TEST
James Bond 007: Blood Stone
Ein Agent auf Weltreise
Kalt ist es in Pomerovs Ölraffinerie im tiefsten Sibirien. Zeit für ein kleines Feuer: Und weil genau wie im tiefsten Bayern Rauchverbot herrscht, muss es die P99 richten. Ein Schuss, ein Treffer, die Gasflasche explodiert, reißt zwei Wachsoldaten von den Beinen. Die sind total benebelt, also schnell hin, Ellenbogen auspacken. Ein Schlag ins Gesicht, einer in den Bauch, da waren es nur noch 15. Jetzt hurtig in Deckung, gezielt Köpfe aufs Korn nehmen und immer schön auf die Gasleitungen halten, dann wird’s dem Feind gleich ganz warm ums Herz. Der Feind? Das ist in diesem Fall besagter Pomerov, ein russischer Wirtschaftsmagnat, der in seiner geheimen Anlage Anthrax herstellt und an Terroristen verkaufen will. Entsprechend landet Bond, einmal im Inneren des Komplexes, in einem luftdichten Raum, in dem ihm Nervengas die Sinne schwinden lässt. Als dann auch noch Öltürme in die Luft fliegen und das Bond-Girl im Aston Martin kuscheln will, ist das Agenten-Feeling perfekt. Kernige Action, schnelle Autos, heiße Frauen – 007-Fans fühlen sich in »Blood Stone« endlich mal wie ein echter Craig-Bond. Einfach Wahnsinn, mit wie viel Liebe zum Detail Activision und Bizarre Creations hier die Lizenz umsetzen. Schon das Intro macht Lust auf mehr: Eine Lady zielt auf Bond, doch der ist schneller – ihr Körper zersplittert in tausend Edelsteine. Es ist eine Explosion der Farben, top arrangiert und von einem fantastisch kraftvoll gesungenen Titelsong von Soul-Diva Joss Stone begleitet.

Ebenfalls lobenswert: das Missionsdesign. Zwar sind die Katakomben von Istanbul und das Söldnerlager im Dschungel von Burma strikt linear aufgebaut, sprich du darfst nur da hinspringen oder dort runterklettern, wo es die Entwickler wollen – aber zwischendrin genießt der Spieler große Freiheit, kann beliebig an Wachen vorbeischleichen, sie leise mit Nackenschlägen ausschalten oder per schallgedämpfter Pistole töten. Hilfreich ist hierbei das Smartphone, das die Welt auf Knopfdruck in eine grau schimmernde Karte verwandelt und Feindpositionen markiert. So können Nahkampf-Experten den richtigen Moment abpassen und werden dafür auch noch belohnt: Wer Söldner ausknockt, lädt die Fokus-Energie auf. Genug gesammelt, reicht ein Tipper auf die L2-Schultertaste, schon knipst Bond per Schusswaffe bis zu drei Gegner automatisch aus. Sieht nicht nur extrem cool aus, sondern ist gerade im höchsten der drei Schwierigkeitsgrade unabdingbar. Denn die Widersacher sind extrem zahlreich. Nicht selten patrouillieren in größeren Arealen 20 bis 30 Söldner, die sich je in Fünfergruppen aufteilen. Wer wie Rambo rein stürmt, bekommt sein Bond-Girl nie in die Kiste… ähm, den Auftrag erledigt. Zugegeben, die Action ist extrem stark gescriptet, was meist passt, stellenweise aber übertrieben wirkt. Etwa wenn mal wieder eine Gegnerwelle direkt auf den Topagenten zurennt und just in dem Moment eine Statue umfällt und den Schergen Schutz bietet. Die KI ist durchschnittlich, meist recht treffsicher, hat aber Probleme, Räume zu sichern und den Kollegen Feuerschutz zu geben. Flankenmanöver hingegen klappen erstaunlich gut: Einheit A zwingt 007 durch Dauerfeuer in Deckung, Einheit B stößt auf die umliegenden Dächer vor und attackiert. Spannend: Im höchsten Schwierigkeitsgrad nutzen die Soldaten andere Waffen, locken Bond beispielsweise öfter mal mit Granaten aus seinem Versteck oder feuern mit Raketenwerfern.

Im Grunde klingt das alles nach Standard-Shooter. Als Ganzes betrachtet sind die Ereignisse jedoch großartig miteinander verkettet. Es gibt so gut wie keinen Leerlauf. Während »Ein Quantum Trost« den Spieler von einer Moorhuhn-Schlacht in die nächste wirft, warten hier Überraschungen im Minutentakt: in Athen etwa eine kinoreife Verfolgungsjagd mit Schnellbooten, in der ein Kampfhubschrauber den halben Hafen verwüstet. In Istanbul wiederum tappt 007 in mehrere Fallen, wird beinahe von einer Schrottpresse zerquetscht und fast von einem Tunnelbohrer aufgespießt. Die Zwischensequenzen, die die Story vorantreiben, sind ebenfalls gut gelungen und komplett in Spielgrafik gehalten. Zu Spielbeginn erlebt man zum Beispiel mit, wie Bonds Feinde einen führenden Biochemiker kidnappen, um ihm die Formel für das tödliche Nervengas Anthrax zu entlocken. Wie gut, dass der MI6 die heiße Diamantenhändlerin Nicole in die Betten der Bösewichte entsendet, um Insiderinformationen zu bekommen. Kurzum: Sexy inszeniert, nur bei der Mimik hapert es ein bisschen.

Ein zweispuriges Vergnügen hingegen die Verfolgungsjagden: Ok, sie fahren sie sich arcadig wie Bizarres hauseigenes »Blur« und fühlen sich auch jederzeit nach Bond-Streifen an – etwa wenn man mit dem legendären DB5 durch Istanbuls Marktplatz rast. Nur warum sind sie so frustig schwer? In Sibirien schlittert man über einen zugefrorenen See, dessen Eis kaum vorhersehbar bricht. Langsamer fahren zwecks besser Übersicht? Ist nicht, weil einem sonst der Hind-Helikopter Löcher in Lack und Birne schießt. Von solchen Macken abgesehen aber ein absolut Bond-würdiges Erlebnis.
Ausgabe:
PS3 Test Call of Duty Modern Warfare 2
PS3 Test Resident Evil: Operation Raccoon City
PS3 Test Street Fighter X Tekken PS3M sagt:
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Grafik _____________
Tolle Kampfanimationen, edle Lichteffekte |
8 |
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Sound _____________
Dynamischer Soundtrack, krachende Explosionen |
8 |
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Steuerung __________
Eingängig, nur die Fahrpassagen steuern sich zu unpräzise |
7 |
URTEIL 8.5/10
Leserwertung:
| Grafik _____________ | 6 |
| Sound _____________ | 5 |
| Steuerung __________ | 5 |
URTEIL 5.2 /10
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AUF EINEN BLICK __
Publisher Activision
Entwickler Buízarre Creations
Preis ab 60 Euro
Genre Action
Spieler 1-16
PSN ja
USK-Freigabe ab 16 Jahren
KURZ UND KNAPP __
Clevere Mischung aus kinoreifer Action, harten Nahkämpfen und kniffligen Fahrpassagen.



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