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 TEST 

 

Star Wars: Force Unleashed 2

Jedi-Meister oder Klonkrieger?

Er weiß nicht, wer er ist. Oder besser: er will es einfach nicht glauben. Als Galen Marek, die seit dem Actiongame »The Force Unleashed« bekannte Heldenfigur auf dem Planeten Kamino zu sich kommt, fühlt er sich von seinem Ziehvater Darth Vader ziemlich gelackmeiert. Denn die rechte Hand des Imperators will ihm doch tatsächlich weismachen, er sei nur ein Klon; ein nach vielen Misserfolgen endlich geglücktes Experiment. Der Zwist mit seinem Ziehvater bauscht sich schnell zum interstellaren Konflikt auf, als Galen, auch Starkiller genannt, General Kota aufsucht. Der alte Jedi-Meister will die Macht von Starkiller im Kampf der Rebellen gegen das Imperium nutzen. Doch der hitzige Jungspund hat nur eines im Sinn: seine einstige Pilotin Juno Eclipse wiederfinden.


Mit einem Laserschwert in jeder Hand nimmt es Starkiller im Spielverlauf aus Third-Person-Sicht mit Hundertschaften des Imperiums auf – und zeigt auf diesem Weg wie mächtig er mittlerweile geworden ist: Blitzgewitter auf Gegnerverbände herabdonnern lassen, Sturmtruppen per Machtgriff packen und mit voller Wucht durch die Gegend schleudern, oder – und das ist neu in Teil Zwei – sie per Gedankenkontrolle dazu bringen, sich gegen ihre Verbündeten zu stellen oder Selbstmord zu begehen. Vor allem in den späteren Abschnitten, in denen um die Kampfläufer des Imperiums dutzende Infanteristen schwadronieren, wächst die Bedeutung dieser Gedankenmanipulation enorm.
Wie im Vorgängerspiel, lebt auch hier die Action vom Variationsreichtum, der sich aus dem umfangreichen Aktionsspektrum des Starkillers ergibt. Seine drei Spezialkräfte kann Galen Marek mit Hilfe unzähliger Kombos zu vernichtenden Superschlägen verketten. Immer gleiche Angriffsanimationen? Sind hier selten, denn wieder setzen die Macher auf die leistungsfähige »Ronin«-Engine. Sie impft der Gegner-KI nicht nur jede Menge individuelle Verhaltensmuster ein, sondern sorgt auch dafür, dass alles in der Spielwelt über ein detailliertes Schadensmodell verfügt. Folgerichtig kann man nicht nur die komplette Umgebung zu Klump hauen, sondern die Gegner selbst gehörig verunstalten. Mal verlieren sie Gliedmaßen, mal im wahrsten Sinn des Wortes den ganzen Kopf – das lässt den Rachefeldzug des Starkillers authentischer wirken als je zuvor. Und damit’s auch mit der Ab-16-Auszeichnung klappt, spritzt dabei kein Tropfen Blut.



Wie weiter oben im Text schon angerissen, ähnelt das Gameplay dem von Teil Eins. Betritt Galen beispielsweise die Landedocks der Klonfabrik auf Kamino, muss er dort zunächst alle Gegner ausschalten, dann zum nächsten Areal sprinten und auf dem Weg dorthin mittels Telekinese ein paar Türen aufbiegen. Zwischendrin stößt er alle paar Meter auf größere Gegner. Einmal die Angriffsmuster dieser Mini-Bosse verinnerlicht, ist’s meist nicht mehr weit, bis sie klein beigeben. Den finalen Todesstoß verpasst Galen den imperialen Häschern schließlich mittels Quicktime-Reaktionstest. Kurz gesagt: Wer Starkillers erstes Abenteuer kennt, weiß was ihn erwartet.
Warum »The Force Unleashed 2« so begeistert? Nun, es motiviert von der ersten Minute an, dranzubleiben und ist extrem aufwendig produziert. Etliche minutenlange Render-Sequenzen, die optisch sehr nah dran sind an den Realfilm-Vorlagen, verwöhnen das Auge mindestens genauso wie die Spielgrafik selbst. Realistische Beleuchtung beim Durchstreifen der Kulissen trifft auf fulminante Lichteffekte und lebensechte Animationen auf Basis aufwendiger Motion-Capturing-Verfahren. Speziell während der Kämpfe geht’s manchmal so krass ab, dass man meint, der Bildschirm würde gleich explodieren. Wahnsinn!



Zur Story: Die birgt zwar etliche Höhepunkte, die beiden im Vorfeld immer wieder betonten Kultcharaktere Boba Fett und Meister Yoda spielen allerdings nur enttäuschend kleine Nebenrollen. Auch wirkt das Gesamtpaket mit seinen sieben Stunden Kampagnen-Spielzeit, zwei verschiedenen Enden und zehn Zusatzherausforderungen in Sachen Umfang etwas knapp bemessen. Bedauerlich überdies, dass die Entwickler die Kinderkrankheiten der Vergangenheit nicht auszumerzen: Zum Beispiel wäre da die etwas störrische Kamera, die sich nur selten automatisch optimal ausrichtet und fast immer mit dem rechten Analogstick nachjustiert werden muss. Nervt insbesondere bei Hüpfpassagen. Hinzu kommt, dass auf bestimmte Dinge nicht immer Verlass ist. Wenn Galen etwa mit seinem Machtgriff einen Tie Fighter aus der Flugbahn pflückt und ihn wie ein Stück Papier zusammenknüllt, weiß man oft nicht, ob er ihn beim Loslassen der R2-Schultertaste wirklich in die vorgegebene Richtung schleudert, oder den Schrottklumpen doch nur fallen lässt. Trotz solcher Schwächen bietet das hier Unterhaltung auf hohem Niveau. Die Grafik zählt – mal abgesehen von einigen langweiligen Kulissen im ersten Kapitel – ganz klar zur Crème de la Crème des Genres. Auch das Kampfsystem birgt Tiefe und gibt einem zumindest beim ersten Durchspielen ständig neue und mächtigere Angriffsvariationen zum Experimentieren an die Hand. Yoda würde sagen: Ein Kauftipp es ist!

Die versteckten Charaktere freischalten? So wird’s gemacht:
Lucasarts bietet dem Sammeltrieb einige nette Extras, darunter auch zahlreiche Zusatzkostüme. Damit Du Dir deinen virtuellen Kleiderschrank vollstopfen kannst, musst Du nicht nur den Challenge-Modus spielen, auch das im Optionsmenü enthaltene Cheatmenü eröffnet Boni. So bekommt man Boba Fetts Rüstung mit dem Codewort „mandalore“, „traya“ hingegen beschert einen eigentlich erst spät im Spiel erhältlichen Lichtschwertentwurf.

Besitzer des ersten Teils werden auch reich beschenkt: Für einen beliebigen Spielstand bekommt man die Jedi-Ausbildungskleidung, für das gute und das böse Ende gibt es die Jedi-Zeremonienrobe respektive die Kluft des Sith-Attentäters. Zu guter Letzt wartet Monkey Island-Protagonist Guybrush Threepwood darauf, freigeschalten zu werden, dies erfordert jedoch den Indiana Jones in Dir: Kurz vor Ende des zweiten Levels zerschlägt man eine eingefrorene Türe, die in einen Raum mit drei Statuen des Piraten führt. Hier stellt man sichauf die Plattform mit dem Jabba-Hologramm, und zerstört mittels Machtstoß die drei davor stehenden Maschinen. Daraufhin erscheint das ersehnte Holocron-Kostüm. Einsammeln und Guybrush dirigieren!
Ausgabe:
weiter PS3 Test Call of Duty Modern Warfare 2
weiter PS3 Test Resident Evil: Operation Raccoon City
weiter PS3 Test Street Fighter X Tekken
PS3M sagt:
Grafik _____________

Augen-aufreißende Render-Sequenzen, nahezu filmreife Action

9
Sound _____________

Sci-Fi-Orchester und -Effekte in hochwertiger »Star Wars«-Qualität

8
Steuerung __________

Sprünge und Griffe mit Zufallsfaktor, ansonsten schnell verinnerlicht

8

URTEIL 8.2/10

 

Leserwertung:
Grafik _____________ 9
Sound _____________ 8
Steuerung __________ 7

URTEIL 8.4 /10

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AUF EINEN BLICK __

EAN:

Publisher Activision

Entwickler Lucasarts

Preis ab 60 Euro

Genre Action

Spieler 1

PSN ja

USK-Freigabe ab 16 Jahren

 

KURZ UND KNAPP __

Effektreiche Third-Person-Action im »Star Wars«-Universum.

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