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Guter Beitrag? 

 

 TEST 

 

Homefront

Befreiungsschlag oder Genozid?

Hinrichtungen auf offener Straße, hermetisch abgeriegelte Arbeitslager und stinkende Massengräber. Was die Koreanische Volksarmee, kurz KVA, an der Westküste der USA anrichtet, gleicht einem Völkermord. Wir schreiben das Jahr 2027: Kim Jong-un, der Sohn des dahingeschiedenen nordkoreanischen Diktators Kim Jong-il hat Dutzende asiatische Staaten zu einer Großmacht vereinigt. Im Jahr 2025 untermauert er mit einem satellitengestützten EMP-Angriff auf die USA seinen Anspruch auf die Weltherrschaft. Der Impuls legt ganz Nordamerika lahm und verpasst der angeschlagenen US-Wirtschaft den Todesstoß, Massenhysterie und Krawalle sind die Folge. Kurz darauf lässt Kim Jong-un seine Militärs auf die Amerikaner los, besetzt San Francisco und nutzt es für die Zurschaustellung seiner Macht.
Innerhalb dieser düsteren Zukunftsvision übernimmst du die Rolle von Robert Jacobs, einem Kampfjet-Piloten, der sich in Montrose, einem Vorstädtchen in Colorado vor den Besatzern zu verstecken versucht. Doch ohne Erfolg: Die KVA-Polizei stattet Jacobs verlauster Behausung einen Besuch ab, will ihn zwangsrekrutieren. Jemand schmettert ihm einen Gewehrkolben direkt ins Gesicht, schließlich landet er angekettet in einem zweckentfremdeten Schulbus. Kaum unterwegs, verdeutlicht ein Blick aus dem Fenster das grausame Ausmaß der Invasion: Ein sich wehrender Zivilist wird mit einer Tüte erstickt, auf Flüchtlings-Zeltlager eröffnen die Besatzer blindlings das Feuer, ein paar Meter weiter muss ein Kind mit ansehen, wie die eigenen Eltern exekutiert werden – heftiger Stoff!
Dann plötzlich: Ein Sattelschlepper kracht mit hohem Tempo in die Seite des Busses. Rianna und Connor, zwei Rebellen, befreien Jacobs, drücken ihm eine M9-Pistole in die Hand. Kurz darauf schlägt Connor Alarm: »Da kommen sie, schieß ihnen in den Kopf – Munition ist kostbar.« Gesagt, getan. Die anstürmenden KVA-Soldaten bekommen eine Ladung direkt zwischen die Augen. Connor kurz darauf: »Es gibt kein zurück. Du hast jetzt koreanisches Blut an deinen Händen – du gehörst jetzt zum Widerstand«. Die Revolution beginnt...


Neue Formation

Ab hier gibt’s keine Verschnaufpausen und schon nach wenigen Schusswechseln weißt du: »Homefront« bietet alles, was ein vernünftiger Shooter braucht. Der Sound der Waffen geht durch Mark und Bein, angebrachte Treffer führen zu glaubhaften Animationen sowie schmerzhaften Lauten der Besatzer. Auch die Zielaufschaltung funktioniert prima. Darüber hinaus wird jeder Treffer mit teils heftigen Blutspitzern quittiert. Durchschüsse etwa verteilen den Lebenssaft auf dahinterliegende Wände – übrigens auch in der deutschen, komplett ungeschnittenen Version.
Wenig später: Das halbe Dutzend Splittergranaten am Boden des ersten Unterschlupfs schleudert Jacobs per R1-Taste im hohen Bogen in die benachbarte Tankstelle. Guter Schachzug, denn davor parken zwei voll beladene KVA-Truppentransporter – den Rest erledigen die Flammen. Danach bahnen sich die Widerstandskämpfer ihren Weg durch das verwüstete Vorstadtgebiet, bis Connor schließlich weitere harsche Anweisungen gibt: »Geh da rauf und gib uns Feuerschutz!« Gemeint ist ein Baumhaus mit krakeligen Buntstiftzeichnungen. Kaum oben angekommen, strömen Dutzende KVAs aus einem vermutlich vom EMP vom Himmel gefegten Flugzeugwrack und feuern aus allen Rohren. Sie zu treffen ist gar nicht so leicht, denn auch aufs Kopf-Einziehen versteht sich die KI ziemlich gut. Wohl dem, der dank präziser Kollisionsabfrage gezielt oft nur noch wenige Zentimeter aus Deckungen hervorlugende Körperteile anvisiert. en Ansturm überlebt, trifft die Gruppe auf einige Anwohner, die sich jedoch wenig begeistert zeigen: »Was wollt ihr hier? Hier leben Frauen und Kinder – lasst uns ihn Frieden.« Der Anführer des Widerstands, Boone Carlson, versucht den Mob zu beschwichtigen. Zu spät, denn plötzlich rückt aus dem Nichts die KVA mit zwei schwer gepanzerten Humvees an. Kreischendes Geschrei zerreißt die friedliche Stille, die Einwohner flüchten scheinbar ziellos wohin sie eben können, bevor sie der Kugelhagel zu Boden reißt. Es ist ein Blutbad. Wieder kochst du innerlich, willst plötzlich nur noch eins: Vergeltung!



Moderne Kriegsführung
Und die kriegst du auch, dank Fahrzeug-Techniker Hopper, der dir kurz darauf sein Baby zur Verfügung stellt: den Goliath. Der Radpanzer ist eine halbautomatische Kampfdrohne, deren Fahrtrichtung und MG-Turm von der ausgefuchsten KI koordiniert werden. Den Raketenwerfer jedoch darfst du manuell steuern.
Dank gewaltigem Vorderradantrieb, durchbricht er seinem Weg zur nächsten Zielvorgabe zudem ganze Hauswände – beeindruckend!  Was folgt, ist einer der spektakulärsten Abschnitte im Spiel: Per Steuerkreuz zückst du die Zielvorrichtung, visierst nacheinander heranpesende Feindvehikel an und lässt Goliath den Rest erledigen. Selbst schwere Panzer und Kampfhubschrauber zerlegt die sechsrädrige Bestie im Handumdrehen. Doch nicht nur hier ist Fahrzeug-Action angesagt. In zwei Abschnitten innerhalb der Kampagne klemmt sich Jacobs in die Geschützturm-Kanzel eines Humvees. Später dann darf er ein ganzes Kapitel über einen Aufklärungshubschrauber samt fauchendem Bord-MG und durchschlagendem Raketenwerfer steuern. Packende Sequenzen und prima steuerbar zugleich.
Mit jeder nun folgenden Mission kristallisiert sich das Primärziel der Widerständler heraus: die Festung des Feindes, San Francisco. Dort nämlich lagert wichtiger Treibstoff für einen geheimen Plan. Auf dem Weg dorthin wird Jacobs fast ständig von Rianna, Connor und dem Hopper begleitet, die sich mit ihren hervorragend eingedeutschten Kommentaren jeweils ganz anders zum Kriegs-Wahnsinn äußern. Connor etwa will die Koreaner am liebsten allesamt brennen sehen. Eine Haltung, die von der pazifistisch orientierten Rianna bei jeder Gelegenheit scharf kritisiert wird. Hopper wiederum berichtet von grausamen Menschenjagden in seiner Heimatstadt – allerdings ausgeübt von Einheimischen, die jeden zu Tode hetzen, der auch nur im Entferntesten an einen Asiaten erinnert.
Als Ganzes betrachtet leisten die Macher einen erstklassigen Job, um die nervenaufreibende Story so glaubhaft wie möglich zu inszenieren. In vielen der linear angelegten Abschnitte etwa sind’s alte Tageszeitungen, die sehr detailverliebt den fiktiven Aufschwung Koreas genau dokumentieren. Sie berichten von einer ungeheuren Rohstoffkrise – ausgelöst durch den großen arabischen Krieg –, der Reformierung der amerikanischen Streitkräfte hin zur digitalen Armee sowie weiteren, penibel ausgearbeiteten politischen Steilvorlagen für den Größenwahnsinn der Koreaner.
Keine Frage, das Thema Krieg und die damit einhergehenden Verbrechen an der Zivilbevölkerung brennen sich dank der kein Blatt vor den Mund nehmenden Aufmachung sofort ins Hirn. Krassestes Beispiel: In einer Szene muss das Team durch ein Baseball-Stadion fliehen. Doch als es von einer der Tribünen aus das Spielfeld erspäht, stockt ihnen der Atem. Mit Radladern füllen die Besatzer hier Massengräber. Connor rastet sofort aus. Es folgt ein heftiges Feuergefecht – das das Team auch gewinnt. Als jedoch klar wird, dass gleich Verstärkung aus der Luft anrückt, befiehlt Connor das einzig Sinnvolle: »Rein ins Massengrab, bedeckt euch mit den Leichen – sie dürfen keinen von uns finden!« Ob man das hier Antikriegs-Shooter nennen kann? In Szenen wie diesen ganz bestimmt.



Raum nach oben
Das »Unreal Engine 3«-Technikgerüst liefert gnadenlose Action mit tollen Lichteffekten, gewaltigen Explosionen und riesigen Kulissen. Allerdings schwankt die Qualität der Texturen. Zwar kann ein Großteil der Umgebung mit fein gezeichneten Oberflächen überzeugen, die hässlichen Bäume jedoch würden auf keiner digitalen Gartenshow was reißen. Zudem hinkt die Kantenglättung der Konsolen-Version der der PC-Fassung etwas hinterher. Entschädigt wird man dafür durch gelungene Animationen und glaubhaftes Mienenspiel. Größter Kritikpunkt bleibt gleichwohl die kurze Solo-Spielzeit von nur sechs Stunden. Außerdem fehlt’s der Kampagne trotz packendem Scharfschützenkapitel und rasanten Fahrzeugmissionen vor allem an einem: noch mehr echten Höhenpunkten.
Und der Mehrspieler-Modus, den die Entwickler zu Beginn der Invasion ansiedeln? Der fügt sich prima ins nicht überragende, aber doch absolut spielenswerte Endergebnis ein. Auf großen Umgebungskarten ziehen hier bis zu 32 Spieler zu Felde. Dank unterschiedlicher Luft- und Boden-Drohnen, fünf schwerer Kriegsfahrzeuge, sechs Charakterklassen sowie umfangreichem Rang-System zum Freischalten zusätzlicher Ausrüstung sollten auch Monate nach dem Start die Server noch gut gefüllt sein. Unterm Strich also ein starker, wenn auch nicht fehlerfreier Mix aus kurzer aber heftiger Kampagne und einem komplexen, dafür auf lange Zeit motivierendem Mehrspieler-Part.
Ausgabe:04/11
weiter PS3 Test Call of Duty Modern Warfare 2
weiter PS3 Test Resident Evil: Operation Raccoon City
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KOMMENTARE:

TOTESBRINGER
Das ist nicht zu fassen so ein Schlechtes Spiel sollte Verboten werden.
(26.03.11 12:45 Uhr)
Ady11
So schlechte Grafik habe ich seit PS2 nicht mehr gesehen .
(22.03.11 15:04 Uhr)
Thq hätte besser daran getan, Geld in Entwicklung und weniger in Werbung zu stecken....auch hätte die Erscheinung ein halbes Jahr später, dem Spiel bestimmt gut getan! Nicht umsonst sank der Aktienwert von THW nach diesem Spiel......aber ich denke ihr verfolgt die Meinung der Leser dauernd und ich hoffe euch ist aufgefallen, dass die zu hohen Bewertungen durch euch einigen sauer aufstossen....
(20.03.11 19:12 Uhr)
Ich muss mich vielleicht noch mal korrigieren, obwohl ich eure Wertung wirklich übertrieben finde und auch nichts zurücknehme. Auch wenn ich deutlich mehr erwartet habe, ist das gameplay echt gut. Wäre homefront 2003 für PS2 (xbox, gamecube) erschienen, würde jetzt wahrscheinlich jeder: "wann kommt der nächste homefront Teil "und nicht "wann kommt der nächste Call of Duty Teil" fragen! Das Spiel kommt allerdings einige Jahre zu spät! Also für Grafik 8 zu geben müsst ihr echt mal erklären....auch ist die8.4 viel zu hoch gegriffen. Ich verstehe ja dass das Spiel Spaß macht aber eine solche Grafik auf den Next generation Konsolen ist ne Frechheit... Thq
(20.03.11 19:07 Uhr)
Ich überlege wirklich euer Heft nicht mehr zu kaufen...wieder einmal viel zu positiv bewertet! Die Grafik ist auf der PS2 gut aber auf der PS3?-n Witz! Ihr gebt tatsächlich 8. Wart ihr betrunken?! -oder echt gekauft....
(19.03.11 01:36 Uhr)
PS3M sagt:
Grafik _____________

Tolle Lichteffekte und Animationen, aber diverse Matsch-Texturen

8
Sound _____________

Treibende Orchester-Klänge, erschütternde Effektkulisse, 1A Synchro

9
Steuerung __________

Nicht ganz so glatt gebügelt wie in den Genre-Größen aber okay

7

URTEIL 8.4/10

 

Leserwertung:
Grafik _____________ 5
Sound _____________ 6
Steuerung __________ 6

URTEIL 5.8 /10

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AUF EINEN BLICK __

EAN:

Publisher THQ

Entwickler Kaos Studios

Preis ab 60 Euro

Genre Ego-Shooter

Spieler 1-32

PSN ja

USK-Freigabe ab 18 Jahren

 

KURZ UND KNAPP __

Glaubhaft inszenierter Antikriegs-Shooter mit Fahrzeug-basiertem Mehrspieler-Komplex.

FAQ

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