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 TEST 

 

Die Sims 3

Das Leben erleben

Das ganze Leben ist ein Spiel. Diese Weisheit gilt im Besonderen für die Lebenssimulation »Die Sims«. Mit knapp eineinhalb Jahren Verspätung richtet sich der beliebte dritte Teil nun auch auf der Playstation 3 häuslich ein – mit allem, was zu einem echten »Sims« dazugehört. Naja, fast allem. Denn einige Abstriche müssen Konsoleros leider hinnehmen – aber dazu später mehr. Das Grundkonzept, das schon seit zehn Jahren hervorragend funktioniert, bleibt unangetastet: Aus der Iso-Draufsicht steuert man eine oder mehrere, lebensechte Figuren durch den Alltag, baut ihnen Häuser, kauft neue Möbel und Klamotten, erklimmt die Karriereleiter, gründet eine Familie und sorgt natürlich dafür, dass stets alle Bedürfnisse – etwa Hunger, Hygiene und Harndrang – im grünen Bereich bleiben. Ein Spiel, so aufregend wie das wahre Leben – aber eben auch so normal, ereignisarm und stellenweise langatmig. Doch das dürfte echte »Sims«-Fans nicht stören. Bevor es richtig losgeht, steht auch in der Konsolenfassung das Erstellen eines eigenen Alter Egos an. Haarfarbe, Gesichtsform, Körpergröße, Gewicht; davon jeweils noch sehr individuelle Feinabstimmungen und fertig ist der ganz persönliche Sim. Neben Äußerlichkeiten bestimmt man aber auch Charakterwerte und sonstige Eigenschaften. Ist er zum Beispiel ein Glückspilz, findet er häufig seltene Gegenstände und klettert die Karriereleiter schneller hoch. Aus insgesamt 45 Eigenschaften – gute wie schlechte – darf hier gewählt werden. Da entstehen richtig individuelle Charakterköpfe – toll! Anschließend geht's mit knapper Kasse auf Wohnungssuche. Mehr als ein schäbiges Einfamilienhäuschen mit billiger Möblierung ist zu Anfang nicht drin. Ein Job muss her. Welche Karriere das Alter Ego einschlägt, richtet sich nach den eigenen Vorlieben – und denen des Sims! Je nachdem, mit welchen Talenten er im Vorfeld gesegnet wurde, kann er beispielsweise eine begnadete Schreiber-Karriere beginnen und sich am Ende als renommierter Bestseller-Autor zur Ruhe setzen. Oder er wird Handwerker, repariert Toiletten, Wasserhähne und Elektroherde, bis er sich mit seiner eigenen Firma selbstständig macht. Die Möglichkeiten sind nahezu grenzenlos und unterscheiden sich so stark, dass der Wiederspielwert ins Unendliche schießt – klasse!


Unvorstellbar aber wahr: Die Steuerung mit dem Controller funktioniert wunderbar, fühlt sich sehr intuitiv und geschmeidig an. Mit dem linken Analogstick dreht man die Kamera, mit dem rechten wird gezoomt, mit der Kreuz-Taste markiert man Gegenstände und erteilt seinem Sim so Befehle über ein Auswahlmenü. Einfach, schnell zu erlernen, prima! Neben Lohnerhöhungen, Beförderungen und der ersten Liebe sind es aber noch andere Dinge, die den Spieler motivieren und antreiben: nämlich spezielle Wünsche der Sims, sowie Herausforderungen. Wer Lebenswünsche wie den Kauf einer Staffelei oder Herausforderungen wie das Absolvieren eines Angelkurses erfüllt, hebt damit die Laune seines Sims und kassiert gleichzeitig Karma-Punkte. Damit lassen sich die neuen Karma-Kräfte einsetzen: Sechs gute und fünf schlechte Mächte kann der Spieler auslösen. So sorgt »Sofortige Schönheit« etwa dafür, dass das Aussehen des Sims nachträglich im Editor überarbeitet werden kann. »Kosmischer Fluch« bewirkt hingegen, dass alle Bedürfnisse des Sims augenblicklich auf null sinken. Eins ist klar: Dieses Game weiß seine Spieler durchaus bei der Stange zu halten. Schön.

Leider verzichtet auch die Konsolenfassung von "Die Sims 3" – wie bereits der PC-Ableger vom letzten Jahr – auf echte soziale Netzwerkfunktionen. Dabei bietet die weitestgehend offene Spielwelt durchaus Potential. Warum nicht sich mit Freunden im Stadtpark oder einem Café treffen, über ein Chat-Menü schwatzen und interagieren wie im echten Leben? Stattdessen geht all das nur mit eher laschen Nichtspieler-Charakteren.

Lediglich eigene Häuser, Kleider und Figuren können hochgeladen und mit anderen geteilt werden. Schade, da wäre sicherlich mehr drin gewesen. Denn die ganze Zeit in Gesellschaft und doch alleine zu sein, in einer offenen Welt, die so viele Möglichkeiten bietet: das ödet an, bringt Längen rein und macht nur einen Bruchteil von dem Spaß aus, den das Game hätte mitbringen können. Was soll ich im örtlichen Fitnessstudio, wenn dort sowieso nur leb- und gesichtslose KI-Kollegen Gewichte stemmen? Was fehlt, ist der Ansporn, vor die Tür zu gehen.

Zudem sind viele Örtlichkeiten in der Stadt zwar von außen betrachtbar, sobald man ins Innere zoomt, werden sie aber als leere Blöcke ohne Einrichtung dargestellt. Fad! Ja, die Grafik ist alles andere als aktueller Playstation-Standard. Wände, Fußböden und andere Oberflächen wirken platt, detailarm und strukturschwach. Lediglich die Figuren überzeugen mit witziger Mimik und ihrem typischen, charmanten Simlish-Gebrabbel.



Trotzdem: Für sich genommen ist »Die Sims 3« eine gelungene Portierung, die offensichtlich um ihre Macken weiß und versucht, sie mit neuen Spielreizen wie den Wünschen und den Karma-Punkten auszubügeln. Klappt oft, aber eben nicht immer.
Ausgabe:
weiter PS3 Test Call of Duty Modern Warfare 2
weiter PS3 Test Street Fighter X Tekken
weiter PS3 Test Resident Evil: Operation Raccoon City
PS3M sagt:
Grafik _____________

Alt und nicht gerade hübsch, zudem ruckelt’s stellenweise

6
Sound _____________

Außer Sims-Gebrabbel und gelegentlicher Mucke bleibt’s ruhig

6
Steuerung __________

Wer hätte das gedacht: Der Controller leistet gute Dienste!

8

URTEIL 7.9/10

 

Leserwertung:
Grafik _____________ 8
Sound _____________ 7
Steuerung __________ 8

URTEIL 8.4 /10

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AUF EINEN BLICK __

EAN:

Publisher Electronic Arts

Entwickler The Sims Studio

Preis ab 60 Euro

Genre Simulation

Spieler 1

PSN ja

USK-Freigabe ab 6 Jahren

 

KURZ UND KNAPP __

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