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Guter Beitrag? 

 

 TEST 

 

PES 2010

Fußball spielt man mit dem Kopf

In Interviews sagen Trainer gerne: »Fußball spielt man mit dem Kopf«. Gemeint sind damit natürlich keine wuchtigen Kopfbälle, sondern taktisches Verständnis. Verteidiger müssen Löcher in der Abwehr erkennen und stopfen, ein Stürmer diese wiederum nutzen und in Tore ummünzen. Auf diese Gameplay-Elemente fokusiert sich auch »FIFA 10«, legt seinen Schwerpunkt auf schnelle Konter, filigrane Flanken und präzise Schüsse. »PES 2010« ist da ein bisschen anders: Torraumszenen sind deutlich unberechenbarer; ob ein Ball reingeht, ist hier stärker als bei der Konkurrenz von der optimalen Position zwischen Ball und Birne respektive Fuß abhängig. Üben, abwägen, das perfekte Timing trainieren – Grundpfeiler, die jedes »PES« ausmachen. Schön: Die Ballphysik wurde ordentlich aufgebohrt. Verleiht man dem Leder Effet, zieht es herrlich animiert einen Halbkreis. Landet man einen Treffer, gibt’s phantastische Netzphysik obendrauf. Ärgerlich dagegen, dass die Torwart-KI in diesem Jahr nicht wirklich viel dazu gelernt hat: Selbst Weltklasse-Keeper wie Buffon lassen halbhohe Bälle zu oft rein – ein Fauxpas, der schon in »PES 2009« für Ärger sorgte. Die größten Veränderungen warten aber ohnehin im Taktik-Menü: Mit acht Reglern, jeweils fünffach abgestuft, wird die eigene Strategie ausbalanciert. Es gilt, die Schwächen des Gegners zu analysieren und zu nutzen. Beispiel FC Barcelona: Die Katalanen sind echte Mittelfeldasse mit starkem Kurzpassspiel, aber anfällig für Flanken. Ergo wird der Pass-Weite-Regler nach oben justiert. Sehr erfreulich: Das eigene Team setzt taktische Veränderungen sofort um. Im Spiel gegen Barca orientieren sie sich nach dem Dreh am Regler stärker an den Außen, ziehen das Spiel so in die Breite und hebeln die Abwehr mit Flankenwechseln aus. Taktik-Füchse werden die neue Freiheit lieben, Einsteiger hingegen fühlen sich von all den Einstellungen erschlagen. Und es geht noch weiter in die Tiefe, denn die wahre »PES 2010«-Revolution nennt sich »Karten«. Zur Analyse dieses Features springen wir kurz in eine Torraumszene des FC Barcelona: Doppelpass Iniesta - Xavi, die sehen Messi. Doch der steht rechts außen, fast am Ende des 16ers. Macht es hier Sinn, in den gegnerischen Strafraum zu flanken? Ja! Messi schießt sofort wie eine Rakete los, jagt dem Torwart entgegen und haut die Kugel via Flugkopfball rein. Nur Glück? Ein bisschen schon, aber es steckt auch taktisches Kalkül dahinter. Denn hier kommt eine der besagten Karten ins Spiel, also besondere Fertigkeiten der Superstars, die man vor einer Partie im Taktik-Menü als eine Art Skript aktivieren kann. Messi beherrscht den »Präzisen Sprint«, der ihn fast unaufhaltsam durch die feindliche Defensive donnern lässt. Diese Tricks funktionieren logischerweise nur, wenn Messi von der KI gesteuert wird. Und das ist die Krux, denn der gebürtige Katalane spielt seine Trumpfkarte nur dann effektiv aus, wenn ihn die KI kontrolliert und nicht der »PES«-Zocker. Letztendlich ist das aber Gewöhnungssache. Denn wenn man erst mal raus hat, wo die Vorzüge der Kicker liegen und diese gezielt aktiviert, entfaltet sich noch mehr Spieltiefe als bisher.
Wer also Messis »Zick-Zack-Lauf« aktiviert hat, muss via Dreiecks-Taste selbst einen anderen Kicker übernehmen und Messi der KI überlassen. Die sorgt dann eventuell dafür, dass er ein paar Verteidiger ausdribbelt und dem vom Spieler gesteuerten Recken eine perfekte Vorlage liefert. Ferner gibt es passive Fähigkeiten, die automatisch immer aktiviert sind: Messis Qualitäten liegen im Zweikampfverhalten – die Karten sind also den realen Spielerfähigkeiten nachempfunden.
Nachgebessert hat Konami auch beim leidigen Thema Lizenzen: Fast die komplette UEFA Champions League ist mit an Bord. Einzige Ausnahme bilden deutsche Vereine, diese Lizenz hat nach wie vor EA in der Tasche. Schade. Immerhin läuft erstmals die komplette deutsche Nationalelf auf. Und die Champions-League-Lizenz bringt einen dicken Atmosphäre-Bonus. Etwa wenn die goldene Trophäe vor dem Spiel in einem gut gemachten Video erscheint, das von der berühmten Hymne Tony Brittens und dem Royal Philharmomic Orchestra untermalt wird. Fußball-Flair pur.
Weiter geht die Frischzellenkur auf Grafikseite: Der Rasen etwa wird nun nicht mehr als platte Textur dargestellt, sondern eher wie ein strukturierter grüner Teppich. Darüber hinaus wirken Mimik und Gestik der Spieler glaubwürdiger als noch letztes Jahr. Weniger schön: Die Lichteffekte bei Nahaufnahmen, genauer gesagt die Schlagschatten, die selbst jungen Spielern tiefe Falten ins Gesicht graben. Toll wiederum die Animationen: Egal ob Pressbälle, scharfe Flanken oder schicke Schlenker – alles aus einem Guss. Dennoch bleibt »FIFA 10« in der Summe das schickere Spiel, das sich zudem einen Hauch spritziger anfühlt. Kaufenswert bleibt »PES 2010« aber allemal, vor allem für Fußball-Experten. Nicht ganz so brillant wie »PES 6«, aber um Weiten besser als der direkte Vorgängerkick. Für die fehlende Bundesliga gibt´s allerdings Punktabzug.
Benjamin Kratsch
Ausgabe:11/2009
weiter PS3 Test Call of Duty Modern Warfare 2
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KOMMENTARE:

Hulkamaniac1
Ein gutes Fußballspiel.
(24.12.10 13:40 Uhr)
Clubby1986
Also ich bin seit 10 Jahren PES Fan.Und habe auch Fifa10 nicht für gut empfunden!Habe mir am Stichtag gleich PES10 geholt und ich muss sagen,sollte nicht schnellstens ein Patch kommen,ist das Spiel nur für den Schrotthaufen!TorwartKI mit Großen Aussetzern,der Sound katastrophe,die Steuerung schleppend,spielt man nicht mit Real oder Barca gewinnt man kaum einen 2Kampf...Der Onlinemodus ist unübersichtlich und Rückständig!
(23.10.09 10:52 Uhr)
PS3M sagt:
Grafik _____________

Wunderschöne Animationen, Stadion wirkt etwas steril

8
Sound _____________

Original UEFA-Hymne, aber keine Fanchöre

8
Steuerung __________

Sehr gut spielbar, nur manchmal etwas träge

8

URTEIL 8.3/10

 

Leserwertung:
Grafik _____________ 7
Sound _____________ 5
Steuerung __________ 5

URTEIL 5.5 /10

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AUF EINEN BLICK __

EAN:

Publisher Konami

Entwickler

Preis ab 55 Euro

Genre Sport

Spieler 1 - 7

PSN Ja

USK-Freigabe ab 0 Jahren

 

KURZ UND KNAPP __

Tolles Spiel für Taktik-Füchse: »PES 2010« ist die optimale Simulation für alle, die ihr Fußballwissen in Tore ummünzen wollen.

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