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 TEST 

 

Marvel vs. Capcom 3

Zwei Welten, ein Erlebnis

Wolverine wetzt die Adamantiumklingen. Chris Redfield lädt die Schrotflinte durch. Ryu strafft sein Stirnband. Dann heißt’s: Fight! Ja, nach zehn Jahren des Wartens ziehen Capcoms Ikonen endlich wieder zusammen mit Marvels Superhelden in bester »Street Fighter«-Manier in die Schlacht. Zwar wieder nur, um Weltenvernichter Galactus zur Strecke zu bringen, aber egal. Denn nach Hunderten von K.O.-Siegen und schmerzenden Daumen wird klar: Das Warten hat sich gelohnt! 37 durchdachte Charaktere, pfeilschnelle Action, umwerfende Grafikeffekte und ein anspruchsvolles Kampfsystem schlagen voll ein – zumindest fast immer. Aber der Reihe nach …


Mit 19 Kämpfern auf Capcoms und 18 Helden auf Marvels Seite ist so ziemlich alles abgedeckt, was in beiden Universen Rang und Feuerball hat. »Final Fight«-Straßenklopper Mike Hagger zum Beispiel hämmert mit kräftigen Nahangriffen sein Gegenüber in den Staub. »Mega Man X«-Kumpane Zero überrascht mit pfeilschnellen Laserschwert- und Buster-Kanone-Angriffen. Und »Spider-Man« – um nur drei Redaktionsfavoriten zu nennen – spinnt seinen Gegenüber ein, um ihn dann genüsslich weich zu prügeln. Kurz gesagt: Jede Figur spielt sich unterschiedlich, jeder Charakter besitzt Genre-üblich Vor- und Nachteile. Muskelprotz Hulk etwa teilt zwar kräftig aus und steckt ordentlich ein, seine Attacken sind dafür vergleichsweise langsam und nur auf kurze Distanz wirksam. Anders »Street Fighter«-Veteranin Chun-Li: Raubkatzenartig schwingt sie sich durch die Arena und bearbeitet ihren Gegner mit leichten, dafür blitzschnellen Tritten. Entsprechend verwundert’s kaum, dass viele Stunden vergehen, bis man das für den eigenen Stil richtige Team zusammengestellt hat. Team zusammenstellen? Richtig gelesen. Anders als bei »Street Fighter« und Co. kämpfen hier nämlich stets drei Kämpfer pro Seite und betonen damit angenehm die taktische Finesse. Während sich eine Figur im Ring schlägt, sitzen die anderen – mit der L1- und R1-Schultertaste jederzeit abrufbereit – auf der Ersatzbank. Praktisch: Wer eine der Schultertasten nur kurz antippt, ruft den passenden Gefolgsmann lediglich für eine gezielte Spezialattacke in die Arena. Vor allem als Rettungsanker und für Kombos eine gern gesehene Unterstützung. Ebenfalls praktisch: Solange der Kämpfer im Off ausharrt, regeneriert er den roten Teil seines Energiebalkens am oberen Bildschirmrand. Speziell gewiefte Taktiker wissen davon zu profitieren.



Einsteiger hingegen werden vor allem den neuen »Easy Mode« schätzen. Statt mit teils komplizierten Halbkreisdrehungen und den drei Angriffstasten, beschwört man Spezialattacken hier mit nur einem Tastendruck herauf. Und sei dir sicher, du willst Spezialangriffe ausführen: Sind diese doch unerlässlich im Duell gegen die kecke Gegner-KI im Arcade-Modus. Gleiches gilt für die spektakulären Ultra-Kombos: Mit jedem eingesteckten und ausgeteilten Treffer füllt sich die Ultra-Leiste am unteren Bildschirmrand bis maximal Level fünf. Via L2-Schultertaste oder gleichzeitigem Drücken der Taste für einen mittleren und einen starken Angriff starten die Helden sodann eine vernichtende, oft kampfentscheidende Kombo-Attacke: »Okami «-Wolf Amaterasu beispielsweise entfesselt eine Flutwelle an Blitzen, während »Devil May Cry«-Heroe Dante gefühlte 1.000 Mal auf sein Gegenüber einhackt – grandios! Das Einstudieren solcher Angriffe lohnt also.
Nicht zuletzt der optischen Extase wegen. Leichtfüßige Animationen, plastischer Comic-Look und ein Effektfeuerwerk, das seinesgleichen sucht – was Capcom mit der bereits in »Resident Evil 5« und »Lost Planet 2« eingesetzten »MT Framework Engine« anstellt, treibt Liebhabern gezeichneter Action die Tränen in die Augen. Das Resultat ist sogar so epileptikerfeindlich, dass das Spiel vor Beginn eine Warnung ausspricht. Da das Geschehen aber auf einer 2D-Schiene abläuft, leiden weder Übersichtlichkeit noch Spielbarkeit. Klasse! Ebenso rufen die zehn Kulissen Begeisterung hervor. Vor allem Retro-Fans werden bedient, etwa mit einer auf Hochglanz polierten Interpretation der schaurig-schönen »Demon Village« aus »Ghouls ‘n Goblins«.
Weniger großartig dagegen, dass manch Charakter deutlich zu mächtig ausfällt; allen voran Wolverine und Sentinel. Wer regelmäßig mit einem der beiden trainiert, wird aufgrund überhöhter Stärke und Geschwindigkeit nahezu unbesiegbar. Merzt Capcom hoffentlich noch via Patch aus.



Auch der Umfang an Modi schlägt nur bedingt ein. Neben dem klassischen Arcade-, Trainings- und Versus-Modus, gibt’s noch knackig schwere Mission zu bewältigen: Während die ersten drei von zehn Aufgaben für jede Figur leicht ausfallen, braucht ein »Hyper Combo Cancel« schon mehr Übung. Bereitet dafür aber auch prima für die harmonisch funktionierenden Ranglisten- und Tournament-Kämpfe im Onlinemodus für bis zu acht Teilnehmer vor. Zudem fesseln die durch Kämpfe verdienten Battle Points tagelang – sie nämlich braucht’s, um an den üppigen Freischaltkram zu gelangen. Über die Abstinenz eines richtigen Story-Modus lässt sich daher gerne hinwegsehen.
Ausgabe:
weiter PS3 Test Call of Duty Modern Warfare 2
weiter PS3 Test Resident Evil: Operation Raccoon City
weiter PS3 Test Street Fighter X Tekken
PS3M sagt:
Grafik _____________

Effektreich, flüssig und sehr detailverliebt

9
Sound _____________

Fetziger Soundtrack, japanische Stimmen freischaltbar

9
Steuerung __________

Voll konfigurierbar und einsteigerfreundlich

9

URTEIL 8.8/10

 

Leserwertung:
Grafik _____________ 9
Sound _____________ 7
Steuerung __________ 7

URTEIL 8.8 /10

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AUF EINEN BLICK __

EAN:

Publisher Capcom

Entwickler Capcom Japan

Preis ab 50 Euro

Genre Beat 'em Up

Spieler 1-8

PSN ja

USK-Freigabe ab 12 Jahren

 

KURZ UND KNAPP __

Traumhaftes, in jeder Hinsicht einschlagendes Duett von Capcom und Marvel.

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