TEST
Prototype
Das kommt also dabei heraus, wenn sich Superhelden-Action mit der offenen Welt aus »GTA« und den Viren aus »Resident Evil« infiziert…
Eigentlich sollten Videospiele nicht so gemein sein. Sie sollten dir nicht in den ersten Spielminuten die Superkräfte eines Überhelden verleihen, nur um dir dann alles wieder wegzunehmen. Auch »Prototype« beginnt furios: Im Anschluss an das kurze Einstiegsvideo wirft es dich direkt in eine atemberaubende Abfolge von Actionhappen. Die Kamera zeigt Zerstörung: vermummte Soldaten-Patrouillen, das Wrack eines Yellow-Cabs am Straßenrand, offensichtlich New York City, genauer gesagt Manhattan. Dann Zoom auf einen Kerl, der auf einem Sims hoch über den Dächern kniet und die Szenerie beobachtet: »Mein Name ist Alex Mercer. Für die da bin ich ein Killer. Ein Monster. Ein Terrorist.« Für die da, damit meint er die Patrouillen der Blackwatch-Militärs, die ihn jagen. Und die Mutanten, die ihn ebenfalls jagen.
Warum, erklärt sich im Spielverlauf. Jetzt geht's erst mal los: Menschen, Panik, Feuer, riesige Kreaturen hechten ins Bild. Sie sehen aus wie Gorillas, denen jemand die Haut abgezogen hat. Auch Alex verändert seine Gestalt: Sicheln schießen aus seinen Armen. Er häckselt Kreaturen wie ein Düsentriebwerk eine verirrte Taube, stemmt ein Auto und wirft's einem Kampfhubschrauber entgegen, schwingt sich in Richtung einer Glasfassade, rennt mehrere Meter daran empor, springt hoch über das Dach hinaus und weiter ins Ungewisse…
Warum, erklärt sich im Spielverlauf. Jetzt geht's erst mal los: Menschen, Panik, Feuer, riesige Kreaturen hechten ins Bild. Sie sehen aus wie Gorillas, denen jemand die Haut abgezogen hat. Auch Alex verändert seine Gestalt: Sicheln schießen aus seinen Armen. Er häckselt Kreaturen wie ein Düsentriebwerk eine verirrte Taube, stemmt ein Auto und wirft's einem Kampfhubschrauber entgegen, schwingt sich in Richtung einer Glasfassade, rennt mehrere Meter daran empor, springt hoch über das Dach hinaus und weiter ins Ungewisse…
Ich jage. Ich töte.
Zehn Minuten furiose Action als Lauf- und Kampf-Training. Dann Schnitt und Rückkehr ins Jetzt. 18 Tage vorher – die Story beginnt: Ein Render-Video zeigt Alex als Versuchskaninchen des Forschungsunternehmens Gentek. Ist es Zufall oder Fingerzeig, dass der Vorname des Helden mit demselben Buchstaben beginnt wie jener der Heldin aus den »Resident Evil«-Filmen, Alice? Die thematische Verwandtschaft ist unübersehbar. Hier wie da ein Labor als Ausgangspunkt einer Virus-Infektion, die – das zeigt sich bald – Menschen entstellt, zu Zombies macht, auf immer größere Teile der Bevölkerung übergreift. Welche Rolle spielt Alex, warum entwickelt er Superkräfte, während andere Menschen degenerieren? Die Antworten sind Teil der Rahmenhandlung.
Die Struktur erinnert an »GTA« oder »Spider-Man: Web of Shadows«. Eine große Übersichtskarte und die kleine Minikarte zeigen die Anlaufstationen für die storyrelevanten Missionen: Soldaten ausknocken, militärische Einrichtungen infiltrieren, Verbündete finden, Wissenschaftler eskortieren, Mutanten-Nester ausheben. Da wird das Rad nicht neu erfunden, aber alles ist sinnvoll in die Handlung eingebunden und abwechslungsreich inszeniert. Motivierende Wirkung hat vor allem die Tatsache, dass Alex seine Kräfte im Spielverlauf eindrucksvoll steigert. Töten lohnt. Denn jedes Opfer hinterlässt Erfahrungspunkte, die sich in Upgrades ummünzen lassen. So kann man sich Alex hintrimmen wie's beliebt. Nahkampf-Kombos, Gleitflug-Fähigkeiten, nach einem haushohen Sprung wie ein Meteorit zurück zu Boden stürzen und 20 Angreifer ins Verderben reißen – immer wenn Alex' Fähigkeiten ausgereizt scheinen, zieht er ein weiteres Ass aus dem Ärmel.
Zehn Minuten furiose Action als Lauf- und Kampf-Training. Dann Schnitt und Rückkehr ins Jetzt. 18 Tage vorher – die Story beginnt: Ein Render-Video zeigt Alex als Versuchskaninchen des Forschungsunternehmens Gentek. Ist es Zufall oder Fingerzeig, dass der Vorname des Helden mit demselben Buchstaben beginnt wie jener der Heldin aus den »Resident Evil«-Filmen, Alice? Die thematische Verwandtschaft ist unübersehbar. Hier wie da ein Labor als Ausgangspunkt einer Virus-Infektion, die – das zeigt sich bald – Menschen entstellt, zu Zombies macht, auf immer größere Teile der Bevölkerung übergreift. Welche Rolle spielt Alex, warum entwickelt er Superkräfte, während andere Menschen degenerieren? Die Antworten sind Teil der Rahmenhandlung.
Die Struktur erinnert an »GTA« oder »Spider-Man: Web of Shadows«. Eine große Übersichtskarte und die kleine Minikarte zeigen die Anlaufstationen für die storyrelevanten Missionen: Soldaten ausknocken, militärische Einrichtungen infiltrieren, Verbündete finden, Wissenschaftler eskortieren, Mutanten-Nester ausheben. Da wird das Rad nicht neu erfunden, aber alles ist sinnvoll in die Handlung eingebunden und abwechslungsreich inszeniert. Motivierende Wirkung hat vor allem die Tatsache, dass Alex seine Kräfte im Spielverlauf eindrucksvoll steigert. Töten lohnt. Denn jedes Opfer hinterlässt Erfahrungspunkte, die sich in Upgrades ummünzen lassen. So kann man sich Alex hintrimmen wie's beliebt. Nahkampf-Kombos, Gleitflug-Fähigkeiten, nach einem haushohen Sprung wie ein Meteorit zurück zu Boden stürzen und 20 Angreifer ins Verderben reißen – immer wenn Alex' Fähigkeiten ausgereizt scheinen, zieht er ein weiteres Ass aus dem Ärmel.
Ich werde sie bezahlen lassen.
Jedoch ist es das Kampsystem, das »Prototype« seinen Stempel aufdrückt. Ausweichen, abrollen, schnell vorstoßen, da geht's Schlag auf Schlag. Alex hat zwar nur zwei Attacken drauf, aber das reicht. Die Kämpfe fühlen sich durch die zunehmende Mutationen des Helden und seine Konfrontation mit wechselnden Soldaten-Klassen und irrwitzige Kreaturen interessant genug an. Wenn ganze Rudel angreifen, hat's freilich eher was mit Chaos, Reaktion und gekonntem Tasten-Ballett zu tun – weniger mit Taktik, Deckungssuche und Gegner-KI. Auch Ballereien und Fernkämpfe sind die Ausnahme. Die vier Handwaffen − Panzerfaust, Granatenwerfer, Maschinenpistole und Flinte in je drei Ausbaustufen – kommen auf kurze Distanz zum Einsatz. Fahrzeuge? Ja, Alex kapert zeitweise Panzer und Helikopter. Aber immer nur kurz. Gut so, denn die Power von Raketen und Kanonen macht zwar Laune, die Fahrzeug-Steuerung geht grundsätzlich voll in Ordnung, wirkt aber im Vergleich zu Alex' Sprint- und Sprung-Akrobatik lähmend. Überhaupt verliert sich die Frische der ersten fünf bis sieben Stunden irgendwann, weil sich die Aktionen wiederholen. Auseinandersetzungen mit interessanten Bossgegnern reißen das Ruder aber immer wieder herum.
Unter dem Strich bleibt das angenehme Gefühl, man hätte die Dinge meistens unter Kontrolle. Hier werden Reaktion, Können und vorausschauende Spielweise mit Fortschritten belohnt. Klassisches, anspruchsvolles Gaming eben. Allerdings fallen eben auch Störungen im Spielfluss auf: ein paar frustrierende Situationen, das etwas zu oberflächliche Kampfsystem, Ladepausen, die vor jeder Mission und Neubelebung des Helden herausreißen. Aber das ist Genörgel auf hohem Niveau.
Jedoch ist es das Kampsystem, das »Prototype« seinen Stempel aufdrückt. Ausweichen, abrollen, schnell vorstoßen, da geht's Schlag auf Schlag. Alex hat zwar nur zwei Attacken drauf, aber das reicht. Die Kämpfe fühlen sich durch die zunehmende Mutationen des Helden und seine Konfrontation mit wechselnden Soldaten-Klassen und irrwitzige Kreaturen interessant genug an. Wenn ganze Rudel angreifen, hat's freilich eher was mit Chaos, Reaktion und gekonntem Tasten-Ballett zu tun – weniger mit Taktik, Deckungssuche und Gegner-KI. Auch Ballereien und Fernkämpfe sind die Ausnahme. Die vier Handwaffen − Panzerfaust, Granatenwerfer, Maschinenpistole und Flinte in je drei Ausbaustufen – kommen auf kurze Distanz zum Einsatz. Fahrzeuge? Ja, Alex kapert zeitweise Panzer und Helikopter. Aber immer nur kurz. Gut so, denn die Power von Raketen und Kanonen macht zwar Laune, die Fahrzeug-Steuerung geht grundsätzlich voll in Ordnung, wirkt aber im Vergleich zu Alex' Sprint- und Sprung-Akrobatik lähmend. Überhaupt verliert sich die Frische der ersten fünf bis sieben Stunden irgendwann, weil sich die Aktionen wiederholen. Auseinandersetzungen mit interessanten Bossgegnern reißen das Ruder aber immer wieder herum.
Unter dem Strich bleibt das angenehme Gefühl, man hätte die Dinge meistens unter Kontrolle. Hier werden Reaktion, Können und vorausschauende Spielweise mit Fortschritten belohnt. Klassisches, anspruchsvolles Gaming eben. Allerdings fallen eben auch Störungen im Spielfluss auf: ein paar frustrierende Situationen, das etwas zu oberflächliche Kampfsystem, Ladepausen, die vor jeder Mission und Neubelebung des Helden herausreißen. Aber das ist Genörgel auf hohem Niveau.
Ausgabe:06/09
PS3 Test Call of Duty Modern Warfare 2
PS3 Test Resident Evil: Operation Raccoon City
PS3 Test Street Fighter X Tekken PS3M sagt:
|
Grafik _____________
Spektakulär, lebendig, schwächelnde Charaktermodelle |
8 |
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Sound _____________
Ordentliche Effekte, gute Stimmen, unauffälliger Soundtrack |
7 |
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Steuerung __________
Vielseitig, etwas überladen, aber handlich genug |
8 |
URTEIL 8.0/10
| Grafik _____________ | |
| Sound _____________ | |
| Steuerung __________ |
URTEIL /10
Leserwertung:
| Grafik _____________ | 7 |
| Sound _____________ | 7 |
| Steuerung __________ | 8 |
URTEIL 7.7 /10
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AUF EINEN BLICK __
Publisher Activision
Entwickler Radical Entertainment
Preis ab 60 Euro
Genre Action
Spieler 1
PSN Nein
USK-Freigabe Keine Kennzeichnung
KURZ UND KNAPP __
Mutanten-Showdown in Manhattan: offene Welt, Bewegungsfreiheit, spektakuläre Kämpfe.



KOMMENTARE:
Lieber Englisch lernen und das Original, so wie es entwickelt wurde, spielen. ;)