TEST
Red Dead Redemption
Wild, Wild Best!
Das Wild-West-Epos der GTA-Macher galoppiert auf die Playstation 3. Hat sich das Warten gelohnt? Sönke Siemens fand das Tagebuch eines Geächteten. Ein Test der besonderen Art.
Freitag, 6. Mai 1910.
Hallo Liebste, endlich finde ich Zeit, meinen müden Knochen eine Verschnaufpause zu gönnen und niederzuschreiben, was mich beschäftigt. Denn jeden Tag beschleicht mich das seltsame Gefühl, es könnte mein letzter in dieser unwegsamen, gleichwohl idyllischen Steppe sein.
Freitag, 6. Mai 1910.
Hallo Liebste, endlich finde ich Zeit, meinen müden Knochen eine Verschnaufpause zu gönnen und niederzuschreiben, was mich beschäftigt. Denn jeden Tag beschleicht mich das seltsame Gefühl, es könnte mein letzter in dieser unwegsamen, gleichwohl idyllischen Steppe sein.
Irgendwo in der Pampa zu verrotten, während du weiterhin auf meine Rückkehr hoffst, diesen Gedanken ertrage ich nicht. Zumindest dieses Tagebuch sollen die Regierungsbeamten dir überreichen, falls meine Mission scheitert und es mir nicht gelingt, Buße zu tun für all die Schandtaten meiner Vergangenheit. Postkutschen plündern, Banken überfallen, Vieh stehlen, Unschuldige erschießen – wie konnte ich damals zu solch einer Bestie werden? Erst als mich Bill Williamson und die anderen Verräter aus meiner alten Gang nach einem gescheiterten Coup halbtot im Dreck zurückließen und ich dich getroffen habe, hat sich alles geändert. Deine Liebe hat mir die Kraft gegeben, einen Neuanfang zu starten. Und jetzt tauscht die Regierung dein Leben und das unseres Sohnes gegen die Köpfe meiner alten Gangmitglieder? Dass es so weit kommt, das habe ich nie gewollt! Aber ich werde kämpfen, bis zum bitteren Ende. Ich werde New Austin und die umliegenden Regionen so lange durchkämen, bis ich sie alle zur Strecke gebracht und an die Regierung ausgeliefert habe. Tot oder lebendig! Und am Schluss werden wir wieder vereint sein.
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9. Mai 1910
Die ersten Tage in New Austin waren zunächst ein ziemlicher Reinfall. Es hat zwar nicht allzu lange gedauert, bis ich Bill ausfindig machen konnte. Nur leider hat sich der Hurensohn in einer Festung namens Fort Mercer verschanzt. War irgendwie keine gute Idee, ihn direkt am Eingang aufzufordern, sich zu stellen. Seine Antwort: eine Salve Schrot direkt in meine Rippen. Den Rest sollten wohl die gleißende Mittagshitze und einige Aasgeier erledigen. Hatte ziemlichen Dusel, dass ich wenig später von einer Lady und ihrem Gehilfen auf der Pritsche einer Holzkutsche abtransportiert wurde. Was dann geschah, weiß ich nicht. Hab zu viel Blut verloren, mir wurde sprichwörtlich schwarz vor den Augen und schließlich bin ich in Ohnmacht gefallen. Erst am nächsten Tag dann Klarheit: Eine gewisse Bonnie MacFarlane hat mich gerettet. Ein sehr geschäftstüchtiges Fräulein mit blondem Haar und ländlicher Kleidung. Sie besitzt eine eigene Ranch.
Ein mächtiges, wirklich gut gepflegtes Anwesen. Viele Rinder, loyale Angestellte, moderne Gerätschaften wie ein Windrad, ja sogar ein Telegrafenamt, ein kleines Geschäft und einen Arzt gibt es dort. Hab ihr dann als Dankeschön ein bisschen unter die Arme gegriffen: verfressenen Kaninchen im Gemüsegarten eins auf den Pelz brennen – sozusagen als Aufwärmtraining nach meinem Unfall; Milchkannen per Kutsche in den Nachbarort Armadillo karren, Vieh zu Pferd auf eine nahe gelegene Weide treiben, zusammen mit dem pfiffigen Wachhund des Vorarbeiters des Nachts das Gelände patrouillieren und dabei stehlende Landstreicher mit Warnschüssen in die Flucht schlagen – so gesehen geht’s mir schon wieder ganz prächtig. Und auch meine Geldbörse füllt sich so langsam wieder mit einer Handvoll harter Dollars. Kaum zu glauben, wie man hier überall abkassieren kann.
Gestern 20 Dollar beim Pokerspiel im verrauchten Saloon in Armadillo gewonnen; dort 35 Dollar dafür verdient, dass ich dem örtlichen Händler ein Büschel wildes Mutterkraut verticke. Der Zaster ist aber leider meist auch wieder viel zu schnell ausgegeben. Vor allem bessere Waffen wie eine abgesägte Schrotflinte oder das Büffelgewehr kosten mich ein kleines Vermögen. Aber ich muss vorbereitet sein, wenn ich auf Bill treffe. Oder auf die zahlreichen Halunken, die hier nachts durch die Kakteen schleichen. Man kann es nicht anders sagen, aber einige sind einfach nur krank im Kopf. Gestern wollten drei Irre einen Farmer aufhängen. Hab’s eigentlich nur gemerkt, weil mir sein Freund panisch entgegen geritten kam. Ich also sofort hinterher, dem Gaul noch mal ordentlich die Sporen gegeben. Leider konnte ich den armen Tropf nicht mehr retten. Ich war einfach zu langsam, außerdem war der umherbaumelnde Strick einfach zu schwer zu treffen. Wieso hab ich nur zuerst auf die Henker geschossen?
Liebste, seit gestern verzweifle ich wieder, wenn ich über die Tragweite meiner Entscheidungen nachdenke. Gefühle von Wut und Hoffnungslosigkeit überkommen mich. War ich früher tatsächlich selbst so grausam? Kann ich mich wirklich rehabilitieren, wenn ich selbst jeden Verbrecher an Ort und Stelle töte? Sollte ich diese Halsabschneider nicht lieber verwunden, verschnüren und zum Sheriff schaffen? Fakt ist: Die Bevölkerung beobachtet mich. Hätte ich versehentlich auf einen Bürger des Ortes und nicht auf die Gauner geschossen – irgendjemand hätte es bestimmt gemerkt und mich bei den Behörden angeschwärzt. Naja, und die verteilen dann Steckbriefe überall im Land, was wiederum die Kopfgeldjäger auf den Plan ruft. Herrgott, hilf mir, die richtigen Entscheidungen zu treffen!
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10. Mai 1910
Der Sheriff von Armadillo, Marshal Leigh Johnson, ist ein aufrichtiger Mann, tut alles in seiner Macht stehende, um seine Bürger zu schützen. Mit ihm sollte ich mich gut stellen, um all das hier ohne eine Kugel im Kopf zu überstehen und Bill zu fassen. Und auch dieser fahrende Händler, Nigel West Dickens, scheint mir wohlgesonnen. Warum auch nicht, habe ihn schließlich schon einmal aus einer misslichen Lage befreit. Aktuell versucht er, sich mit dubiosen Geschäften über Wasser zu halten. Er verkauft so einen seltsamen Trank, der angeblich gegen Rheuma, Hexenschuss, Kopfschmerzen, Verdauungsprobleme, Blutergüsse hilft – naja, wer’s glaubt. Jedenfalls durfte ich ihn gestern mit einer verkaufsfördernden Maßnahme unterstützen.
Irgendwo im Nirgendwo, zwischen versandeten Eisenbahnschienen und einem heruntergekommenen Vorposten der Bahngesellschaft fing er an, sein Mittelchen vor einem Dutzend Zuschauer zu bewerben und forderte mich dann auf, ich möge es doch mal kosten und dann auf ein 30 Meter entferntes Ziel schießen. Gesagt, getan, getroffen. Alle staunten, nur einer nicht. Der mich dann auch prompt herausforderte, seinen in die Luft geschleuderten Hut zu durchlöchern. Nun ja, auch das klappte sofort. Weiß nicht genau, wie ich’s angestellt habe, aber in letzter Zeit kann ich mich – fast schon auf Zuruf – extrem gut konzentrieren. Die Zeit scheint sich zu verlangsamen und plötzlich treffe ich einfach besser. Hab mal ein Scharfschützen-Buch mit dem Titel »Dead Eye« gelesen, da wurden diese Konzentrationstechniken erklärt – scheint geholfen zu haben.
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12. Mai 1910
Langsam wird’s wirklich gefährlich hier in der Gegend. Täglich passieren die seltsamsten Dinge. Zum Beispiel heute Morgen: Zu Besuch beim Sheriff dauert es keine zwei Minuten, bis er mich erneut um Hilfe bittet. Einige Kilometer entfernt gäbe es Probleme. Sein vierköpfiges Team und ich satteln sofort auf, nur um kurz darauf eine grausame Entdeckung zu machen. Geschändete Leichen neben einem noch nicht erloschenen Lagerfeuer. Einige Hügel entfernt der gleiche Anblick: Geier am Himmel, Tote am Boden. Alle Hinweise führen uns schließlich zu einer Farm, genauer gesagt zu einer vernagelten Scheune. Vier gezielte Schüsse mit der Winchester und die Barrikade zerbirst, die Scheunentor öffnet sich und gibt den Blick frei auf einen nackten, an einem Balken aufgeknüpften Mann. Grauenhaft!
Wer hat das angerichtet? Im Inneren des angrenzenden Herrenhauses die Antwort. Scheinbar ein Mob willenloser Killer und Vergewaltiger. Der Sheriff voran, stürmt unsere Gruppe das Haus, jede mögliche Deckung nutzend. Kein Mörder kommt umgeschoren davon! Zwei als Geiseln genommene Frauen können wir retten, weitere vier finden wir draußen. Sie sind verwirrt, weinen, können die Welt nicht mehr verstehen. Der Sheriff spricht ein Machtwort: »Wer herausfindet, wer das getan hat, kassiert 50 Dollar«. Ich pfeife die Pferde herbei, sofort geht’s weiter. Nicht, dass es mir ums Geld gehen würde, nein, aber dieser Irrsinn muss aufhören! Welche Farmer trifft es als nächstes? Und vor allem: Wer sind die Drahtzieher? Einem weiteren Hinweis folgend, erspähen wir schließlich Bill und seine Gang. Ich kann mich noch genau an diesen Moment erinnern, wie er feige von der Klippe brüllt, was ich denn wolle und kurz darauf seine Bluthunde auf uns hetzt.
Zwanzig gegen uns vier – nicht gerade ein fairer Kampf, aus dem sich Bill zudem raushält. Mein Herz rast. Was tun? Diese Bestien haben sogar Pferde und sie galoppieren geradewegs auf uns zu. Die Hölle auf Erden bricht los. Ich fürchte um mein Leben, schieße sogar auf die herannahenden Pferde – dem einen direkt in die Vorderbeine. Wiehernd knickt es ein, wirft seinen Reiter aus dem Sattel. Der knallt auf einen Felsen und ist sofort tot. Unsere Munition wird knapp, nur der Sheriff bleibt cool. Wenn ich nicht ständig davon motiviert werden würde, dass ich all das nur tue, um dich zu retten, dann wäre ich wenige Sekunden später wahrscheinlich gefallen. Stattdessen aber stürme ich wie im Rausch blindlings auf die letzten verbleibenden Cowboys zu, wechsle im Laufen zu meiner noch vollständig geladenen Pistole und drücke ab.
Eigentlich Liebste, wollte ich dich vor solchen Beschreibungen verschonen, aber so hat es sich zugetragen. So ist das Leben hier im Westen. Wenn es das ist, was ich tun muss, um zu überleben und alles wieder geradezubiegen, dann sei es so. Und: Wenn ich hier lebend wieder rauskomme, dann verkaufe ich mein Tagebuch an eine dieser neumodischen Zeitungen, die es mittlerweile an jedem Bahnhof gibt – dann meine Liebste, wird alles gut.
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9. Mai 1910
Die ersten Tage in New Austin waren zunächst ein ziemlicher Reinfall. Es hat zwar nicht allzu lange gedauert, bis ich Bill ausfindig machen konnte. Nur leider hat sich der Hurensohn in einer Festung namens Fort Mercer verschanzt. War irgendwie keine gute Idee, ihn direkt am Eingang aufzufordern, sich zu stellen. Seine Antwort: eine Salve Schrot direkt in meine Rippen. Den Rest sollten wohl die gleißende Mittagshitze und einige Aasgeier erledigen. Hatte ziemlichen Dusel, dass ich wenig später von einer Lady und ihrem Gehilfen auf der Pritsche einer Holzkutsche abtransportiert wurde. Was dann geschah, weiß ich nicht. Hab zu viel Blut verloren, mir wurde sprichwörtlich schwarz vor den Augen und schließlich bin ich in Ohnmacht gefallen. Erst am nächsten Tag dann Klarheit: Eine gewisse Bonnie MacFarlane hat mich gerettet. Ein sehr geschäftstüchtiges Fräulein mit blondem Haar und ländlicher Kleidung. Sie besitzt eine eigene Ranch.
Ein mächtiges, wirklich gut gepflegtes Anwesen. Viele Rinder, loyale Angestellte, moderne Gerätschaften wie ein Windrad, ja sogar ein Telegrafenamt, ein kleines Geschäft und einen Arzt gibt es dort. Hab ihr dann als Dankeschön ein bisschen unter die Arme gegriffen: verfressenen Kaninchen im Gemüsegarten eins auf den Pelz brennen – sozusagen als Aufwärmtraining nach meinem Unfall; Milchkannen per Kutsche in den Nachbarort Armadillo karren, Vieh zu Pferd auf eine nahe gelegene Weide treiben, zusammen mit dem pfiffigen Wachhund des Vorarbeiters des Nachts das Gelände patrouillieren und dabei stehlende Landstreicher mit Warnschüssen in die Flucht schlagen – so gesehen geht’s mir schon wieder ganz prächtig. Und auch meine Geldbörse füllt sich so langsam wieder mit einer Handvoll harter Dollars. Kaum zu glauben, wie man hier überall abkassieren kann.
Gestern 20 Dollar beim Pokerspiel im verrauchten Saloon in Armadillo gewonnen; dort 35 Dollar dafür verdient, dass ich dem örtlichen Händler ein Büschel wildes Mutterkraut verticke. Der Zaster ist aber leider meist auch wieder viel zu schnell ausgegeben. Vor allem bessere Waffen wie eine abgesägte Schrotflinte oder das Büffelgewehr kosten mich ein kleines Vermögen. Aber ich muss vorbereitet sein, wenn ich auf Bill treffe. Oder auf die zahlreichen Halunken, die hier nachts durch die Kakteen schleichen. Man kann es nicht anders sagen, aber einige sind einfach nur krank im Kopf. Gestern wollten drei Irre einen Farmer aufhängen. Hab’s eigentlich nur gemerkt, weil mir sein Freund panisch entgegen geritten kam. Ich also sofort hinterher, dem Gaul noch mal ordentlich die Sporen gegeben. Leider konnte ich den armen Tropf nicht mehr retten. Ich war einfach zu langsam, außerdem war der umherbaumelnde Strick einfach zu schwer zu treffen. Wieso hab ich nur zuerst auf die Henker geschossen?
Liebste, seit gestern verzweifle ich wieder, wenn ich über die Tragweite meiner Entscheidungen nachdenke. Gefühle von Wut und Hoffnungslosigkeit überkommen mich. War ich früher tatsächlich selbst so grausam? Kann ich mich wirklich rehabilitieren, wenn ich selbst jeden Verbrecher an Ort und Stelle töte? Sollte ich diese Halsabschneider nicht lieber verwunden, verschnüren und zum Sheriff schaffen? Fakt ist: Die Bevölkerung beobachtet mich. Hätte ich versehentlich auf einen Bürger des Ortes und nicht auf die Gauner geschossen – irgendjemand hätte es bestimmt gemerkt und mich bei den Behörden angeschwärzt. Naja, und die verteilen dann Steckbriefe überall im Land, was wiederum die Kopfgeldjäger auf den Plan ruft. Herrgott, hilf mir, die richtigen Entscheidungen zu treffen!
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10. Mai 1910
Der Sheriff von Armadillo, Marshal Leigh Johnson, ist ein aufrichtiger Mann, tut alles in seiner Macht stehende, um seine Bürger zu schützen. Mit ihm sollte ich mich gut stellen, um all das hier ohne eine Kugel im Kopf zu überstehen und Bill zu fassen. Und auch dieser fahrende Händler, Nigel West Dickens, scheint mir wohlgesonnen. Warum auch nicht, habe ihn schließlich schon einmal aus einer misslichen Lage befreit. Aktuell versucht er, sich mit dubiosen Geschäften über Wasser zu halten. Er verkauft so einen seltsamen Trank, der angeblich gegen Rheuma, Hexenschuss, Kopfschmerzen, Verdauungsprobleme, Blutergüsse hilft – naja, wer’s glaubt. Jedenfalls durfte ich ihn gestern mit einer verkaufsfördernden Maßnahme unterstützen.
Irgendwo im Nirgendwo, zwischen versandeten Eisenbahnschienen und einem heruntergekommenen Vorposten der Bahngesellschaft fing er an, sein Mittelchen vor einem Dutzend Zuschauer zu bewerben und forderte mich dann auf, ich möge es doch mal kosten und dann auf ein 30 Meter entferntes Ziel schießen. Gesagt, getan, getroffen. Alle staunten, nur einer nicht. Der mich dann auch prompt herausforderte, seinen in die Luft geschleuderten Hut zu durchlöchern. Nun ja, auch das klappte sofort. Weiß nicht genau, wie ich’s angestellt habe, aber in letzter Zeit kann ich mich – fast schon auf Zuruf – extrem gut konzentrieren. Die Zeit scheint sich zu verlangsamen und plötzlich treffe ich einfach besser. Hab mal ein Scharfschützen-Buch mit dem Titel »Dead Eye« gelesen, da wurden diese Konzentrationstechniken erklärt – scheint geholfen zu haben.
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12. Mai 1910
Langsam wird’s wirklich gefährlich hier in der Gegend. Täglich passieren die seltsamsten Dinge. Zum Beispiel heute Morgen: Zu Besuch beim Sheriff dauert es keine zwei Minuten, bis er mich erneut um Hilfe bittet. Einige Kilometer entfernt gäbe es Probleme. Sein vierköpfiges Team und ich satteln sofort auf, nur um kurz darauf eine grausame Entdeckung zu machen. Geschändete Leichen neben einem noch nicht erloschenen Lagerfeuer. Einige Hügel entfernt der gleiche Anblick: Geier am Himmel, Tote am Boden. Alle Hinweise führen uns schließlich zu einer Farm, genauer gesagt zu einer vernagelten Scheune. Vier gezielte Schüsse mit der Winchester und die Barrikade zerbirst, die Scheunentor öffnet sich und gibt den Blick frei auf einen nackten, an einem Balken aufgeknüpften Mann. Grauenhaft!
Wer hat das angerichtet? Im Inneren des angrenzenden Herrenhauses die Antwort. Scheinbar ein Mob willenloser Killer und Vergewaltiger. Der Sheriff voran, stürmt unsere Gruppe das Haus, jede mögliche Deckung nutzend. Kein Mörder kommt umgeschoren davon! Zwei als Geiseln genommene Frauen können wir retten, weitere vier finden wir draußen. Sie sind verwirrt, weinen, können die Welt nicht mehr verstehen. Der Sheriff spricht ein Machtwort: »Wer herausfindet, wer das getan hat, kassiert 50 Dollar«. Ich pfeife die Pferde herbei, sofort geht’s weiter. Nicht, dass es mir ums Geld gehen würde, nein, aber dieser Irrsinn muss aufhören! Welche Farmer trifft es als nächstes? Und vor allem: Wer sind die Drahtzieher? Einem weiteren Hinweis folgend, erspähen wir schließlich Bill und seine Gang. Ich kann mich noch genau an diesen Moment erinnern, wie er feige von der Klippe brüllt, was ich denn wolle und kurz darauf seine Bluthunde auf uns hetzt.
Zwanzig gegen uns vier – nicht gerade ein fairer Kampf, aus dem sich Bill zudem raushält. Mein Herz rast. Was tun? Diese Bestien haben sogar Pferde und sie galoppieren geradewegs auf uns zu. Die Hölle auf Erden bricht los. Ich fürchte um mein Leben, schieße sogar auf die herannahenden Pferde – dem einen direkt in die Vorderbeine. Wiehernd knickt es ein, wirft seinen Reiter aus dem Sattel. Der knallt auf einen Felsen und ist sofort tot. Unsere Munition wird knapp, nur der Sheriff bleibt cool. Wenn ich nicht ständig davon motiviert werden würde, dass ich all das nur tue, um dich zu retten, dann wäre ich wenige Sekunden später wahrscheinlich gefallen. Stattdessen aber stürme ich wie im Rausch blindlings auf die letzten verbleibenden Cowboys zu, wechsle im Laufen zu meiner noch vollständig geladenen Pistole und drücke ab.
Eigentlich Liebste, wollte ich dich vor solchen Beschreibungen verschonen, aber so hat es sich zugetragen. So ist das Leben hier im Westen. Wenn es das ist, was ich tun muss, um zu überleben und alles wieder geradezubiegen, dann sei es so. Und: Wenn ich hier lebend wieder rauskomme, dann verkaufe ich mein Tagebuch an eine dieser neumodischen Zeitungen, die es mittlerweile an jedem Bahnhof gibt – dann meine Liebste, wird alles gut.
Ausgabe:06/10
PS3 Test Call of Duty Modern Warfare 2
PS3 Test Uncharted 3: Drake's Deception
PS3 Test King of Fighters
http://www.ps3m.de/media/video/ps3m_red_dead_redemption_final_test.flv
media-galerie/red-dead-redemption.html
PS3M sagt:
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Grafik _____________
Aus der Distanz kaum von einem echten Western zu unterscheiden |
9 |
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Sound _____________
Absolut authentische Geräuschkulisse, famose Dialoge, leider auf Englisch |
9 |
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Steuerung __________
Prima erklärt, nach einer Stunde blind beherrschbar |
9 |
URTEIL 9.2/10
Leserwertung:
| Grafik _____________ | 8 |
| Sound _____________ | 8 |
| Steuerung __________ | 8 |
URTEIL 9.0 /10
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AUF EINEN BLICK __
Publisher Rockstar Games
Entwickler Rockstar San Diego
Preis ab 60 Euro
Genre Actionabenteuer
Spieler 1 - 16
PSN Ja
USK-Freigabe ab 18 Jahren
KURZ UND KNAPP __
Mission erfolgreich. Spielt sich wie »GTA« im Wilden Westen. Genial!

