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 TEST 

 

Vanquish

Der Shooter vom Resident Evil-Erfinder

Ab jetzt weißt du, was in Zukunft gespielt wird! Denn dieser Third-Person-Shooter katapultiert dich direkt ins Jahr 2111, genauer gesagt mitten in eine fulminant inszenierte Scifi-Schlacht der Extraklasse. Als Sam Gideon, US-Spezialagent und Wissenschaftler, musst du die kolossale Raumstation SC-01 Providence, die im erdnahen Orbit ihre Bahnen zieht, zurückerobern. Warum der ganze Trubel? Ganz einfach: Das russische Militärregime hat dieses gigantische Sonnenkraftwerk mit einer Roboter-Armada in seine Gewalt gebracht und zu einem vernichtenden Laser umfunktioniert. Bereits das Intro in erstklassiger Render-Optik zeigt, wie San Francisco damit dem Erdboden gleichgemacht wird – das Wahrzeichen Golden Gate Bridge inklusive. Nun drohen die Russen mit einem Angriff auf New York City und versuchen so, die US-Regierung zur endgültigen Kapitulation zu zwingen. Zusammen mit einer ganzen Streitmacht schwerbewaffneter Militärs unter der Führung von Lt. Col. Robert Burns startet Sam nun den Gegenschlag. Aber warum er? Er ist ein verdammt gewiefter Teufelskerl, deshalb! Extra für diesen Spezialauftrag hat er einen ganz besonderen Kampfanzug entwickelt. Wie eine zweite Haut umhüllt das Augmented Reaction Suit, kurz ARS, getaufte Hitech-System Sams Körper und bietet ihm viele Vorteile im Kampf gegen die schier unbesiegbare Roboter-Armee und ihren Anführer Victor Zaitsev...


Rüstzeug der Zukunft
Per gedrückt gehaltener L1-Schultertaste zündet die Schubdüse auf Sams Rücken, die ihn dann mit einem Mordstempo auf den Knien rutschend Richtung Gegner schiebt. In den meisten Kampfsituationen ermöglicht diese Funktion nicht nur spontane Blitzangriffe, sondern eignet sich auch mindestens genauso gut dazu, schnell das Weite zu suchen und das Feindpack, größtenteils aus Robotern und riesigen Mechas bestehend, auf Distanz zu halten. Der eigentliche Clou des ARS-Systems liegt aber darin, die Zeit zu manipulieren: Wie in den meisten gängigen Shootern nimmt auch Sam seine Feinde mit der L2-Schultertaste ins Visier. Macht Sam dies während er per Kreuz-Taste ausweicht, aus einer Deckung hechtet oder mit seiner Schubdüse über den Boden fegt, aktiviert sich der sogenannte AR-Modus. Folge: Das Zeit-Raum-Kontinuum wird beeinflusst – alles um Sam herum läuft verlangsamt ab. Geschosse, die zuvor nur akustisch sowie visuell anhand des Mündungsfeuers auszumachen waren, schrauben sich jetzt in Zeitlupe an Sam vorbei. Auch die Soundeffekte verzerren wie im Film »Matrix« – was sich, nebenbei bemerkt, verdammt cool anhört – und der Bildschirm wird mit einem sanften, lilafarbenen Schleier überzogen. Darüber hinaus schützt der aktivierte AR-Modus Sam gegen die meisten Projektiltypen. Doch freilich haben all diese Superkräfte ihren Preis: Die Überhitzungsanzeige des ARS im rechten unteren Bildschirmeck leert sich bei Gebrauch der Beschleunigungs- und Zeitlupenfunktionen in wenigen Sekunden, regeneriert sich beim Abkühlen aber immerhin genauso schnell. Der Trick besteht darin, das Aggregat nie zu überlasten. Denn sobald der Anzug einmal überhitzt, dauert es wesentlich länger, bis die oft siegentscheidenden Funktionen wieder verfügbar werden.
Quasi unvermeidbar ist dies, wenn Sam kritische Treffer kassiert – von denen er sich aber in der Regel nach einer kurzen Schonzeit schnell wieder erholt. In solchen Situationen schaltet der Anzug automatisch in den AR-Modus, um einen schnellen Konter zu ermöglichen. Wird Sam dann jedoch erneut schwer getroffen, überhitzt der Anzug schließlich so stark, dass er explodiert und man bei einem der vielen, fair gesetzten Rücksetzpunkte neu ins Spiel einsteigt.
Eine weitere Funktion, die den ARS ebenfalls auf einen Schlag ans Limit bringt, ist ein übermächtiger Nahkampfangriff, mit dem Sam einem Blechkrieger gezielt das digitale Lebenslicht ausknipsen kann. Wohlgemerkt – einem. Ein schneller Schlagabtausch mit mehreren Gegnern ist dagegen wenig erfolgversprechend. Zu schnell überhitzt der Anzug, zu schnell durchlöchern einen dann Feindprojektile.
Die Vorzüge des ARS liegen demnach eindeutig im Deckungskampf: Seitlich an Gegnern vorbeischlittern, während dessen den AR-Modus aktivieren und chirurgisch genau Kopftreffer an den Metallschädeln platzieren; dann aus derselben Bewegung heraus in Deckung springen, während sich der Anzug abkühlt, um gleich im Anschluss der nächsten Feindwelle auf ähnliche Weise das Leben schwer zu machen – das fesselt und erweist sich fast immer als effektivste Taktik. Um dieses Kampfsystem zu perfektionieren, braucht’s freilich eine Weile, aber mit jeder erfolgreichen Nutzung fühlt man sich noch angespornter, den Blechkerls noch präziser das Metall von den Stahlknochen zu schälen. Ein tolles Gefühl!



Waffentechnologie
Mit dem sogenannten »Blade«-System hat Sam für jede Situation genau das passende Werkzeug zur Hand. Dieses modulare Waffensystem besteht aus programmierbaren Materialien und einem Griff als Kernelement, um den herum sich die verschiedenen Waffentypen auf Knopfdruck »Transformers«-artig zusammenpuzzeln. Noch nie sah ein Waffenwechsel so verdammt cool aus! Zu Sams Grundausrüstung gehören ein Sturmgewehr, ein schweres Maschinengewehr, eine extrem wuchtige Schrotflinte sowie Handgranaten und EMP-Sender – beides Wurfwaffen. Diese Grundausrüstung verteilt sich auf vier Waffenslots, von denen sich jeder einzelne kinderleicht mit einen Druck auf eine der Richtungstasten auswählen lässt. Aber damit ist’s noch lange nicht getan. Denn Sam kann quasi überall im Spiel fünf weitere Waffen ergattern, muss das jeweilige Objekt der Begierde aber gegen eine seiner aktuellen Kanonen eintauschen. Die Dinger lagern in rar verteilten Kisten, speziellen Nachschubbehältern oder werden von manchen Gegnern fallengelassen. Zum Beispiel der Scheibenwerfer. Er verschießt hochbeschleunigte Kreissägeblätter Kaliber Jumbo Pizza, die in einer leicht gebogenen Flugbahn die Gegnertruppen präzise durchtrennen. Oder der Erfassungslaser – mit ihm lassen sich vier Ziele gleichzeitig befeuern. Für den Schusswechsel auf kurze Distanzen erweist sich dagegen die LFE-Waffe als sehr nützlich: Kaum sichtbare Schallwellen mähen das Feindespack nieder, während man selbst über die total verschärfte Optik, nämlich einen Der-Raum-krümmt-sich-Effekt, staunt. Fehlt noch das Brot-und-Butter-Equipment jedes vernünftigen Shooters: ein zielsuchender Raketenwerfer sowie ein totbringendes Scharfschützengewehr. Vor allem letzteres ist in vielen Situationen unabdingbar zumal sehr effektiv und leicht zu handhaben. Ein Klick auf den rechten Stick wechselt zwischen zwei Zoomstufen, die perfekt an die Distanzen der teils sehr weitläufig angelegten Areale angepasst sind. Nicht nur wer »Sniper« mochte, wird damit seine helle Freude haben.
Einen wesentlichen Bestandteil des zackigen Spielgeschehens macht zudem das Aufmotzen dieser zehn Waffen aus. Sobald Sam eine Waffe einsammelt, die er zu dem Zeitpunkt bereits mit voller Munitionskapazität bei sich trägt, steigt diese um einen Level auf. Resultat: Magazingröße und Schaden erhöhen sich – mit dem Erreichen der zehnten Stufe ist dann schließlich das Maximallevel erreicht. Gewöhnungsbedürftig nur, dass dieses Upgrade-System einen gewissermaßen dazu zwingt, bestimmte Waffen auch mal nicht zu benutzen. Denn immer wieder muss man sich entscheiden: Entweder die Munition verballern oder sie gezielt aufsammeln, um so die Waffe aufzurüsten. Generell wirkt das System dank der nahtlosen Integration ins Spielgeschehen aber niemals schlecht gelöst, nur eben andersartig.



High-Tech-Action auf Speed
Doch all diese Elemente würden lange nicht so fesseln, wäre die Kampagne selbst – also die Schlacht um die SC-01 Providence – nicht so sehenswert inszeniert. Hier jagt ein spielerischer Höhepunkt den nächsten, und zwar im Zehn-Minuten-Takt! Bereits als Sam, Lt. Col. Burns und der Rest des Stoßtrupps am Weltraumdock der Station anlegen wird klar, dass zudem der ständige Funkverkehr die Stimmung extrem anstachelt, einem Adrenalin ins Blut pumpt. Speziell Kommunikationsoffizierin Elena und Haudegen Burns sind’s, die Sam in den kurzen Feuerpausen per lebhaft vorgetragenen Videobotschaften stets auf dem Laufenden halten. Angriffsstrategien, Ausweichmanöver, Bossgegner-Schwachstellen – ohne ihr Zutun wäre die Schlacht verloren, bevor sie überhaupt beginnt. Kurzum: Die Dialoge vermitteln ein fantastisches Mitten-drin-Gefühl, lassen einen vollends ins Geschehen eintauchen und peitschen einen geradezu durch die fünf Akte mit ihren zusammen 29 Missionen.
Weiteres Stilmittel, um den Spieler während solcher Dialogenszene zu fesseln, sind Perspektivenwechsel – und zwar von der Verfolgeransicht in die Ego-Perspektive. Aus dieser erkundet der Spieler dann speziell bei Gebietswechseln die Umgebung. Bringt Spannung rein!
Obwohl in der Regel recht linear aufgebaut, bietet jeder Level genügend Freiraum für taktische Spielereien. Gut so, denn oft lauert bereits beim Betreten der relativ weitläufigen Areale eine vorgegebene Anzahl unterschiedlicher Gegner auf Sams Ankunft und eröffnet sofort das Feuer. Ja, von immensem Gegneraufkommen verstehen die Entwickler was: Laufen einem zunächst nur menschengroßen Infanterie-Robos vors Fadenkreuz, trifft man schon nach kurzer Zeit auf die sogenannten Romanov-Modelle, die mit ihrer Größe wohl am ehesten mit King Kong zu vergleichen sind. Doch auch die sind nichts im Vergleich zu den gigantischen Bossen, die einem jedes Mal aufs Neue den Atem rauben. Zum Beispiel der Argus Kern: eine riesige Krabbe aus Stahl und Elektronik, die bei Gefahr binnen Sekunden mit Projektilen den Himmel verdunkelt und einem mit einer lächerlich großen Kanone LKW-formatige Geschosse entgegenschleudert. Noch fiesere Gegner füllen mehrere Bildschirme und stampfen auf Beinen so dick wie Wolkenkratzer über die verbündeten Truppen hinweg. An die fünfzig solcher XXL-Bossbegegnungen muss Sam im Spielverlauf meistern. Und jede davon zündet ein Action-Feuerwerk, wie du es zuvor noch nie erlebt hast – garantiert!
Hinzu kommt, dass jeder Levelabschnitt vor einzigartiger Kulisse spielt. Denn die Dutzende Quadratkilometer große Weltraumstation beherbergt ganze Städte aus futuristisch anmutenden Bauten; dazwischen riesige Wasserflächen und Wälder – fabelhaft!
Und auch wenn die Augen ohnehin meist einer totalen Reizüberflutung standhalten müssen, hat man selbst beim zweiten Mal Durchspielen längst nicht das Gefühl, alles gesehen zu haben. Die grafischen Qualitäten reichen sogar so weit, dass sie sich problemlos mit einem »Dead Space« messen können. In vielerlei Hinsicht ist das Gebotene ohnehin einzigartig. Jedes einzelne Projektil erzeugt seine ganz spezifischen Partikeleffekte, jeder einzelne Roboter besitzt ein detailliertes Schadensmodell und schon nach wenigen Sekunden im aufreibenden Kampfgeschehen flimmern glühende Überreste der verschrotteten Wiedersacher durch die künstliche Atmosphäre der Raumstation. Und so bietet »Vanquish«, nicht zuletzt wegen der nur wenige Sekunden andauernden Ladepausen zwischen den Missionen, vor allem eines: rasend schnelle Nonstop-Action.
Bereits in der frühen Entwicklungsphase kündigte Produzent Shinji Mikami an, den schnellsten Third-Person-Shooter zu liefern, den die Videospielwelt je gesehen hat. Das wollen wir ihm anhand des fertigen Spiels gerne unterschreiben. Und hätten wir einen Award für den coolsten Helden des Monats im Repertoire, würde »Vanquish« diesen problemlos abgreifen.
Zugegeben, mit seinen knapp acht Stunden Netto-Spielzeit für die Kampagne bleibt Segas neuer Vorzeigeshooter in Sachen Umfang etwas hinter »Bayonetta« zurück, bietet aber dank mehrerer freischaltbarer Schwierigkeitsgrade und verschiedenen Abspännen einen ähnlich hohen Wiederspielwert. Macht in der Summe eine absolute Kaufempfehlung für alle jene, die dringend Abwechslung vom sonstigen 0815-Shooter-Einerlei suchen!
Ausgabe:11/10
weiter PS3 Test Call of Duty Modern Warfare 2
weiter PS3 Test Resident Evil: Operation Raccoon City
weiter PS3 Test Street Fighter X Tekken

KOMMENTARE:

MiddleEastWulf
dieses spiel ist ne wahre augenweide:
eine grafik, die auf dem level eines uncharted 2 ist, ein gameplay, das jedem, vor allem shooter fans vom hocker hauen sollte und und und...
einfach großartig!!
(28.10.10 21:21 Uhr)
PS3M sagt:
Grafik _____________

Absolut flüssig inszenierte Grafikbombe mit irren Design-Ideen

9
Sound _____________

Treibende Synthesizer-Beats und knackige Effekte

9
Steuerung __________

Erfrischend andersartig aber anfangs gewöhnungsbedürftig

8

URTEIL 8.9/10

 

Leserwertung:
Grafik _____________ 9
Sound _____________ 8
Steuerung __________ 9

URTEIL 9.3 /10

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AUF EINEN BLICK __

EAN:

Publisher

Entwickler

Preis

Genre

Spieler

PSN

USK-Freigabe

 

KURZ UND KNAPP __

EAN:

Publisher Sega

Entwickler Platinum Games

Preis ab 60 Euro

Genre Action

Spieler 1

PSN ja

USK-Freigabe ab 18 Jahren

 

KURZ UND KNAPP __

Harte, sehr stilsicher inszenierte Zukunfts-Action, die jedoch ein gutes Zeit-Gefühl voraussetzt.

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