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Guter Beitrag? 

 

 TEST 

 

MGS: Peace Walker

Spannend, emotional, bizarr - getestet!

Was macht eine gute Geschichte aus? Klar, sie muss fesseln, einen in ihren Bann ziehen. Es gibt nur wenige Bücher, die das wirklich schaffen; und noch weniger Videospiele. Videospiele, die einen so sehr vereinnahmen, dass man Zeit und Raum vergisst. Soviel vorweg: Diesem grandiosen Mix aus Schleichen und Schießen gelingt genau das.
Die Story rund um den Söldner Naked Snake und seinen, auf Costa Rica ausgefochtenen Kampf gegen eine geheime Organisation packt dich von der ersten Minute und lässt dich erst nach rund 20 Stunden wieder los. Also erst dann, wenn der Abspann über den Bildschirm flimmert, die Hintermänner der von der CIA unterstützen Untergrundorganisation gestoppt wurden und die nukleare Bedrohung gebannt ist. Alles wie gehabt also? Nicht ganz, denn Kojimas neustes Meisterwerk dürfte die Lager der Fangemeinde spalten. Aber immer der Reihe nach.


Wer die »Metal Gear Solid«-Reihe seit ihrem Start auf der ersten Playstation verfolgt, weiß, was ihn in den jeweils zehn bis 25 Minuten dauernden Missionen erwartet: Aus Third-Person-Sicht manövriert man Snake durch Dschungelabschnitte, Dörfer, Militärbasen und andere abwechslungsreiche Szenarien und schaltet dabei reihenweise Feindpack aus. Zwar lassen sich die Widersacher mit Granaten und Schnellfeuergewehr niederstrecken, sinnvoller ist’s jedoch sich langsam heranzupirschen und sie lautlos im Nahkampf auszuschalten. Denn lautstarke Scharmützel locken weitere Feinde an.

Eine Situation, die es zu vermeiden gilt. Wurde Snake trotzdem entdeckt, sollte er schleunigst ein Versteck aufsuchen. Ein Zähler am linken oberen Bildschirmrand zeigt die verbleibenden Sekunden, binnen deren die Gegner noch nach einem Ausschau halten. Nach Ablauf dieser Phase folgt die Patrouille wieder ihrer ursprünglichen Route. Zeit für einen neuen Versuch! Anders formuliert: Es gilt jeden Feind zu studieren, seine Laufwege zu verinnerlichen sowie ihn – falls nötig – mit Klopfgeräuschen anzulocken, um dann im richtigen Moment zuzuschlagen. Oft leichter gesagt als getan, da sich der schwammige Analogstick der PSP vor allem für langsame Gehbewegungen kaum eignet.



Vorzugsweise stellt man die Sensibilität des Sticks im Optionsmenü gleich auf die dritte von insgesamt neun Stufen. Aber zurück zu Snakes Einsatz: Zwei mit der Viereck-Taste ausgeführte Würfe später liegt der erste Wachmann am Boden und sieht für kurze Zeit sprichwörtlich Sterne. Der perfekte Moment, um seine Taschen per Dreieck-Taste nach Munition oder Energie-Rationen zu durchstöbern. Und dann? Das Opfer einfach im Urwald zurücklassen? Oder hinterrücks meucheln? Nicht in »Peace Walker«. Nein, bewusstlose Bösewichte hängen effektive Zocker vorzugsweise an einen Fulton-Ballon. Der steigt dann in die Luft und wird mittels Heli zur »Mother Base«, dem eigenen Stützpunkt, transportiert.



Die Basis selbst ist deine Kommandozentrale im Spiel. Hier entscheidest du, was du als Nächstes machen möchtest. Neue Waffen basierend auf im Feld gefundenen Bauplänen erforschen? Die Ausrüstung verbessern? Oder doch noch mal ne Runde im Trainingslevel absolvieren? All das erleichtert nicht nur die spätestens ab Spielmitte extrem anspruchsvollen Level, sondern ist auch fürs Voranschreiten in der Story essenziell. Zum Beispiel bedarf es der Erforschung von C4-Sprengstoff, um in bestimmten Arealen Mauern einzureißen, die den Weg zum nächsten Abschnitt freilegen. Wer nicht vorausschauend spielt und solche Hilfsmittel nicht rechtzeitig erforscht, muss nervige Wartezeiten in Kauf nehmen und zur Überbrückung ein paar Trainingsmissionen erledigen.



Stichpunkt Forschung: Hierfür werden die per Fulton-Ballon abgeholten Männer und Frauen eingespannt. Doch Obacht! Neben Wissenschaftlern benötigt die Basis auch Köche und Krankenschwestern, die den Rest der Basis versorgen und die Moral der Truppe aufrechterhalten. Ignoriert man diese Bedürfnisse, verlangsamt das nicht nur die Forschung, sondern kann auch dazu führen, dass genervte Angestellte fluchtartig die Basis verlassen. Insgesamt passt die Ideen mit der eigenen Basis ganz gut zum Konzept, leider nimmt sie aber auch viel Tempo aus diesem sonst so packen Game. Schade.

Geschmackssache sind ferner die oft knackig schweren Bosskämpfe gegen etwas gesichtslose Militärvehikel wie einen T72-U-Panzer oder eine gigantische, fahrende Festung. Menschliche Feinde von Schlag des legendären Psycho Mantis aus Teil Eins sucht man hier vergebens. Immerhin: Wer in solchen Szenen zum Beispiel den Panzer nicht verschrottet, kann ihn später im Koop-Modus nutzen.
Richtig gelesen, erstmals in der »Metal Gear«-Reihe gibt’s einen innovativen Koop-Modus. Hier schließen sich bis zu vier Freunde zusammen und ballern den Bossen gemeinsam eins auf den Pelz oder meistern – das dann nur zu zweit – die Storymissionen. Dadurch lässt sich die Geschichte nicht nur leichter, sondern auch schneller bewerkstelligen.



Durch Räuberleitern kann man zum Beispiel häufig Abkürzungen nehmen, die Einzelgängern verwehrt bleiben. Folgerichtig fühlt man sich als Solist etwas geknickt, wenn man keinen Kumpel mit einer »Peace Walker«-UMD im Freundeskreis hat. Ebenso sorgen fehlende Kontrollpunkte für Frust, vor allem wenn man mal wieder kurz vor Missionsende den Löffel abgibt und von Anfang starten muss. Unterm Strich also ein »Metal Gear« mit Macken. Jedoch solchen, die in Anbetracht der packenden Story, des riesigen Umfangs, der überzeugenden Dialoge und der üppigen Mehrspieler-Freuden kaum ins Gewicht fallen. Kauftipp für alle Snake- und Action-Liebhaber!
Moritz Wanke
Ausgabe:06/10
weiter PS3 Test Call of Duty Modern Warfare 2
weiter PS3 Test Uncharted 3: Drake's Deception
weiter PS3 Test King of Fighters
PS3M sagt:
Grafik _____________

Abwechslungsreich, scharf, eindrucksvoll

9
Sound _____________

Grandiose Sprecher, mitreißende Musik. Sprache leider nicht Englisch

8
Steuerung __________

Aus drei Vorlagen wählbar, Steuerung per Analogstick schwammig

7

URTEIL 8.8/10

 

Leserwertung:
Grafik _____________ 8
Sound _____________ 7
Steuerung __________ 6

URTEIL 7.4 /10

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AUF EINEN BLICK __

EAN:

Publisher Konami

Entwickler Kojima Productions

Preis ab 30 Euro

Genre Schleich-Action

Spieler 1 - 6

PSN Ja

USK-Freigabe ab 16 Jahren

 

KURZ UND KNAPP __

Packender Ableger der Schleich-Action-Reihe mit umfangreichem Mehrspieler-Modus.

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