Suche
Login

Artikel bewerten

Artikel kommentieren

Guter Beitrag? 

 

 TEST 

 

Ghostbusters: Das Videospiel

Die einzig wahren Geisterjäger sind zurück!

Selten einen so überraschenden Schachzug erlebt: Eigentlich sollte diese Filmumsetzung für so ziemlich alle Gaming-Plattformen erscheinen, die sich nicht rechtzeitig in eine Ektoplasma-Falle flüchten. Doch Anfang Mai schlug Sony zu und hat sich das Spiel zumindest bis Anfang Oktober exklusiv für Playstation 3 und Playstation 2 gesichert.

Das Game sieht sich als Quasi-Fortsetzung der 80er-Jahre-Kultfilme und lässt folgerichtig ein paar Jahre in der Handlung verstreichen. Die Geschichte: Im Jahr 1991 gehen die Geisterjäger Peter Venkman, Raymond Stantz, Egon Spengler und Winston Zeddemore immer noch ihrem Job als paranormale Kammerjäger nach. Als Spieler stößt man neu dazu – und muss als Depp vom Dienst all die wahnsinnig gefährlichen Ausrüstungsgegenstände testen, die Superhirn Spengler austüftelt.

Ausgangspunkt ist das Hauptquartier der Geisterjäger, die legendäre Feuerwache. Sie dient als Basis für eine kurze Erläuterung der Steuerung. Stick lenkt, Schultertasten feuern, das ist alles schnell erlernt und funktioniert tadellos. Allein das Erkunden der Feuerwache dürfte Fans für Stunden beschäftigen. Herrlich, wie sich schimmlige Pizzakartons auf der Mikrowelle stapeln. Kenner der Filme werden sofort Venkmans Schrank und dessen Toilette identifizieren – kurz gesagt, überall sind Filmanspielungen zu finden.
Wenn man genug gesucht und gesehen hat, geht’s zum ersten Trainingsauftrag: Im Ecto-1B – einem umgebauten Cadillac Miller-Meteor – schaukeln die Jungs Richtung Sedgewick Hotel, bekannt aus dem ersten Film. Hausgeist Slimer muss eingefangen werden, entwischt aber immer wieder, worauf bald ein weiterer Störenfried zur Tat schreitet. Reichlich Zwischensequenzen verbinden Gameplay und Rahmenhandlung zu einem großen Ganzen. Auch der Verzicht auf offensichtliche Bildschirmanzeigen ist kein Problem. Der Protonenrucksack mit Lampen und Blinklichtern auf dem Rücken des Helden dient als Informationsquelle.

Das Festnageln und Fangen der Geister läuft zwar immer nach dem gleichen Schema ab, wird aber nie langweilig, denn die Gespenster sind flink, reagieren unvorhersehbar, lassen sich was einfallen, fordern heraus. Per Nuklearbeschleuniger bzw. Protonenstrahler werden die Spukwesen erst geschwächt, bis die Strahlen sie umwickeln können. Dann werden sie per Sprengstrahl auf der R2-Schultertaste gegen Wände und Decken geschleudert. Zwischendrin den Strahler per R1-Taste runterkühlen. Dann mit der Quadrat-Taste eine Falle auswerfen und den zappelnden Geist mit dem rechten Stick hineinmanövrieren – in späteren Missionen ein Kraftakt. Je größer die Geister, desto vehementer wehren sie sich. Sie greifen verstärkt an, die Zusammenarbeit mit den KI-Kameraden wird umso wichtiger. Und funktioniert gut.
Für jeden gefangenen Geist gibt’s Bares aufs Konto und damit wiederum Upgrades und neue Ausrüstungsgegenstände: zum Beispiel Sprengstrahl-Beschleuniger, PKE-Gerät-Verbesserungen und neuartige Fallen, die Geister schneller einkerkern.

Freilich bestehen die Missionen nicht nur aus dem Geisterfangen. Denn um die Störenfriede zu finden, ist auch Spürsinn gefragt. Über das PKE-Gerät und eine spezielle Sichtbrille werden Spuren von Ektoplasma ausfindig gemacht und analysiert. Mit der Dreieck-Taste aktivieren, Fährte aufnehmen und den ausschlagenden Antennen folgen. Auch wenn’s mal nicht weitergeht, hilft das PKE-Gerät. Denn es zeigt brüchige Wände oder geheime Durchgänge, die garantiert zum nächsten Ort des Spukes führen.

Weitere Anerkennung verdienen die Figuren: Ray, Egon, Spengler und Zeddemore sind den Schauspielern wie aus dem Gesicht geschnitten – selten trifft ein Spiel die originale Gestik und Mimik so gut. Die Musik trägt viel zur großartigen Atmosphäre bei. Genauso wie die Synchronsprecher. Hier verpflichtete man tatsächlich alle wichtigen Stimmen aus den Filmen. Leider ist die Synchronisation nicht durchgehend gelungen, vor allem gegen Ende klingt mancher Satz unmotiviert.
Grafikschummler?
Playstation-3-Besitzer sind wütend, denn sie bekommen bei »Ghostbusters: Das Videospiel« eine schlechtere Grafikqualität geboten als Spieler an der Xbox 360. Das Bild wirkt auf der PS3, zumindest bei entsprechendem TV-Gerät, weicher und undeutlicher, was jedoch nur im direkten Vergleich ins Auge sticht. Woran das liegt? Scheinbar daran, dass nur mit 56 Prozent der Xbox-360-Auflösung berechnet würde. Durch das Strecken des Bildes entsteht die Unschärfe. Außerdem, so ein Entwickler von Terminal-Reality, sei auch der Antialiasing-Filter, »Quincunx«, der Playstation 3 mitverantwortlich.

Doch das lässt sich verschmerzen, wenn man das Gesamtpaket betrachtet. Das Geisterfangen macht Spaß, die Missionen sind abwechslungsreich und rasant. Leider sind die Belohnungen für das Durchspielen mager geraten: Konzeptzeichnungen und ein paar Videos – na ja! Dennoch: Das hier ist Definitiv eine der besten Lizenzproduktionen seit vielen Jahren und eine der großen Überraschungen des Spielejahres.
Michael Förtsch/sv
Ausgabe:06/09
weiter PS3 Test Call of Duty Modern Warfare 2
weiter PS3 Test Resident Evil: Operation Raccoon City
weiter PS3 Test Street Fighter X Tekken
PS3M sagt:
Grafik _____________

Tolle Lichteffekte, 1A Kulissen, Charaktere topp

8
Sound _____________

Soundtrack rockt, Protonenstrahler fetzen

9
Steuerung __________

Genretypisch, schnell erlernbar

8

URTEIL 8.3/10

 

Leserwertung:
Grafik _____________ 8
Sound _____________ 8
Steuerung __________ 8

URTEIL 8.3 /10

Um eine Wertung abzugeben musst Du angemeldet sein.

AUF EINEN BLICK __

EAN:

Publisher Sony

Entwickler Termin Reality

Preis ab 60 Euro

Genre Action-Abenteuer

Spieler 1 - 4

PSN Ja

USK-Freigabe ab 12 Jahren

 

KURZ UND KNAPP __

Spaßig, schleimig, schräg - so müssen gute Lizenzspiele aussehen.

FAQ

© Airmotion Games Verlags GmbH 2009 - alle Rechte vorbehalten.

www.ps3m.de   www.360-live.de