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Guter Beitrag? 

 

 TEST 

 

Wolfenstein

Schluss mit Standard-Weltkriegs-Action. Stattdessen: Mythen, Magie und wundersame Waffen!

Selten so wahnsinnige, irre, bizarre und kranke Angreifer vor die Flinte bekommen wie hier. Exemplare, von denen jeder einzelner eine Ausgeburt des Bösen ist. Schon acht Jahre ist es her, dass man zuletzt als amerikanischer Agent B.J. Blazkowicz den Abzug durchgedrückt und die Mitglieder einer fiesen Nazi-Gesellschaft mit Blei voll gepumpt hat. Die menschenverachtenden Radikalinskis wollten durch Wiederbelebung des Frankenkönigs Heinrich I. eine unbesiegbare Armee aus lebenden Toten erwecken und sich so den Endsieg und die Weltherrschaft sichern. Doch die Pläne wurden vereitelt, die Untoten zu Volltoten gemacht. Nun also die Fortsetzung.
Action wie Call of Duty?
In den ersten fünf Minuten könnte man sich in einem Ableger der »Call of Duty«-Reihe wähnen. Soldaten in Wehrmachtskluft patrouillieren mit zackigem Schritt an Bahnsteigen entlang. Rot-weiße Banner hängen von den Decken. Stapelweise stehen Kisten mit Versorgungsgütern herum, während sich Widerstandskämpfer zusammen mit dem Helden für einen Überfall auf einen der Züge bereit machen. Zweiter Weltkrieg, soviel ist offensichtlich. Dass Nazi-Soldaten die bösen Buben markieren ebenso. Sie nennen sich die »Wölfe«, was wiederum den Titel des Spiels erklärt.

Der Zug, so erzählt einer der Widerständler, soll etwas Absonderliches transportieren. Er muss daher gesprengt werden. Die Atmosphäre stimmt von der ersten Sekunde an: Aus Ego-Sicht ballert man sich Seite an Seite mit Widerstandskämpfern des »Kreisauer Kreises« durch einen Bahnhof nahe der fiktiven Ansiedlung Isenstadt. Durch ein großes Tor geht´s rüber zu den Bahnsteigen, hinter Pfeilern Deckung suchen. Dann vorstürmen, eine Granate in ein MG-Nest werfen und mit der MP40 Kugeln in flüchtende Soldaten jagen, die blutend zu Boden gehen. Gesteuert wird das Shooter-typisch mit den beiden Sticks. Geschossen wird mit der R1-Schultertaste, wobei das bei der Visieransicht über L1-Schultertaste zielgenauer funktioniert. Nach der ersten halben Stunde hat man das in Fleisch und Blut. Schnellflocken fallen die ersten dutzend Gegner. Denn auch wenn die recht clever handeln und auch mal in Deckung hechten, sind sie doch serientypisches Kanonenfutter.
Willkommen in Isenstadt
Sobald man mit der Widerstands-Anführerin Karolin Bekanntschaft schließt, steht einem Isenstadt offen. Grundsätzlich sind nahezu alle Areale von Beginn an erreichbar, lediglich die Innenstadt öffnet sich erst ab Spielmitte. Dann verändert sich − aufgrund dramatischer Ereignisse, soviel sei verraten − das Bild der Stadt, vieles liegt in Asche, man muss sich umorientieren. Aufträge erhält man in den Verstecken der zwei Widerstandsbewegungen, dem Kreisauer Kreis und der Vereinigung des Goldenen Morgen. Die Lauferei dorthin ist manchmal lästig, aber nicht wirklich nervtötend. Die 15 Aufträge sind komplett vom Offene-Welt-Erlebnis abgekoppelt; und spielen sich jeder für sich so geradlinig, wie es sich für Action aus der »Wolfenstein«-Reihe geziemt. Einige Missionen verlassen Isenstadt, machen etwa einen Bauernhof und das ihn umgebende Freigelände zur Kulisse für furiose Feuergefechte. Oder entführen einen in eine Tropfsteinhöhle, wo man den fiesen Experimenten der Wolfsbrut auf die Schliche kommt: Sie haben den so genannten Schleier entdeckt − eine andere Dimension, wo sich eine Energiequelle namens »Schwarze Sonne« verbirgt. Was die kann, warum die Wölfe sie haben wollen, das erklärt sich im Spielverlauf.

Apropos Spielverlauf: Die Spieldauer hält sich wie die Ladepausen äußerst kurz. Nach sieben bis neun Spielstunden ist ein geübter Gamer durch. Mehr Stoff hätte es schon sein dürfen. Zumal es nach dem Finale nur wenige Gründe gibt, das Ganze erneut zu erleben. Viel Freispielenswertes ist uns nicht aufgefallen, bis auf ein neckisches Schummel-Menü.
Mach's mit Magie
Nicht zu vergessen die magischen Fähigkeiten, die man sich mit der Zeit aneignet. Plötzlich öffnen sich unsichtbare magische Tore, man kann die Zeit bremsen, sich mithilfe eines magischen Schilds schützen oder auch bloß Schilde anderer mit mehr Feuerkraft durchdringen. Die Kräfte sehen nicht nur cool aus, sondern sind unabdingbar. Aufgeladen wird diese so genannte Schleier-Energie mit Quellen, die anhand von Hitzeeffekten erkennbar sind.

Das Spiel fügt sich gut in die Reihe ein, es kommt nicht so glatt geföhnt und aufwändig frisiert daher wie sonst so viele Ego-Shooter. Da stimmt der Trash-Faktor, etwa beim schlechten Deutsch auf Propaganda-Plakaten: »Ja. Verbinden sie jetzt.« oder »Der Fiend ist hier!« Das ist aber eben nicht schlecht gemacht, sondern reißt dich mit. Denn das hier ist richtig schnelle, dreckige Action. Nur dezente taktische Elemente, keine abwegigen Puzzles, keine aufdringlichen Kamerafahrten und kaum mal Dialoge, die das Tempo rausnehmen. Stattdessen ziehst du die rechte Schultertaste für herrlich sinnloses Dauerfeuer durch. Immer wieder hüpfen dir neue Gegner vor den Lauf; und du gibst fies mutierten Nazi-Golems genau das, was sie verdient haben. Und natürlich geht dir das Herz auf, wenn du einen der vier Bossgegner nach hartem, bis zu zehn Minuten währendem Kampf endlich, endlich in die Erde reibst. Drumherum richtig fette Spezialeffekte, bei denen dir die Augen aufgehen und der Nachbar deinen Subwoofer verfluchen wird. Jawohl, mein Freund, das ist Action wie sie sein muss!
Michael Förtsch/rl
Ausgabe:
weiter PS3 Test Call of Duty Modern Warfare 2
weiter PS3 Test King of Fighters
weiter PS3 Test Lego Harry Potter Die Jahre 5-7
PS3M sagt:
Grafik _____________

Dreckiger Stil, gute Effekte, wirkt nur etappenweise angegraut

8
Sound _____________

Orchestrale Musik, fetzige Sounds, brachiale Waffen

8
Steuerung __________

Standard, handlich, für Shooter-Fans problemlos

8

URTEIL 8.5/10

 

Leserwertung:
Grafik _____________ 8
Sound _____________ 8
Steuerung __________ 8

URTEIL 8.6 /10

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AUF EINEN BLICK __

EAN:

Publisher Activision

Entwickler

Preis ab 60 Euro

Genre Ego-Shooter

Spieler 1 - 12

PSN Ja

USK-Freigabe ab 18 Jahren

 

KURZ UND KNAPP __

Düsterer und abgedrehter Ego-Shooter mit offener Welt, etlichen Missionen, schrägem Design und jeder Menge interessanter Ideen.

FAQ

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