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Guter Beitrag? 

 

 TEST 

 

Resonance of Fate

Kugelhagel und Granaten in einem Japano-Rollenspiel?

Es scheint, als würde die Veröffentlichung von »Final Fantasy XIII« Tür und Tor für weitere japanische Rollenspiel-Perlen öffnen. Denn was das tri-Ace-Team rund um Takayuki Suguro hier in die Regale schiebt, entpuppt sich bald als ein extrem außergewöhnlicher und zugleich faszinierender Genre-Vertreter. Im Mittelpunkt steht das Söldnertrio aus den beiden Raufbolden Vasheron sowie Zephyr und der zuckersüßen, weiblichen Verstärkung Leanne. Der Schauplatz? Eine gewaltige Maschine namens Basel, ein himmelhohes Gebilde aus Stahlbolzen, Eisenplanken und ächzenden Zahnrädern. Ihre gestaffelten Plattformen bieten Wohnraum für die verbliebene menschliche Zivilisation. Denn »Resonance of Fate« spielt in der fernen Zukunft, in der das Ökosystem der Erde bereits umgekippt ist und tödliche Gase den Planeten unbewohnbar machen. Nur im direkten Umfeld von Basel können Menschen dank maschineller Luftfilter sorglos existieren. Im Prinzip gleicht Basel also einem perfekten Uhrwerk, in dem jedes Rädchen immerwährend demselben Takt folgt – zumindest bis ein technischer Defekt die essentielle Maschine und fast das gesamte Stromnetz außer Betrieb setzt. Das Abenteuer der drei Helden beginnt…


Ihre Aufträge erhalten Zephyr, Leanne und Vasheron meist in den Gilden der Städte. Per L1- und R1-Schultertasten wechselt man die Charaktere und erkundet mit ihnen die Gegend. Dabei stößt der Heldentrupp auf Bürger und Händler, von denen man in sinnvoll eingedeutschten Dialogen nützliche Tipps zu aktuellen Aufträgen erhält. In den meisten Abschnitten der Stadtteile bewegen sich die Figuren mit fest eingestellten Kamerablickwinkeln. Nichtsdestotrotz wirkt alles lebendig: Rotierende Zahnradmechanismen, ein Tag-Nacht-Zyklus und metallische und gläserne Bauteile funkeln, schillern, reflektieren und hauchen der sonst etwas sterilen Umgebung Leben ein. Daraus resultieren wunderschöne Szenarien, von denen jedes mit einzigartigen Design-Ideen besticht. Zusammen mit der verträumten Musikkulisse entfaltet Basel schnell einen Charme, der verblüffend an das Rollenspiel-Urgestein »Final Fantasy VII« für die erste Playstation erinnert.

Schon einer der ersten Aufträge führt das dreiköpfige Gespann ins Umfeld ihrer Heimatstadt Ebel, genauer gesagt auf die Weltkarte. Dort eröffnet sich dem Spieler dann erstmalig ein kompletter Blick auf den Maschinenturm. Das Trio wird jetzt nur noch durch einen Positionspfeil verkörpert, mit dem man jede, in Form von hexagonalen Feldern dargestellte Ebene abgrast. Witzig, wie die Entwickler hier ein äußerst nettes Puzzle-Element integrieren: Nicht mit Strom versorgte Waben wollen reaktiviert werden, um sie betreten zu können. Dafür braucht’s die richtigen Hexagon-Gebilde, die später auch farblich passen müssen, um neue Bereiche freizulegen. Neue Puzzle-Teile befinden sich jedoch meist im Besitz von einem der zahlreichen Gegner. Die überrumpeln einen entweder mit Überraschungsangriffen auf der Weltkarte, oder aber lauern in Kerker-artigen Gebäuden und verfrachten das Geschehen dann auf spezielle Kampfbildschirme. Fast immer greifen ganz unterschiedlich zusammengesetzte Gruppen dieser Schergen an, die das Team dann in rasanten und cineastisch inszenierten Echtzeit-Kämpfen zerschlagen muss: Zuerst wird die Reihenfolge festgelegt, dann verbleibt jedem der Helden eine fest vorgegebene Aktionszeit. Schusswaffen wie Pistolen und MGs spielen in den Gefechten eine primäre Rolle, Schutzbunker wiederum sorgen für Deckung, während Nahkampfangriffe eher die Ausnahme bilden. Per Steuerkreuz wählt man sich einen der Feinde als Ziel. Kurz darauf erscheint um das Fadenkreuz herum ein kreisförmiger Balken, der sich automatisch auffüllt. Hat er sein Maximal-Level erreicht, genügt ein Druck auf die Kreuz-Taste und eine Salve entlädt sich in Richtung Gegner.



Mit der in Zellen aufgeteilten Leiste am unteren Bildschirmrand lassen sich außerdem sogenannte Heldenaktionen durchführen. Damit hüpft der Söldnertrupp dann quer über das Feld und kann gleich mehrmals hintereinander den Abzug betätigen. Die daraus resultierende Action geizt mit visuellen Effekten nicht und wird in bester Popcorn-Kino-Manier stark übertrieben dargestellt: Leanne schraubt mit hohen Salti über das Feindpack hinweg, während Zephyr seine Granaten mit einem breiten Grinsen erst in die Luft und dann auf den Gegner kickt. Insgesamt spielt sich das extrem rasant, und die detaillierten Charaktermodelle machen eine klasse Figur. Außerdem bietet das temporeiche Kampfsystem genügend Möglichkeiten für taktische Spielereien. Unterm Strich besticht das neue Machwerk von tri-Ace mit fast jedem seiner Spielelemente, die noch dazu ziemlich innovativ daherkommen – und doch spielt sich’s wie klassische Nippon-Rollenspielkost. Die vielen gerenderten Zwischenszenen, das generelle Technikgefüge als auch die Flut an sehr emotionalen Story-Momenten fallen hier allesamt nicht ganz so opulent aus wie im neuen »Final Fantasy«, Laune macht’s dennoch und schön anzuschauen ist’s obendrein. Ein echter Geheimtipp!
Jan Heinrich
Ausgabe:04/10
weiter PS3 Test Call of Duty Modern Warfare 2
weiter PS3 Test Resident Evil: Operation Raccoon City
weiter PS3 Test Street Fighter X Tekken
PS3M sagt:
Grafik _____________

Detaillierte Umgebungen und Effekt-lastige Kämpfe

8
Sound _____________

Wunderschöne Melodien, leider keine deutsche Tonspur

8
Steuerung __________

Zunächst komplex, nach kurzer Einarbeitung aber leicht zu durchschauen

8

URTEIL 8.3/10

 

Leserwertung:
Grafik _____________ 8
Sound _____________ 7
Steuerung __________ 8

URTEIL 7.7 /10

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AUF EINEN BLICK __

EAN:

Publisher Sega

Entwickler tri-Ace

Preis ab 60 Euro

Genre Rollenspiel

Spieler 1

PSN nein

USK-Freigabe ab 16 Jahren

 

KURZ UND KNAPP __

Ein modernes Japano-Rollenspiel, das mit vielen pfiffigen Ideen überrascht.

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