TEST
Bionic Commando
Ein böser Bube namens Gottfried will uns die Zukunft zerbomben. Also braucht’s einen Helden, der so richtig Hand anlegt.
Neuerdings trägt Nathan Spencer den Decknamen »Bionic Commando«. Dass eine Granate seinen linken Arm zerfetzt hat, hat tatsächlich sein Leben verändert. Als erster seiner Art wurde er von einem Gremium ausgesucht: Er sollte zum ultimativen Mensch-Maschine-Soldaten werden. 500 Millionen Dollar investiert das Verteidigungsministerium der Federal States of America »FSA« in das Projekt, Spencer seinen linken Arm zurückzugeben. So jedenfalls erzählt es das Introvideo in schmuck und schnell aneinandergeschnittenen Szenen. Keine Standard-Prothese soll es sein, sondern ein technisches Wunderwerk, betrieben mit einer winzigen Wasserstoff-Zelle, aufgebaut aus grazilen Teilen, stabilisiert durch hochfestes Graphit-Verbundmaterial. Biologie und Mechanik in perfektem, harmonischem Miteinander – Bionik eben. Die Steuerungs-Chips des Arm-Apparats sind mit Gehirn und Rückgrat vernetzt. Auf Kommando eines Nervenreflexes schnellt die Klaue – befestigt an 20 Metern reißfestem Stahlseil – hervor und verkrallt sich in fast jedem Material. Bald nach der Modifikation des Körpers von Spencer beginnt die FSA, Soldaten hundertfach derart umzugestalten. Doch dann formieren sich einige Bionik-Soldaten zu einer terroristischen Organisation namens »Bioreign«. Sie tun sich mit den »Imperialen Streitkräften« zusammen und verwandeln Ascension City mit Hilfe eines neuartigen Sprengsatzes in ein radioaktives Trümmermeer. Spencer soll blutige Rache ausüben an jenen, die Millionen Leben ausgelöscht haben. Die Action beginnt.
Zupackende Action
In der rechten Hand trägt Spencer seine Tungsten-Maschinenpistole. Ein Klick auf den rechten Stick schiebt die Kamera aus der zentrierten Verfolger-Perspektive knapp hinter die rechte Schulter. Die Kameraführung funktioniert gut. Bioreign-Terroristen lassen sich prima anvisieren, die Tungsten streut weniger. Doch das probate Mittel zum Kampf ist der mechanische Greifer: Sobald ein Gegner in Reichweite gerät, wird er automatisch von der bionischen Zielerfassung festgemacht. Per L2-Schultertaste schnellt die Klaue hervor und im Opfer verankern. Die untere Aktionstaste leitet darauf den Zip-Kick ein: Nathan zieht sich aus dem Sprung mit voller Wucht Richtung Gegner, prallt in ihn hinein, wird zurück in die Luft geschleudert und kann sofort einen weiteren Zip-Kick ansetzen. Das fühlt sich schön harmonisch und schwungvoll an. Doch die Terroristen sind vorbereitet. Sie tragen Elektroschock-Geräte, mit denen sie Nathan in einer unachtsamen Sekunde elektrisieren und sich so aus seinem Griff lösen können. Das Timing muss also stimmen. Zudem sind die bösen Buben mit unterschiedlichen Schusswaffen ausgerüstet. Damit treffen sie zwar nicht besonders gut, doch dank ihrer Überzahl – meistens greifen Trupps von fünf bis zehn Mann gleichzeitig an – bilden sie eine akute Gefahr. In späteren Abschnitten sind in allen Ecken und Enden der riesigen Kulissen Scharfschützen positioniert, die nur selten daneben schießen und gleichzeitig kaum auszumachen sind. Heftig! Außerdem stellen sich Nathan zunehmend Biomechs in den Weg: brachiale Kampfroboter mit sehr unterschiedlichen Fähigkeiten. Einige können fliegen, andere tragen schwere Strahlengeschütze mit sich. Ihre Feuer- und Schlagkraft ist enorm, und das verlangt nach überlegtem und taktisch klugem Vorgehen.
In der rechten Hand trägt Spencer seine Tungsten-Maschinenpistole. Ein Klick auf den rechten Stick schiebt die Kamera aus der zentrierten Verfolger-Perspektive knapp hinter die rechte Schulter. Die Kameraführung funktioniert gut. Bioreign-Terroristen lassen sich prima anvisieren, die Tungsten streut weniger. Doch das probate Mittel zum Kampf ist der mechanische Greifer: Sobald ein Gegner in Reichweite gerät, wird er automatisch von der bionischen Zielerfassung festgemacht. Per L2-Schultertaste schnellt die Klaue hervor und im Opfer verankern. Die untere Aktionstaste leitet darauf den Zip-Kick ein: Nathan zieht sich aus dem Sprung mit voller Wucht Richtung Gegner, prallt in ihn hinein, wird zurück in die Luft geschleudert und kann sofort einen weiteren Zip-Kick ansetzen. Das fühlt sich schön harmonisch und schwungvoll an. Doch die Terroristen sind vorbereitet. Sie tragen Elektroschock-Geräte, mit denen sie Nathan in einer unachtsamen Sekunde elektrisieren und sich so aus seinem Griff lösen können. Das Timing muss also stimmen. Zudem sind die bösen Buben mit unterschiedlichen Schusswaffen ausgerüstet. Damit treffen sie zwar nicht besonders gut, doch dank ihrer Überzahl – meistens greifen Trupps von fünf bis zehn Mann gleichzeitig an – bilden sie eine akute Gefahr. In späteren Abschnitten sind in allen Ecken und Enden der riesigen Kulissen Scharfschützen positioniert, die nur selten daneben schießen und gleichzeitig kaum auszumachen sind. Heftig! Außerdem stellen sich Nathan zunehmend Biomechs in den Weg: brachiale Kampfroboter mit sehr unterschiedlichen Fähigkeiten. Einige können fliegen, andere tragen schwere Strahlengeschütze mit sich. Ihre Feuer- und Schlagkraft ist enorm, und das verlangt nach überlegtem und taktisch klugem Vorgehen.
Ergreifende Szene
Auch wenn Spencer seinen Kampf gegen die Bioreign-Truppen nur in der Mega-Stadt Ascension City und deren Umfeld austrägt, mangelt es keineswegs an optischer Abwechslung. Vor allem aber imponieren die Szenarien aufgrund ihrer Größe. Dank des bionischen Arms kann Spencer jede nicht radioaktiv verseuchte Oberfläche zur Fortbewegung nutzen. Ist beispielsweise eine Reklametafel in Reichweite, kann Spencer die Klaue darin verankern. Gleich nach dem Absprung schwingt er dann mit voller Wucht nach vorn. Auf diese Weise kann der Cyber-Tarzan beeindruckende Distanzen in sehr kurzer Zeit zurücklegen. Das Schwingen benötigt zwar etwas Einarbeitungszeit, doch sobald man einmal Timing und Wirkungsweise durchschaut und verinnerlicht hat, breitet sich ein herrliches Gefühl von Freiheit aus. So jagt Spencer die Terroristen durch sehr weitläufige und zerklüftete Kulissen, durch die oft mehrere Wege zum Ziel führen. Das wiederum schafft Spielraum für die unterschiedlichsten Angriffsstrategien.
Auch wenn Spencer seinen Kampf gegen die Bioreign-Truppen nur in der Mega-Stadt Ascension City und deren Umfeld austrägt, mangelt es keineswegs an optischer Abwechslung. Vor allem aber imponieren die Szenarien aufgrund ihrer Größe. Dank des bionischen Arms kann Spencer jede nicht radioaktiv verseuchte Oberfläche zur Fortbewegung nutzen. Ist beispielsweise eine Reklametafel in Reichweite, kann Spencer die Klaue darin verankern. Gleich nach dem Absprung schwingt er dann mit voller Wucht nach vorn. Auf diese Weise kann der Cyber-Tarzan beeindruckende Distanzen in sehr kurzer Zeit zurücklegen. Das Schwingen benötigt zwar etwas Einarbeitungszeit, doch sobald man einmal Timing und Wirkungsweise durchschaut und verinnerlicht hat, breitet sich ein herrliches Gefühl von Freiheit aus. So jagt Spencer die Terroristen durch sehr weitläufige und zerklüftete Kulissen, durch die oft mehrere Wege zum Ziel führen. Das wiederum schafft Spielraum für die unterschiedlichsten Angriffsstrategien.
Unscharfe Bilder
Interessanterweise hinterlässt die Grafik einen ähnlich zwiespältigen Eindruck. Stellenweise sind die Bilder durch traumhafte Kulissen und atmosphärisch wunderschöne Lichteffekten geprägt. Auch die Vielfalt an Farben fällt zwischen all den Graubraun-Tönen in anderen aktuellen Shootern angenehm auf. Aber die Feuereffekte! Die wirken wie 2D-Pappen, ganz erstaunlich primitiv. Und so treffsicher Tiefen- und Bewegungsunschärfe so manch dramatischen Moment unterstreichen, so wirken sie manchmal – zum Beispiel bei schnellen Ausweichbewegungen – doch deutlich übertrieben. Ärgerlich ist auch, dass die Level-Grenzen etwas zu inkonsequent abgesteckt sind. Eigentlich markieren ja blaue Nebel jene radioaktiv verstrahlten Bereiche, die Spencer nicht mehr betreten darf. Doch sobald man sich diesen Barrieren nähert oder sie übertritt, ist die bläuliche Farbgebung nicht mehr deutlich erkennbar. Zwar bleiben dann drei Sekunden Zeit zur Rückkehr. Doch wenn man sich mit vollem Tempo durch die Ruinen hangelt, reicht das oft nicht aus und hat den unerwarteten Heldentod zur Folge.
Und so stellt sich insgesamt das Gefühl ein, dass hier und da etwas Feintuning gut getan hätte – zur ganz großen Klasse fehlt der letzte Schliff. Dennoch ist »Bionic Commando« ein sehr griffiges und vielseitiges Action-Game, das mit seinem hohen Schwierigkeitsgrad den Ergeiz gerade von Hardcore-Zockern entfachen wird. Und auch die Mehrspielerkomponente dürfte den einen oder anderen zu einer Online-Partie zwischendurch motivieren.
Interessanterweise hinterlässt die Grafik einen ähnlich zwiespältigen Eindruck. Stellenweise sind die Bilder durch traumhafte Kulissen und atmosphärisch wunderschöne Lichteffekten geprägt. Auch die Vielfalt an Farben fällt zwischen all den Graubraun-Tönen in anderen aktuellen Shootern angenehm auf. Aber die Feuereffekte! Die wirken wie 2D-Pappen, ganz erstaunlich primitiv. Und so treffsicher Tiefen- und Bewegungsunschärfe so manch dramatischen Moment unterstreichen, so wirken sie manchmal – zum Beispiel bei schnellen Ausweichbewegungen – doch deutlich übertrieben. Ärgerlich ist auch, dass die Level-Grenzen etwas zu inkonsequent abgesteckt sind. Eigentlich markieren ja blaue Nebel jene radioaktiv verstrahlten Bereiche, die Spencer nicht mehr betreten darf. Doch sobald man sich diesen Barrieren nähert oder sie übertritt, ist die bläuliche Farbgebung nicht mehr deutlich erkennbar. Zwar bleiben dann drei Sekunden Zeit zur Rückkehr. Doch wenn man sich mit vollem Tempo durch die Ruinen hangelt, reicht das oft nicht aus und hat den unerwarteten Heldentod zur Folge.
Und so stellt sich insgesamt das Gefühl ein, dass hier und da etwas Feintuning gut getan hätte – zur ganz großen Klasse fehlt der letzte Schliff. Dennoch ist »Bionic Commando« ein sehr griffiges und vielseitiges Action-Game, das mit seinem hohen Schwierigkeitsgrad den Ergeiz gerade von Hardcore-Zockern entfachen wird. Und auch die Mehrspielerkomponente dürfte den einen oder anderen zu einer Online-Partie zwischendurch motivieren.
Ausgabe:05/09
PS3 Test Call of Duty Modern Warfare 2
PS3 Test Street Fighter X Tekken
PS3 Test Resident Evil: Operation Raccoon City PS3M sagt:
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Grafik _____________
Schöne Kulissen, feiner Maschinenlook, aber ein paar billige Effekte |
7 |
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Sound _____________
Stimmungsvolle Musik, tolle englische Sprecher, heftige Effekte |
9 |
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Steuerung __________
Anspruchsvolles Timing, übersichtliche und logische Belegung |
8 |
URTEIL 7.7/10
Leserwertung:
| Grafik _____________ | 7 |
| Sound _____________ | 7 |
| Steuerung __________ | 7 |
URTEIL 7.6 /10
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