TEST
Majin
Ein Riesenbaby rettet die Welt...
Was das sein? Ein Spiel? Spiel man kann essen? Nein? Dann ich nicht wollen. Du können behalten? Ja, wir können. Trotzdem nehmen wir dieses Angebot getrost an. Denn was das Oger-artige Blumenmonster Majin mit seiner seltsamen Redeweise hier verschmäht, ist ein echter Überraschungshit. Ein Actionabenteuer in einer märchenhaften Welt, die von Schattenwesen überrannt wird. Und nur der flinke Dieb Tepeu kann – mit Hilfe des Halbgottes Majin – die Schatten aus der Welt vertreiben. Ja, ok: Die Story ist so abgegriffen wie Omas Topflappen. Trotzdem bringt »Majin and the Forsaken Kingdom« etwas mit, was es einzigartig auf der Sony-Konsole macht: sein Gameplay. Hier stehen keine brutalen Kämpfe und cineastische Kamerafahrten im Vordergrund, sondern Teamwork, cleveres Rätselraten, taktische Auseinandersetzungen und vor allem Freundschaft. Es ist nicht sonderlich schwer, den tollpatschigen Riesen Majin in sein Herz zu schließen – man muss ihn einfach gern haben mit seinen watscheligen Monsterfüßen, dem charmanten Überbiss und der Blumenwiese auf seinem Rücken. Der Spieler selbst steuert aber ausnahmslos Majins Partner, den Dieb Tepeu, aus der Verfolgerperspektive. Tepeu ist ein bisschen zu hitzköpfig und will neben Schätzen sammeln vor allem eines: die Welt wieder ins Gleichgewicht bringen. Wie sich relativ schnell herausstellt, muss das ungleiche Duo für dieses Vorhaben vier mysteriöse Masken finden und damit ein magisches Tor aufbrechen. Hinter diesem Tor lauert angeblich die Wurzel allen Übels.

Doch bis dahin ist es ein weiter, rund 25-stündiger Weg durch eine offene Fantasiewelt, die die Helden mit unzähligen Gefahren und Hindernissen konfrontiert. Allen voran: knifflige, aber wenig innovative Rätsel der Marke »Betätige einen Schalter, um Tor X zu öffnen«. Für solche Denksport-Aufgaben ist in erster Linie Tepeu zuständig. Den steuert der Spieler mit dem linken Analogstick – ein Tipper auf die Viereck-Taste, schon interagiert der Langfinger mit bestimmten, kleineren Objekten. Sobald ein Felsen den Weg blockiert, er einen Schalter auf höher gelegenen Ebenen erreichen muss oder Katapulte bedient werden sollen, kommt dann der Majin ins Spiel. Über ein einfaches Befehlsmenü auf der L2-Schultertaste trägt man dem Knuddelmonster beispielsweise auf, zu folgen, zu warten, in die Hocke zu gehen, anzugreifen oder Türen zu öffnen. Dieses Zusammenspiel funktioniert nicht zuletzt wegen der simplen Steuerung und der cleveren KI des Riesen ganz wunderbar. Dass der Majin an Ecken und Kanten hängenbleibt oder seinen Weg nicht findet, gibt’s hier nicht. Dass er mir nichts dir nichts mal über seine eigenen Füße stolpert oder herzhaft niest schon eher – herrlich, wie’s hier menschelt!

Aber nicht nur Türen und Felsen hindern Majin und Tepeu an ihrem Vorhaben. Viel schlimmer sind die Schatten – von der Finsternis befallene Menschen, die sich in gefährliche Teermonster verwandelt haben. Nur wer hier taktisch denkt und mit der Umgebung interagiert, kommt heil davon. Zum Beispiel ist es fast schon ein Muss, Anführer zuerst auszuschalten, da sie sonst unablässig Verstärkung rufen. Bei besonders harten Brocken lässt man den Majin eine Mauer zum Einsturz bringen, die den Feind begräbt. Große Horden wiederum geben mit einer Ladung Sprengsatz klein bei. Das fordert nicht nur Köpfchen, sondern sieht auch noch klasse aus. Insbesondere, wenn der Majin mit seinen XXL-Fäusten die Gegner auseinander stäubt oder mit später dazu erlernten Fähigkeiten Feuer spuckt oder Blitze rasseln lässt. Cool! Und wem das noch zu anspruchslos ist, der freut sich auf einen der fünf spektakulären Bosskämpfe gegen die Generäle der Finsternis. Diese Schattenwesen sind ganz schön zäh und ohne die richtige Strategie nicht kleinzukriegen. Du siehst: Die Möglichkeiten sind vielfältig – und spielen sich genauso abwechslungsreich.

Apropos Abwechslung: Auch bei den Kulissen vermisst man nichts – außer vielleicht den nötigen Feinschliff. Im verwunschenen Königreich geht’s durch alte Schlossruinen, dichte Dschungel und marode Energiekraftwerke. Das Grafikniveau gibt sich dabei ähnlich durchwachsen wie bei »Enslaved: Odyssey to the West«: nicht überragend, aber noch gut. Richtig klasse gelungen sind hingegen die Zwischensequenzen. Während der Majin im Laufe des Spiels mehr und mehr sein Gedächtnis wiedererlangt, werden die vergangenen Geschehnisse in bildhübschen, animierten Scherenschnitten präsentiert. Das erinnert an richtig gute Kinderbücher – sehr stimmungsvoll!
Unterm Strich punktet das Game vor allem mit seinem frischen Gameplay, das ganz ohne unnötige Gewalt und künstliche Längen auskommt. Es macht einfach Spaß, mit diesem monströsen Riesenbaby an seiner Seite die hübschen Umgebungen zu erkunden, sich immer wieder neue Kampfstrategien auszudenken, sie gemeinsam anzuwenden und zu sehen, wie die Freundschaft der beiden Helden weiter wächst. Das zeigt sich übrigens nicht nur in Dialogen, sondern auch im Kampf, wo die Zwei bei immer stärkeren, gemeinsamen Finalschlägen zur Hochform auflaufen. So sieht Teamwork aus. Grandios!
Ausgabe:
PS3 Test Call of Duty Modern Warfare 2
PS3 Test Street Fighter X Tekken
PS3 Test Resident Evil: Operation Raccoon City PS3M sagt:
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Grafik _____________
Schön bunt und märchenhaft, aber etwas angegraut |
7 |
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Sound _____________
Soundtrack eher unauffällig, dafür sehr gelungene Sprecher |
7 |
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Steuerung __________
Trotz vieler Befehle und Möglichkeiten handlich |
8 |
URTEIL 8.3/10
Leserwertung:
| Grafik _____________ | 7 |
| Sound _____________ | 7 |
| Steuerung __________ | 7 |
URTEIL 8.4 /10
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AUF EINEN BLICK __
Publisher Namco Bandai
Entwickler Game Republic
Preis ab 49,90 Euro
Genre Actionabenteuer
Spieler 1
PSN ja
USK-Freigabe ab 12 Jahren
KURZ UND KNAPP __
Atmosphärisch-fantasievolles Abenteuer mit Freundschaft in der Hauptrolle.

