TEST
Battlefield 1943
An die Front, Soldat!
Pazifik, 1943: Der Zweite Weltkrieg tobt. Die kaiserlich japanische Marine unter Führung von Brigadegeneral Sabine Nekome belagert das kleine Atoll Wake Island. Eine Insel gesäumt von Palmen, umrandet von Klippen und Sandstränden auf der sich fünf Stützpunkte verteilen. Die Alliierten befinden sich in einer scheinbar ausweglosen Situation: Eingekesselt in einer Landzunge, von allen Seiten rücken japanische Truppen vor. Captain Michael Winchester sieht nur einen Ausweg: »Wir müssen unentdeckt am Rand der Insel entlang in den Vorposten im Norden einfallen. Nur so lässt sich die Vorherrschaft der Japaner brechen.«
Flugs schultern die Infanteristen ihre M1A1 Thompson, die Schützen machen ihre M1 Garand startklar und die Kundschafter buckeln ihre Springfield M1903. Das war’s? Nur drei Klassen anstatt fünf? Ganz recht. Doch hat »Battlefield 1943« einige der alten Klassen kombiniert: So kann der Infanterist eine Panzerfaust bedienen, für die es in den PC-Urvätern noch eine separate Klasse gab. Dazu noch ein paar Granaten, Haftbomben und Raketen im Gepäck, ein Bajonett, Munition – raus ins Getümmel. Es ist hell, die Sonne brennt. Auch wenn Wake in der Nähe von Hawaii liegt: Hier ist’s etwas zu bunt für den Zweiten Weltkrieg. Der Himmel ist so blau wie die Farbe im Malkasten, das Wasser türkis wie ein Kunstedelstein. Das hätte gern etwas weniger sein dürfen.
Immer wieder fliegen Kampfflugzeuge durch den wolkenlosen Himmel. In der Ferne: Geschrei, Explosionen. In Strandnähe geht ein Panzer in die Luft. Rauch zieht auf, die Trümmerteile fliegen meterweit. Mann, hier geht richtig die Post ab! Plötzlich fliegen Captain Winchester Kugeln um den Stahlhelm – Kugeln einer MP Typ 100: Die Japaner haben sie entdeckt! Jetzt heißt es reagieren – und zwar schnell! Schon schallt der Ruf durch die Reihen:»Granate! In Deckung!«. Die Explosion reißt einen Krater in den Inselboden – und einen Soldaten in den Tod. Die verbleibenden drei Mannen suchen und finden ihr Ziel. Eine Gruppe Japaner geht unter gezielten Schüssen zu Boden.
General Nekome plant in der Zwischenzeit einen Hinterhalt. Die gut getarnten japanischen Scharfschützen verschmelzen mit der Insellandschaft. So werden die vorwitzigen Amerikaner nie ihren Nord-Stützpunkt einnehmen. Banzai!
Captain Winchester sieht sich auf der sicheren Seite. Da! Der Stützpunkt! Nur noch wenige Meter trennen das Squad vom Ziel. Die japanische Flagge weht am Eroberungspunkt im Wind über der Basis – das soll sich ändern! Doch das Lager ist auf der Vorderseite durch Zäune gesichert, hier kommt man nur mit Granaten oder Fahrzeugen durch. Wie also vorgehen? Ab ins kühle Nass und das Lager von hinten angreifen? Genial!
Plötzlich heult eine Turbine. Nervöse Blicke gen Himmel. Japanische Kampfflieger kreisen in der Luft. Bombenschächte öffnen sich. Ein lautes Getöse schallt über die Insel, Funken sprühen, Feuer, Dreck fliegt durch die Luft. Dann, im letzten Moment, legt Michael Förtsch den Controller beiseite…
Wie unser kleines Redaktions-Match ausgegangen ist, sei an dieser Stelle verschwiegen. Das Thema ist nämlich ein anderes: Was taugt »Battlefield 1943« denn nun, so ganz ohne Disk und Verpackung? Grafisch ist‘s tatsächlich opulenter und bunter als seine PC-Pendants, doch stellt es aufgrund weniger Möglichkeiten auch nicht so viele taktische Ansprüche. Dafür stimmt das Tempo. Panzer und Jeeps flitzen nur so übers Gelände, man kann mit Laufsprints Strecke machen, die Zeit bis zur nächsten Wiederbelebung umfasst nur ein Bruchteil derer aus »Battlefield 2142«. Doch die Steuerung hinterlässt einen faden Beigeschmack. Ein Sprint erfolgt durch Drücken und Halten des linken Sticks, gleichzeitig muss man sich damit aber vorwärts bewegen. Da gibt’s schnell einen Krampf im Daumen. Noch vertrackter ist die Steuerung des Panzers. Die Anzeige der Geschütz-Ausrichtung fehlt. So fährt man leicht mal in die falsche Richtung oder setzt sein Gefährt in den Schützengraben – so wie Michael, den diese missliche Lage den Sieg kostete. Ups, jetzt ist’s doch verraten…
Obwohl »Battlefield 1943« ausschließlich auf Mehrspieler-Gefechte ausgelegt ist: Mit nur 24 Teilnehmern pro Karte – statt mit 64 wie in der PC-Version – fällt das Hickhack etwas zu mickrig aus. Dafür sind die Karten detailreicher, bestechen durch Kleinigkeiten. Auch die Explosionen wirken actionlastiger und fetziger als in den PC-Titeln. Da zerbombt ein einzelnes Benzinfass auch schon mal ein komplettes Steinhaus, korrekt platzierte Schüsse lassen eine Palme platzen. Physikalisch nicht ganz auf der Höhe, aber immerhin sieht’s gut aus. Überhaupt wirkt dank der »Frostbite«-Engine alles sehr lebendig, niemals statisch.
Trotzdem: hier wurde einfach zu stark am Umfang gespart – zu wenige Karten, zu wenige Waffen, keine Einzelspieler-Kampagne. Ein abgespecktes »Battlefield« für gesellige Feldherren, bei denen auch mit nur drei Karten keine Langeweile aufkommt.
Flugs schultern die Infanteristen ihre M1A1 Thompson, die Schützen machen ihre M1 Garand startklar und die Kundschafter buckeln ihre Springfield M1903. Das war’s? Nur drei Klassen anstatt fünf? Ganz recht. Doch hat »Battlefield 1943« einige der alten Klassen kombiniert: So kann der Infanterist eine Panzerfaust bedienen, für die es in den PC-Urvätern noch eine separate Klasse gab. Dazu noch ein paar Granaten, Haftbomben und Raketen im Gepäck, ein Bajonett, Munition – raus ins Getümmel. Es ist hell, die Sonne brennt. Auch wenn Wake in der Nähe von Hawaii liegt: Hier ist’s etwas zu bunt für den Zweiten Weltkrieg. Der Himmel ist so blau wie die Farbe im Malkasten, das Wasser türkis wie ein Kunstedelstein. Das hätte gern etwas weniger sein dürfen.
Immer wieder fliegen Kampfflugzeuge durch den wolkenlosen Himmel. In der Ferne: Geschrei, Explosionen. In Strandnähe geht ein Panzer in die Luft. Rauch zieht auf, die Trümmerteile fliegen meterweit. Mann, hier geht richtig die Post ab! Plötzlich fliegen Captain Winchester Kugeln um den Stahlhelm – Kugeln einer MP Typ 100: Die Japaner haben sie entdeckt! Jetzt heißt es reagieren – und zwar schnell! Schon schallt der Ruf durch die Reihen:»Granate! In Deckung!«. Die Explosion reißt einen Krater in den Inselboden – und einen Soldaten in den Tod. Die verbleibenden drei Mannen suchen und finden ihr Ziel. Eine Gruppe Japaner geht unter gezielten Schüssen zu Boden.
General Nekome plant in der Zwischenzeit einen Hinterhalt. Die gut getarnten japanischen Scharfschützen verschmelzen mit der Insellandschaft. So werden die vorwitzigen Amerikaner nie ihren Nord-Stützpunkt einnehmen. Banzai!
Captain Winchester sieht sich auf der sicheren Seite. Da! Der Stützpunkt! Nur noch wenige Meter trennen das Squad vom Ziel. Die japanische Flagge weht am Eroberungspunkt im Wind über der Basis – das soll sich ändern! Doch das Lager ist auf der Vorderseite durch Zäune gesichert, hier kommt man nur mit Granaten oder Fahrzeugen durch. Wie also vorgehen? Ab ins kühle Nass und das Lager von hinten angreifen? Genial!
Plötzlich heult eine Turbine. Nervöse Blicke gen Himmel. Japanische Kampfflieger kreisen in der Luft. Bombenschächte öffnen sich. Ein lautes Getöse schallt über die Insel, Funken sprühen, Feuer, Dreck fliegt durch die Luft. Dann, im letzten Moment, legt Michael Förtsch den Controller beiseite…
Wie unser kleines Redaktions-Match ausgegangen ist, sei an dieser Stelle verschwiegen. Das Thema ist nämlich ein anderes: Was taugt »Battlefield 1943« denn nun, so ganz ohne Disk und Verpackung? Grafisch ist‘s tatsächlich opulenter und bunter als seine PC-Pendants, doch stellt es aufgrund weniger Möglichkeiten auch nicht so viele taktische Ansprüche. Dafür stimmt das Tempo. Panzer und Jeeps flitzen nur so übers Gelände, man kann mit Laufsprints Strecke machen, die Zeit bis zur nächsten Wiederbelebung umfasst nur ein Bruchteil derer aus »Battlefield 2142«. Doch die Steuerung hinterlässt einen faden Beigeschmack. Ein Sprint erfolgt durch Drücken und Halten des linken Sticks, gleichzeitig muss man sich damit aber vorwärts bewegen. Da gibt’s schnell einen Krampf im Daumen. Noch vertrackter ist die Steuerung des Panzers. Die Anzeige der Geschütz-Ausrichtung fehlt. So fährt man leicht mal in die falsche Richtung oder setzt sein Gefährt in den Schützengraben – so wie Michael, den diese missliche Lage den Sieg kostete. Ups, jetzt ist’s doch verraten…
Obwohl »Battlefield 1943« ausschließlich auf Mehrspieler-Gefechte ausgelegt ist: Mit nur 24 Teilnehmern pro Karte – statt mit 64 wie in der PC-Version – fällt das Hickhack etwas zu mickrig aus. Dafür sind die Karten detailreicher, bestechen durch Kleinigkeiten. Auch die Explosionen wirken actionlastiger und fetziger als in den PC-Titeln. Da zerbombt ein einzelnes Benzinfass auch schon mal ein komplettes Steinhaus, korrekt platzierte Schüsse lassen eine Palme platzen. Physikalisch nicht ganz auf der Höhe, aber immerhin sieht’s gut aus. Überhaupt wirkt dank der »Frostbite«-Engine alles sehr lebendig, niemals statisch.
Trotzdem: hier wurde einfach zu stark am Umfang gespart – zu wenige Karten, zu wenige Waffen, keine Einzelspieler-Kampagne. Ein abgespecktes »Battlefield« für gesellige Feldherren, bei denen auch mit nur drei Karten keine Langeweile aufkommt.
Ausgabe:0809
PS3 Test Call of Duty Modern Warfare 2
PS3 Test Uncharted 3: Drake's Deception
PS3 Test King of Fighters PS3M sagt:
|
Grafik _____________
Nette Effekte, etwas zu bunt, teils verwaschene Texturen |
7 |
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Sound _____________
Typischer »Battlefield«-Soundtrack, krachende Explosionen |
8 |
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Steuerung __________
Für »Battlefield«-Kenner okay, sonst Gewöhnungssache |
7 |
URTEIL 7.7/10
Leserwertung:
| Grafik _____________ | 8 |
| Sound _____________ | 7 |
| Steuerung __________ | 8 |
URTEIL 7.8 /10
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AUF EINEN BLICK __
Publisher Electronic Arts
Entwickler Dice
Preis ca. 15 Euro
Genre Taktik-Shooter
Spieler 1 - 24
PSN ja
USK-Freigabe noch nicht geprüft
KURZ UND KNAPP __
Technisch und optisch gut gemachtes Mehrspieler-Erlebnis mit etwas zu wenig Abwechslung.


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