TEST
Guitar Hero: Metallica
Das lauteste Videospiel der Welt!
Wer auf Schwermetall steht, kommt an James Hetfield, Lars Ulrich, Kirk Hammett und Robert Trujillo nicht vorbei. Diese vier Burschen sind Metallica. Mit über 100 Millionen verkauften Alben gehören die US-Rocker zu den erfolgreichsten Musikern der Welt. Das macht sie zum perfekten Headliner für ein eigenes »Guitar Hero«-Game. Das Timing könnte nicht perfekter sein: Pünktlich zu Metallicas Deutschland-Tour im Mai bringt »Guitar Hero: Metallica« die Playstation 3 zum Beben. Mit der Umsetzung sind erneut die kreativen Köpfe von Neversoft beauftragt, die bereits mit »Guitar Hero: World Tour« die Bühne rocken. Auch »Guitar Hero: Metallica« wird wieder mit Nachbildungen echter Instrumente gespielt. Bis zu vier Rocker toben sich an Gitarre, Bass, Schlagzeug und Mikrofon aus. Nutzen lassen sich vorhandene Instrumente. Wer also bereits Geräte besitzt, krallt sich die Einzeldisk für rund 70 Euro. Inklusive Gitarre mit Metallica-Faceplate kostet das Spiel rund 110 Euro. Schlagzeug und Mikrofon gibt’s separat, ein handelsübliches USB-Mikrofon reicht aus. Ein Kauftipp ist das komplette Instrumentenset mit dem Spiel »Guitar Hero: World Tour« für 170 Euro. Sparfüchse können das – qualitativ allerdings etwas schlechtere – Instrumentenset des Konkurrenzspiels »Rock Band« ins Auge fassen. Das kostet rund 100 Euro und funktioniert auch hier.
Das Gameplay? Die bekannte Mischung aus Rhythmustest und Taktgefühl. Nach wie vor laufen auf einem Band farbige Symbole über den Bildschirm, die für Takte und Noten stehen. Auf den Instrumente-Controllern werden die passenden Tasten im richtigen Moment angetippt bzw. gehalten. Wer zu oft danebengreift beziehungsweise -haut, erntet den Hohn und Spott der Zuschauer. Aber der sanft ansteigende Schwierigkeitsgrad sorgt für reichlich Erfolgserlebnisse, und bald kocht die Bühne. Die Fans brüllen, stilecht schwingen sich die Rocker an ihre Instrumente. Kirk Hammett lässt die Saiten kreischen, James Hetfields markante Stimme ruft nach dem Sandmann, Robert Trujillo drischt den Bass mit lässiger Wucht. Spätestens jetzt hält es niemanden mehr auf seinem Platz. Die Starpower-Anzeige baut sich auf, der Punktezähler überschlägt sich, das Publikum gerät in Ekstase. Allerlei optisches Feuerwerk umrahmt das Konzert. Großartige Atmosphäre! Man merkt’s, dass James und Konsorten ihre Live-Auftritte nachgestellt und per Motion-Capturing eingefangen haben. Das Ergebnis sind virtuelle Alter Egos, die auf dem Bildschirm abgehen wie bei Rock am Ring – zwar immer noch recht comichaft, aber so nah am Original wie nie. Zwischen all dem Blitzen, Blinken und den Explosionen sind die Multiplikatoren leider etwas schwer zu erkennen. Dennoch haben sogar Einzelrocker ihren Spaß.
Per Rockstar-Baukasten eine Newcomer-Band zu basteln, Karriere zu machen und irgendwann mit Metallica gemeinsam auf der Bühne zu stehen, das motiviert. Zumal man viel Original-Zubehör und -Instrumente von Metallica freispielen kann. Als Alternative drängt sich erneut der Schnellspielmodus mit 19 von Beginn an anwählbaren Einzel-Songs auf. Die restlichen Stücke muss man sich im Karrieremodus erarbeiten. Das schaffen auch Ungeübte, die sich im Training die Grundlagen der Steuerung näher bringen lassen und danach auf dem niedrigsten von fünf Schwierigkeitsgraden gemütlich dahin spielen. Bis man allerdings Feinheiten wie die Tremolo- und Slider-Tasten an der Gitarre meistert und komplexe Stücke wie »Master of Puppets« perfekt beherrscht, geht einiges an Zeit drauf: Grundsätzlich sind Metallica-Songs keine seichte Kost, sondern großes Handwerk.
Motivierende Wirkung hat – im Einzelspieler- und im Mehrspieler-Modus − die Tatsache, dass man sich richtig viele Bühnenvideos, Fakten und Details aus der Bandgeschichte freispielen kann. Das Musikstudio gibt’s auch wieder. Fünf Spuren mit dem virtuellen WZ-RD-5000 Rekorder einzuspielen, das bringt’s mangels Möglichkeiten und mieser Soundqualität immer noch nicht wirklich – zumal zwar Schlagzeug und Gitarre aber nicht das Gebrüll des Shouters gespeichert wird.
Schwamm drüber: Das treibende Element ist hier die Trackliste. Wer sich dann irgendwann mit den schnellen Kicks von Drummer Lars Ulrich anlegen will, der holt sich im Games-Fachhandel ein spezielles Bass-Doppelpedal und treibt das Ganze auf die Spitze. Ein super Party- und Bier-Game ist’s aber auch so.
Schwamm drüber: Das treibende Element ist hier die Trackliste. Wer sich dann irgendwann mit den schnellen Kicks von Drummer Lars Ulrich anlegen will, der holt sich im Games-Fachhandel ein spezielles Bass-Doppelpedal und treibt das Ganze auf die Spitze. Ein super Party- und Bier-Game ist’s aber auch so.
Ausgabe:05/09
PS3 Test Call of Duty Modern Warfare 2
PS3 Test Uncharted 3: Drake's Deception
PS3 Test King of Fighters PS3M sagt:
|
Grafik _____________
Effektreiche Show, mitreißende Animation. Stark! |
7 |
|
Sound _____________
Gnadenlos gutes Song-Repertoire, ideal zum Headbangen |
9 |
|
Steuerung __________
Alt, bewährt, gut |
8 |
URTEIL 8.1/10
Leserwertung:
| Grafik _____________ | 7 |
| Sound _____________ | 9 |
| Steuerung __________ | 9 |
URTEIL 8.9 /10
Um eine Wertung abzugeben musst Du angemeldet sein.
AUF EINEN BLICK __
Publisher Activision
Entwickler Neversoft
Preis ab 65 Euro
Genre Musik
Spieler 1 - 8
PSN Ja
USK-Freigabe ohne Alterbeschränkung
KURZ UND KNAPP __
Ein »Guitar Hero« wie gewohnt, nur mit der wohl bekanntesten Metal-Band der Welt: Das rockt!

