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 TEST 

 

Killzone 3

Soviel Power steckt in der Playstation 3!

Der Planet Helghan brennt. Lichterloh. So hell, dass man das Flammenmeer sogar aus dem Weltraum noch erspäht. Schuld daran sind insbesondere Sev und Rico, zwei mit allen Wassern gewaschene Kämpfer der ISA, der Interplanetarische Strategische Allianz. Zusammen mit einer gigantischen Flotte fallen sie in Teil Zwei auf Helghan ein, um Rache zu üben am Überfall der kriegslustigen Helghast auf die Weltraumkolonie Vekta.


Doch der Krieg scheint noch längst nicht zu Ende, denn durch ihre Taten am Ende von »Killzone 2« haben die beiden die Helghast mitten ins Herz getroffen; sie erst richtig sauer gemacht; sie aufgescheucht wie einen Schwarm Piranhas, der nun erst recht nach Blut lechzt; der nur noch ein Ziel hat: die totale Vernichtung aller auf Helghan verbleibenden ISA-Truppen. Sev, Rico und der kümmerliche Rest ihres Trupps stecken folglich knietief in der Scheiße, denn wie’s aussieht ist plötzlich die gesamte Helghast-Kriegsmaschinerie hinter ihnen her; würde ihre Köpfe am liebsten auf dem höchsten Punkt der in Schutt und Asche liegenden Hauptstadt Pyrrhus aufspießen. Was zunächst wie die Introsequenz zum ersten Level des Spiels anmutet, ist in Wirklichkeit bereits Level zwei. Davor erwartet Shooter-Fans eine in die Steuerung einführende Intro-Mission, die es in sich hat. Sozusagen die Initialzündung für die neun Kapitel umfassende Kampagne. Eine Passage, die mit einem Twist daherkommt, den man so wahrscheinlich nicht erwarten würde. Ohne zu viel zu verraten: Vor allem »Killzone«-Kenner werden binnen Sekunden ein Kribbeln auf der Haut spüren. Innerlich aufschreien, sich denken: »Alter Verwalter, das fängt ja abgefahren an.« Und hinzufügen: »Wer bin ich eigentlich? Meinen die niederländischen Entwickler das jetzt wirklich ernst? Oder haben die nur zu oft den nächstbesten Coffee Shop besucht – übrigens The Other Side genannt und in direkter Nähe zum Guerilla Games Hauptquartier in Amsterdam.« Doch genug der Neugierig-Macherei und zurück zur zweiten Missionen, die mit einer Ingame-Zwischensequenz eingeleitet wird, die unmissverständlich klar macht: Die Hardware-Architektur der Playstation 3 mag zwar verdammt komplex sein, doch wer sie beherrscht, wird den Zuschauer im wahrsten Sinne des Wortes wegblasen.



Film ab!
Die Mission: Aufstöbern der in der Gegend versprengten Kollegen vom Alpha Trupp. Erstmals wird das ganze Ausmaß des seit Wochen tobenden Krieges sichtbar: Bis auf die Grundmauern zerbombte Häuser, der Himmel durch Rauch und Abgase fast völlig verdunkelt. Nur einige wenige Sonnenstrahlen durchbrechen die von Staubpartikeln durchsetzte Szenerie. Auch von den überall parkenden Fahrzeugen ist kaum mehr etwas übrig. Als Schutz vor dem plötzlich einsetzenden Kugelhagel sind sie gleichwohl bestens geeignet. War ja klar, dass es hier von Helghast nur so wimmelt. Kaum hundert Meter zurückgelegt, stürmt gleich ein halbes Dutzend der Gasmaskenträger ins Bild. Und die Jungs sind clever: sofort gehen sie in Deckung, schmeißen Granaten, passen ihre Position der deinen an. Schnell wird dir klar, dass blindes Drauflosstürmen hier rein gar nichts bringt – zu heftig die Gegenwehr, zu mächtig die vom Feind eingesetzten Waffen, zu bissig die KI. Dann eben auf die elegante Tour, sprich: Waffe durchladen, Schutz suchen und erst mal die Situation analysieren. Doch wehe du denkst du lange nach! Nur allzu schnell passiert’s, dass die Jungs versuchen, dich zu umzingeln und dann völlig unverhofft direkt neben dir auftauchen. In die Enge getrieben ist dann meist die L1-Taste dein einziger Ausweg. Kurz angetippt und schon initiiert Held Sev eins von vielen wahrlich üblen Nahkampf-Manövern: Messer in den Helm, Messer mitten ins Sehzentrum, Messer in die Aorta, Genickzwirbler mit den bloßen Händen, Daumen in die Augen bohren, Kopf gegen harte Objekte donnern – Rampensau Sev lässt nichts anbrennen, wenn’s um die gezielte Eliminierung der Helghast-Bedrohung geht. Auch mit in alle Himmelsrichtungen sprudelndem, schwarzrotem Lebenssaft wird in solchen Szenen nicht gegeizt. Vorausschauende Spieler lassen es jedoch gar nicht soweit kommen und knipsen die Helghast aus der Distanz aus, bevorzugt indem sie mittels Reindrücken des rechten Analogsticks über Kimme und Korn zielen und bedachte Feuerstöße abgeben. Alternativ hilft’s, die Augen nach Großkalibrigem offenzuhalten. Gemeint sind Raketenwerfer, abmontierbares Standgeschütz, WASP-Launcher oder die wirklich hinterfotzige Bogenkanone. Einmal abgedrückt, entfesselt sie einen grün leuchtenden Energiestoß, der das Opfer zunächst in die Luft hievt und es dann von innen heraus zerplatzen lässt – eine ganz und gar nicht Appetit anregende Blutlache inklusive.



Mechanische Wüteriche
Doch das war erst den Anfang. Die richtig dicken Dinger folgen erst noch. In einer späteren Mission nimmst du zum Beispiel Platz an Bord des sogenannten Exo. Ein wuchtiger Koloss aus perfekt verschweißten Titanstreben, gut geschmierten Kugelgelenken und fauchenden Geschützen, die nur ein Manko aufweisen: Bei zu heftigem Einsatz überhitzen sie gerne. Im Level »Corinth-Schnellstraße« darfst du mit diesem Baby so richtig die Sau rauslassen, eine halbe Panzerdivision in Stücke reißen, in ausgebrannten Hochhäusern versteckte Vorposten ausheben und nebenbei den Attacken von fiesen Panzerfaust-Heckenschützen ausweichen. Damit’s noch mehr Spaß macht, serviert Guerilla Games Details, die vielfach erst bei mehrmaligem Durchspielen auffallen. Marschiert der Exo des Vordermann zum Beispiel einen schrägen Hang hinauf, siehst du, wie seine Titanpranken stets physikalisch korrekt auftreten. Seltsam über den Boden schwebende Vehikel wie in anderen Shootern? Hier nicht! Überhaupt wird dir an so mancher Stelle fast schon schwindelig ob der Fülle an Details, mit denen die Holländer hier um sich werfen. Insbesondere den Schnee-Level in der Kampagnenmitte muss man erlebt haben. Einfach nur unglaublich, wenn du deinen Blick auf die raue See abschweifen lässt und plötzlich feststellst: Beim Poseidon, Wellen sind hier nicht nur flache animierte Texturen wie in manch anderem Genrevertreter sondern dreidimensionale Gebilde, die ein Ziel haben – die Küste. Unaufhaltsam bewegen sie sich ihr entgegen, nur um dann daran mit einem Gischt aufwirbelnden Peitschen zu zerschellen. Dazu diese im Sonnenlicht funkelnden Eisschollen: Keine sieht aus wie die andere. Die Dinger sind einfach nur da und schwappen physikalisch korrekt umher – kein Mensch interessiert sich für sie. Aber in der Gesamtheit betrachtet tragen auch sie dazu bei, dass die »Du bist vor Ort«-Illusion so glaubhaft ausfällt wie in keinem anderen Playstation-3-Spiel. Wahrhaft weltmeisterlich auch die Weitsicht, die Schärfe der Texturen, das Anti-Aliasing – also die Vermeidung von Treppchenbildung – und die Windsimulation: Genial wie er Schneepartikel in klar erkennbaren Bahnen von einem Ort zum anderen trägt, wie er Fahnen und die Kleindung deines Teamkameraden zum Flattern bringt. Nicht auszudenken wie ein möglicher fünfter Teil mal aussieht.



Für Fadenkreuz-Jongleure
Aber zurück zum Fuhrpark. Abseits der Exo-Kabine quetscht sich Sev in die Kanzel eins schwerbewaffneten Truppentransporters, einer gekapertem Helghan-»Eissäge« und eines wendigen Raumschiffs. Im Gegensatz zum Exo darf er deren Kurs allerdings nicht selbst bestimmen sondern mimt hier vielmehr den Waffenmeister, sprich zerlegt in fulminant inszenierten Rail-Shooter-Sequenzen Dutzende herannahende Feindverbände. Auf die per Funk hereinprasselnden Anweisungen hören und dementsprechend Zielprioritäten festlegen, den Hitzepegel der Gatling- oder Laserkanonen im Auge behalten, ein schneller Zeigefinger und eine gewisse Abgebrühtheit – das ist’s, was dir in diesen Passagen abverlangt wird. Da die Marschrouten der anrückenden Helghast-Truppen hier stets dieselben bleiben, sind diese Abschnitte zudem recht schnell bewältigt. Macht aber nichts, denn so bleibt der Spielfluss erhalten. Völlige Bewegungsfreiheit wiederum verspricht das letzte Gefährt im Bunde: das Jetpack. Ziemlich am Anfang des famosen Eislevels darfst du diese Höllenmaschine erstmals umschnallen und den Helghast mal so richtig einheizen, sprich sie aus der Luft kommend mit Titangeschossen vollpumpen – vor denen sie sich diesmal nicht feige verstecken können. Der Auftrag: Zunächst einige Flakstellungen mittels Sprengsatz aushebeln und anschließend die ganze gottverdammte Anlage in den Tiefen des Ozeans versenken. Mehr Fischfutter heißt die Devise! Was zunächst wie ein typisches Shooter-Level beginnt, zeigt schon wenig später Züge eines 3D-Jump-and-Runs. Denn plötzlich kommst du tatsächlich nur noch voran, wenn du die lediglich für begrenzte Zeit Schub liefernden Triebwerke bedacht einsetzt und zudem den Nachbrenner erst in allerletzter Sekunde zündest, um besonders klaffende Abgründe zu überwunden. Die Helghast ihrerseits sind ebenfalls per Jetpack unterwegs, was den Nervenkitzel nur noch verstärkt.



Sneakers, die Lautlosen

Wenn »Killzone 3« etwas ganz fantastisch hinbekommt, dann die Unterschiedlichkeit der gebotenen Abschnitte. Bestes Beispiel hierfür ist ein Kapitel im ersten Spieldrittel. Eine Mission vorher noch in heftige Häuserschlachten in Downtwon Pyrrhus verwickelt, schleichst du plötzlich lautlos durch das Geäst des in Leuchtfarben schillernden Dschungels von Helghan. »Call of Duty« inspirierte Koop-Scharfschützen-Passagen funktionieren im Helghast-Universum nicht? Falsch! Zusammen mit einem Kollegen geht’s gemeinsam auf Erkundungsmission, eine Funk-Relaisstation finden. Allerdings ist das Gelände unwirtlicher als angenommen, sozusagen Pandora nur eben die Helghast-Ausgabe davon: aggressive Pflanzen mit rasiermesserscharfen Stacheln, nimmersatte Helghan-Spinnen, melonendicke Pollen, die bei Beschuss explodieren, klebriger Farn, Hunderte Meter tiefe Abgründe – hier muss jeder Tritt sitzen. Zumal auch die Helghast rege Präsenz zeigen. Daher gilt: Bloß nicht auffallen, bloß nicht ins Sichtfeld einer Patrouillen geraten und wenn du angreifst, dann immer mit der schallgedämpften Uzi.



Abwechslung ist Trumpf
Hiermit können wir dir versichern: Die beschriebenen Level sind nur einige der Highlights während der Kampagne. Beispielsweise folgt später noch ein Abschnitt in welchem dir bei veränderter Schwerkraft die Kugeln um die Ohren fliegen; oder einer, in dem es gilt, an Bord einer fahrenden Schrottpresse das Führerhäuschen zu erreichen; und natürlich der im letzten Heft beschrieben Kampf gegen die fast 300 Meter hohe Metallbestie namens Mawlr. Kurzum: Wenn dein Herz für Shooter schlägt, wirst du »Killzone 3« verschlingen, aufsaugen wie ein Schwamm und es ziemlich sicher noch ein zweites Mal durchspielen – wahrscheinlich mit einem Kumpel im taufrischen Koop-Modus.
Letzteren wirft Guerilla Games – neben Move-Unterstützung und 3D-Kompatibilität – als weiteren, »Kauf mich«-Motivator in die Waagschale. Die gemeinsame Helghast-Treibjagd funktioniert aktuell zwar nur auf dem Splitscreen, jedoch ist nicht auszuschließen, dass man noch eine PSN-kompatible Variante mittels Patch nachschiebt. So oder so: Zu zweit angegangen, setzt die Kampagne noch mal einen drauf, speziell auf den höheren Schwierigkeitsgraden Veteran und Elitesoldat. MG-Nester flankieren, fliegende Wachroboter in einen Hinterhalt locken, sich gegenseitig zur Hilfe eilen wenn einer kurz davor ist, ins Gras zu beißen – nicht zuletzt weil auch die Zwischensequenzen in der Regel zwei Helden in den Mittelpunkt rücken, funktioniert dieser Modus ganz großartig.
Die Krone setzt dem Ganzen schließlich der äußerst motivierende Mehrspieler-Modus auf, der nach mehrstündigem Warmspielen dann richtig in Fahrt kommt.
Adrenalinpumpende Kampagne, gelungener Koop-Modus, charismatische Charaktere, filmreife Zwischensequenzen, hochdosierte Mehrspieler-Injektion, Bombast-Grafik – gibt’s an diesem Spiel denn gar nichts zu meckern? Nun, in der Tat nur wenig. Zum Beispiel das Schlauchleveldesign. Oder die Tatsache, dass alles nach knapp acht Stunden schon vorbei ist. In dieser Zeit allerdings erlebst du die Shooter-Dröhnung deines Lebens. Und wirst dir zwischendurch immer wieder sagen: Die Playstation 3 war die beste Konsolen-Investition meines Lebens!

Außerdem im Heft: Aktion Lesertest, eine genaue Analyse des Mehrspielermodus, der 3D-Modus und die Move-Steuerung im Detail!
Ausgabe:03/11
weiter PS3 Test Call of Duty Modern Warfare 2
weiter PS3 Test Street Fighter X Tekken
weiter PS3 Test Resident Evil: Operation Raccoon City

KOMMENTARE:

Scrappy CoCo
Ein faszinierendes Spiel. Es ist wie ein neues Star Wars Universum, indem man sich erstaunlich schnell selbst intigrieren kann. Es gibt zwar im 3D Modus ein paar Grafikabzüge aber es macht ebenfalls viel Spaß, am meisten am Anfang des Spieles und im Jetpack Level.
Ein Topspiel, das auf jedenfall in eine PS3 Sammlung gehört.
(03.07.11 13:24 Uhr)
TOTESBRINGER
DiesesSpiel Ist einfach ATEMBERAUBEND
(26.03.11 12:53 Uhr)
theC
warum schreibt ihr den gleichen artikel ins web und ins heft? warum sollte man das helft dann noch kaufen? geniale marketing idee
(06.03.11 15:12 Uhr)
NEAERA
Super geschrieben.

Auf jeden Fall merzt der dritte Teil die fehler von Teil 2 aus. Vor allem hat die Steuerung ein grosses Plus verdient. Sie ist zwar imnernoch recht Schwerfällig,aber viiieeeell besser wie bei K2. Die Jungs von Guerilla haben alles richtig gemacht. Und nach der Session mit Sönke und Moritz macht mir der MP auh echt Spass.
(28.02.11 23:54 Uhr)
PS3M sagt:
Grafik _____________

Grandiose Partikeleffekte, stets flüssig, 1A-Zwischensequenzen

9
Sound _____________

Fetzt, ebenso wie die Musik, manchmal jedoch passt die Abmischung nicht

9
Steuerung __________

Schnell erlernt und mit gutem Deckungssystem, auch mit Move okay

9

URTEIL 9.2/10

 

Leserwertung:
Grafik _____________ 9
Sound _____________ 9
Steuerung __________ 8

URTEIL 9.7 /10

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AUF EINEN BLICK __

EAN:

Publisher Sony

Entwickler Guerilla Games

Preis ab 60 Euro

Genre Ego-Shooter

Spieler 1-24

PSN ja

USK-Freigabe Ab 18 Jahren

 

KURZ UND KNAPP __

Dritter und definitiv nicht letzter Teil der hochgelobten Ego-Shooter-Serie.

FAQ

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