingängig, präzise und intuitiv.

9

URTEIL 9.5/10

 

Leserwertung:
Grafik _____________ 9
Sound _____________ 9
Steuerung __________ 9

URTEIL 8.3 /10

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AUF EINEN BLICK __

EAN:

Publisher WB Games

Entwickler Rocksteady Studios

Preis ab 55 Euro

Genre Action

Spieler 1

PSN ja

USK-Freigabe ab 16 Jahren

 

KURZ UND KNAPP __

Actionlastige Fortsetzung mit alten Helden, neuen Feinden und einem umfangreichen Abenteuer-Spielplatz zum austoben.

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