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Guter Beitrag? 

 

 TEST 

 

Sonic Generations

Sonic oder Wer-Igel?

Von wegen Generationskonflikt…
Sega kann es doch noch. Firmenmaskottchen und Flitze-Igel Sonic rast wieder so gut wie vor 20 Jahren. Nach den beiden durchwachsenen Ablegern »Sonic the Hedgehog« und »Sonic Unleashed« hatte manch Fan schon die Hoffnung aufgegeben. Doch »Sonic Generations« ist eine gelungene Hommage an die Reihe und eine Ode an das klassische Jump ’n’ Run. Springen und Rennen, das ist die Essenz; ganz ohne Wer-Igel-Passagen oder Geschicklichkeitstests. Stattdessen re-interpretiert der Entwickler die neun besten Abschnitte aus verschiedenen Sonic-Spielen, darunter das erste »Sonic« auf Mega Drive, »Sonic Adventure« auf Dreamcast, »Sonic CD« für Mega CD und einige Episoden aus aktuellen Ablegern. Hier trifft klassisches Plattform-Gehüpfe auf einer 2D-Schiene auf moderne 3D-Passagen aus Verfolgersicht mit Fokus auf Tempo.



Die Story? »Sonic«-typisch wenig tiefgreifend, dafür mit hübschen Render-Videos erzählt: Aus einem Portal erscheint ein Dämon und entführt Sonics Freunde in ein Raum-Zeitgefüge. Freilich springt der Blauigel hinterher und findet sich in einer riesigen weißen Halle wieder – wo er auch auf sein altes Ich trifft und beide sogleich zur gemeinsamen Rettungsaktion durchstarten. Bereits hier spürt man, wie viel Herzblut in »Sonic Generations« steckt: Statt über ein einfaches Menü jedes Level anzuwählen, kannst du den Vollgas-Stachelknäul nach Belieben durch die Halle in eine der neun Welten dirigieren. Durch die grüne Idylle in »Green Hill Zone« von A nach B flitzen, auf den Wolken-Platformen in »Sky Sanctuary« herumrasen oder in »Speed Highway« vor einem riesigen Lastwagen flüchten – all das ruft wohlige Erinnerungen hervor. Klasse vor allem, dass jeder dieser überarbeiteten Abschnitte in zwei Akte unterteilt ist: einen der meist von links nach rechts auf besagter 2D-Schiene verläuft und einen, der aus Verfolgersicht in einer komplett dreidimensionalen Stage abläuft.



Interessant auch die Feinheiten der beiden Helden: Während Retro-Sonic bloß rennen, springen und via Quadrat-Taste zum Hochgeschwindigkeits-Spin ansetzt kann, schwört Neo-Sonic zusätzlich auf seinen Raketenangriff. Im Sprung noch mal die Kreuz-Taste drücken, schon fliegt der blaue Blitz selbstständig in Richtung der zahlreichen Robo-Gegner, Trampolins und dergleichen, um anschließend direkt dem nächsten Zielobjekt entgegenzuwirbeln. Egal ob 2D- oder 3D-Level: Jeder der Abschnitte setzt ein unglaubliches Tempogefühl frei. Bereits Sonics normales Lauftempo fühlt sich nach Mach Eins an. Durch die zahlreichen Loopings, Schrauben und Beschleunigungsflächen bist du aber schon bald bei Mach Zwei. Wer als Neo-Sonic zudem die Quadrat-Taste drückt, schaltet noch mal einen Gang hoch und flitzt schätzungsweise bei Mach Drei durch die schlauchartig angelegten Kulissen. Selbstredend, dass darunter die Kontrolle leidet und man ungewollt in Abgründe stürzt oder in Feinde rempelt. Doch der Turnschuh-Träger kann vorbeugen: Indem er serientypisch goldene Ringe sammelt, die bei Feindkontakt gegen ein sofortiges Ableben schützen. Gelingt das nicht, geht’s am letzten der zahlreichen Speicherpunkte weiter.



Jeder der insgesamt 18 Abschnitte fällt mit rund fünf, sechs Minuten recht kurz aus. Kenner springen, schwingen und sprinten so in rund drei Stunden durch die komplette Story. Doch der Wiederspielwert der einzelnen Abschnitte ist enorm hoch. Jeder Akt liefert bis zu fünf verschiedene Wege, die praktisch jeden Durchlauf anders gestalten. Die verschiedenen Möglichkeiten zu entdecken und jeden Winkel zu erkunden, fesselt mindestens die doppelte Spielzeit. Als Motivationsschub für die Mehrfachrunde dienen zudem fünf rote, gut versteckte Ringe pro Akt, die nach und nach 130 Konzeptbilder freischalten. Noch mehr Speed-Kicks gefällt? Dann knüpf dir die 45 spaßigen Herausforderungen vor. Wettrennen mit einem Doppelgänger, innerhalb einer vorgegeben Zeit mit einer bestimmten Menge Ringe durchs Ziel donnern oder der Kampf mit Metal Sonic um einen der sieben magischen Emerald-Kristalle gefallen und unterhalten weitere drei Stunden.



Wohl wahr, »Sonic Generations« ist das bislang beste »Sonic« auf Playstation 3 und ein würdiges Geschenk zum 20. Geburtstag des Sega-Maskottchens. Der rasante Spielfluss, die unzähligen Geheimnisse und die liebevolle Neuinterpretation bekannter Kulissen sind echte Höheflüge für jeden Sonic-Liebhaber. Schade allerdings, dass die beiden Igel-Kumpels Tails und Knuckles nur eine passive Rolle spielen. Auch kann die hübsche Comic-Grafik samt ihren toll animierten Figuren überzeugen – dass Sega der Engine jedoch nur 30 statt 60 Bilder pro Sekunde entlockt, stört ein wenig und drosselt das Geschwindigkeitsempfinden. Ferner wirkt die dynamische Kamera in 3D-Abschnitten stellenweise sehr uneinsichtig und verdeckt Abgründe oder zeigt Gegner zu spät – ärgerlich. Mehr als nur drei Konfrontationen gegen Oberbösewicht Dr. Robotnik alias Eggmann und seine aberwitzigen Kampfkonstrukte hätten ebenfalls nicht geschadet. Davon abgesehen: Ein Geschwindigkeitsrausch, der Genrekennern und Fans des kurzbeinigen Kult-Säugetiers ein breites Grinsen aufs Gesicht zaubert.

Ausgabe:11/11
weiter PS3 Test Call of Duty Modern Warfare 2
weiter PS3 Test Dead Island: Riptide
weiter PS3 Test Injustice: Götter unter uns
PS3M sagt:
Grafik _____________

Liebevolle und malerische Kulissen, etwas detailarm

7
Sound _____________

Eingängige Melodien, gute deutsche Sprecher

8
Steuerung __________

Handlich und eingängig, nur selten ungenau

8

URTEIL 8.5/10

 

Leserwertung:
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AUF EINEN BLICK __

EAN:

Publisher Sega

Entwickler Sonic Team

Preis ab 55 Euro

Genre Jump 'n' Run

Spieler 1

PSN ja

USK-Freigabe ab 6 Jahren

 

KURZ UND KNAPP __

Klassisches "Sonic"-Abenteuer mir neuen und alten Figuren und Kulissen.

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