TEST
Blazblue: Calamity Trigger
2D-Grafik kann so schön sein...
Keine Frage, Prügelspiele sind wieder groß in Mode. Und auch die gute alte 2D-Optik ist kein Teil der Vergangenheit, sondern so aktuell wie eh und je – das belegt zum Beispiel »Blazblue: Calamity Trigger«, der neueste Streich der Erfinder der abgedrehten Kultklopperei »Guilty Gear«. Jetzt gibt’s »Blazblue« also endlich in Europa – amerikanische Fans des Beat´em-Up-Genres toben sich ja schon seit Ende Juni letzten Jahres aus. Deshalb: Keine Zeit verlieren und ab in den Ring. Zwei gehen rein, einer geht raus, ganz klassischer Spielaufbau. Wer jemals ein Prügelspiel im Laufwerk gehabt hat, kommt mit der Basis-Steuerung sofort zurecht. Jeder der zwölf Kämpfer beherrscht drei Angriffsvarianten. Genretypisch lassen die harten Hunde dann in Kombination mit dem Digi-Pad die wildesten Spezialattacken vom Stapel. Sofort fallen unterschiedliche Facetten auf. Während Schwertschwinger Ragna verhältnismäßig konventionell daher kommt, steuert man mit Carl quasi zwei Figuren gleichzeitig. Jeder Kämpfer und jede Kämpferin punktet mit ausgeprägten Stärken und Schwächen. Eineiige Zwillinge vergleichbar Ryu und Ken aus »Street Fighter« gibt´s übrigens keine; das unterstreicht zusätzlich den guten und ausgewogenen Eindruck, den die komplette Kombattantenriege hinterlässt.

Aber wie fühlt sich’s im direkten Zweikampf an? Nun, das Anbringen der Kombos gibt sich tolerant. Hat zur Folge, dass man auch als Einsteiger Siege erringen kann. Dennoch erfordern etliche Spezialattacken Fingerakrobatik, allerdings im Sinne des Timings – es gilt darauf zu achten, wann welche Attacke wie eingesetzt wird. Das klappt mit dem Controller gut, dennoch empfiehlt sich ein Arcade-Stick zur optimalen Kontrolle. Taktisch interessant: Sobald die sogenannte Heat-Leiste durch erlittenen und angerichteten Schaden aufgefüllt ist, lassen sich sogenannte Distortion- und Astral-Moves auslösen – vergleichbar den Superattacken aus »Street Fighter IV«. Gelingt ein solcher Angriff, sollten Epileptiker die Augen schließen, denn was jetzt an Spezialeffekten über den Bildschirm zoomt, das hat das Genre noch nicht gesehen. Tolle Offensive also! Dennoch sollte die Vielzahl an Kontern und Blocks auch den eher defensiv orientierten Spielertyp lange herausfordern. Ausprobieren lassen sich all diese Feinheiten im Trainings- als auch im Story-Modus. In Letzterem folgt man mit zehn der insgesamt zwölf Kämpfern dem roten Faden der Handlung, der vorrangig über Texttafeln und Standbilder weitergesponnen wird.
So ganz haben wir die Mär um eine Fusion aus Magie und Technologie nicht geschnallt, aber egal – die Eigenheiten der jeweiligen Spielfigur kommen jedenfalls gut zur Geltung. Darüber hinaus ist´s angenehm zu erfahren, warum alle anderen unbedingt Schwertschwinger Ragna the Bloodedge in die Finger bekommen wollen.

Wer übrigens alle Trophäen sammeln möchte, kommt um vielfaches Durchspielen nicht herum – denn manchmal reicht es schon, einen bestimmten Gegner mit einem bestimmten Angriff zu besiegen, um die Handlung und damit die Abfolge aller Kontrahenten in eine andere Bahn zu lenken. Außerdem schaltet man so auch allerlei Artworks und andere Boni frei. Und wer auf reinrassigere Spielhallenkost steht, kann im klassischen Arcade-Modus mit einem der zwölf Kämpfer nacheinander gegen zehn andere antreten. Noch mehr Action bietet der Mehrspieler-Modus. Klar, schließlich fühlen sich Duelle zwischen zwei menschlichen Kontrahenten seit jeher deutlich begeisternder an, als jene gegen die künstliche Intelligenz. Wer einen Kumpel zur Hand hat, haut sich also, gemeinsam vor der Konsole sitzend, auf die virtuelle Nase; alle anderen steigen via PSN gegen bis zu fünf Mitspieler in den Ring. Allerdings nicht gleichzeitig: Während immer zwei Kontrahenten ihrer Kampfkunst frönen, nimmt der Rest die Zuschauerrolle ein. Nach dem K.O. wird gewechselt. Und solange der Online-Gegner nicht in Japan oder einem ähnlich exotischen Standort verweilt, zeigt sich die Verbindungsqualität makellos. Und die Präsentation? Die stimmt sowieso, egal ob on- oder offline. Alle Kämpfer sind herrlich geschmeidig animiert und laden zur Begutachtung vielfältiger Details ein; in den 14 Arenen warten ferner reichlich wohlplatzierte 3D-Effekte darauf, entdeckt zu werden. Die Szenarien? Sehr abwechslungsreich: Science-Fiction, Steam-Punk, Landschaft-Bilder – alles da. Unterm Strich darf »Blazblue« somit als Pflichtkauf für Freunde des Genres bezeichnet werden. Nach leichtem Einstieg dauert es Wochen, alle Finessen des Kampfsystems zu meistern. Wer sich drauf einlässt, erlebt ein Paradebeispiel für motivierendes Gamedesign alter Schule. Bevor wir’s vergessen: Den Online-Modus sollte sich auch Capcom mal näher anschauen – würde »Street Fighter IV« sicher gut tun.
Ausgabe:04/10
PS3 Test Call of Duty Modern Warfare 2
PS3 Test King of Fighters
PS3 Test Lego Harry Potter Die Jahre 5-7 PS3M sagt:
|
Grafik _____________
Stilsicheres Design, tolle Effekte, keinerlei Ruckeleien |
8 |
|
Sound _____________
Brachiale Effekte, reichlich schräger Japano-Rock |
8 |
|
Steuerung __________
Gut erlernbar, aber sehr anspruchsvoll |
8 |
URTEIL 8.5/10
Leserwertung:
| Grafik _____________ | 9 |
| Sound _____________ | 9 |
| Steuerung __________ | 8 |
URTEIL 9.0 /10
Um eine Wertung abzugeben musst Du angemeldet sein.
AUF EINEN BLICK __
Publisher Headup Games
Entwickler Arc System Works
Preis ab 40 Euro
Genre Beat 'em Up
Spieler 1 - 6
PSN ja
USK-Freigabe ab 12 Jahren
KURZ UND KNAPP __
Das neueste Beat´em-Up der »Guilty Gear«-Macher: viel Tiefgang und klasse Look!


KOMMENTARE: