TEST
Overlord 2
Wenn Bäume brennen und Kinder schreien, Knuddeltiere sterben und verträumte Dörfer dem Erdboden gleich gemacht werden, dann ist er zurück, der einzig wahre Herrscher der Unterwelt: der Overlord!
Es ist Midwinter in Nordberg, das Fest der Liebe, der Geselligkeit, der Geschenke. In den verschneiten Sträßchen leuchten bunte Laternen, die Bäume sind geschmückt, und es duftet verführerisch nach weihnachtlichem Gebäck. Die Menschen sind vergnügt, die Kinder lachen und alle feiern sie gemeinsam mit Speis und Trank ein Fest der Besinnlichkeit.
Beim Anblick dieser Idylle mag sich manchem Leser – ganz sicher aber noch jemandem anderen – der Magen umdrehen. Es handelt sich um einen kleinen, vermummten Jungen mit leuchtend gelben Augenschlitzen. Und während die anderen Kinder spielen, zerlegt er ihre Schneemänner, jagt die Kleinen mit Ruten durch die Winterlandschaft und randaliert auf dem Festplatz. Denn dieser kleine Hosenscheißer hat nur eines im Sinn: Chaos und Zerstörung!
Schlagt mich, Meister!
Wer anno 2007 »Overlord« auf der Playstation 3 gespielt hat, könnte ahnen, worauf dieses Szenario hinausläuft: Niemand anders außer dem Herrscher der Unterwelt, dem Meister des Chaos, dem Overlord selbst, ist in so jungen Jahren schon so böse! Und genau das denken auch die ein bisschen an Gremlins erinnernden Diener des Bösen: die Schergen. Seitdem der letzte Overlord seinen Posten verließ, irren die Schergen umher – auf der Suche nach einem neuen Herrn. Denn wie der Schergen-Gelehrte Gnarl zu sagen pflegt: »Schergen ohne Meister sind wie Flöhe ohne Hund, wie Pusteln ohne Gesicht, wie Maden ohne Kadaver.«
Schon hallen die ersten Rufe der runzeligen Viecher durch die kalte Abendluft: »Es ist der Meister! Der neue Overlord! Führt uns, Meister!« Kurze Zeit später tummeln sich einige braune, spitzohrige, glubschäugige Gestalten hinter dem Rücken des Jungen. Ihr unentwegtes Geschwätz und Gewusel erinnert an einen Ameisenhaufen. Husten, schniefen, spucken, pöbeln und Nase bohren: Manieren kennt dieses Pack nicht. Sehr schön!
Beim Anblick dieser Idylle mag sich manchem Leser – ganz sicher aber noch jemandem anderen – der Magen umdrehen. Es handelt sich um einen kleinen, vermummten Jungen mit leuchtend gelben Augenschlitzen. Und während die anderen Kinder spielen, zerlegt er ihre Schneemänner, jagt die Kleinen mit Ruten durch die Winterlandschaft und randaliert auf dem Festplatz. Denn dieser kleine Hosenscheißer hat nur eines im Sinn: Chaos und Zerstörung!
Schlagt mich, Meister!
Wer anno 2007 »Overlord« auf der Playstation 3 gespielt hat, könnte ahnen, worauf dieses Szenario hinausläuft: Niemand anders außer dem Herrscher der Unterwelt, dem Meister des Chaos, dem Overlord selbst, ist in so jungen Jahren schon so böse! Und genau das denken auch die ein bisschen an Gremlins erinnernden Diener des Bösen: die Schergen. Seitdem der letzte Overlord seinen Posten verließ, irren die Schergen umher – auf der Suche nach einem neuen Herrn. Denn wie der Schergen-Gelehrte Gnarl zu sagen pflegt: »Schergen ohne Meister sind wie Flöhe ohne Hund, wie Pusteln ohne Gesicht, wie Maden ohne Kadaver.«
Schon hallen die ersten Rufe der runzeligen Viecher durch die kalte Abendluft: »Es ist der Meister! Der neue Overlord! Führt uns, Meister!« Kurze Zeit später tummeln sich einige braune, spitzohrige, glubschäugige Gestalten hinter dem Rücken des Jungen. Ihr unentwegtes Geschwätz und Gewusel erinnert an einen Ameisenhaufen. Husten, schniefen, spucken, pöbeln und Nase bohren: Manieren kennt dieses Pack nicht. Sehr schön!
Hühott, feines Wölflein!
Über Portale wechselt der Spieler vom Unterwelts-Turm in der Rolle des Overlords zu vorgegebenen Punkten im Land – meistens Orte, an denen die nächste Aufgabe wartet. Der düstere Feldzug gegen das Imperium führt den Spieler in Städte, Dschungel und aufs offene Meer. Alle Schauplätze locken mit ihrem eigenen Charme und spielerischen Möglichkeiten: In Städten verzaubert der Spieler Dorfbewohner und bringt sie unter seine Kontrolle, im Dschungel sitzen giftige Spinnen auf Bäumen, die bei Erschütterung herabfallen und fette Nixen hängen sich auf See an die Schiffsruder. Auch grafisch beeindrucken die Szenerien. Dank schönem Licht-und-Schatten-Spiel wirken die Umgebungen einladend und bunt – hat der Overlord gewütet, prägen abgeholzte Bäume und Sträucher, demolierte Häuser oder umgeworfene Marktstände das Bild. Die Animation der Schergen treibt dem Spieler immer aufs Neue ein Grinsen ins Gesicht, und bei so detailliert dargestellten Gebäuden findet man es fast schon schade, sie zu zerstören. Aber nur fast!
Über Portale wechselt der Spieler vom Unterwelts-Turm in der Rolle des Overlords zu vorgegebenen Punkten im Land – meistens Orte, an denen die nächste Aufgabe wartet. Der düstere Feldzug gegen das Imperium führt den Spieler in Städte, Dschungel und aufs offene Meer. Alle Schauplätze locken mit ihrem eigenen Charme und spielerischen Möglichkeiten: In Städten verzaubert der Spieler Dorfbewohner und bringt sie unter seine Kontrolle, im Dschungel sitzen giftige Spinnen auf Bäumen, die bei Erschütterung herabfallen und fette Nixen hängen sich auf See an die Schiffsruder. Auch grafisch beeindrucken die Szenerien. Dank schönem Licht-und-Schatten-Spiel wirken die Umgebungen einladend und bunt – hat der Overlord gewütet, prägen abgeholzte Bäume und Sträucher, demolierte Häuser oder umgeworfene Marktstände das Bild. Die Animation der Schergen treibt dem Spieler immer aufs Neue ein Grinsen ins Gesicht, und bei so detailliert dargestellten Gebäuden findet man es fast schon schade, sie zu zerstören. Aber nur fast!
Die erste Mission führt den Overlord nach Nordberg, wo er die Truppen des Kaiserreichs mitsamt Centurio Borius verjagen und die Stadt für sich beanspruchen soll. Doch vorher gibt‘s – wie bei jedem Gebietswechsel oder vor Zwischensequenzen – einen Ladebildschirm. Nicht, dass die Ladezeiten übermäßig lang wären, doch viel zu häufig wird der Spielfluss durch solche Unterbrechungen gestört. Andererseits käme man anders wohl nicht an die wertvollen Tipps von Gnarl, die in Textform eingeblendet werden. Sehr nützlich zu wissen, dass die Milz explodieren kann, wenn man Nymphenaugen verspeist!
Überall in Nordberg sind jetzt so genannte Brutgruben verteilt: Kleine Löcher, aus denen neue Schergen herausgezogen werden können, wenn man den Vorrat an Untergebenen im Schlepptau auffüllen möchte. Jeder Scherge benötigt für seine Herbeirufung Lebenskraftkugeln, die der Overlord aus getöteten Gegnern gewinnt. Zu Anfang befehligt der dunkle Herrscher nur 15 der quirligen Stinker, später im Spiel werden es bis zu 50. Da gestalten sich taktische Rangeleien doch relativ schwierig. Die Verwaltung des Gefolges lässt zu wünschen übrig, die Übersicht im Kampf geht bei solchen Schergenhorden nur allzu schnell verloren. Wer ist der Gegner? Und wo bin ich? Zwar sollen rot eingefärbte Kreise über den Köpfen der Feinde anzeigen, wie viele Schergen ihm gerade zusetzen, doch dem macht die eigenwillige Kameraführung oft einen Strich durch die Rechnung. Anstatt sich mit dem Spieler in die richtige Richtung zu drehen, bleibt sie oft an Felsen oder in Bäumen hängen, Geäst versperrt dann die freie Sicht. Selbst justieren ist Pflicht. Oft hilft aber nur der Rückruf der Dienerschaft, um sich neu zu orientieren. Das kostet mitunter Schergenleben und frustriert ungemein.
Überall in Nordberg sind jetzt so genannte Brutgruben verteilt: Kleine Löcher, aus denen neue Schergen herausgezogen werden können, wenn man den Vorrat an Untergebenen im Schlepptau auffüllen möchte. Jeder Scherge benötigt für seine Herbeirufung Lebenskraftkugeln, die der Overlord aus getöteten Gegnern gewinnt. Zu Anfang befehligt der dunkle Herrscher nur 15 der quirligen Stinker, später im Spiel werden es bis zu 50. Da gestalten sich taktische Rangeleien doch relativ schwierig. Die Verwaltung des Gefolges lässt zu wünschen übrig, die Übersicht im Kampf geht bei solchen Schergenhorden nur allzu schnell verloren. Wer ist der Gegner? Und wo bin ich? Zwar sollen rot eingefärbte Kreise über den Köpfen der Feinde anzeigen, wie viele Schergen ihm gerade zusetzen, doch dem macht die eigenwillige Kameraführung oft einen Strich durch die Rechnung. Anstatt sich mit dem Spieler in die richtige Richtung zu drehen, bleibt sie oft an Felsen oder in Bäumen hängen, Geäst versperrt dann die freie Sicht. Selbst justieren ist Pflicht. Oft hilft aber nur der Rückruf der Dienerschaft, um sich neu zu orientieren. Das kostet mitunter Schergenleben und frustriert ungemein.
Seht nur, diese fetten Weiber!
Höhepunkte für Spiel und Lachmuskeln sind die Bosskämpfe. Hier ziehen die holländischen Entwickler alles und jeden durch den Kakao. Ein Hippie-Elf ist Aktivist einer Tierschutzorganisation und versucht, all die »niedlichen Tierchen von Mutter Natur« zu schützen. Kein Wunder, denn der Overlord hat kurz zuvor flauschige, weiße Robbenbabies unter schallendem Gelächter seiner Schergen niedergeknüppelt. Tiefer im Wald wartet eine korpulente Fee im knappen Blütenbody, deren zarte Flügelchen die Fleischmassen kaum tragen können. Rabenschwarze Situationskomik! Trotz der überragend überdrehten Optik, die jedes Zwerchfell strapaziert, verpasst die deutsche Synchronisation dem Ganzen einen Dämpfer. Vielleicht liegt es daran, dass sich die Stimmen einiger Figuren arg überzogen anhören. Teilweise wirken sie gekünstelt und lieblos artikuliert. Mit den knarrig-genialen Schergen-Stimmen können sie jedenfalls nicht mithalten, und dieser Qualitätsunterschied fällt doch auf. Die englische Sprachausgabe zeigt sich da ausgewogener – ach, wäre sie doch nur auf dem Datenträger!
Ansonsten bleibt sich »Overlord 2« aber treu. Die lineare Erzählstruktur führt weitestgehend ohne Schnörkel durch die seichte, mit Seitenhieben gespickte Story. Einige Nebenmissionen lockern den strammen Handlungsrahmen etwas auf, lassen aber nicht allzu viele Freiheiten. Dafür glänzt »Overlord 2« wieder mit jeder Menge Slapstick, schwarzem Humor und witzigen Details – zum Beispiel einer eigenen Schergen-Band, die im Unterwelts-Turm krächzend und gröhlend die bisherigen Taten ihres Herrn besingt. Letztlich trägt auch Rhianna Pratchett, die Tochter des bekannten Fantasy-Autors Terry Pratchett, zum grotesken Charme bei: Sie zeigt sich erneut für die skurrilen Dialoge und Tipps des Schergen-Gelehrten Gnarl verantwortlich. »Ladet besser keinen Succubus zum Essen bei Eurer Schwiegermutter ein!« Natürlich nicht! »Holt Euch stattdessen lieber das Spiel direkt bei Veröffentlichung!« Diesen Tipp können wir nur unterstreichen. Denn »Overlord 2« hat zweifellos seine Schwächen, doch das höllisch gute Spielkonzept entschädigt für fast alles. Zuschlagen, Scherge!
Höhepunkte für Spiel und Lachmuskeln sind die Bosskämpfe. Hier ziehen die holländischen Entwickler alles und jeden durch den Kakao. Ein Hippie-Elf ist Aktivist einer Tierschutzorganisation und versucht, all die »niedlichen Tierchen von Mutter Natur« zu schützen. Kein Wunder, denn der Overlord hat kurz zuvor flauschige, weiße Robbenbabies unter schallendem Gelächter seiner Schergen niedergeknüppelt. Tiefer im Wald wartet eine korpulente Fee im knappen Blütenbody, deren zarte Flügelchen die Fleischmassen kaum tragen können. Rabenschwarze Situationskomik! Trotz der überragend überdrehten Optik, die jedes Zwerchfell strapaziert, verpasst die deutsche Synchronisation dem Ganzen einen Dämpfer. Vielleicht liegt es daran, dass sich die Stimmen einiger Figuren arg überzogen anhören. Teilweise wirken sie gekünstelt und lieblos artikuliert. Mit den knarrig-genialen Schergen-Stimmen können sie jedenfalls nicht mithalten, und dieser Qualitätsunterschied fällt doch auf. Die englische Sprachausgabe zeigt sich da ausgewogener – ach, wäre sie doch nur auf dem Datenträger!
Ansonsten bleibt sich »Overlord 2« aber treu. Die lineare Erzählstruktur führt weitestgehend ohne Schnörkel durch die seichte, mit Seitenhieben gespickte Story. Einige Nebenmissionen lockern den strammen Handlungsrahmen etwas auf, lassen aber nicht allzu viele Freiheiten. Dafür glänzt »Overlord 2« wieder mit jeder Menge Slapstick, schwarzem Humor und witzigen Details – zum Beispiel einer eigenen Schergen-Band, die im Unterwelts-Turm krächzend und gröhlend die bisherigen Taten ihres Herrn besingt. Letztlich trägt auch Rhianna Pratchett, die Tochter des bekannten Fantasy-Autors Terry Pratchett, zum grotesken Charme bei: Sie zeigt sich erneut für die skurrilen Dialoge und Tipps des Schergen-Gelehrten Gnarl verantwortlich. »Ladet besser keinen Succubus zum Essen bei Eurer Schwiegermutter ein!« Natürlich nicht! »Holt Euch stattdessen lieber das Spiel direkt bei Veröffentlichung!« Diesen Tipp können wir nur unterstreichen. Denn »Overlord 2« hat zweifellos seine Schwächen, doch das höllisch gute Spielkonzept entschädigt für fast alles. Zuschlagen, Scherge!
Ausgabe:
PS3 Test Call of Duty Modern Warfare 2
PS3 Test King of Fighters
PS3 Test Lego Harry Potter Die Jahre 5-7 PS3M sagt:
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Grafik _____________
Grotesk, überdreht, stilsicher, einfallsreich – und top animiert |
8 |
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Sound _____________
Tolle Sprüche, düsterer Orchestersound, Punktabzug wegen Synchro |
8 |
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Steuerung __________
Trotz Schergen-Getümmel erstaunlich handlich, die eigenwillige Kamera kostet Punkte |
8 |
URTEIL 8.1/10
Leserwertung:
| Grafik _____________ | 7 |
| Sound _____________ | 8 |
| Steuerung __________ | 7 |
URTEIL 8.1 /10
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AUF EINEN BLICK __
Publisher Codemasters
Entwickler Triumph Studios
Preis ab 60 Euro
Genre Action-Abenteuer
Spieler 1 - 2
PSN Ja
USK-Freigabe ab 16 Jahren
KURZ UND KNAPP __
Einzigartiger Mix aus Action und Strategie geprägt durch herrlich fiesen Humor. Sehr viel schräger kann‘s dieses Jahr kaum noch werden.

