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 TEST 

 

Saw

Überlebenskampf im Folterkabinett

Düster, morbide, krank. Das sind die Adjektive mit denen Hollywood die Drehbücher seiner Horror-Splatter-Reihe »Saw« füttert - und damit die Zuschauer im Dezember diesen Jahres bereits zum sechsten Mal in die Kinos locken möchte. Nun sollen auch Videospieler aus der Third-Person-Perspektive in die perfide Welt des Jigsaw-Killers eingeführt und auf die virtuelle Folterbank gespannt werden. Funktioniert‘s? Es ist ein Weg über Schmerz, Leid und Tod, den die Opfer des Psychopathen Jigsaw überwinden müssen. Dass zum Überleben die Hemmschwelle des Ertragbaren überwinden werden muss, erfährt auch Hauptfigur Detective Tapp. Ein zwiespältiger Gesetzeshüter, der durch Korruption und Beweisfälschung einige Leben ruiniert hat und nun mit der Rettung von drei Personen für Wiedergutmachung sorgen soll. Gleich zu Beginn steht der Detective im Mittelpunkt von Jigsaws perfiden Spielchen: Er sitzt mit einem tödlichen Mechanismus an seinem Kopf in einem verschlossenen Badezimmer einer Irrenanstalt. In einem einfachen Quicktime-Event wird Tapp durch kurzes Drehen des linken Analog-Sticks und Drücken der Kreuz- und Kreis-Taste die Falle los und entrinnt dem Tod. Nicht nur die Fallen, auch Figuren und herumliegende Dokumente weisen Parallelen zu der Filmreihe auf – vor allem für Fans der Hollywood-Streifen durchaus spannend.
Ich möchte ein Spiel spielen…
Ab hier muss sich Tapp durch eine stichfeste, angsteinflößende Atmosphäre schlagen - und durch die dunklen, engen Gassen eines heruntergekommenen, depressiv wirkenden Gebäudes. Mit der Select-Taste lässt sich ein praktisches Journal aufrufen, das Aufgaben und Wegpunkte anzeigt. Erinnert von Grafik und Stimmung her an »Silent Hill« und spielt sich auch so. Mit dem linken Stick wird Tapp gesteuert, Kreuz lässt den Cop mit seiner Umgebung interagieren, während er bei gehaltener L2-Schulteraste mit der Viereck- und Kreuz-Taste seine Fäuste sprechen lässt. Wenn man nämlich mal nicht gerade mit einem der zahlreichen, aber sehr leichten Such- und Schiebe-Puzzle beschäftigt ist, verkloppt man herumlaufenden Junkies. Was die Kerle da zu suchen haben, leider offen. Zum Glück kommen die Prügelszene nicht allzu häufig vor, denn teils miserable Kameraeinstellungen, steife Kampf-Animationen und recht dumme KI foltern den Spaßfaktor.
…das schnell vorbei ist
Zugegeben, die Grafik kann sich dank »Unreal Engine 3« sehen lassen. Die Kulissen schauen ordentlich detailliert aus, wirken sich positiv auf die morbide Atmosphäre aus und fangen das Feeling der Filmreihe gekonnt ein. Auch das labyrinthartige Leveldesign, gespickt mit allerhand versteckter Fallen wie der obligatorischen Schrotflinte hinter der Tür, lädt zum Erkunden ein und sorgt durchaus für Nervenkitzel. »Saw«-Fans werden sich auch freuen, dass Jigsaw-Shauspieler Tobin Bell dem virtuellen Alter-Ego höchstpersönlich seine Stimme geliehen hat. Schade nur, dass die anfangs gut aufgebaute Atmosphäre durch steife Kämpfe, sich wiederholende Puzzles und leblos animierte Figuren schnell an Dichte verliert. Schockmomente fehlen komplett und auch die Spielzeit ist viel zu knapp. Zwar werden geübte Menschenretter nach den drei Kapiteln vom »Saw«-typischen Finale nochmal so richtig mitgerissen, aber dass das bereits nach rund vier Stunden geschieht, ist frech. Was bleibt, ist eine solide Filmumsetzung, die viel Potenzial über das Sägeblatt springen lässt.
Moritz Wanke
Ausgabe:01/2010
weiter PS3 Test Call of Duty Modern Warfare 2
weiter PS3 Test King of Fighters
weiter PS3 Test Need for Speed: The Run
PS3M sagt:
Grafik _____________

Kulissen hui, Figuren pfui

7
Sound _____________

Guter Original-Soundtrack, nur englische Sprecher

6
Steuerung __________

Bis auf die Kampfsteuerung in Ordnung

7

URTEIL 5.1/10

 

Leserwertung:
Grafik _____________ 5
Sound _____________ 6
Steuerung __________ 5

URTEIL 5.9 /10

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AUF EINEN BLICK __

EAN:

Publisher Konami

Entwickler Zombie Studios

Preis ab 60 Euro

Genre Survival-Horror

Spieler 1

PSN Nein

USK-Freigabe ab 18 Jahren

 

KURZ UND KNAPP __

Annehmbare Filmumsetzung mit viel verschenktem Potential

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