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 TEST 

 

Lego Harry Potter - Jahre 5-7

Lego legt nach

Zauberstab oder Gummistock?
Was war er doch für ein süßer Lego-Bub, dieser Harry, als die Spieler ihm das erste Mal in ein Schnuffeltuch gewickelt als Baby begegneten! Seitdem sind etliche Jahre vergangen, der Knirps hat die ersten vier Jahre auf der Zauberschule Hogwarts hinter sich gebracht und startet nun als Teenager durch. Damit setzt das Actionabenteuer „Lego Harry Potter: Die Jahre 5 – 7“ genau da an, wo auch die Bücher fünf bis sieben der Potter-Saga weitermachen: Die Macht des dunklen Lords Voldemort wird immer stärker, breitet sich mittlerweile sogar schon in die Welt der Muggel – der Menschen – aus. Seine Todesser plagen die Lebenden und wie es scheint, gibt es nur eine Person, die Voldemort laut Prophezeiung aufhalten kann: Harry Potter. Dass das eigentlich stets heitere Game im zauberhaften Lego-Universum bei so viel Schwarzmalerei ein bisschen an Düsternis zulegen musste, beweist schon der Startbildschirm: Die Kamera fährt auf ein finsteres Schloss Hogwarts zu, umgeben von Nebel und Zauberern, die reihenweise von umherfliegenden Dementoren niedergestreckt werden. Doch keine Angst, alles halb so wild – natürlich ist auch dieses Abenteuer wieder absolut kindgerecht aufbereitet und sorgt eher für Story-Verwirrung, als für schlaflose Albtraumnächte: Konnten Nicht-Kenner im Vorgängerspiel der Geschichte noch halbwegs folgen, sollte man diesmal wenigstens mit der Grund-Story vertraut sein. Im Idealfall auch noch mit der Steuerung des ersten Teils, denn der Abschluss der „Lego Harry Potter“-Saga geizt ganz ungewohnt mit Erklärungen und Einweisungen. Zaubersymbole werden beispielsweise nicht näher erläutert, ebenso wenig das Ringmenü, in dem sich etwa Haustiere der Charaktere verstecken. Kurzum: Nicht der ideale Ableger, um in die Lego-Reihe einzusteigen!
Wer sich aber einmal reingefuchst hat, kommt trotzdem auf seine Kosten: In der Welt von Harry, durch die der Spieler aus einer Iso-Verfolgerperspektive steuert, gibt’s nämlich wieder allerhand zu entdecken. Hier verbiegt sich eine Straßenlaterne unter dem Wingardium-Leviosa-Zauber und wirft beim Zurückschnellen ein paar Münzen ab; da verscheucht man ein paar Schlingpflanzen mit dem Lumos-Zauber, um an eine versteckte Kiste zu gelangen; und dort will eine umgestürzte Ritterrüstung wieder aufgebaut werden, um anschließend dankend ein paar Goldstücke oder eine neue Spielfigur abzuwerfen. Einige der zahlreichen Geheimnisse in der detailreichen Welt lassen sich dabei nur mit speziellen Charakteren und deren Fähigkeiten entdecken. So kann der kräftige Dudley an besonders schweren Objekten ziehen, während Hermines Katze Krummbein nach verbuddelten Schätzen gräbt. Das motiviert, die unterschiedlichen Levels im „Freien Spiel“ mit anderen Figuren nochmals anzugehen. Auch die neuen Schauplätze fügen sich wunderbar ein. Diesmal verschlägt es Harry, Ron und Hermine nicht nur nach Hogwarts, in die Winkelgasse und nach Hogsmeade, sondern auch in die Londoner City, ins Zaubereiministerium und in das Dorf Godric's Hollow. Einige Plätze verändern sich entsprechend der Buchvorlagen und bieten so immer neue spielerische Möglichkeiten.



Wer allerdings schon viele Lego-Games hinter sich hat, wird schnell feststellen: Die Entwickler geizen mit Neuerungen. Bis auf ein paar frische Zaubersprüche und die eben erwähnten Orte ist alles beim Alten. Und das langweilt auf Dauer doch etwas. Hinzu kommen ein paar kleinere, zusammengenommen aber doch gravierende Nervereien. Zum einen die teils unverschämt langen und noch häufigeren Ladezeiten zwischen Gebietswechseln. Zum anderen eine grausame Kameraführung. Statt die frei drehen zu können, um sich vor allem in engen Gebieten eine bessere Übersicht zu verschaffen, klebt sie förmlich am Geschehen und fängt die Figuren vor allem dann richtig schlecht ein, wenn sie in Richtung des unteren Bildschirmrandes laufen. Stürze über nicht ersichtliche Abgründe sind so unausweichlich. Ein bisschen darüber hinwegsehen lässt sich im bewährten Zwei-Spieler-Koop-Modus an einer Konsole. Da erfreut man sich eher am nach wie vor erstklassigen Teamwork und der stets geschmeidigen Bildschirmteilung, falls sich die zwei Figuren mal zu weit voneinander entfernen. Der Ein- und Ausstieg? Ebenfalls wieder simpel durch einfaches Knöpfchendrücken am Controller. Schade dagegen: einen Online-Koop-Modus hat WB Games auch diesmal nicht aus dem Hut gezaubert.
Wer vor lauter Todessern, Dementoren und anderen Fieslingen jetzt auf zahlreiche Kämpfe hofft, muss zurückstecken. Der Fokus liegt vielmehr auf Entdeckung und Sammelaufgaben, sowie dem Einsatz diverser Zaubersprüche zum Lösen von Rätseln. Auch spielbare Rückblenden in die Vergangenheit anderer Charaktere, etwa die von Severus Snape, sorgen für Abwechslung und gelegentliches Kopfzerbrechen. Ein Lego-Ableger, der bei Rätseln endlich mal eine Schippe Grips verlangt? Ungewöhnlich, aber durchaus willkommen!
Unterm Strich ist auch das hier, was „Die Jahre 1 – 4“ und alle anderen Lego-Games schon immer gewesen sind: kindgerechte, gleichzeitig Erwachsenen-kompatible Hüpf- und Denkspiele mit prominenten Helden, massig Freispiel-Kram und einem grandiosen Offline-Koop-Modus. Trotzdem: Für die nächsten Bauklötzchen-Spiele bitte wieder mehr frische Ideen!


Ausgabe:Januar 2012
weiter PS3 Test Call of Duty Modern Warfare 2
weiter PS3 Test Kingdoms of Amalur Reckoning
weiter PS3 News Golden Eye 007: Reloaded
PS3M sagt:
Grafik _____________

Lego-typisch putzig, aber alles andere als überragend

7
Sound _____________

Tolle Musikuntermalung, die immer zur Szene passt

8
Steuerung __________

Funktioniert wunderbar, wenn da nicht diese zickige Kamera wäre...

7

URTEIL 8.0/10

 

Leserwertung:
Grafik _____________ 7
Sound _____________ 8
Steuerung __________ 8

URTEIL 8.1 /10

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AUF EINEN BLICK __

EAN:

Publisher WB Games

Entwickler TT Games

Preis ab 50 Euro

Genre Actionabenteuer

Spieler 1 - 2

PSN ja

USK-Freigabe ab 6 Jahren

 

KURZ UND KNAPP __

Erzählt die Geschichte der letzten drei Potter-Bücher im gewohnt niedlichen Lego-Stil.

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