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Guter Beitrag? 

 

 TEST 

 

Riddick - Dark Athena

Nach »Dead Space « ein weiterer Höhepunkt unter den Sci-Fi-Shootern.

Ein fremder Planet. Einige Menschen verlieren sich auf einem von Sturm umtosten Felsplateau. Im Hintergrund schält sich ein monströser Bau aus festem Beton und verrottenden Stahlarmierungen aus dem Zwielicht, verspricht Schutz, birgt aber Unfreiheit: Es handelt sich um das Hochsicherheitsgefängnis Butcher Bay. Schilder warnen vor Minenfeldern rundherum. Flucht aussichtslos? Die Menschen wechseln ein paar Worte, und schnell zeigen sich Klassenunterschiede. Einer ist Kopfgeldjäger, die anderen sind Wärter und weitere Insassen. Und dann ist da noch einer. Ein Mörder und Gesetzloser, ein Gejagter unter Sternen. Aber kein gewissenloser Killer, sondern einer, der sich zur Wehr setzt, tief im Herzen ein Krieger ist für das Gerechte: Richard B. Riddick, sicherlich eine der ausgeprägtesten Figuren, die das Sci-Fi-Genre in den letzten Jahren hervorgebracht hat.

Populär ist Riddick seit den Hollywood-Streifen »Pitch Black« und »Chroniken eines Kriegers«, und das hängt mit der Leistung des US-Schauspielers Vin Diesel zusammen. Er gibt der Figur eine Erscheinung, die keine Zweifel an ihrer Entschlossenheit lässt. Kahler Kopf, Arme wie Keulen, Stiernacken, Bewegungen wie ein Panther – auch im Videospiel. Die körperbetonte Kameraführung lässt den Spieler an dieser markanten Figur teilhaben. Der Blick verlässt gelegentlich die für Ego-Shooter typische Ich-Perspektive, zoomt raus, zeigt Riddick in seiner Umgebung. Demselben Zweck dienen auch Riddicks Selbstgespräche und kernigen Konter, wenn ihn Menschen aus seinem Umfeld blöd anmachen. Und das tun sie oft. Doch am Ende bluten sie alle gleich.
Ich bin die Dunkelheit
Dieser Ego-Shooter unterscheidet sich in vielen Punkten von anderen, schon bei der Ausstattung, denn eigentlich sind’s zwei Spiele auf einer Disk. Einmal das modernisierte Update des PC- bzw. Xbox-Games »Riddick: Escape from Butcher Bay« von 2004, dann die Neuveröffentlichung, die dem Ganzen ihren Namen gibt: »Riddick: Assault on Dark Athena«. Die zwei Kampagnen sind dem Namen nach getrennt, jedoch über einen roten Faden in der Handlung verbunden und über das Hauptmenü getrennt spielbar – ein schönes Angebot für all jene, die das Hochsicherheits-Gefängnis Butcher Bay bereits erkundet haben und das kein zweites Mal tun wollen. Wenn wir verraten, dass Riddick die Flucht aus Butcher Bay am Ende überlebt, dann lüften wir kein Geheimnis – schließlich ist länger bekannt, dass die Dark-Athena-Kampagne daran anknüpft und Riddick als Heldenfigur erhalten bleibt. Diese Kampagne erzählt von einem ebenso gewaltigen wie geheimnisvollen Sternenschiff namens Dark Athena. Das Schiff ist ein Hort Gesetzloser, die unter der Führung einer gewissen Captain Revas andere Schiffe kapern. Einige Opfer enden im Gefangenentrakt, den meisten jedoch droht Schlimmeres: Sie werden zu willenlosen Soldaten-Drohnen umgeformt. Wie Riddick an Bord gelangt und was es mit den Drohnen auf sich hat, das erschließt sich im Spielverlauf.

Flucht aus dem Gefängnis, Flucht aus der Drohnenfabrik? Die Handlung ist vergleichbar, das Gameplay auch. Das hier ist kein stumpfer Ego-Shooter, in dem man mit dem Finger am Abzug über Leichen geht. Riddick ist vielmehr ein Schattenkrieger, der das Licht meidet, die Dunkelheit bevorzugt, sich an Ahnungslose heranpirscht und diese hinterrücks meuchelt. Zumindest anfangs geht das so. Später entwickelt sich das Gameplay mehr in Richtung Action.

Zu tun gibt’s jede Menge: In Butcher Bay stehen Riddick bevorzugt Insassen, Aufseher und gepanzerte Wärter im Weg, auf der Dark Athena sind’s Söldner, Mech-Krieger, Kampfroboter und Geisterdrohnen mit verschieden ausgeprägter Klugheit. Einige reagieren stumpf wie Maschinen, andere sind sozusagen beseelt und deutlich gefährlicher. Die Gegner-KI leistet sich ein paar Dummheiten, kennt aber grundlegende Verfolgungs- bzw. Ausweich-Taktiken und vermag einige Situationen nachvollziehbar zu erfassen. Wer unter Beschuss das Suchlicht auf dem Waffenlauf brennen lässt, muss sich nicht wundern, dass er ein blendendes Ziel abgibt. Also Funzel aus, jetzt können Wachen nur noch blind in die Dunkelheit feuern.

Und siehe da, es lässt sich auf magische Weise pixelgenau zielen, sehr zufriedenstellend. Misslingt eine Aktion, schreibt man’s letzten Endes sich selbst zu und ist motiviert, das Ganze beim nächsten Mal geschickter hinzukriegen. Ein Bravo auch für die drei jederzeit einstellbaren Schwierigkeitsgrade. Wer unbeschwert die Sci-Fi-Atmosphäre genießen will, muss nur wenige Heldentode erdulden. Wer die Herausforderung sucht, wird ebenfalls fündig.
Mächtig wie kalter Stahl
Und die Grafik? Sicherlich erfindet die Starbreeze-Engine die Pixel nicht neu. Der Butcher-Bay-Kampage ist ihr Ursprung im Jahr 2004 stellenweise anzusehen. Einige Strukturen wirken flach, Wände scheinen nicht ganz so plastisch, Riddick selbst ist weniger schön modelliert als in der sichtlich moderner ausgestatteten Dark-Athena-Kampagne. Da kommen die Hangars, Laderäume, Quartiere und Labore schön dreckig, rostig und verkommen rüber. Nur täte vielen Figuren eine lebendigere Anmutung gut. Nun gut, entscheidender ist, dass die Spielereien mit grellem Licht und tiefschwarzen Schatten eine so tolle Wirkung entfalten. Wenn sich Riddick hinter einer Kiste verschanzt, Patrouillen mit grellen Suchscheinwerfern vorbeispazieren und der Lichtkegel ihn jeden Moment zu erfassen droht, dann löst das ein herrliches Prickeln aus. Die Musik forciert von düsterer Vorahnung geprägte Situationen mit bebenden Elektro-Sounds, flutet den Raum bei Attacken mit hektischem Schlagzeug-Stakkato, unterstreicht Schießereien mit dramatischen Orchester-Klängen. Intensiviert wird das durch den cleveren Einsatz wechselnder Tiefenschärfe. Mal wird der Hintergrund fokussiert, dann der Vordergrund scharf gestellt. Das lenkt die Aufmerksamkeit des Betrachters auf bestimmte Bildbereiche, lenkt von anderen ab, erhöht wiederum die Spannung.

Unter dem Strich also ein langfristig unterhaltsames Action-Paket mit eigener Note, das für 18 bis 24 Stunden vollauf beschäftigt – ohne Pause, Leerlauf, Frustattacken oder Jetzt-bitte-was-anderes-Sehnsüchte. Wo gibt’s mehr Begeisterung pro Euro? Eben!
Spiel gegen die Redaktion

Wir laden dich, dich und dich ganz herzlich ein, im Multiplayer-Modus von "Riddick - Assault on Dark Athena" gegen die Redaktion anzutreten. Dabei ist es egal, ob du nun lieber auf der Xbox 360, Playstation 3 oder auf dem PC an den Start gehst - wir werden auf jedem System ein Spiel hosten.

Zeitpunkt der Mehrspieler-Schlacht ist Mittwoch, der 6. Mai ab 20:00 Uhr. Rege Teilnahme ist erwünscht. Vorher werden wir im Forum und auf der Website detailliert beschreiben, wie du ins Spiel dazustoßen kannst. Die gesamte Redaktion freut sich bereits, gegen dich in den virtuellen Kampf ziehen zu können.
Richard Löwenstein
Ausgabe:04/09
weiter PS3 Test Call of Duty Modern Warfare 2
weiter PS3 Test Uncharted 3: Drake's Deception
weiter PS3 Test King of Fighters
PS3M sagt:
Grafik _____________

Voller Atmosphäre, aber teils leblose Figuren

8
Sound _____________

1A-Miteinander aus Filmmusik, Waffen- und Ambiente-Klängen

9
Steuerung __________

Handlich, übersichtlich, Belegung nur teils konfigurierbar

8

URTEIL 8.8/10

 

Leserwertung:
Grafik _____________ 8
Sound _____________ 8
Steuerung __________ 8

URTEIL 8.1 /10

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AUF EINEN BLICK __

EAN:

Publisher Atari

Entwickler Starbreeze Studios

Preis ab 60 Euro

Genre Ego-Shooter

Spieler 1 - 12

PSN Ja

USK-Freigabe ab 18 Jahren

 

KURZ UND KNAPP __

Ego-Shooter mit Schleich-Gameplay, Action, starkem Helden und düsterer Sci-Fi-Atmosphäre.

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