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Guter Beitrag? 

 

 TEST 

 

Virtua Tennis 2009

Die Magie des Weißen Sports…

Zwei Tennis-Titanen stehen sich auf dem Court gegenüber: Rafael Nadal und Roger Federer, der Weltranglistenerste gegen seinen hartnäckigen Verfolger. Das Match wird immer schneller, wuchtige Topspins wechseln sich mit eleganten Rückhandschlägen und fiesen Lobs ab. Federer schlägt zu, als müsse seine Filzkugel den Geschwindigkeitsrekord zu brechen. Kein Wunder, schließlich führt unser Leser-Tester Thomas Kunold den Schläger. Der Sportstudent ist genau der richtige, um »Virtua Tennis 2009« zu checken. »Die Serie schafft seit der Dreamcast-Generation immer wieder den Spagat zwischen realem Sport und spannendem Arcade-Spaß«, erklärt er fasziniert. Nadal spielt sich mit seinen 75 Kilo flink wie ein Hase, schlägt Haken, treibt Thomas’ Federer weit nach hinten, dann nach vorn und wieder nach hinten. Doch der 1,90-Meter-Hüne retourniert gekonnt, setzt auf kraftvolle, gut platzierte Schläge. Die Stars unterscheiden sich deutlich, sehr schön. Für eine Sekunde bin ich − also Nadal − unaufmerksam, kann die Ecke gerade so erahnen, erwische den Ball, lande bäuchlings im Sand des ehrwürdigen Roland Garros in Paris, rapple mich sofort wieder auf. Natürlich bestraft Thomas meinen Fehler mit einem tödlichen Schmetterball. Ich hechte in die linke Ecke, verstolpere den Ball.
Im Vorgänger »Virtua Tennis 3« hätte Nadal den Ball noch erwischt, ein Hechtsprung von der Mitte des Courts an die Außenlinie hätte problemlos geklappt. Jetzt straucheln die Cracks bei so einer Aktion. Thomas empfindet das als authentisch: »Sinnvolle Neuerung. Tennis ist kein Ballet. Es geht nicht ums schön spielen, sondern um Effektivität.« Außerdem wird's taktischer, verlangt gerade bei schnellen Ballwechseln vorausschauendes Spiel.

Die Steuerung ist topp, der von »Virtua Tennis 3« sehr ähnlich, und doch in Nuancen anders. Man bewegt die Cracks zentimetergenau, zieht vor einem Stoppball den Analogstick weit zurück. Am Netz wird sofort der Volley ausgepackt. »Es geht nicht nur darum, Tasten-Kombinationen zu lernen und schnell hintereinander einzusetzen. Gut so«, sagt Thomas. Insgesamt gibt es nur drei belegbare Schlagtasten. Mit der Viereck-Taste wird ein Lob gespielt; ein langer, hoher Ball. Beim Slice wird die Kugel entweder via Vor- oder Rückhand angeschnitten, was eine flache und gestreckte Flugbahn zur Folge hat. Die Kombination aus Grundschlägen, Länge des Tastendrucks und Bewegung des Analogsticks führt zu einer enormen Dynamik. Wer die Dreieck-Taste lange gedrückt hält und den rechten Stick nach vorn presst, schlägt beispielsweise einen Longline. Schlagwahl und Laufarbeit entscheiden schlussendlich über Sieg oder Niederlage. Das Timing ist weniger wichtig als bei den Simulationen aus der »Top Spin«-Reihe. »Es sind die taktischen Ballwechsel, die kicken − vor allem mit Freunden im Einzel, Mixed oder Doppel«, zeigt sich Thomas begeistert.
Dieses Tennis-Game beschränkt sich auf das Wesentliche und lässt einen sofort abtauchen in die Punktejagd. Großartig, so muss sich der weiße Sport anfühlen. Aber, liebe Entwickler, warum traut ihr euch nicht, das Spielgefühl zu verändern? Der Lob mag jetzt deutlich effizienter sein, im Vorgänger konnte man fast jeden Ball kräftig zurückschmettern. Wenn ich jetzt ans Netz stürme, werde ich viel öfter überrumpelt. Das ist gut so, bereichert das Gameplay um ein Überraschungsmoment, macht das Spiel authentischer. Aber mehr solcher Änderungen wären schön gewesen. Was ist mit Aufschlägen oder Stoppbällen? Eine Spurttaste, um Lobs oder Stopps per Temposchub vielleicht doch noch zu erlaufen? Zugegeben, das ist Meckern auf hohem Niveau. Auch bei der Grafik: Wunderschön, aber da wäre mehr drin. Auf der Habenseite stehen Volleys und Schmetterbälle, die handwerklich perfekt animiert mit 60 Bildern über den Monitor fliegen.
Schön auch, wie das hier menschelt. Nadal oder die Neuen − Andy Murray und Novak Djokovic zum Beispiel − treten schon mal ihren Schläger, reißen die Arme hoch oder knien im Staub. Paris, Melbourne, New York, London, Phuket: Insgesamt 39 Courts bilden die Kulissen. Und die Damen? Jelena Jankovic, Tamira Paszek und Ana Ivanovic, sie sind alle dabei. Insgesamt sagen 20 neue Gesichter Hallo. Wenn allerdings die Kamera in der Wiederholung auf die Gesichter zoomt, wirken diese leblos: kein Augenaufschlag, kein Schweiß, nichts. Das macht »Top Spin 3« besser. Insgesamt bleibt damit zwar ein gewisses Da-wäre-mehr-möglich-Gefühl, dennoch ist »Virtua Tennis 2009« ganz klar eines der besten Sportspiele für Playstaton 3.
Benjamin Kratsch
Ausgabe:06/09
weiter PS3 Test Call of Duty Modern Warfare 2
weiter PS3 Test Resident Evil: Operation Raccoon City
weiter PS3 Test Street Fighter X Tekken
PS3M sagt:
Grafik _____________

Schicke Animationen, aber fade Gesichtstexturen

7
Sound _____________

Gute Kommentatoren, Bälle pfeifen über den Court

8
Steuerung __________

Eingängig, sehr präzise, ausgezeichnet

9

URTEIL 8.3/10

 

Leserwertung:
Grafik _____________ 8
Sound _____________ 7
Steuerung __________ 8

URTEIL 7.9 /10

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AUF EINEN BLICK __

EAN:

Publisher Sega

Entwickler Sumo Digital

Preis ab 60 Euro

Genre Sport

Spieler 1 - 4

PSN Ja

USK-Freigabe ohne Alterbeschränkung

 

KURZ UND KNAPP __

Ganz großes Tennis, aber neue Ideen muss man mit der Lupe suchen.

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