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Guter Beitrag? 

 

 TEST 

 

Transformers

Kampf um Cybertron

Wahre Fans der »Transfomers« hatten‘s zuletzt echt nicht leicht. Erst verwurstet Explosionsorgien-Guru Michael Bay ihre geliebten Verwandelroboter in zwei leicht verdaulichen, aber inhaltlich wenig gehaltvollen Hollywood-Blockbustern. Und dann serviert man zu jedem der kommerziell immerhin sehr erfolgreichen Streifen auch noch zwei belanglose Videospiele. Kein Wunder, dass Buhrufe und Säbelrasseln seitens der Fanbasis nicht ausbleiben. Offensichtlich war die Rasselei laut genug.


Denn endlich hat sich Activision aufgemacht, den Fans zu geben, was sie wollen. Ein »Transformers«-Spiel abseits von Michael Bays neumodischen Krachbumm-Robotern und Megan Fox' wohlgeformten Rundungen. Ein Game, das mehr ist als nur ein Leinwandabklatsch und im Gegensatz zu seinen Vorgängern tatsächlich richtig viel Spaß bereitet: Ein düster-grimmiger Third-Person-Shooter. Der Spieler wird – auf Wunsch auch zusammen mit bis zu zwei Freunden im Koop-Modus – nach einem kurzen Renderintro mitten in den Konflikt um den Maschinenplaneten Cybertron geworfen. Der Spielablauf? Extrem actionlastig. Bis der Abspann über den Bildschirm scrollt, verpasst man Hunderten von Blechkameraden eine zünftige Lasersalven-Dusche und erlebt hautnah mit, wie einige der beliebtesten »Transformers«-Charaktere zu dem werden, was sie heute sind.



Megan Fox? Hier nicht
Wie schon angedeutet, spart sich das hier einen Auftritt von Transformers-Nixe Megan Fox. Und auch andere menschliche Akteure tauchen zu keiner Zeit auf. Denn die zehn Kapitel der Kampagne behandeln eine ureigene Geschichte, die vom Bürgerkrieg auf dem Heimatplaneten der Verwandlungsmaschinen erzählt. Dabei spendieren die Macher jeder Seite jeweils fünf der zeitlich hintereinander gestaffelten Kapitel, die zusammen knapp 15 Stunden Spielzeit ergeben. Die Story selbst kommt ungewohnt düster rüber, wird überraschend intelligent erzählt und mittels Funksprüchen und Zwischensequenzen in Spielgrafik fesselnd inszeniert: Verrat unter den Maschinenwesen, Machtgier, der Aufstieg des fiesen Megatron, eine mysteriöse Energiequelle und der Ruhm des unfreiwilligen Helden Optimus Prime stellen die vorrangigen Themen dar.
Je nach Kapitel ballert man sich zunächst als einer der Decepticon- und anschließend als einer der Autobot-Krieger durch weitläufige Levels, zerstört Objekte, legt Schalter um, walzt Bosse im Hochhaus-Format nieder und erwehrt sich zwischendrin Horden von gleichzeitig herannahenden Feinden. »Kampf um Cybertron« ist ganz klar auf Tempo und schnelle Reaktionen getrimmt: Spinnenwesen zu Altmetal verwandeln, Sekunden später Blechbubis mit der Axt zerteilen, dann einen dicken Raketenwerfer aufnehmen, damit am Horizont aufräumen und kurz darauf ein stationäres Geschütz besetzen. Hin und wieder lockern Flugsequenzen das Geschehen auf.
Obwohl die Level eine lineare Struktur aufweisen, bieten sie viele versteckte Areale und großflächige Bereiche für bewegungsintensive Scharmützel. Gut so, denn ein Deckungssystem sucht man vergebens. Wird der eigene Stahltitan dann doch mal verwundet, genügt es, ohne Gegentreffer kurz auszuharren. Nicht weniger begeisternd die Szenerien: Eine zerfallene Raumstation, gigantische Wolkenkratzer aus Metal, die unter ohrenbetäubendem Lärm in sich zusammensacken oder riesige, durch die Gegend wabernde Energiebälle unterstreichen die tolle Optik.
Allein ist man übrigens so gut wie niemals unterwegs. Stets begleiten den Spieler entweder die Koop-Kameraden oder eben die KI-Mitstreiter. Richtig clever agieren letztere zwar nicht, dennoch tragen sie ihren Teil dazu bei, dass man sich nicht um alles selber kümmern muss. Die deutsche Synchronisation der Kameraden geht in Ordnung, mehr aber auch nicht.



Alle verschieden, alle gleich?
Aushängeschild des Spiels sind natürlich die verschiedenen Robos. Mit wem man sich in die Schlacht stürzt, wird bei der Kapitelanwahl bestimmt. Bei den Decepticons steht etwa Brawl zur Wahl. Seine Spezialität: die Möglichkeit, sich in einen Panzer zu verwandeln. Darüber hinaus kann er im normalen Modus seine gigantische Bleispritze in einen turmhohen Streitkolben verwandeln und damit reihenweise Autobots auf den Schrottplatz befördern. Anders Starscream: Der wird zum Flugzeug, feuert mit einem Scharfschützengewehr und kann Gegner mit einer Energiewelle wegfegen.
Oder eben Held Optimus Prime: Der mutiert zum brachialen Panzerwagen, fegt so seine Gegner aus dem Weg, schlägt hart mit einer Energieaxt zu und verteilt befreiende Rundumschläge. Kurzum: Jeder Blechheld hat seine Vor- und Nachteile. Unterm Strich macht’s aber kaum einen Unterschied, wen man spielt. Denn fair geht’s in jedem der drei Schwierigkeitsgrade zu.
Munition als auch Checkpunkte sind in regelmäßigen Abständen zu finden. Und wird der eigene Bot zerstört, dauert's nur Sekunden, bis er wieder auf dem Schlachtfeld materialisiert. Lediglich die zehn Bosskämpfe – etwa gegen einen mechanischen Skorpion oder den hundert Meter hohen Omega Supreme, der mit einem dicken Energiestrahl so ziemlich alles in seinem Umfeld binnen Sekunden pulverisiert – brauchen oft mehrere Anläufe. Macht aber nix, zählen diese Duelle doch zu den Highlights des Spiels. Später beharkt man sogar einen der Kolosse im freien Fall, während einem Metallteile, Geschosse und übergroße Stahlpranken entgegensausen. Großartig!



Nicht viel zu meckern?
Auch sonst macht »Kampf um Cybertron« sehr viel richtig. Die Grafik kommt detailreich rüber, überall lassen sich kleine Nieten in den Wänden, ja sogar Schweißnähte und andere Kleinigkeiten entdecken. Das allgegenwärtige Metall wirkt fest und hart. Einige finstere Tunnels des Maschinenplaneten könnten mit ihren verwundenen Röhren und den durch diese gleitenden, mechanischen Quallen glatt aus dem Film »Matrix« stammen. Lediglich der regelmäßig verwendete Grau-blau-Look wirkt mit der Zeit etwas ermüdend.
Passt aber andererseits zur finsteren Atmosphäre. Cool: Selbst wenn die Robos nur auf der Stelle stehen, sieht man sich bewegende Hydraulikpumpen und andere animierte Teile. Ebenfalls toll: die Akustik. bombastische Surround-Explosionen, knirschende Metallgeräusche, glaubhafte Hydraulik- und Transformationseffekte. Dazu passend ein Soundtrack mit finsteren, orchestralen Musikstücken und voranpeitschenden Elektro- und Technotracks. Anders formuliert: »Kampf um Cybertron« ist ohne Zweifel das beste Transformers-Game seit es Videospiele gibt. Intelligent designt, üppig ausgestattet, toll erzählt und voller großartiger Actionszenen. An einigen könnte sich sogar Regisseur Michael Bay ein Beispiel nehmen. Pflichtkauf für Fans! Und auch Transformers-Laien riskieren einen Blick.
Michael Förtsch
Ausgabe:07/10
weiter PS3 Test Call of Duty Modern Warfare 2
weiter PS3 Test Resident Evil: Operation Raccoon City
weiter PS3 Test Street Fighter X Tekken

KOMMENTARE:

Hulkamaniac1
Pflicht für Fans.
(24.12.10 13:25 Uhr)
PS3M sagt:
Grafik _____________

Erstklassige Effekte, gute Animationen, feine Lichtspielereien

8
Sound _____________

Krachig, bombastisch und untermalt von toller Musik

8
Steuerung __________

Intuitiv, nur die Kamera zickt manchmal

8

URTEIL 8.3/10

 

Leserwertung:
Grafik _____________ 9
Sound _____________ 8
Steuerung __________ 8

URTEIL 8.5 /10

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AUF EINEN BLICK __

EAN:

Publisher Activision

Entwickler High Moon Studios

Preis ab 60 Euro

Genre Third-Person-Action

Spieler 1 - 10

PSN

USK-Freigabe ab 12 Jahren

 

KURZ UND KNAPP __

Bürgerkrieg der Robo-Blechbüchsen um ihren metallernen Heimatplanet Cybertron.

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