TEST
Dragon Age: Origins
Eine Geschichte wird zur Sage, eine Sage zur Legende…
Wenn jemand das Fantasy-Genre maßgeblich geprägt hat, dann niemand geringeres als J. R. R. Tolkien mit seinen Werken »Der Herr der Ringe« und »Der Hobbit«. Er ist der eigentliche Erfinder der Orks und er hat sein Mittelerde mit derart vielen Hintergrundgeschichten, Kulturen, glaubwürdigen Sprachen und Charakteren angereichert, dass sich viele dieser Welt bis heute nur schwer entziehen können. Eine große Fraktion von Schriftstellern und Filmemachern haben seine Werke adaptiert – oft kann man auch getrost das Wort »kopiert« nutzen: Elfen, Orks, Magie, Drachen, Zwerge, Helden-Truppen, lange Reisen, schwere Schicksale und große Abenteuer. Der einzige Grund, warum wir Tolkiens Schaffenswerk an dieser Stelle so breit treten, ist die Tatsachen, dass auch Bioware die Fantasy-Werke als Quell der Inspiration genutzt hat. Doch der kanadische Entwickler hat Mittelerde und seine Sagen nicht einfach nur abgekupfert oder neu interpretiert, sondern augenscheinlich sehr viel daraus gelernt: Jede noch so unwichtig anmutende Kleinigkeit wird mit den Details ausgestattet, die letztendlich die Fiktion glaubhaft machen.
Nichts Neues im Fantasy-Land?
Das wirklich erfrischende an »Dragon Age« ist die Erzählweise: Alles wirkt unwahrscheinlich erwachsen und spielt in einer düsteren, zugleich epischen Fantasy-Welt. Schwerwiegende Entscheidungen müssen getroffen werden, um zu überleben. Und während die Konversationen ihrer Einwohner von Erwachsenen-Themen und derber Sprache geprägt sind, kommen die Kämpfe auf dem Schlachtfeld angemessen brutal rüber und werden mit Hektolitern Blut grausam in Szene gesetzt. Das mag sich zunächst anhören, wie ein geschickt ausgeklügelter Marketing-Trick, aber das würde der professionellen Gangart, wie Bioware hier ein einzigartiges Weltengefüge generiert, auf keinen Fall gerecht werden: Die harten Kanten dieses Projekts sind nichts weiter als durchdachte Stilmittel und machen die Illusion des Abenteuers nur umso glaubhafter. Und tatsächlich funktioniert dieses Konzept ganz ausgezeichnet: Jeder Charakter hat eine bedeutende Geschichte, jedes Haus und jeder Gegenstand hat einen Grund für seine Existenz. Und an keiner Stelle ist das von höherer Bedeutung, als bei der Wahl des Hauptcharakters zu Spielbeginn. Bioware-Kenner werden nicht überrascht sein: Klasse wählen, danach wird mit einem komplexen Editor das Aussehen definiert – auch der Klang der Stimme kann verändert werden. Das Maß aller Dinge ist aber die Herkunftsgeschichte, die wohl den drastischsten Einfluß auf das bevorstehende Abenteuer hat.
Sei es nun Mensch, Elf oder Zwerg – jeder hat seinen ganz eigenen Platz in dieser Welt. Elfen sind Bürger zweiter Klasse, die lange Zeit versklavt waren und von den Menschen keinerlei Wertschätzungen erfahren – fast all ihre Magie gilt als verloren. Menschen sind unter den Rassen die ignorantesten und aggressivste. Zwerge hingegen unterliegen einer streng nach Kasten unterteilten Gesellschaftsstruktur und haben weit unter der Erdoberfläche ihr ganz eigenes, abgekapseltes Reich.
Zwischen all diesen Völkern stehen die Grauen Wächter – Erlöser, die wie Priester aussehen und sich wie Jedi-Ritter dem Kampf gegen die Verderbtheit verschrieben haben. Denn die fällt in Form ihrer dunklen Schergen immer wieder in das Königreich ein und versucht die Erzdämonen – mächtige und eigentlich friedliche Drachenwesen – mit ihrem dunklen Blut zu infizieren, um schließlich in ihrem Schatten die Welt zu erobern.
Das wirklich erfrischende an »Dragon Age« ist die Erzählweise: Alles wirkt unwahrscheinlich erwachsen und spielt in einer düsteren, zugleich epischen Fantasy-Welt. Schwerwiegende Entscheidungen müssen getroffen werden, um zu überleben. Und während die Konversationen ihrer Einwohner von Erwachsenen-Themen und derber Sprache geprägt sind, kommen die Kämpfe auf dem Schlachtfeld angemessen brutal rüber und werden mit Hektolitern Blut grausam in Szene gesetzt. Das mag sich zunächst anhören, wie ein geschickt ausgeklügelter Marketing-Trick, aber das würde der professionellen Gangart, wie Bioware hier ein einzigartiges Weltengefüge generiert, auf keinen Fall gerecht werden: Die harten Kanten dieses Projekts sind nichts weiter als durchdachte Stilmittel und machen die Illusion des Abenteuers nur umso glaubhafter. Und tatsächlich funktioniert dieses Konzept ganz ausgezeichnet: Jeder Charakter hat eine bedeutende Geschichte, jedes Haus und jeder Gegenstand hat einen Grund für seine Existenz. Und an keiner Stelle ist das von höherer Bedeutung, als bei der Wahl des Hauptcharakters zu Spielbeginn. Bioware-Kenner werden nicht überrascht sein: Klasse wählen, danach wird mit einem komplexen Editor das Aussehen definiert – auch der Klang der Stimme kann verändert werden. Das Maß aller Dinge ist aber die Herkunftsgeschichte, die wohl den drastischsten Einfluß auf das bevorstehende Abenteuer hat.
Sei es nun Mensch, Elf oder Zwerg – jeder hat seinen ganz eigenen Platz in dieser Welt. Elfen sind Bürger zweiter Klasse, die lange Zeit versklavt waren und von den Menschen keinerlei Wertschätzungen erfahren – fast all ihre Magie gilt als verloren. Menschen sind unter den Rassen die ignorantesten und aggressivste. Zwerge hingegen unterliegen einer streng nach Kasten unterteilten Gesellschaftsstruktur und haben weit unter der Erdoberfläche ihr ganz eigenes, abgekapseltes Reich.
Zwischen all diesen Völkern stehen die Grauen Wächter – Erlöser, die wie Priester aussehen und sich wie Jedi-Ritter dem Kampf gegen die Verderbtheit verschrieben haben. Denn die fällt in Form ihrer dunklen Schergen immer wieder in das Königreich ein und versucht die Erzdämonen – mächtige und eigentlich friedliche Drachenwesen – mit ihrem dunklen Blut zu infizieren, um schließlich in ihrem Schatten die Welt zu erobern.
Gruppenzwang perfektioniert
Schon nach den ersten paar Spielminuten wird einem bewusst, dass »Dragon Age« für lang anhaltenden Spielspaß steht. Die vielen Details und die Gewichtung zwischen Action und Konversation stimmen einfach. Und spätestens nach zwei Stunden legt einem das Spiel dann tatsächlich das eigene Schicksal in die Hand – ab da hat man komplette Entscheidungsfreiheit über sein Handeln und kann somit selbst bestimmen, was als nächstes passiert.
Die unzähligen Charaktere, die man trifft, sind extrem dicht mit Story und Spielumgebung verwoben. Ganz Bioware-typisch kann man einige von ihnen in seine Gruppe aufnehmen und schließlich mit einer Vierer-Party zu Felde ziehen. Auch in Sachen Interaktion besinnt sich Bioware scheinbar zurück zu den Wurzeln eines »Baldur’s Gate 2«, denn die Abenteurer-Truppe reagiert wirklich auf jede getroffene Entscheidung. Was für den einen eine glückliche Wendung bedeutet, bringt den anderen schnell zur Weißglut. Dem Sci-Fi-Epos »Mass Effect« wurde oft vorgeworfen, dass sich die zwischenmenschlichen Konstellationen der Akteure zu wenig auf den Geschichtsverlauf auswirken – im Fall von »Dragon Age« ist das ganz anders. Die gesamte Reise wird am Ende deinen Charakter widerspiegeln, soviel ist sicher, denn es gilt tausende Variablen zu setzen – und bei jeder Entscheidung wird die Spielwelt samt ihrer Protagonisten umgehend darauf reagieren. Das mag bei anderen Titeln aufgesetzt wirken, hier allerdings wird das Prinzip der Entscheidungsfreiheit auf die Spitze getrieben und man fühlt sich wirklich, als wäre man der Anführer seiner eigenen Widerstandsbewegung – was nicht nur Spaß macht, sondern auch gehörig motiviert.
Schon nach den ersten paar Spielminuten wird einem bewusst, dass »Dragon Age« für lang anhaltenden Spielspaß steht. Die vielen Details und die Gewichtung zwischen Action und Konversation stimmen einfach. Und spätestens nach zwei Stunden legt einem das Spiel dann tatsächlich das eigene Schicksal in die Hand – ab da hat man komplette Entscheidungsfreiheit über sein Handeln und kann somit selbst bestimmen, was als nächstes passiert.
Die unzähligen Charaktere, die man trifft, sind extrem dicht mit Story und Spielumgebung verwoben. Ganz Bioware-typisch kann man einige von ihnen in seine Gruppe aufnehmen und schließlich mit einer Vierer-Party zu Felde ziehen. Auch in Sachen Interaktion besinnt sich Bioware scheinbar zurück zu den Wurzeln eines »Baldur’s Gate 2«, denn die Abenteurer-Truppe reagiert wirklich auf jede getroffene Entscheidung. Was für den einen eine glückliche Wendung bedeutet, bringt den anderen schnell zur Weißglut. Dem Sci-Fi-Epos »Mass Effect« wurde oft vorgeworfen, dass sich die zwischenmenschlichen Konstellationen der Akteure zu wenig auf den Geschichtsverlauf auswirken – im Fall von »Dragon Age« ist das ganz anders. Die gesamte Reise wird am Ende deinen Charakter widerspiegeln, soviel ist sicher, denn es gilt tausende Variablen zu setzen – und bei jeder Entscheidung wird die Spielwelt samt ihrer Protagonisten umgehend darauf reagieren. Das mag bei anderen Titeln aufgesetzt wirken, hier allerdings wird das Prinzip der Entscheidungsfreiheit auf die Spitze getrieben und man fühlt sich wirklich, als wäre man der Anführer seiner eigenen Widerstandsbewegung – was nicht nur Spaß macht, sondern auch gehörig motiviert.
Fantasy mit Rückrad
Zweifel, ob die Steuerung eines derart komplexen Rollenspiels überhaupt auf Konsole funktionieren kann? Völlig unbegründet! Tatsächlich sind nur sehr wenige Steuerungsmuster so eingängig und so leicht zu erlernen, wie das von »Dragon Age«: Denn auch wenn man vornehmlich seinen Haupt-Charakter dirigiert, kann man stets zwischen den Party-Mitgliedern umschalten und deren volle Kontrolle übernehmen. Der Inventar-Bildschirm zum Ausrüsten der Charaktere und dem Anpassen der Fähigkeiten und lässt keine Wünsche offen, auch ein Logbuch mit Protokoll-Einträgen aller Quests und Gespräche versteckt sich dort. Außerdem können auf dem Schlachtfeld per Tastendruck zwei Ring-Menüs aufgerufen werden, das Spiel pausiert und Objekte und Aktionen können für die gesamte Gruppe zugewiesen oder auf insgesamt sechs Hotkeys verteilt werden. Das ist komplex, kommt aber ungemein griffig rüber, zumal sonst das gesamte Kampfgeschehen in Echtzeit abläuft. Und egal, ob sich unser Heldenverein nun einfachen Dieben, hinterlistigen Magiern oder ganzen Armeen in den Weg stellt: Die Kämpfe sind immer anspruchsvoll und verlangen einiges an Taktik-Gespür. Das Wichtigste aber ist der Einsatz der vielen Spezialfähigkeiten und hilfreicher Objekte. Vorausschauende Spieler sollten sich übrigens nicht zu sehr auf die Autosave-Funktion verlassen, die speichert nämlich tatsächlich viel zu selten. Ist aber nicht so tragisch, denn Spielstände dürfen auch manuell anlegt werden.
Die Grafik bleibt fast der einzige Wermutstropfen der Konsolen-Version, denn die wirkt längst nicht so ausgefeilt wie auf dem PC. Dennoch stehlen die vereinzelten Popups und unsaubere Texturen den hervorragend detaillierten Charakteren nicht die Schau und trüben tatsächlich nur sehr selten das stimmungsvolle Gesamtbild. Und wie für dieses Genre typisch, muss der geduldige Abenteurer auch vereinzelte Ladezeiten in Kauf nehmen. Die halten sich aber im Rahmen und ändern nichts am Fazit: »Dragon Age: Origins« ist ein herrliches Fantasy-Meisterwerk. Absolutes Pflichtprogramm für jeden Rollenspielfan!
Zweifel, ob die Steuerung eines derart komplexen Rollenspiels überhaupt auf Konsole funktionieren kann? Völlig unbegründet! Tatsächlich sind nur sehr wenige Steuerungsmuster so eingängig und so leicht zu erlernen, wie das von »Dragon Age«: Denn auch wenn man vornehmlich seinen Haupt-Charakter dirigiert, kann man stets zwischen den Party-Mitgliedern umschalten und deren volle Kontrolle übernehmen. Der Inventar-Bildschirm zum Ausrüsten der Charaktere und dem Anpassen der Fähigkeiten und lässt keine Wünsche offen, auch ein Logbuch mit Protokoll-Einträgen aller Quests und Gespräche versteckt sich dort. Außerdem können auf dem Schlachtfeld per Tastendruck zwei Ring-Menüs aufgerufen werden, das Spiel pausiert und Objekte und Aktionen können für die gesamte Gruppe zugewiesen oder auf insgesamt sechs Hotkeys verteilt werden. Das ist komplex, kommt aber ungemein griffig rüber, zumal sonst das gesamte Kampfgeschehen in Echtzeit abläuft. Und egal, ob sich unser Heldenverein nun einfachen Dieben, hinterlistigen Magiern oder ganzen Armeen in den Weg stellt: Die Kämpfe sind immer anspruchsvoll und verlangen einiges an Taktik-Gespür. Das Wichtigste aber ist der Einsatz der vielen Spezialfähigkeiten und hilfreicher Objekte. Vorausschauende Spieler sollten sich übrigens nicht zu sehr auf die Autosave-Funktion verlassen, die speichert nämlich tatsächlich viel zu selten. Ist aber nicht so tragisch, denn Spielstände dürfen auch manuell anlegt werden.
Die Grafik bleibt fast der einzige Wermutstropfen der Konsolen-Version, denn die wirkt längst nicht so ausgefeilt wie auf dem PC. Dennoch stehlen die vereinzelten Popups und unsaubere Texturen den hervorragend detaillierten Charakteren nicht die Schau und trüben tatsächlich nur sehr selten das stimmungsvolle Gesamtbild. Und wie für dieses Genre typisch, muss der geduldige Abenteurer auch vereinzelte Ladezeiten in Kauf nehmen. Die halten sich aber im Rahmen und ändern nichts am Fazit: »Dragon Age: Origins« ist ein herrliches Fantasy-Meisterwerk. Absolutes Pflichtprogramm für jeden Rollenspielfan!
Ausgabe:12/2009
PS3 Test Call of Duty Modern Warfare 2
PS3 Test Uncharted 3: Drake's Deception
PS3 Test King of Fighters PS3M sagt:
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Grafik _____________
Auch wenn man die PC-Wurzeln sieht – besser als nur funktionell |
7 |
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Sound _____________
Erstklassige deutsche Synchro und epische Orchester-Klänge |
9 |
|
Steuerung __________
Erstklassige deutsche Synchro und epische Orchester-Klänge |
9 |
URTEIL 8.8/10
Leserwertung:
| Grafik _____________ | 7 |
| Sound _____________ | 8 |
| Steuerung __________ | 7 |
URTEIL 7.6 /10
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AUF EINEN BLICK __
Publisher Electronic Arts
Entwickler Bioware
Preis ab 60 Euro
Genre Rollenspiel
Spieler 1
PSN Nein
USK-Freigabe ab 18 Jahren
KURZ UND KNAPP __
Packendes Fantasy-Epos, das kein Blatt vor den Mund nimmt und sich an den alten Bioware-Titeln orientiert.


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