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 TEST 

 

Castlevania: Lords of Shadow

Krieger des Lichts versammelt euch!

Äste knacken. Blätter rascheln. Etwas ist im Busch. Raben fliehen aus dem Hain. Sonnenstrahlen illuminieren ein kleines Zeltlager inmitten üppiger Vegetation. Plötzlich kullert eine primitive Granate über den Boden, direkt vor die Eisenstiefel eines breitschultrigen Typen mit schulterlangem, braunem Haar. Ohne Eile geht er in die Knie, hebt den faustgroßen Sprengkörper auf, wiegt ihn in der Hand. Die Lunte brennt herab, doch den Krieger im roten Lederharnisch scheint das nicht zu kümmern. Er holt aus und schleudert den Feuerapfel direkt in die zum Angriff erhobenen Arme eines verdutzten Goblins, der gerade aus dem Dickicht hervorkriecht. Die Explosion reißt ihn in Stücke, doch der ahnungslose Giftzwerg lag nicht allein auf der Lauer. Ein Dutzend weiterer kleiner Gnome eilt heran. Willkommen in der Welt von »Castlevania: Lords of Shadow« und im Leben von Gabriel Belmont, einem Mitglied der Bruderschaft des Lichts. Dieser abgebrühte Kerl ist der Hauptcharakter; und durch seine lässige Art von Anfang an sympathisch. Kaum endet die Zwischensequenz – übrigens komplett in Spielgrafik – geht es auch schon los. Aus der Third-Person-Sicht drischt Gabriel mit der Viereck- und Dreieck-Taste um sich. Dazu benutzt er sein treues Combat Cross, eine traditionelle Kettenwaffe der Bruderschaft, die ähnlich einer Peitsche zu flächendeckenden oder gezielten Angriffen genutzt wird. Mit jedem Hieb zerschneidet die Kette flimmernd die Luft. Das sieht toll aus und fühlt sich wunderbar befriedigend an, da bei jedem Treffer das Bild kurz einfriert. So entsteht die Illusion, als würde man auf spürbaren Widerstand einschlagen – echt gelungen. Keine Chance haben die messerschwingenden Gnome gegen diese Art der Offensive und verkohlen schnell zu Staub und Asche. Mit der R2-Taste greift Gabriel die Wichte, hebt sie hoch und vermöbelt sie so lange, bis sie in einer Explosion aus Blut zerplatzen. Das wirkt etwas überzogen, stört aber nicht sonderlich. Im Anschluss an die kurze und intuitive Schlacht steht eine Expedition in die tieferen Zonen des Waldes an. Dort nämlich wartet der zwielichtige Waldgeist Pan darauf, dem entschlossenen Helden ein wenig Klarheit über seine Aufgabe zu verschaffen.


Vom Ende der Welt

Die namensgebenden »Lords of Shadow« terrorisieren das südliche Europa durch einen schwarzen Fluch. Dieser verdammt die Seelen der Toten dazu, ohne Frieden über die Erde zu irren. Auch Gabriels Geliebte Marie befindet sich unter den unglücklichen Geistern. Pan erklärt, dass alle Teile einer göttlichen Maske nötig sind, um die Welt wieder ins Licht zu führen. Die Geschichte in einer Nussschale mag wenig aufregend klingen, wird durch stimmige Zwischensequenzen in Spielgrafik und orchestrale Musik aber wirklich toll in Szene gesetzt und entwickelt echte Aha-Momente. Sir Patrick Stewart, besser bekannt als Captain Picard aus »Star Trek«, sorgt zudem für eindrucksvolle Sprechstunden. Er liest die Rahmengeschichte während der Ladesequenzen vor und leiht später außerdem einer wichtigen Spielfigur seine Stimme – alles auf Englisch wohlgemerkt, jedoch mit sehr guten deutschen Texten untertitelt.



Gabriel macht sich derweil auf ins Land der Lykaner. Schneeflocken bleiben am Bildschirm haften, der beißende Wind pfeift dir direkt um die Ohren. Erneut beweist die »Mercury-Engine« ihre Muskelkraft. Aber genug gestaunt – bevor auch nur die Hälfte des Weges geschafft ist, erschüttert ein Beben den Controller, die Eisdecke bricht auseinander. Lässig blickt Gabriel über seine Schulter, nimmt das riesige Loch hinter sich zur Kenntnis, packt seine Waffe fester und wirbelt herum. Vor ihm ragt plötzlich ein titanischer Arm aus dem Boden. Ein Moloch aus Schnee und Stein drückt sich aus dem Eis, holt mit einer seiner Pranken aus. Beeindruckend, dieser Koloss! Keine Frage, die Bossgegner gehören zu den absoluten Höhepunkten des Spiels. Durch Antippen der Kreuz-Taste springt Gabriel über die Schockwellen der Titanenfäuste hinweg. Bei durchgedrückter L2-Taste rollt er sich mittels Richtungsschwenk des linken Analogsticks über die Schulter ab und weicht den aus dem Boden schießenden Eisdornen aus. Dann: Die Faust des Titanen bleibt in der berstenden Eisdecke stecken. Ein Leuchten am Handgelenk des Ungeheuers lenkt deinen Blick auf sich – aha, ein Ankerpunkt, der per R1-Taste erklommen werden will. Gabriel schleudert sein Combat Cross dem Ziel entgegen, zieht sich an der Kette empor. Es folgt ist eine hitzige Kletterei, über den massigen Körper des Giganten, hin zu seinen verwundbaren Stellen. Hier fällt die etwas niedrige Bildrate auf; das Ganze schlägt ein eher betuliches Tempo an, ein bisschen wie »Lost Planet«. Dennoch stimmt der Spielfluss, denn die Steuerung reagiert wunderbar präzise. Wer die Tasten mit dem richtigen Timing und in richtiger Kombination drückt, verliert niemals die Kontrolle. Das fühlt sich fair an und macht einen höllischen Spaß. Hinzu kommt die dynamische Kamera, die sehr gekonnt ihre Position wechselt und das Geschehen aus allen möglichen Winkeln begutachtet. Ein Übersichtsverlust kommt nur höchst selten vor. Nächste der unzähligen und vielfältigen Stationen im Spiel: das Land der Werwölfe.



Wiedergeboren

Sofort fällt die völlig veränderte Atmosphäre auf. War sie zuvor noch arktisch, wirkt sie jetzt eher beklemmend. Finstere Höhlen, die mit Spinnenweben tapeziert sind, lassen schon früh darauf schließen, dass sich im sogenannten Land der Lykaner weitaus mehr Kreaturen der Nacht aufhalten, als nur Wolfsmenschen. Und tatsächlich fädelt sich sogleich eine riesige Spinne von der Decke und giert nach Gabriels Kehle. Per Quicktime-Reaktionstest wird der heimtückische Überraschungsangriff gekontert. Dann geht das geschmeidige Ausweichen und Attackieren los. Diese Viecher haben erstaunlich robuste Chitinpanzer und zudem einen giftigen Biss. Übung und Ausdauer zahlen sich aus. Fair gesetzte Zwischenspeicherpunkte erleichtern das Vorhaben zusätzlich. Allerdings ist schon der zweite von vier Schwierigkeitsgraden extrem anspruchsvoll – Frust vorprogrammiert. Die bombastischen Zwischensequenzen, sowie die abwechslungsreichen Gegner spornen aber ordentlich an. Fast jeder neue Feindtyp wird unterschiedlich bekämpft und verfolgt eigene Angriffsmuster, die es zu durchschauen gilt. Dämonische Ritterrüstungen, moosbewachsene Trolle, aasfressende Ghoule, so ziemlich alles, was im Fantasy-Genre Rang und Namen hat, ist vertreten. Ganz großartig! Niedergestrecktes Gesindel bringt Erfahrungspunkte, und diese dienen dem Kauf neuer Fähigkeiten. Davon gibt‘s mehr als 30, zum Beispiel einen gezielten Sprungtritt, verschiedene Kontermöglichkeiten, vernichtende Messerwürfe und natürlich diverse Kombo-Angriffe für das Combat Cross. Also fleißig Satans Brut dahin zurückschicken, wo sie herkam.



Das macht nicht nur Laune, sondern lohnt sich auch. Endlich offenbart sich ein Fluchtweg aus der engen Höhle. Eine von Ruinen eingenommene Lichtung erweckt die Abenteuerlust. Über schmale Brücken aus Spinnenweben balanciert man über Abgründe, und wo sie fehlen, kraxelt man einfach an der Wand entlang. Die Kette des Combat Cross dient dabei auch als Enterhaken, um sich über tödliche Tiefen zu hangeln oder erhöhtes Mauerwerk zu erklimmen. Das funktioniert zwar nicht immer perfekt, aber trotzdem gut genug. Gabriel hält sich nämlich meistens automatisch an Vorsprüngen und Kanten fest. Sehr oft findet man beim Erkunden der komplexen und verwinkelten Landschaften eine Blockade oder ein Portal, welches erst später beseitigt oder aktiviert werden kann. Rückreisen sind dank einer anschaulichen Weltkarte ein Kinderspiel. Das erinnert stark an die älteren »Castlevania«-Teile, ebenso wie spätere Schlösser und Kathedralen, die unter anderem ein Uhrwerk beinhalten. Fans werden also nicht enttäuscht. Denn insgesamt ergibt das hier einen echt bodenständigen und beeindruckenden Neubeginn der Serie, der hoffentlich ebenso viele Nachfolgespiele hervorbringen wird, wie seine zweidimensionalen Verwandten.
Ausgabe:
weiter PS3 Test Call of Duty Modern Warfare 2
weiter PS3 Test Resident Evil: Operation Raccoon City
weiter PS3 Test Street Fighter X Tekken

KOMMENTARE:

Episch erzählte Schlacht für Gerechtigkeit mit großartigen Sound. Obwohl es an God of War erinnert doch einen eigenen Style, der mich mehr fesselt als God of War. Tolle Grafik, tolle Zwischensequenzen, tolles Spiel. Erinnert beim Spielen etwas an "devil may cry". Sehr zu empfehlen, so wie auch das vorher erschienene Spiel von Mercurysteam....
(03.01.11 12:14 Uhr)
NEAERA
Defenitiv ein gelungenes Comeback. Das grösste manko was ich bis jetzt habe,ist das die Level teilweise zu schlauchartig sind. Da hat man das Gefühl in einer Röhre zu stecken wo man rechts und links nicht hinkommt. Ansonsten ein sehr feines Spiel geworden. Besser als Dante und fast so gut wie GoW3
(12.10.10 00:27 Uhr)
PS3M sagt:
Grafik _____________

Tolle Licht-, und Wassereffekte, abwechslungsreiches Monsterdesign

9
Sound _____________

Orchestrale Musikuntermalung, die teilweise epische Züge annimmt

8
Steuerung __________

Intuitiv, präzise und durchdacht

8

URTEIL 8.8/10

 

Leserwertung:
Grafik _____________ 9
Sound _____________ 8
Steuerung __________ 8

URTEIL 8.2 /10

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AUF EINEN BLICK __

EAN:

Publisher Konami

Entwickler Mercury Steam

Preis ab 60 Euro

Genre Actionabenteuer

Spieler 1

PSN ja

USK-Freigabe ab 18 Jahren

 

KURZ UND KNAPP __

Kinoreife Zwischensequenzen, ausgefeilte Steuerung und jede Menge Action.

FAQ

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