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 TEST 

 

Lost Planet 2

Lang herbeigesehnt - nun endlich da!

Ein funktionierender Kosmos
Die Zukunft. Ein ferner Planet namens E.D.N. III. Früher von Eis bedeckt, jetzt von üppiger Vegetation geprägt. Söldnervereinigungen haben sich stark an bestimmte Gebiete von E.D.N III angepasst. Sie alle treibt der Hunger nach Ressourcen, denn auch nach den Ereignissen im Originalspiel schlummern auf E.D.N. III riesige Vorkommen an Thermalenergie . Folgerichtig entbrennt ein Kampf zwischen den Splittergruppen und sie alle kämpfen gegen die überwältigende, leider aber sehr menschenfeindliche Flora und Fauna dieses Planeten.
Waffenstarrende Action
Angefangen von den Akriden-Eiern, bis hin zu den großen Muttertieren trägt jedes dieser Lebewesen Thermalenergie in sich. Bereits in der ersten Episode, die sich quer durch den Amaruba-Dschungel zieht, lernt man alles, was es für die Jagd braucht. Um die Akriden zu erlegen, steht ein extrem vielseitiges Waffenarsenal parat – teils Standardwaffen, teils skurriles Zeug. Als Primärwaffen dienen sehr wirkungsvolle Sturmgewehre und Schrotflinten, via Dreieck-Taste wechselt man zur Zweitwaffe. Das könnte zum Beispiel die witzig modifizierte Abwandlung eines Akriden-Gewehrs sein, das Fluginsekten des Typus Trilid verschießt, die sich dann von allen Seiten auf ihr Ziel stürzen. Perfekt, um Mitspieler im Online-Deathmatch zur Weißglut zu treiben. Ganz egal ob simpler Raketenwerfer oder von Thermalenergie gespeistes Energie- beziehungsweise Plasma-Gewehr: das Kampfsystem berücksichtigt die Reichweite und Geschosswirkung bei der Schadensberechnung spürbar und nachvollziehbar.



Insgesamt 35 Schusswaffen umfasst das Arsenal, dazu kommen 25 Granatentypen, darunter abgedrehte Varianten wie der Energie-Shuriken – ein Wurfstern, der nahezu alles durchtrennt. Taktikfans profitieren vom tragbaren Schild, das als reine Defensivwaffe fungiert und gleich mehreren Verbündeten Schutz bietet. Neu in »Lost Planet 2« ist auch das sogenannte Einspritzgewehr, mit dem man Thermalenergie auf seine Teamkollegen ballern kann, um deren Kraftreserven aufzufrischen. Bereits im ersten »Lost Planet« hat sich der Enterhaken bewährt. Der kann zwar nicht als Waffe genutzt werden, ist aber auch hier zum Erkunden oder Erklettern der Karten hilfreich.
An Größe und Variationsreichtum gewinnt die Action durch sogenannte Vital Suits: Kampfanzüge und Exoskelette, die am Wegesrand liegen oder in speziellen Garagen lagern; und an die AT-ST Kampfläufer aus den »Star Wars«-Streifen erinnern. Insgesamt 27 Vital Suits sind im Spiel zu finden: Angefangen vom handlichen Kampfanzug, der den Körper der Spielfigur wie eine zweite Haut einschließt und zusätzlichen Schutz vor Angriffen bietet, bis hin zu Helikopter-ähnlichem Fluggerät, bei dem ein zweiter Mitstreiter als Copilot im Geschützturm Platz nimmt. Alle Anzüge benötigen als Treibstoff Thermalenergie und erweitern das Waffenarsenal beträchtlich. Einige Modelle können zwei der sogenannten VS-Waffen tragen – vom Geschützstand des Kampfläufers aus kann man diese mächtigen Kanonen mit den L2- und R2-Schultertasten abfeuern. Selbst Kampfläufer, die nur durch mehrere Personen kontrolliert werden können, stehen zur Wahl. Als Standard-Bewaffnung der VS dienen Gatling-Guns, Raketen- und Granatwerfer. Wer sich in den einzelnen Abschnitten genau umsieht, wird zudem übermächtiges Kriegsgerät finden: den VS-Laser beispielsweise, der eine zielsuchende Salve gebündelter Lichtstrahlen Richtung Gegner entlädt. Das neue VS-Schwert wiederum erweist einem vor allem in Nahkämpfen nützliche Dienste, da es Feinden oft schon mit einem Hieb den Bildschirmtod beschert. Fein: Wie im Originalspiel auch, können Fußsoldaten die wuchtigen VS-Kanonen an sich reißen und mit sich herumschleppen, selbst wenn diese wuchtigen Überkanonen aufgrund des heftigen Rückstoßes in Menschenhänden nur schwer zu bändigen sind. Trotzdem praktisch, wenn mal keines der metallenen Exoskelette zur Hand ist! »Lost Planet«-Kenner werden sich außerdem über die Möglichkeit freuen, dass man die Kampfanzüge nach Verlassen jetzt wieder reparieren kann.



Gewaltige Bossgegner

Die Spielmechanik erinnert an das Vorgängerspiel: In der Nähe jedes Level-Einstieg-Punkts befindet sich bereits die erste Datenstation der jeweiligen Mission. Um sie zu aktivieren, reicht es, für einige Sekunden heftig auf die Kreis-Taste einzuhämmern. Eine aktivierte Datenstation verteilt sogleich einen starken Schub Thermalenergie auf nahe stehende Kameraden; enthüllt einen Teil der Übersichtskarte, dient fortan als Wiedereinstiegspunkt und weist außerdem die Himmelsrichtung zur nächstgelegenen Datenstation. Ein echtes Novum stellt dagegen die sogenannte Kampfpunktzahl dar, ein spezielles Punktekonto, das ebenfalls durch das Aktivieren der Datenstationen gespeist wird. Sie spiegelt den Kampfwert der gesamten Einheit wieder. Jeder Heldentod innerhalb der Truppe kostet einen Anteil dieser Kampfpunkte und lässt den gestorbenen Söldner sodann an einer beliebigen, zuvor aktivierten Datenstation wieder in die Schlacht einsteigen – ist das gesamte Kontingent aufgebraucht, bedeutet das das Aus des gesamten Teams. Game Over! Kapitel von vorne beginnen, bitte! Dieses System treibt den Schwierigkeitsgrad zwar nur geringfügig nach oben, zwingt das Koop-Team aber trotzdem zur stetigen Zusammenarbeit. Freilich lässt sich »Lost Planet 2« auch alleine bewältigen, allerdings wird’s dann mitunter richtig schwer. Klüger ist, wer sich drei KI-Kumpels zur Seite stellt, wenn er keine menschlichen Koop-Partner findet oder aus anderen Gründen offline spielen muss. Die KI-Schergen agieren zwar nicht sonderlich schlau, sind aber oft allein aus taktischer Sicht unabdingbar, denn nicht selten lassen sich feindliche Stellungen nur durch frontales Sperrfeuer und geschicktes Flankieren von der Seite knacken. Generell gibt’s auf diesem verdammten Planeten immer drei Sorten von Kämpfen: Kleinere Feldzüge gegen die quirlige Akriden-Brut, Gefechte gegen die menschlichen Häscher verfeindeter Fraktionen und zu guter Letzt wäre da noch die massive Anzahl an Bosskämpfen, meist gegen gigantische Akriden-Wesen. Generell bietet die Kampagne also stetige Abwechslung, zumal jede Mission vor einzigartiger Kulisse spielt und auch für Koop-Fans etliche Schmankerl bietet. Zum Beispiel das aus der ersten »Lost Planet 2«-Demo bekannte Salamander-Level, indem sich eine gefühlte 100 Meter lange Echse um ein Felsrondell schlängelt und den Jägern als Zielscheibe dient. Der Clou: Während ein Teil der Truppe von außen auf die orangefarbenen Kniegelenke des Ungetüms ballert, infiltriert der andere Teil in einem ruhigen Moment das Maul des Giganten, killt das Viech also von innen heraus. Vor allem auf einem der höheren Schwierigkeitsgrade werden dann Absprachen und taktisches Vorgehen zur Pflicht.



Mächtiges Technikgerüst

Als technische Basis dient erneut Capcoms bewährte Engine »MT-Framework 2.0«. Gute Wahl, denn das Gezeigte überzeugt: Einschüsse verursachen Funkenregen und Querschläger, Licht wird je nach Material unterschiedlich reflektiert, zudem leistet sich die Verfolgerkamera praktisch keine Schnitzer. Weniger schön: In vielen Zwischensequenzen ist leider ein allgegenwärtiger Zeilenversatz unübersehbar. In Aktion nervt dieser Zeilenversatz gottlob sehr viel weniger, fällt kaum auf. Ein echtes Manko sind dagegen die extrem seltenen Quicktime-Events, die sehr vereinzelt in Zwischensequenzen vorkommen. Vor allem beim zweiten Durchspielen fühlt man sich dadurch dazu verdonnert, auch wirklich jede Sequenz anzusehen. In diesem Fall hätte man diese Reaktionstests wohl lieber weggelassen, oder aber konsequenter ins Gefüge integriert. Das gilt leider auch für die vielen kurzen Ladepausen. Zwischen den Missionen sind die zwar nachvollziehbar und als Ruhepol sogar willkommen. Aber beim Durchschalten der einzelnen Optionen des Hauptmenüs? Schade auch, dass Capcom auf eine deutsche Tonspur verzichtet. Ziemlich schwache Vorstellung bei so einer Megaproduktion. Zumindest sind die Untertitel und Bildschirmtexte ordentlich eingedeutscht. Dennoch: Wer kein Englisch spricht, wird zwangsläufig abgelenkt. Das kostet einen Wertungspunkt.
Der Sound dagegen ist grandios: Jede Waffe pumpt dir einen kernigen Sound ins Ohr, die Musik treibt dir mit pompösem Orchestern das Adrenalin ins Blut. Und dann diese vielen kolossalen Momente. Spätestens wenn dir der erste Bossgegner ins Gesicht brüllt, wenn die Luft vor den Lautsprechern dabei flimmert, gefriert dir das Blut in den Adern – garantiert! Dabei ist diese 60 Meter hohe Akriden-Königin der Kategorie G mit ihren sichelscharfen Tentakeln nur der Auftakt. Diese Monster sorgen für Schweißperlen und Gänsehaut – und wenn nicht sie, dann die Flut an menschlich geartetem Feindpack. Das bringt zwar nicht immer die schlaueste KI mit in den Kampf, für die Flanken- und Umgehungs-Manöver muss man sich allerdings schon was einfallen lassen. Und so stellt »Lost Planet 2« auch für erfahrene Zocker durchaus eine Herausforderung dar. Beeindruckend ferner die Größe und Abwechslungsreichtum der Kulissen. Dschungel, Berge, Höhlen, sogar ein Unterwasser-Level. Es gibt etliches zu entdecken und zu erkunden.
Insgesamt ließe sich die Kampagne zwar in rund 14 Stunden meistern, man kann aber wesentlich mehr Zeit investieren. Denn hier ist sozusagen der Weg das Ziel, und besonders unterhaltsam gerät der Marsch ins Finale, wenn man ihn mit drei Mitspielern gemeinsam geht. »Lost Planet 2« ist geprägt von unfassbaren Aneinanderreihung von Höhepunkten, diesem überwältigenden und intensiven Spielgefühl. Irgendwie passt da sogar das gemächliche Lauftempo der Heldenfiguren dazu. Dadurch hat man nie das Gefühl, man könnte flüchten. Man ist der Gefahr sozusagen unmittelbarer ausgesetzt, fühlt sich mehr mittendrin statt nur dabei. Und hat ein Augenzwinkern lang mehr Zeit zum Schauen und Staunen.
Jan Heinrich
Ausgabe:05/10
weiter PS3 Test Call of Duty Modern Warfare 2
weiter PS3 Test Resident Evil: Operation Raccoon City
weiter PS3 Test Street Fighter X Tekken

KOMMENTARE:

Diar!!s
Eine farge zum spiel lohnt sich es allein zu spielen oder nur koop
(08.05.10 19:24 Uhr)
PS3M sagt:
Grafik _____________

Nicht komplett fehlerfrei, generell aber ganz großes Kino

8
Sound _____________

Kernige Effekte und wuchtige Orchester-Hymnen

9
Steuerung __________

Nutzt alle Tasten des Controllers, wirkt trotzdem nie überladen

8

URTEIL 8.7/10

 

Leserwertung:
Grafik _____________ 8
Sound _____________ 8
Steuerung __________ 8

URTEIL 8.8 /10

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AUF EINEN BLICK __

EAN:

Publisher Capcom

Entwickler Capcom

Preis ab 48 Euro

Genre Action

Spieler 1 - 16

PSN ja

USK-Freigabe ab 16 Jahren

 

KURZ UND KNAPP __

Auf Koop geeichte Sci-Fi-Action mit derben Waffen, kolossalen Gegnern und High-Tech-Kampfanzügen.

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